Weihnachten mit Superman: Teil 3

Titel: Fairyland Isle

Autor/Zeichner: Jerry Siegel/Ira Yarbrough

Erschienen: 1945 (Action Comics #81), Hardcover 2017 (Superman: The Golden Age Omnibus Vol. 4)


Millionär John Nicholas hat sein Leben lang gearbeitet, auch schon als Waisenkind, weshalb er die Kindheit nie genießen konnte. Nun will er im Alter seinen Reichtum zurückgeben an die Kinder, damit sie mehr von ihrer Kindheit haben. Er lässt einen Freizeitpark für sie bauen – Eintritt frei! Bis Weihnachten soll alles fertig sein. Als die Bauarbeiten stocken, hilft Superman und baut Fairyland Island in Windeseile auf.

Superman baut Fairyland Island – samt großer Superman-Figur (DC Comics)

Doch dann stirbt John Nicholas plötzlich. Statt sein Vermögen seinen drei Neffen zu vererben, verfügt er, weitere Freizeitparks im ganzen Land aufzubauen – es sei denn, die Parks sollten eine Gefahr für die Kinder darstellen oder abgelehnt werden. Diese Klausel weckt die Skrupellosigkeit zweier Neffen. Sie beauftragen Gangsterboss Fancy Dan, für ein paar Unfälle zu sorgen – allerdings sollen keine Kinder zu Schaden kommen. Fancy Dan aber will über Leichen gehen, um seine Million zu kassieren.

Sabotage im Freizeitpark

Da taucht ein Santa-Claus-Darsteller aus dem Freizeitpark bei Clark Kent auf. Er meint, unter den Angestellten einige Gangster gesehen zu haben. Clark soll Superman warnen. Und tatsächlich reißt am Eröffnungstag (Heiligabend) das Seil einer Hochseilbahn – Superman greift ein und rettet die Kinder vor dem Sturz in den Tod. Derweil recherchiert Lois Lane undercover, indem sie sich als Mädchen ausgibt. Mit den Zöpfen und der Brille narrt sie sogar Clark Kent! Sie lässt sich vom Neffen Jason im Park herumführen – eine ziemlich seltsame Aktion …

Doch Jason ist hier der Gute und das Opfer. Denn bald darauf liegt er im Bauch eines mechanischen Riesentigers und soll vom Räderwerk zermalmt werden. Superman kann ihn retten – und er muss noch fünfmal einschreiten, um Sabotageakte zu verhindern: Einmal brennt die Arche Noah auf dem künstlichen See, dann fährt die Eisenbahn in den Abgrund usw. Die beiden Neffen ziehen ihren Auftrag zurück, aber Fancy Dan denkt nicht ans Aufhören – er will die Kohle sehen.

Hilfe vom Superman-Roboter (DC Comics)

Zum Schluss bekommt ein Saboteur einen Tritt in den Hintern von Superman und einen Kinnhaken von einer riesigen Superman-Figur verpasst, ein anderer wird durch eine Backsteinwand geprügelt. Wir hoffen mal, sie überleben diese Prügelstrafe …

Am Ende stellt sich heraus, dass Onkel John seinen Tod nur vorgetäuscht hat, um seine Neffen zu prüfen. Dass zwei die Prüfung nicht bestanden haben, scheint vergessen (oder er hat es nicht mitgkriegt?). Sie haben jedenfalls ihre Lektion gelernt. Onkel John gefällt seine Rolle als Santa Claus und er verteilt Geschenke per Schlitten – Superman zieht ihn durch die Luft.

DC Comics

Superman kann, was Kent nicht kann

Mein Lieblingspanel in dieser Story ist ein unspektakuläres: Clark Kent wendet uns den Rücken zu, während er sich zu Superman umzieht und sagt: „In my language there’s no such word as ‚can’t!'“

Supermans Motto: Geht nicht, gibt’s nicht. (DC Comics)

Abgesehen von dem perfomativen Widerspruch und der Tatsache, dass „can’t“ genaugenommen zwei Wörter sind, fällt mir zum ersten Mal auf, dass „can’t“ fast wie „Kent“ klingt. Soll heißen: Was Clark nicht kann, das kann Superman! Clark ist der Nichtkönner, der Versager. Superman der Alleskönner, der Tausendsassa!

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