Autor/Zeichner: Will Pfeifer/Chris Weston
Erschienen: 2006 (Batman: Legends of the Dark Knight #197-199)
Erik Webber hatte seinen Banküberfall genau geplant, an alles gedacht, nur mit einem hatte er nicht gerechnet: Batman. Der musste nur einen Batarang werfen und Erik lag am Boden. Sieben Jahre Knast gab’s dafür. Dann kam er raus und stellte fest, dass er einen Hirntumor hat, nur noch ein Jahr zu leben. Also tut Erik nun, was echte Schurken mit ihrer letzten Lebenszeit tun: Rache nehmen an Batman.
Zuerst hinterlässt er ein fledermausförmiges Brandmal auf einem Batman-Plakat am Stadtrand. Sonderbarerweise erregt allein dieser harmlose Vandalismus schon Batmans Interesse und er ermittelt im großen Stil. Anscheinend, weil er sich davon persönlich bedroht fühlt. Doch dann wird es ernst: Erik sprengt den Kopf der riesigen Gerechtigkeitsstatue weg, wo er ebenfalls ein Batman-Symbol hinterlässt. Und schließlich schießt er als Scharfschütze auf unschuldige Zivilisten, die das Zeichen tragen – doch das ist nur der Anfang.
Batman tappt lange im Dunkeln und rätselt herum, wer von den üblichen Verdächtigen der Täter sein könnte, bis er dann sehr schnell und willkürlich auf die richtige Spur kommt. Abgesehen von dieser Schwäche im Plot ist „Blaze of Glory“ eine sehr gut geschriebene Story, nah an seinem Antagonisten, der zwar nicht sympathisch ist, aber immerhin selbstkritisch und versiert. Im Grunde ist auch er ein Opfer eines schlechten Tages, bzw. eines Fehlers, für den er scheinbar sein Leben lang gestraft ist. Doch selbst in seinem Größenwahn bleibt er interessant in seiner Menschlichkeit: Auch er will nur nicht vergessen werden.
Besonders veredelt wird der Dreiteiler durch die exzellenten Zeichnungen von Chris Weston (The Invisibles, Fantastic Four: First Family, Batman Black & White). In seiner Detailfülle und Präzision steht er Brian Bolland (The Killing Joke) oder Jason Fabok (Three Jokers) in nichts nach. Die Mimik seiner Gesichter kann sich sogar mit den Charakterköpfen von Franz Xaver Messerschmidt messen. Die Seiten sind überbordend, ohne überfordernd zu sein, besonders die Splash Panels und Splash Pages beweisen einen Sinn für Dramatik.
Kurz gesagt: Ein großes Lesevergnügen auf allen Ebenen und ein weiteres spätes Highlight dieser legendären Serie.

Unterstütze das Batman-Projekt
€1,00
