Wie Zsasz zum Killer wurde

Titel: The First Cut is the Deepest: The Secret Origin of Mr. Zsasz/A Cut Above

Autor/Zeichner: Alan Grant/Jennifer Graves

Erschienen: 1995/2013 (Batman Chronicles #3, Detective Comics #18), Paperback 2020 (Batman Arkham: Victor Zsasz)


Der Serienmörder Victor Zsasz hatte seinen ersten Auftritt in „The Last Arkham“ (Shadow of the Bat #1-4, 1992). Markenzeichen: Er ritzt für jedes seiner Opfer eine Narbe in seine Haut. Und dann zeichnete Norm Breyfogle ihm noch diese bizarren Augen, die aussehen wie eine dreieckige Brille mit besonders spitzen Winkeln – tot und unmenschlich. Doch erst 1995 wurde erklärt, wie Zsasz wurde, was er ist. Er erzählt seinen Origin selbst, seiner Psychiaterin in Arkham. Drei Wärter halten ihm mittels Stangen an einem Halsring fest und sperren ihn in einen Käfig mit einer Metallkapsel darin – oberste Sicherheitsstufe.

Zsasz ist nicht der typische Batman-Schurke mit einer traumatischen Vergangenheit. Er wurde nicht als Kind misshandelt oder hatte später Pech im Leben. Er hatte eine glückliche, behütete Kindheit, wuchs in einem reichen Elternhaus auf, wurde geliebt. Er bekam alles, was er wollte – und das ist vielleicht das Problem. Später wurde er ein guter Student. Nach dem Tod seiner Eltern mit 25 Jahren stürzte er sich ins Glücksspiel, um sich von der Trauer abzulenken. Er spielte einmal sogar gegen den Pinguin – und verlor.

Da erkannte er die innere Leere: Er war ohne Sinn, Motivation oder Zweck im Leben. Zsasz empfand sich als Roboter, Schlafwandler, Zombie, und er begann, auch die anderen Menschen so zu sehen. Sie seien bloß angetrieben vom Begehren und Angst, ohne freien Willen. Zsasz wollte sich von einer Brücke stürzen, als er von einem Obdachlosen mit einem Messer überfallen wurde. Er wehrte ihn ab, nahm das Messer, sah in ihm keinen Menschen mehr und erstach ihn, um ihn von seiner Leere zu befreien. Danach kehrte die Lebensenergie in ihn zurück, er empfand sich als Gott und kam auf den Geschmack des Mordens.

Am Ende des Vortrags lockt er seine Psychiaterin an den Käfig, greift nach ihrem Hals und erdrosselt sie. „I kill because I want to kill“, sagte er. „Because I choose to kill.“ Damit widerspricht sich Zsasz, weil er vorher noch den freien Willen abgelehnt hat. Aber er ist damit auch der reinste Batman-Schurke: Er hat keine andere Motivation als das Töten um seiner selbst willen.

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