Titel: Superman & Savage Dragon: Metropolis/Chicago
Autor/Zeichner: Karl Kesel, Erik Larsen/Jon Bogdanove, Erik Larsen
Erschienen: 1999/2002 (One-shots), dt. Dino 2000 (DC Crossover) [Metropolis], Panini 2003 (Chicago)
„It’s worse than I’d thought …“ (Superman)
Savage Dragon? Nie gehört. Bis ich ihn auf dem Cover eines Superman-Hefts gesehen habe. Es handelt sich um einen Superhelden aus den 80ern, der seit 1992 seine eigene Serie bei Image hat. Damit ist er der einzige Image-Charakter neben Spawn, der bis heute fortlaufend erscheint, und dazu noch der einzige, der von nur einem Mann geschrieben und gezeichnet wird: seinem Schöpfer Erik Larsen.
Savage Dragon ist ein Polizist mit Superkräften, grüner Haut und Flosse auf dem Kopf. Außerdem leidet er unter Gedächtnisverlust: Einst ist er auf einem verbrannten Feld in Chicago aufgewacht, ohne zu wissen, wie er dort hingekommen ist.
Genauso beginnt das erste Crossover mit Superman, nur dass es der Mann aus Stahl ist, der in einem brennenden Feld gefunden wird, ins Krankenhaus gebracht wird und sich an nichts mehr erinnern kann, was in den letzten Tagen geschehen ist. Kurz nachdem ihn die Polizei aufgeklärt hat, kracht auch schon Savage Dragon durch die Wand, der zwei Superschurken jagt. Die Helden kennen sich offenbar schon. Woher, ist unklar. Wir verzichten auf das obligatorische Kennenlernsparring – das gibt es nur auf dem Cover.
Die Helden gehen gemeinsam einer Mordserie an Obdachlosen in Suicide Slum nach. Im Untergrund stoßen sie auf die Bad Boys, eine Gruppe von New Gods, angeführt von Killroy, der auf Apokolips Darkseid stürzen will. Daneben mischt noch der Schurke The Fiend mit, der von Superman besitz ergriffen hat, um sich an seinem Feind Savage Dragon zu rächen. (Der übliche umständliche Racheplan.) Doch der Stählerne beweist auch stählernen Willen … Die übrigen Gegner sind leicht besiegt. Zum Schluss kommt Darkseid und lässt die Helden aus Dank gehen.
Nach unzähligen Crossovern weiß man bereits, dass man von den Storys nicht viel erwarten kann. Auch hier fehlt irgendeine interessante Idee. Immerhin gibt es hin und wieder etwas Humor. Leider ist das Ganze hingeschmiert von Jon Bodganove.
Superman in Chicago
Doch anscheinend war der Comic profitabel genug, dass man drei Jahre später Savage-Dragon-Erfinder Erik Larsen eine Fortsetzung schreiben und zeichnen ließ. Die spielt in Chicago. Zunächst brechen Supermans Schurken aus dem Knast aus, dann lassen sie sich in Chicago nieder und vereinen sich mit einer anderen Schurkengruppe, dem Vicious Circle.
Superman verbündet sich mit Dragon, der ihn hier aber nicht ausstehen kann und ihn die ganze Zeit über disst. (Entweder hat er seine Meinung geändert oder die Story spielt vor Metropolis.) Die Handlung dreht sich um Lex Luthor, der die Rüstung eines gewissen OverLord übernimmt … Aber das Ganze ist aber zum Gähnen langweilig. Unzählige Figuren wimmeln durch die Panels, das Problem ist schnell mit Prügeln gelöst, die Zeichnungen eher plump. Nicht mal von einer interessanten Chemie der Helden kann die Rede sein. Dagegen ist sogar der erste Teil besser geschrieben.
Wertung: Zwei von fünf Schmunzlern.
