Was bisher geschah:
ACHTUNG: SPOILER!!!
Nachdem Sofia Falcone den Rest ihrer Familie umgebracht hat, übernimmt sie die Führung des Verbrechensimperiums. Sie nennt sich nun „Gigante“ wie ihre Mutter und hat Großes vor. Zunächst beginnt sie mit einer Umverteilung des Reichtums: Ihre Handlanger sollen mehr Geld bekommen.
Der Pinguin (Oz Cobb) wiederum entführt Taj, den Sohn von Sal Maroni, um seine Drogenpilze wiederzubekommen. Doch Oz hat gar nicht vor, sich an den Deal mit Maroni zu halten. Er versucht, Maroni im Knast von einem Wärter umbringen zu lassen, und verbrennt den Sohn mit der Mutter bei lebendigem Leibe.
Fehlende Glaubwürdigkeit
Hier zeigt sich das Hauptproblem der Serie: fehlende Glaubwürdigkeit. Bei allem Anspruch an Realismus, der sich besonders in der Hauptfigur zeigt, einen glaubwürdigen Charakter zu zeigen, der nicht wie eine Karikatur wirkt, wird die Serie in fast jeder Schlüsselszene unglaubwürdig. Das war bereits der Fall, als Oz eine Mordwaffe einem Leibwächter der Falcones zusteckte, als Victor Oz aus der Patsche half, indem er mit dem Auto hineinplatzte (ein altes Klischee: als ob man einen Sportwagen nicht heranfahren hörte), und auch Arkham wurde als übertriebener Ort des Grauens dargestellt.
Schnelles Verbrennen, einfacher Ausbruch
Nun lässt Oz Taj Maroni halbnackt und in Benzin getränkt auf die Mutter zulaufen und sie wittert keinen Verdacht, nicht mal, als sie ihn umarmt. Und als Oz ein Feuerzeug zündet, steht sie immer noch bei ihrem Sohn und wartet, bis sie die Flammen erreichen. Dann verbrennt sie auch sofort zusammen mit dem Nachwuchs, den sie trotz der Flammen nicht loslässt. Und das Verbrennen geht auch viel zu schnell.
Ähnlich auch später der Fall Sal Maroni, der nicht nur irgendwie den Anschlag des Wachmanns überlebt, sondern ihm dabei auch noch die Schlüssel stiehlt und damit aus dem Gefängnis ausbricht. Wie das gehen soll, sehen wir beides nicht. Aber wenn Ausbrüche so einfach wären, würden wir wahrscheinlich täglich welche haben.
Nein, Realismus ist anders. Die Autoren geben sich keine große Mühe, Schlüsselszenen zu schaffen, die nicht nur für die große Story Sinn ergeben – und das ist ärgerlich, weil damit das Potenzial verschenkt wird. Dafür punktet die Serie immer noch in den ruhigen zwischenmenschlichen Momenten, etwa wenn Victor sich um Francis Cobb kümmert oder wenn Oz seine demenzkranke Mutter selbst besucht. Sie sei es, die ihn noch (wenigstens manchmal) gut sein lasse, sagt er.
Sofia verbündet sich am Ende mit dem angeschlagenen Maroni gegen den Pinguin. Es leuchtet auch hier nicht ein, warum sie ihn nicht einfach erledigt und wozu sie ihn wirklich braucht. Damit wird ihre angebliche Stärke (und Emanzipation als Matriarchin) wieder etwas abgeschwächt. Trotzdem erscheint sie hier als verwandelte Figur, die zu sich selbst findet – mit Pelzmantel, wodurch sie auch der Comicvorlage entspricht.
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