Deutscher Titel: Böse
Autor/Zeichner: Doug Moench/Barry Kitson
Erschienen: 2001 (Legends of the Dark Knight #146-148), Panini 2002 (DC Legends #1)
Einem Jungen fällt ein Spielzeug in den Gully. Ein hünenhafter, aber kindlich naiver Mann namens Jordy kommt vorbei und hebt den Gullydeckel mit Leichtigkeit hoch. Doch kurz darauf wird der Junge von einem Passanten angerempelt, das Spielzeug zerbricht und Jordy rastet aus, wird gewaltätig, randaliert. Als Batman ihn später konfrontiert, wird er übel zugerichtet. Jordy ist nicht nur eine Naturgewalt, er hat auch eine dunkle Seite, die er das Böse nennt.
Den Großteil dieser Geschichte verbringt Batman damit, mit einer Psychotherapeutin über den Ursprung des Bösen im Menschen und multiple Persönlichkeitsstörung zu sprechen. Natürlich muss Batman dabei auch sich selbst reflektieren: Welche seiner beiden Seiten ist seine wahre? Beide, findet Alfred – was nicht nur Batman unbefriedigend findet.
Das Böse im Menschen
Diese Geschichte ist nicht nur zu handlungsarm und wortlastig, es wird auch zu viel dasselbe mit anderen Worten gesagt. Die drei Ausgaben wirken gestreckt. Zum Schluss gibt es noch einen Konflikt mit Captain Gordon, der natürlich auf Gewalt setzt, um Jordy aufzuhalten. Batman will den Fall jedoch gewaltfrei lösen, weil sonst nur das Böse in seinem Gegner hervorkommt. Doch in seinem Handeln ist Gordon inkonsequent: Mal will er nicht schießen lassen, dann tut er’s doch …
Im Grunde ist Bad nichts als eine Variation auf das bekannte Two-Face-Motiv, auch wenn Autor Doug Moench sich große Mühe gibt, einen Unterschied zu betonen – er ist auf der Meta-Ebene kaum zu erkennen, außer dass Two-Face der interessantere Charakter ist. (Ein Yin-Yang-Zeichen auf dem T-Shirt ist ziemlich platt und zeugt von hoher Reflexionsgabe für einen angeblich Schwachsinnigen.) Zudem stellt natürlich jeder Schurke irgendwie Batmans dunkle Seite dar und lässt ihn auch an sich selbst zweifeln. Barry Kitsons Zeichnungen machen die Story immerhin visuell interessant.

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