Titel: JSA: The Liberty File
Autor/Zeichner: Dan Jolley, Tony Harris/Tony Harris, Ray Snyder
Erschienen: 2000 (Zweiteiler), Paperback 2004 (JSA: The Liberty Files)
„There is a super-man. And he’s a Nazi.“
Batman war im Golden Age nie Mitglied der Justice Society of America, die war eher den zweit- und drittrangigen Helden vorbehalten, von denen die meisten heute fast vergessen sind. In dieser Elseworld ist es anders. Hier nennt sich Bruce Wayne bloß „The Bat“ und verbündet sich mit „The Clock“ (Hourman) und „The Owl“ (Doctor Mid-Nite), um im Zweiten Weltkrieg die Nazis davon abzuhalten, ein Flugzeug zu bauen, das unsichtbar für den Radar ist. Damit könnten die Deutschen den Krieg gewinnen. Träger des Geheimnisses ist ein Schmuggler namens Jack the Grin (Joker), der aus der Gefangenschaft ausbricht und sich in Kairo versteckt. Doch dann wird alles noch komplizierter, als die Helden herausfinden, dass Hitler bereits eine ganz andere Geheimwaffe hat: einen wahren Übermenschen.
Im Vordergrund steht hier die Action, die meisterhaft von Tony Harris (Starman, Legends of the Dark Knight #169-171, Ex Machina) inszeniert wird. Seine Zeichnungen sind schlicht phänomenal, seine Figuren äußerst lebensnah und glaubwürdig (man merkt, dass er Fotos von Models verwendet). Dazu bekommt er auch viel Platz, den er geradezu verschwenderisch nutzt, aber jede Splash Page ist eine Augenweide. Doch dabei bleibt die Charakterisierung in den Dialogen auf der Strecke, denn über die Helden erfahren wir fast nichts.
Finale mit Hitler in Berchtesgaden
Später müssen es die Helden mit einem furchterregenden Zombie-Scarecrow aufnehmen und verbünden sich mit Terry Sloane (Mister Terrific). Darauf wird mehr Zeit verwendet als auf das Finale mit Hitler und dem Übermenschen in Berchtesgaden. Es muss zwar nicht immer die epische Schlacht geben, aber hier läuft alles viel zu einfach und zu schnell, sodass auch die eine überraschende Wendung verschwendet wirkt.
Das ist alles sehr schade, es hätte vielleicht noch einen dritten Band gebraucht, um in dem Tempo und Setting eine interessantere Story mit echten Charakteren zu erzählen. Aber wer auf einen alternativen Retro-Batman im Golden Age steht, findet hier eine nostalgische Pulp-Perle. Und die genialen Zeichnungen sind die Lektüre allemal wert.
Eine Fortsetzung erschien 2003 mit JSA: The Unholy Three und 2012 mit The Whistling Skull.
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