Batman in der Zeitschleife

Panini Comics

Titel: Batman/Fortnite: Zero Point (dt. Nullpunkt)

Autor/Zeichner: Christos Gage, Donald Mustard/Reilly Brown, Christian Duce

Erschienen: 2021 (Miniserie #1-6), dt. Panini 2021


Riskant, einen Comic „Zero Point“ bzw. „Nullpunkt“ zu nennen. Man könnte meinen, damit würde man die Leser auf das narrative Niveau vorbereiten, das einen hier erwartet. Tatsächlich ist die Erwartung nicht hoch bei einem Crossover mit einem Computerspiel.

Es beginnt mal wieder mit einem Dimensionsriss in Gotham. Batman untersucht ihn, wird reingestoßen und landet auf einer Insel, in der er von Unbekannten angegriffen wird. Jeder sieht anders aus, trägt Masken, bunte Kostüme oder ist schlicht irgendeine Art Monster. Einer ist ein rosa Bärchen, ein anderer ein Wikinger, einer trägt eine Tomate auf dem Kopf. Dann taucht Catwoman auf und kämpft mit. Doch Batman kann weder mit ihr sprechen noch sich an sie erinnern. Nach 22 Minuten ist Schluss – und alles geht von vorn los, wieder ohne Erinnerung. Batman steckt in einer Zeitschleife.

Batman im Battle-Royale-Modus

Die Story wirkt wie eine Mischung aus den Filmen Memento, Und täglich grüßt das Murmeltier und Truman Show. Das klingt leider interessanter als es ist. Batman macht sich Notizen, um nicht jedes Mal von Null anfangen zu müssen. Und irgendjemand steuert diese Welt, die ja, wie wir natürlich wissen, ein Computerspiel ist, in das Figuren aus verschiedenen Welten hineingezogen werden, um miteinander zu kämpfen – und der Großteil dieser Story besteht aus Prügeleien, bei denen es um nichts geht und die zu nichts führen. Dialoge gibt es anfangs kaum.

Dann finden Batman und Catwoman einen Weg, miteinander zu sprechen und sich zu erinnern, verbünden sich mit anderen Figuren aus Fortnite, die als Charaktere zu bezeichnen zu viel der Ehre wäre. Eine nennt sich Marodeurin, ein anderer Fischstäbchen – was es wirklich schwierig macht, diesen Comic ernst zu nehmen. Deathstroke und Harley Quinn kommen dazu, zu allem Überfluss noch alternative Versionen von Bat und Cat, die für ein paar Panels gegen die Originale kämpfen.

Auflösung zum Schluss? Die gibt es nur andeutungsweise für die Leser, nicht für die Figuren. Im Grunde ist das alles auch völlig egal. Hier geht’s bloß darum, den Spielmodus Battle Royale – jeder gegen jeden – in den Comic zu übertragen, um Werbung fürs Spiel zu machen. Es ist solide, wenn nicht etwas bieder gezeichnet, und auch gefällig koloriert. Das Game dürfte sicher mehr Spaß machen.

>> Batman-Crossover


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