Batman setzt auf künstliche Intelligenz

DC Comics

Titel: Batman: Justice Buster Vol. 1

Autor/Zeichner: Eiichi Shimizu/Tomohiro Shimoguchi

Erschienen: 2023; dt. Panini 2023


Wann werden wir wohl die ersten KI-generierten Comics lesen? Hoffentlich nie. Wozu auch, so lange Menschen immer noch kreativ sind und einen Erzähldrang haben? Wer braucht perfekte Zeichnungen, wenn es doch gerade auf die kleinen „Fehler“ und Ungenauigkeiten ankommt?

Aber Batman setzt bereits auf die Technik und vertraut ihr im Manga „Justice Buster“ sein Leben an. Er steckt in einer hochentwickelten Rüstung, die angewiesen ist auf eine künstliche Intelligenz namens Robin. Diese trifft – wie etwa mitten im Kampf gegen Firefly – eigenständige wie fragwürdige Entscheidungen, die Batman in Lebensgefahr bringen. Alfred hat Bedenken, Batman aber hält an an der KI fest, er will mit ihr das Verbrechen bekämpfen, und zwar bereits an den Wurzeln.

Begleitet wird er dabei vom Joker, der hier kein Schurke, sondern ein Vigilant in Clownsmaske ist, der über Leichen geht. Er hilft Batman beim Kampf gegen einen neuen Schurken: Killer Croc, der Batman an den Kragen will. Später taucht auch noch Deathstroke auf, ein weiterer Attentäter.

Und dann gibt es noch Superman, der Batman gerne für seine Justice League rekrutieren würde, doch der lehnt ab. Eine Bande selbstgerechter Supertypen ist ihm suspekt, er hat eigene Pläne: Mit dem panzerartigen „Justice Buster“ will er sich gegen sie stellen.

Also mal wieder Batman gegen alle? Schwer zu sagen, nach dem ersten Band, wohin die Reise gehen wird. Aber interessant ist es allemal. Noch eine Joker-Story wäre nicht unbedingt nötig gewesen, erst recht nicht als Sidekick, aber in dieser Variation sehen wir immerhin mal etwas anderes, auch wenn die Figur im Grunde an Red Hood erinnert. Mit einer Doppelidentität als Privatdetektiv, der die Mörder von Bruce Waynes Eltern sucht, wird ein neuer Dreh geboten. Und apropos Waisen: Nebenbei wird noch ein gewisser Dick Grayson eingeführt, der seine Eltern im Zirkus verloren hat.

Ich bin kein Manga-Leser und auch die bisherigen Batman-Mangas haben mich nicht überzeugt, aber eins muss man den Japanern lassen: Ästhetik können sie. Hohe Präzision und große Dynamik zeichnet den Stil aus, schräge Panels und Perspektiven, dazu eine dramatische Inszenierung, gerade von Action, die seitenweise nicht von Text getrübt wird. So ist es auch mit Batman: Justice Buster. Hoffentlich hält die Story, was sie verspricht.

Wie es weitergeht, erfahren US-Leser erst im Februar bzw. Juni 2024. Teil 2 der deutschen Ausgabe erscheint bereits Ende Oktober 2023.

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