Titel: Superman/Shazam: First Thunder (dt. Erster Donner)
Autor/Zeichner: Judd Winick/Joshua Middleton
Erschienen: 2005-2006 (Miniserie #1-4), Paperback 2006; dt. Panini 2022 (Paperback), Eaglemoss 2016 (DC Comics Graphic Novel Collection 71)
Wie wir gesehen haben, war die Annäherung zwischen Superman und Captain Marvel (Shazam) eine langwierige Geschichte, die sich allmählich vollzog. Zuerst gab es nur ein Treffen auf dem Cover, dann ein eher inoffizielles in einer Story mit einem gewissen „Captain Thunder“, dann eine kurze Konfrontation in Justice League, bis es schließlich 1978 zum ersten großen Clash in einem Heft im Überformat kam.
Seitdem ist viel passiert und es gab mehrere Kämpfe und Kooperationen. 2005 wollte DC die Anfänge der beiden nochmal in Year-One-Manier nacherzählen, diesmal richtig. Das klappte allerdings nicht so gut.
Zunächst geht es um Museumsdiebe, die wertvolle magische Artefakte stehlen. Captain Marvel greift ein, Superman kommt zur Hilfe, man kämpft gegen Zauberwesen, sprich: Monster. Alles Routine. Zum obligatorischen Kräftemessen der Helden kommt es hier nicht. Das wäre vielleicht zu typisch, aber manches passiert in dem Genre auch aus dem Grund, dass es sich bewährt hat. Hier entscheidet man sich für die öde Variante.
Luthor, Sivana, Eclipso
Dann verbünden sich die Erzfeinde Doctor Sivana und Lex Luthor, die auch füreinander Erzfeinde sind. Doch was die genialen Glatzen da widerwillig aushecken, ist alles andere als genial. Sie beauftragen einen Superspion, der herausfindet, dass Billy Batson Captain Marvel ist, um ihn dann umbringen zu lassen. Spannend ist das nicht.
Zwischendurch kämpft Superman gegen Eclipso (den Winick bereits ein Jahr zuvor in einer weiteren Superman-Shazam-Story verwendet hat) und Shazam gegen einen dämonischen Schurken aus der Hölle. Beide sind leicht und schnell besiegt und beides hat keinerlei Einfluss auf die Rahmenhandlung. Erst am Ende wird es interessant: Profikiller werden auf Billy angesetzt, die stellen sich dabei ziemlich dumm an, denn sie geben dem Jungen genug Zeit, „Shazam!“ zu sagen. Dann wird aber Billys Freund getötet, was Billy sehr wütend macht.
Am Ende erfährt auch Superman, dass Captain Marvel ein Minderjähriger im Körper eines Übermenschen ist, und hält dem Zauberer Shazam eine Standpauke, wie er es wagen könne. (Bei Batman und Robin war er allerdings nachsichtiger …) Am Ende findet Superman sich damit ab, weil er selbst zum Mentor erklärt wird, was das Problem überhaupt nicht löst. Ende der Story – falls denn von einer die Rede sein kann.
Zum Schluss werden verdächtig viele große Panels benutzt, weil es eigentlich nicht viel zu erzählen gibt. Dazu ist das Ganze noch ziemlich lahm und fade gezeichnet, mit blassen Farben und generischen Hintergründen.
Einziger Mehrwert: Endlich erfahren wir, warum Billy immer das gleiche rote Shirt trägt: Es gab mal zwölf zum Preis von einem Dollar. Ein unschlagbares Angebot, da hätte jeder zugegriffen. Von diesem Comic sollte man aber die Finger fernhalten, auch wenn man es kostenlos bekommt.
- Superman gegen Shazam: Teil 1
- Superman gegen Shazam: Teil 2
- Superman gegen Shazam: Teil 3
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