Killer Croc in Batman: The Animated Series

Killer Croc gehörte nie zu den großen Schurken, durfte aber in Batman: The Animated Series schon mal mit ihnen an einem Pokertisch sitzen: Joker, Two-Face, Pinguin und Poison Ivy tauschen mit ihm Geschichten aus, wie sie beinahe Batman umgebracht haben. Crocs Story gehört zu den, sagen wir mal, weniger spektakulären, was aber das Vergnügen an der Episode nicht mindert – „Almost Got ’Im“ (Fast erwischt) gehört zu den besten der Serie. Aber wer sie kennt, weiß auch, dass dieser Auftritt eigentlich nicht zählt …

Killer Crocs Vendetta gegen Harvey Bullock. (Warner Bros.)

Zuvor wurde Croc in „Vendetta“ (S01E23) eingeführt. Doch gemäß dem alten Grundsatz, die Neugier auf den Schaueffekt möglichst hinauszuzögern, müssen wir lange, nämlich zwei Drittel der Episode warten, bis wir ihn ganz sehen. Zuvor platziert er eine Bombe an der Außenseite eines Bootes, auf dem ein Kronzeuge gegen Rupert Thorne aussagen soll und entführt diesen. (Zum Glück überlebt der Mann den Anschlag.) Dann verkleidet er sich als Detective Harvey Bullock und entführt einen weiteren Mann aus dem Knast.

Bullock wird verhaftet. Er stand zuvor unter Verdacht, Schmiergeld von Thorne genommen zu haben. Commissioner Gordon glaubt an dessen Integrität, Batman hat seine Zweifel. Schließlich kommt es in der Kanalisation zum Showdown zwischen Croc und Batman.

Croc hat hier noch keine richtige Vorgeschichte, es wird nur erwähnt, dass er mal eine kleine Jahrmarkt-Sensation und dann Profi-Ringer war, bevor er sich als Kleinkrimineller versuchte und von Bullock eingebuchtet wurde – auch dank der Aussagen der zwei Entführten. Croc sinnt auf Rache. Der Jahrmarkt-Aspekt wird in der nächsten Folge aufgegriffen.

Rückzug bei Zirkusfreaks

Vorgeschichte des Krokodilmenschen: „Sideshow“ (Warner Bros.)

In „Sideshow“ (Der Krokodilmensch, S02E01) wird Killer Croc per Zug ins Gefängnis gebracht. Dank seiner starken Krokodilkiefer kann er seine Ketten durchbeißen und fliehen. Batman, der sich undercover im Zug befindet, folgt ihm. Nach einem (ziemlich spektakulären) Kampf auf dem Zugdach landen beide im Wald. Croc versucht, seinen Gegner mit einem Felsbrocken zu erschlagen (kleiner Insidergag), haut aber knapp daneben und landet im Wasser.

Ein Junge, der halb Robbe ist, fischt ihn heraus und bringt ihn zu einer abgelegenen Farm, die ein paar ehemalige Mitglieder einer Sideshow betreiben: der bucklige Shakespeare-Fan Richard, der Riese Goliath sowie ein siamesisches Zwillingspaar. Croc erzählt ihnen dann, er sei einer Freakshow entflohen, wo er misshandelt worden sei. Sie nehmen ihn auf, doch er missbraucht ihr Vertrauen und will sich mit ihren Ersparnissen davonmachen. Da kommt ihm Batman auf die Spur, Croc zeigt sein wahres Gesicht als Killer, als er ihn umbringen will.

Killer Croc mit Beißschutz. (Warner Bros.)

Spätestens hier wird deutlich, dass der Schurke kein Gewissen hat. Das macht es schwer, mit ihm zu sympathisieren. Und es wird auch in der dritten Staffel nicht besser.

Baby Doll liebt Killer Croc

In „Love is a Croc“ (Ein Krokodil zum Knutschen, S03E09) sieht Killer Croc mehr nach Krokodil aus: Nach dem Redesign ist aus der grauen Hautfarbe eine olivgrüne geworden, er hat auch keine Ohren mehr. Er wird vor Gericht gestellt, bezeichnet sich aber als Opfer von Vorurteilen: „Niemand weiß, was ich im Leben durchgemacht hab – nur weil ich anders bin.“ Der Richter erklärt ihn trotzdem für zurechnungsfähig. Croc dreht durch, will ausbrechen, Batman hält ihn auf.

Explosiver Showdown: Killer Croc mit Baby Doll (Warner Bros.)

Mary Dahl alias Baby-Doll sieht die Szene im Fernsehen mit an und spürt Empathie, denn sie fühlt sich ebenfalls benachteiligt, wegen ihrer Kleinwüchsigkeit (siehe S02E11 „Baby-Doll“). Daraufhin befreit sie Croc aus der Haft, verliebt sich in ihn und gemeinsam gehen sie auf Beutezug nach dem Vorbild von Bonnie und Clyde.

Doch die Beziehung ist im Ungleichgewicht: Während Baby Doll ihren Croc verehrt, ist ihm ihre Anhänglichkeit lästig. Er benutzt nur ihr kriminelles Genie, um sich irgendwann abzusetzen. Nachdem sie ihn beim Fremdgehen erwischt, besetzt sie mit ihm ein Atomkraftwerk, um es mit ihm in die Luft zu jagen – so kann er nicht mehr abhauen. Liebe bis in den Tod. Nicht mal Batman mag sich das genauer ausmalen …

Croc wird auch hier kein Stück sympathischer. Im Gegenteil: Er bleibt ein tumber, unsensibler und raffgieriger Gauner mit animalischen Zügen. Die angebliche Benachteiligung, die er im Leben erfahren hat, wird nie greifbar – er behauptet sie nur. In den Comics zur Serie ändert sich das, da bekommt der Charakter mehr Tiefe, aber dazu später mehr.

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