Titel: The Last Man
Autor/Zeichner: Christopher Priest/Federico Cueva
Erschienen: 1994 (Catwoman Annual #1)
Im Jahr 1994 standen alle Annuals unter dem Motto Elseworlds – auch Catwoman wurde nicht geschont. Erzählt wird eine Fantasy-Story im Mittelalterszenario. Im Land Augustonia führt Kaiser Maddox vom House of Lords Krieg gegen seine Erzfeinde, das House of Selene und ihren Anführer Rä’s al Ghül (kein Tippfehler), auch genannt Cat-Man, weil er sich in einen solchen verwandeln kann und angeblich neun Leben hat. Acht sind schon verbraucht, nun zieht Timon Vicar als schwarzer Ritter mit Fledermausrüstung in den Krieg, um auch das letzte Leben zu beenden.
Rä’s fühlt sich und sein Volk ungerecht behandelt, aber an einem Austausch von Argumenten ist unser Recke nicht interessiert, er tötet den Feind im Kampf. Daraufhin wird seine Truppe angefallen von Banditen und eine Catwoman rettet Timon vor dem Tod. Dabei ist sie Talia, die Tochter von Rä’s, und will sich an Timon rächen, weiß aber nicht, wer von den Rittern der richtige ist. Timon belügt sie, sie habe ihn bereits getötet und dann ziehen sie gemeinsam los zum Kaiser, um ihn vom Unrecht zu überzeugen.
Ein wahrer Mann friert nicht
Das heißt: Beide reiten fast nackt durch den Schnee. Catwoman hat zwar ein Fell, aber Timon nur einen Lendenschurz und hin und wieder eine dürftig übergeworfene Decke. Anscheinend wärmen ihn seine dicken Muckis. Er ist halt ein „true man“, weshalb ihn Talia auch (ironisch) „Truman“ nennt. Den Rest kann man sich denken: Timon erkennt im Laufe der Reise, dass er sich geirrt hat (auch wenn ihm Talia nichts wirklich beweist). Talia weiß längst über ihn Bescheid. Es endet in einer tragischen Liebe. Oder doch nicht? Denn die Katzenfrau hat ja ebenfalls noch acht Leben …
Wie dem auch sei: Christopher Priest tischt uns hier eine ziemlich pathetische bis schwülstige Story auf, in der alles Gedachte wortreich ausgeschmückt sofort gesagt wird. Subtext? Null. Na gut, es ist eben eine altmodische Fantasy-Story, ein Märchen sozusagen. Federico Cueva inszeniert es gekonnt mit klarem Strich und viel Ausdruck. Wir bekommen eine epische Schlacht und viele Actionposen zu sehen, dazu einen beeindruckenden Katzenpalast und ein tolles Batman-Design in Ritterrüstung.
Was will man mehr? Eine raffiniertere Story oder zumindest bessere Dialoge? Ein Comics, der Emanzipation vorführt, ohne zugleich die Ultra-Männlichkeit zelebrieren zu müssen? Vielleicht in einem anderen Leben. In diesem muss man mit solchen Mainstream-Comics vorliebnehmen und mit ein wenig Sinn für Nostalgie sich auch mal am schönen Quatsch der 90er erfreuen.

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