Selina an der Stange

Was Superheldencomics fehlt, ist der Sex. Zwar wimmelt es vor Astralkörpern in hautengen Anzügen und gewagten Posen, aber das alles zeugt höchstens von einer verkappten Sexualität, die so gut wie nie ausgelebt wird. Das ist kein Plädoyer für Pornos mit Batman und Co., aber es zeigt, wie die widersprüchliche US-amerikanische Moralvorstellung sich in diesen eigentlich unbegrenzten Fantasien niederschlägt.

Eine Ausnahme, die bis an den äußersten Rand geht, ist die Elseworlds-Story Catwoman: Guardian of Gotham. Allerdings eine lächerliche und daher misslungene. In dem animierten Kurzfilm DC Showcase: Catwoman wird die Heldin in ihrem schwarzen SM-Kostüm als Stripperin inszeniert – ein feuchter Männertraum. Allerdings kippt die Szene schnell von der Unterwürftigkeit in die Vormachtstellung: Selina holt die Peitsche raus und macht ein paar Gangster unschädlich. Darauf folgt eine spektakuläre Verfolgungsjagd mit einigen schönen Action-Einlagen. Das zeigt sehr eindrucksvoll die Ambivalenz zwischen Sexismus und Feminismus, die in dieser Figur steckt.

In diesem Fall spricht man vielleicht am besten von Felinismus

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