Batmans Zeitreisen: Robin Hood

DC Comics

Titel: The Rescue of Robin Hood

Autor/Zeichner: Don C. Cameron/Win Mortimer

Erschienen: 1946 (Detective Comics #116), Hardcover 2018 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 5)


Natürlich lag es nahe, dass bei all den Zeitreisen auch einmal Robin auf seinen Namensgeber Robin Hood trifft. Allerdings hat die Sache einen Haken: Robin Hood ist eine rein literarische, keine historische Figur. Außerdem war „Robin Hood“ im Mittelalter zunächst nur ein Synonym für Gesetzesbrecher – also das genaue Gegenteil von dem, wofür Batman und Robin stehen. Erst später wurde aus daraus eine positive Figur, die für soziale Gerechtigkeit kämpft. Aber im Comic müssen uns historische Details nicht kümmern. Da es Batman ja auch nicht wirklich gibt, kann man ihn auf andere Fiktionen treffen lassen. Nennen wir’s ein Crossover!

Also befördert Professor Carter Nichols Bruce und Dick ins England des 13. Jahrhunderts und wie üblich landen sie exakt dort, wo sie wollen, nämlich in Sherwood Forest, wo der böse Sheriff von Nottingham wütet und Reisende plündert. Das Dynamische Duo erteilt ihm eine Lektion, doch das ist eigentlich unnötig, denn die Opfer entpuppen sich als Robin Hood und seine Spießgesellen: Friar Tuck, Little John, Maid Marian. Gemeinsam besiegt man die Tunichtgute.

Hinterher laden die Outlaws die Zeitreisenden zum Essen ein. Robin Hood ist der Earl of Huntingdon, der König Richard Löwenherz treu ist. Allerdings regiert gerade der falsche König John, dem man sich nicht unterwerfen will. Daher nimmt man sich einfach, von dem man meint, was einem zusteht.

Robin vs. Robin Hood

Dann veranstaltet der Sheriff von Nottingham einen Wettkampf im Bogenschießen – natürlich eine Falle. Aber Batman, Robin und Robin Hood nehmen trotzdem daran teil, in Verkleidung. Robin trifft ins Schwarze und Robin Hood spaltet wiederum diesen Pfeil und dann zerschießt er wiederum seinen Pfeil – unglaublich! Unmöglich! Da fliegt die Deckung natürlich auf, Robin Hood und Batman werden gefangen genommen, können sich aber dank Säure und Dietrich im Allzweckgürtel befreien. Batman spricht ständig davon, wie die Zukunft wird. Darauf Robin Hood: „I do not understand this talk of the future, Batman – but if it is lunacy, you are pleasantly mad!“

Per Funk ruft Batman Robin zum Schloss, man lässt die Zugbrücke herunter, die Outlaws vom Sherwood Forest stürmen es und überwältigen den Sheriff und seine Getreuen. Robin Hood würde ihn am liebsten aufhängen, aber Marian bittet um Gnade: „There is enough violence in the land!“ Außerdem, sagt Batman, sei King John bereits von anderen geschlagen worden. Die Barone von England hätten den König gezwungen, die Magna Charta zu unterschreiben. Robin Hood staunt, woher Batman das alles weiß, glaubt ihm aber aus irgendeinem Grund.

Als das Abenteuer vorbei ist (bzw. die zwölfte Seite erreicht) verschwinden Batman und Robin wieder und kehren als Bruce und Dick zurück in die Gegenwart. Professor Nichols fragt sich, warum die immer wieder von Batman und Robin reden, wenn sie träumen. Besonders schlau scheint der Gelehrte nicht zu sein …

Das Schlusswort hat Bruce: „The world forgets its tyrants, Dick – but never does it forget those heroes who fight for human rights!“ Hoffentlich hat er Recht. Am besten erinnert sie sich aber an Helden, die es nie gegeben hat.

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