Titel: Superman/Doomsday: Hunter/Prey
Autor/Zeichner: Dan Jurgens/Brett Breeding
Erschienen: 1994 (Miniserie #1-3), Paperback 2016 (Superman: Doomsday), dt. Carlsen 1996
Seit Superman gestorben und wiederauferstanden ist, plagen ihn immer noch Albträume von Doomsday, dem Monster, das ihn zumindest temporär umgebracht hat. Der Cyborg Superman hat es gefesselt an einen Felsen ins All geschleudert. Superman sucht es, um es ein für alle Mal aufzuhalten und Seelenruhe zu finden. Gefunden wird Doomsday zufällig von einem Raumfrachter, der für Apokolips arbeitet. Das Monster erwacht und bringt alle um, dann wütet es auch auf Apokolips und lässt sich nicht mal vom Tyrannen Darkseid aufhalten. Cyborg nutzt die Gunst der Stunde, um den Planeten zu übernehmen. Doch da eilt schon Superman herbei, um den Tag zu retten und sich seinen Ängsten zu stellen – mit der Hilfe von Waverider und anderen Zeithütern …
Doomsdays Herkunft: Krypton
Ich kann bei dieser Story nicht neutral bleiben, für mich verbindet sich damit eine ungeheure 90er-Nostalgie, mehr noch als bei der Death of Superman-Storyline. Aber auch wenn ich den Comic als Erwachsener, ein Vierteljahrhundert später lese, stelle ich fest: Es bleibt ein unterhaltsam, schön anzusehen und es ist wirklich gut erzählt. Allein der Anfang mit dem Traum, in dem Clark Kent als Kind an der Treppe im Elternhaus steht und sich nicht traut, in den Keller zu gehen, weil er sich vor einem Monster fürchtet, ist sehr einfühlsam geschrieben und meisterhaft gelayoutet.
Endlich erfahren wir hier auch, woher Doomsday kommt: von Krypton! Allerdings wirkt diese Rückblende zu übertrieben. Ein außerirdischer Wissenschaftler (Bertron) schießt jahrelang genmanipulierte Klon-Babys in die unwirtliche Landschaft, nur damit diese sofort von Strahlung oder wilden Tieren getötet werden. Ein nicht nur moralisch sondern auch methodisch fragwürdiges Experiment. Und nach vielen Jahren entsteht durch Trial-and-Error die perfekte, unsterbliche und gewissenlose Killermaschine, die nicht einmal Organe besitzt – wie soll das gehen? Egal, in Superheldencomics ist eben alles möglich. So ist Doomsday das ultimative Monster, das mit jeder Niederlage und jedem Schein-Tod immer besser wird, sozusagen die Inkarnation der Evolution.
Wie hält man so etwas auf? Am Ende hilft nur eine drastische Maßnahme: Doomsday wird ans Ende von Zeit und Raum verbannt. Was natürlich noch längst nicht das Ende bedeutet. Aber cool ist das irgendwie schon. Auch wenn Moralapostel Superman Bedenken äußert: War das wirklich nötig, Doomsday zu töten? Ähm, ja, Superman, war es. Auch wenn man sonst die Todesstrafe ablehnt.
Superman mit Laserschwert
Das Finale mag konventionell erscheinen, aber dafür bekommt man einen weiteren epischen Kampf und dafür ist man ja hier. Superman trägt eine kryptonische Kampfrüstung und schwingt dann noch ein pinkes Laserschwert – was will man mehr?
Aber was sind das bitte für Cover? Zuerst ein Superman mit seltsamer Pose und noch seltsamerer Mimik, als wäre er nicht so entschlossen, wie seine Fäuste sein wollen, das Ganze vor einem psychedelisch-grellen Farbmuster, aber ohne Doomsday, der nur die Rückseite bekommt. Das zweite ist schon besser, Superman kommt näher, aber immer nur ein gruseliger Hintergrund und Doomsday auf der Rückseite. Erst im dritten Cover sieht man die Fäuste der beiden Kontrahenten in Nahaufnahme, wie man es sich früher gewünscht hätte. Als Sequenz funktionieren die drei Bilder nicht schlecht, aber als sie herauskamen, standen sie bloß einzeln im Regal und die ersten beiden dürften seltsam gewirkt haben. Das erste Paperback-Cover zeigt zwar Superman und Doomsday, es kommt aber bieder und undynamisch daher. Dan Jurgens kann präzise zeichnen, aber er hat nicht immer das beste Gespür für starke Kompositionen. Das Cover der Neuauflage wirkt dafür umso stärker. Und man bekommt auch die Fortsetzung: The Doomsday Wars. Dazu später mehr.


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