Killer Croc: Vom Kannibalen zum König

Superhelden-Mainstream-Comics  laufen schon so lange, dass man alle paar Jahre die Leser wieder neu abholen muss. Daher bringt DC zum Beispiel immer wieder Geschichten heraus, die einen über den aktuellen Stand eines Charakters aufklären, etwa in Secret Origins oder One-Shots.

Bei Killer Croc war Anfang der Nuller-Jahre so viel passiert, dass man in The Beast Beneath: Croc’s Tale of Tears“ (Detective Comics #808-810, 2005) alles noch einmal rekapituliert hat: Hush hat Croc mit einem Virus infiziert, das ihn weiter zu einem Reptil mutieren und seine Menschlichkeit und seinen Verstand fast ganz verlieren ließ. Dann wurde er geheilt (was man in Broken City sehen kann), dann aber mutierte das Virus weiter.

Killer Croc: Mehr Monster, weniger Hirn. (DC Comics)

In dieser Story sucht Croc, der sich von Hunden ernährt, eine (sehr aufreizend gekleidete) Wissenschaftlerin auf, damit sie ihn heilt. Sie versucht es, es scheint zu gelingen, doch dann brechen die Instinkte wieder durch und er frisst sie zum Dank für ihre Mühe auf – was sehr drastisch und unnötig explizit dargestellt wird. Killer Croc erscheint damit als billige Jahrmarktattraktion, die Furcht und Abscheu erzeugen soll.

Die Schöne und das Biest

Nachdem uns der Appetit verdorben wurde, geht es weiter nach dem Prinzip „Beauty and the Beast“, wie auch die nächste Story in Joker’s Asylum Killer Croc #1 (2010) heißt. Da bricht der zum stummen Krokodil mutierte Croc zunächst aus Arkham aus, indem er sich die Hände abbeißt. Zum Glück wachsen sie, wie Echsenschwänze, wieder nach. Ein Ganove und dessen Frau lesen Croc auf, um ihn zu pflegen, bis alle Gliedmaßen wieder einsatzfähig sind. Dann engagiert der Ganove Croc, um mit ihm die Unterwelt zu erobern. Croc schlachtet jeden Gegner ab, ohne Fragen oder Skrupel.

Schwierige Kindheit: Killer Croc. (DC Comics)

Noch mehr Zuneigung verspürt er aber zu der Frau, die ihn ebenfalls ausnutzt, um ihren Gatten loszuwerden. Croc wird zum Opfer einer Femme fatale, wie er schon immer ein Opfer gewesen ist: Immer wieder bekommen wir die traurige Vergangenheit nacherzählt. Waylon Jones war schon als Kind ein „Killer“, da seine Mutter bei der Geburt starb, er wurde aufgezogen von seiner Tante, einer Trinkerin, die sich nicht um ihn gekümmert hat, er wurde gehänselt, fand keinen Job außer als Alligatorenringer und als Verbrecher etc.

Killer Croc in The New 52. (DC Comics)

In „Blood in the Water“ (Batman and Robin #23.4, 2013) ist es ganz ähnlich, nur ist Waylon Jones hier eine Person of Color, was bei seiner Hautkrankheit eigentlich keine Rolle spielt. Hier jagt ihn später die Polizei mit einem SWAT-Kommando in der Kanalisation, doch er in dieser „Unterwelt“ ist er ihnen stark überlegen – auch dank seiner Anhängerschaft von Obdachlosen, die ihn am Ende als König ausrufen.

Mehr zum Thema:


Unterstütze das Batman-Projekt

€1,00

Ein Kommentar

Hinterlasse einen Kommentar