Batman und die Zirkusfreaks

Titel: A Vow from the Grave! (dt. Killer mit dem Liebestick)

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Neal Adams

Erschienen: 1971 (Detective Comics #410), Reprints in Limited Collectors‘ Edition #C-59, Batman in the Seventies, Batman Illustrated by Neal Adams Vol. 2; dt. Batman Superband 9, 1979, Batman Collection: Neal Adams 3 (2009)


Batman und der Zirkus – das gehört zusammen, seit Bruce Wayne Zeuge am Mord von Dick Graysons Eltern wurde. Und seine Schurkenriege ist im Grunde eine einzige Freakshow. Lange vor The Killing Joke traf er auf eine Truppe von Sideshow-Freaks und das kam so: Batman jagt den Mörder Kano Wiggins, der aus dem Todestrakt entflohen ist. Die beiden kommen über eine Hängebrücke zu einem entlegenen Ort. Wiggins schneidet die Seile durch, Batman kann sich gerade so retten, da wird er mit dem Messer angegriffen. Schließlich aber bekommt er einen Schlag von hinten und muss gegen den Strongman Goliath kämpfen.

Kaum hat der Held diesen niedergerungen, kommen drei andere dazu: Charles Bones, ein Knochenmann, Maud, eine Fat Lady, und Flippy, ein stummer Junge mit Robbenflossen. Einst gehörten sie zu einem Zirkus, nun sind sie hier in einer verlassenen Stadt gestrandet. Wiggins entkommt, Batman sucht ihn vergeblich und als er zurückkommt zu der Geisterstadt, in der die vier wohnen, findet er Charles erhängt in der Dorfkirche. Sofort verdächtigt Batman den Mörder Wiggins, auch wenn er kein Motiv hat. Doch kaum hat er ihn gefasst, entlarvt sich Goliath als Bösewicht, der einen Balken nach Batman wirft.

Mörder aus verirrter Liebe

DC Comics

Batman verfolgt ihn den Glockenturm hinauf. Goliath hält Flippy über den Abgrund und droht ihm, den Jungen zu töten, wenn Batman nicht selbst hinunterspringt. Batman tut es, schwört aber, Goliath werde nicht davonkommen – ein Gelöbnis aus dem Grab nennt er das. Goliath wirft dann den Jungen trotzdem hinunter, weil er Zeuge des Mordes ist. Batman, der natürlich nur zum Schein in den Tod gesprungen ist, und am Turm hängt, fängt Flippy auf. Zum Glück hat der Mörder vorher nicht hinabgeschaut …

Goliath hat anderes im Sinn: Er hat aus Liebe zu Maud gehandelt, damit sie ihn anstelle von Charles nimmt, aber sie denkt auch jetzt nicht daran. Batman bekommt einen Tritt vom gefesselten Wiggins verpasst, Goliath nimmt ihn in den Schwitzkasten, aber weil Maud ihm in den Arm beißt, kann Batman den Mörder besiegen.

Die Story hat dank Neal Adams‘ Realismus einige sehr dramatische Momente mit extremen Nahaufnahmen und spektakulären Actionsequenzen. Sie wurde in den Anthologien Limited Collectors‘ Edition #C-59 (1978) und Batman in the Seventies (1999) nachgedruckt, diente aber auch als Inspirationsquelle für die Batman-TAS-Folge „Sideshow“ (Der Krokodilmensch, S02E01). Dort ist Killer Croc der entflohene Mörder, der bei den „Freaks“ unterkommt, auch hier gibt es einen Goliath und einen Robbenjungen, schließlich geht es aber darum, dass Croc die Gruppe beklauen will.

In dieser Folge aber fügt sich Killer Croc besser in das Ensemble, weil er selbst als Freak gilt und auf Mitleid spielt, dann aber keins verdient, weil er gewissenlos handelt. Damit führt die Serie wieder einmal vor, wie man aus einer guten Geschichte eine noch stärkere macht.

>> Batman 1970-1979


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