Titel: A Gotham Tale: Gargoyles/Venging Spirits
Autor/Zeichner: John Wagner/Cam Kennedy
Erschienen: 1992 (Batman #477-478), Paperback 2022 (Batman: The Caped Crusader Vol. 6)
In Gotham werden die Schätze von Canterbury ausgestellt, einem Wallfahrtsort aus England. Christina Creighton hat die Ausstellung kuratiert, ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben, ein Freund von ihm, der Biochemiker Morris Eagleton, begleitet sie. Dann platzen ein paar maskierte Räuber ein, Batman eilt zur Stelle, doch sie nehmen Christina als Geisel und sperren dann alle drei in einen Safe.
Das Problem: Der Safe ist luftdicht und hat ein Zeitschloss – für alle drei wird der Sauerstoff nicht reichen. Einer muss sterben. Batman hat drei Betäubungspfeile, zusammen sind sie tödlich. Also erzählen sie sich – ganz in der Tradition von Chaucers Canterbury Tales – ihre Geschichten, um zu entscheiden, wer am ehesten das Leben verdient.
Wir erfahren, dass Christinas Vater sich einst ein Mittel zusammengebraut hat, das ihn zu einem Gargoyle mutieren und dann zum Mörder werden ließ. Sogar auf die eigene Tochter hat es das geflügelte gelbe Monster abgesehen. Der Vater schickte sie in ein Internat und tötete weitere, bis er dann selbst von Eagleton erschossen wurde. Christina will sterben, weil sie sich verantwortlich dafür macht, den Vater nicht selbst aufgehalten zu haben. Batman ist dem Gargoyle auch schon begegnet …
SPOILER VORAUS!
Was für eine seltsame Story! Und noch seltsamer wird es mit jeder weiteren Perspektive, erst recht wenn Batman am Ende entlarvt, dass die Sache mit dem Safe inszeniert war, um vom wahren Mörder ein Bekenntnis herauszulocken. Das ist ziemlich weit hergeholt, aber als Erzählprinzip dann doch sehr reizvoll.
Zeichner Cam Kennedy schenkt uns einen schaurigen Batman und einen wunderbar schrecklichen Gargoyle, die sich durch ein schauriges, von Schatten durchtränktes Gotham kämpfen. Und dann sind da noch die Cover von Tom Taggart, die nicht gezeichnet, sondern mit Skulpturen modelliert und abfotografiert zu sein scheinen.
Egal, ob die Handlung gefällt oder am Ende überzeugt: Lesenswert ist sie allemal.

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