Legends of the Dark Knight: Sunset

DC Comics

Autor/Zeichner: Tom Joyner, Keith S. Wilson/Jim Fern

Erschienen: 1993 (Legends of the Dark Knight #41)


Auf der Flucht vor der Polizei versteckt sich Batman auf einem alten Filmstudiogelände von Gotham Pictures. Zufällig bricht er in ein ehemaliges Filmset, wo der Stummfilmstar Nina Demille lebt. Ihr hünenhafter Diener fesselt Batman und sie macht ihn zu ihrem Sklaven. Er soll in ihrem nächsten Meisterwerk mitspielen, einem zehnstündigen Melodrama. Warum haut Batman nicht einfach ab? Weil Demille eine Vampirin ist.

Cineasten merken, wo sich die Autoren inspirieren ließen: bei Sunset Boulevard (dt. Boulevard der Dämmerung). In Billy Wilders Klassiker von 1950 läuft es ähnlich, nur ohne den Vampirismus, da geht es eher darum, wie zwei Parasiten, ein Drehbuchautor und der Stummfilmstar, voneinander zehren, bis beide abstürzen – in Tod und Wahnsinn.

Hier wirkt das Konzept etwas forciert, wenn Batman willig alles mitmacht, sich über sein Kostüm einen Smoking anzieht und tanzt oder in Gesellschaft Karten spielt. Er gibt sich ihr hin, erst Alfred muss ihn da rausholen – er wird zum Vampirjäger mit Kreuz, Weihwasser und Holzpflöcken. Am Ende kommt der Tod durch Tageslicht. Nein, kein Tod, sagt Batman, „gone“. Vampire zählen nicht bei Mord. Aber es war ja auch Selbstverteidigung.

Trotz allem: eine wunderbar schaurige und düstere Horrorstory mit einer doppelten Verneigung vor dem alten Hollywood.

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