Deutscher Titel: Ein neues Rätsel
Autor/Zeichner: Shane McCarthy/Tommy Castillo
Erschienen: 2005 (Batman: Legends of the Dark Knight #185-189), dt. Panini 2005-2006 (Batman #10-13)
Der Riddler ist zurück, in neuer Form. Kein grüner Anzug mit Fragezeichen mehr, sondern ein schwarzer, nur noch das Hemd ist grün, ein Fragezeichen auf dem Hals tätowiert, und plastische Chirurgie scheint ihn verjüngt zu haben. Doch seine Masche ist dieselbe: Er treibt sein Spiel mit Batman, um sich mit ihm zu messen, wer der Klügere ist.
Diesmal hat er einen gewissen Dr. Dalloway entführt. Batman versucht, ihn zu finden, doch er trifft nur auf eine Attrappe und Profikiller, die ihn erschießen wollen. Nächstes Zie: der Geschäftsmann Nathaniel Koughun. Die Spur führt schließlich zum Riddler, der Batman über eine Bombe in einer Hochbahn informiert, während eine neugierige Reporterin in einer Todesfalle zu ertrinken droht. All dies sind aber nur Umwege, um an ein altes Pergament des mythischen griechischen Erfinders und Künstlers Daidalos heranzukommen.
Parallel dazu gibt es Rückblenden, wie Edward Nashton (alias Nigma) von einem gewissen Professor Jarrod Buttery von der Straße aufgelesen und gefördert wurde, nachdem er dessen Genie erkannt hatte. Offenbar hat er nach seiner letzten Begegnung mit Batman sein Dasein als Riddler verdrängt. Wir bekommen eine Variation des Origins vom Kind erzählt, das bei Prüfungen geschummelt haben soll (siehe u.a. Riddler: Year One, 1995). Hier aber wird ihm das nur von einem Vater vorgeworfen, der ihn misshandelt. Edward hat sich das Schummeln später bloß eingeredet. Der Riddler erfindet sich neu und erweist sich als undankbar und bringt seinen Mäzen um.
Zeichner Tommy Castillo lässt Batman sehr cool aussehen, wie er sein soll: sehr schwarz, sehr dynamisch, mit eigenwilligem Cape. Und das Skript erlaubt weitschweifige Actionsequenzen ohne Dialog, in denen diese Optik zum Tragen kommt. Ab der Hälfte sieht Batman dann ziemlich lädiert aus, das Kostüm in Fetzen, ein Ohr von der Maske abgebrochen – das kratzt am Mythos, aber Batman prügelt sich auch so gut durch. Das schaut man sich gerne an.
Die Story läuft auf ein doppeltes Verwirrspiel hinaus mit mehreren Twists am Ende. Überraschend ist es allemal, aber Substanz hat es nicht. Das Verhältnis zwischen Riddler und Batman bleibt das zweier Spieler – der Schurke bleibt sich auch in neuer Gestalt treu.

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