DeMatteis

Two-Face tritt vor seinen Schöpfer

DC Comics

Titel: Crime and Punishment

Autor/Zeichner: J.M. DeMatteis/Scott McDaniel

Erschienen: 1995 (Batman/Two-Face #1), Paperback 2015 (Batman Arkham: Two Face)


„I’ve got to be punished!“ (Two-Face)

Two-Face stürzt sich vom Hochhaus – warum? Weil er denkt, dass Strafe nötig ist. Weil er als Kind von seinem Vater geschlagen wurde. Weil er ihn trotzdem geliebt hat. Schon als Kind also war er zwischen Liebe und Hass, Gut und Böse, hin- und hergerissen. Die Säure im Gesicht hat bloß offengelegt, was längst in ihm da war. Als Two-Face will er zunächst ein misshandeltes Kind in einer Talkshow erschießen. Aber er tut nur so, denn eigentlich will er sich an seinem eigenen Vater rächen. Er entführt ihn und will dann auch ihn öffentlich im Fernsehen hinrichten.

Batman versucht, ihn davon abzuhalten. Er opfert seinen Schlaf und seine Mahlzeiten, um den Vater zu finden, doch das ist nicht so einfach, denn der ist obdachlos. Natürlich vereitelt Batman letztlich den Plan – durch einen raffinierten Trick. Das führt aber dazu, dass Two-Face keinen anderen Ausweg sieht, als sich umzubringen. Zwar greift Batman als Retter in der Not ein, aber er lässt ihn zunächst tief genug fallen, um den Two-Face aus Harvey Dent zu kriegen. Eine zweifelhafte Therapiemethode. Selbst Batman hat seine Zweifel an der Wirksamkeit. Aber für den Fall, dass es nicht geklappt hat, werde er immer da sein, sagt er. Nach dem Motto: Wenn ich die Krankheit nicht heilen kann, bekämpfe ich immerhin die Symptome.

Weil das klingt nicht sehr hoffnungsvoll klingt, bleibt wieder nur zu sagen: Armer Harvey!

(Die Story hat übrigens vier Erzählstimmen, zwei für Two-Face, eine für Batman, eine für den Erzähler. Für meinen Geschmack ist das etwas übertrieben.)

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Verloren in der Zauberwelt

Batman zwischen Superman und Zatanna (Warner Bros.)

„Wo bin ich bloß hier reingeraten?“ Batman zwischen Superman und Zatanna (Warner Bros.)

Titel: Justice League Dark

Drehbuch/Story: Ernie Altbacker, J.M. DeMatteis

Erschienen: 2017 (Direct-to-Video)


„The criminally insane don’t need magic as a excuse.“ (Batman)

Auf der ganzen Welt begehen Menschen Morde, weil sie glauben, von Dämonen verfolgt zu werden. Die Justice League sieht sich außerstande, etwas dagegen zu unternehmen, weil sie gegen Magie machtlos ist. Also zieht Batman los und bringt eine neue Band von Freaks zusammen, die sich mit diesem Zeug auskennen: Constantine, Zatanna, Deadman, Etrigan, Swamp Thing – kurz: die Justice League Dark.

Gruppenbild ohne Dame (Warner Bros.)

Gruppenbild ohne Dame (Warner Bros.)

Der Rest der Story ist das Übliche mystische Herumgedöns. Kämpfe zwischen Zauberern und gehörnten Monstern, ein austauschbarer Endgegner. Aus irgendeinem Grund wirken solche Geschichten immer noch ein bisschen willkürlicher als normale Superheldenstorys. Ob jetzt der eine Zauberspruch wirkt und der andere nicht, welches Artifakt was kann – das ist eigentlich ziemlich beliebig. Aber trotzdem macht der Film Spaß: Die Action ist ziemlich rasant inszeniert, die Figuren dynamisch animiert und der Humor von Constantine und Deadman lockert das Ganze auf; die Pointen zünden meist, wenn auch zum Teil bloß auf Kalauer-Niveau. Und dann ist da noch Batman.

Steht verloren da: Batman. (Warner Bros.)

Steht meist verloren in der Gegend herum: Batman. (Warner Bros.)

Batman hat hier eigentlich nicht viel zu tun. Er ist ziemlich überflüssig. Hin und wieder wirft er mal ein paar explodierende Batarangs und schießt seinen Haken ab, aber sonst steht er nur verloren in der Gegend rum und grunzt, wenn ihm was nicht passt. Mit einem Wort: man merkt, er gehört nicht in die Justice League Dark, aber um diesen Film besser zu pushen, hat man ihn sozusagen als Testimonial eingesetzt. Und, na ja, der Dark Knight passt zumindest vom Namen her gut hinein – auch wenn er mit Magie (zum Glück) selten was am Hut hat. Denn:

„Not everything requires magic.“

Vom Wahnsinn befreit

DC Comics

DC Comics

Titel: Going Sane

Autor/Zeichner: J.M. DeMatteis/Joe Staton

Erschienen: 1994/1995 (Legends of the Dark Knight #65-68), Paperback 2008


„If there’s no Batman to drive crazy, then what’s the point of being crazy?“ (Joker)

„You’re as crazy as I am.“ (Joker)

Hätten Batman und Joker nicht einander – sie wären wohl glücklich verheiratet. Das ist die These von Going Sane. Sie brauchen aber einander. Der Held braucht den Schurken, um sich zu beweisen, und ebenso ist es andersum. Der Joker braucht ein Publikum, einen, an dem er sich abarbeiten kann. Und als Batman nach einer Konfrontation mit dem Joker scheinbar stirbt, und das Publikum plötzlich fehlt, beschließt der Joker plötzlich, ein normales bürgerliches Leben zu führen: er nimmt eine gesündere Hautfarbe an und legt sich den Namen Joseph Kerr zu und er verliebt sich in eine Frau, die die Liebe sogar erwidert.

Klar geht das nicht lange gut. Nicht nur, weil der Joker seinen Wahnsinn nicht einfach so ablegen kann. Sondern auch, weil Batman natürlich nicht tot ist. Er wird von einer Frau gefunden und gesund gepflegt: Lazarus nennt sie ihn. Und wie ein Auferstandener kommt er wieder zu Kräften und sucht seinen Erzfeind. Dank der offensichtlichen Wahl des Decknamens Joseph Kerr findet er ihn schnell. Und kaum ist Batman wieder da, fällt der Geläuterte wieder in den Wahnsinn zurück – mit allem drum und dran.

Die Story hat eine interessante Prämisse, aber ist etwas holzhammermäßig ausgeführt. (Frage am Rande: Warum zerschlägt Batman ständig Dinge?) Vor allem leidet die Geschichte an den sperrigen, manchmal karikaturenhaft überzeichneten Zeichnungen und verwirrenden Seitenstrukturen. Ein talentierterer Künstler hätte mehr herausholen können. Was aber gut gelingt ist, das Abhängigkeitsverhältnis der beiden Antagonisten ausführlich darzustellen. Wir bekommen einen der seltenen Einblicke in Jokers Gedankenwelt – und die sind sehr aufschlussreich:

„He’s a bigger clown than I am. Thinks the world can be stacked and folded and filed! Thinks there’s logic and meaning and order! No matter how many times he slips on a banana peel, he never sees the humor! Never gets the joke! It’s so infuriating! I hate him! Oh, I suppose I should be grateful! After all — he does provide me with my greatest audience! My greatest challenge!“

Der Joker erscheint als Komiker, der seine größte Herausforderung darin sieht, Batman zum Lachen zu bringen (vgl. Return of the Joker). Aber Batman findet den Joker nicht witzig, ihm fehlt auch jeglicher Humor. In der Regel. Denn wie man am Ende von The Killing Joke (1988) gesehen hat, konnte der Joker wenigstens einmal sein Ziel erreichen. Aber das ist die Ausnahme in der Tragödie dieser ganz besonderen Beziehung. Es hat einen Grund, warum sie beide keine (dauerhafte) Partnerin finden: sie sind bereits aneinander vergeben (vgl. The Dark Knight Returns).

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Batman ist nicht genug

Warner Bros.

Warner Bros.

Titel: Bad Blood

Drehbuch: J.M. DeMatteis

Erschienen: 2016 (Direct-to-Video)


„Dressing like a bat doesn’t make you a hero. It just makes you a target.“ (Batman)

Die Batman-Familie ist eine ambige Angelegenheit. Eigentlich ist Batman ein Einzelgänger. Ein Einzelkämpfer. Aber dann kam der bunte, lachende Robin. Und damit niemand auf die abstruse Idee einer Schwulen-WG kam, stellte man ihm Batwoman zur Seite, dann Batgirl, einen Hund, einen Kobold. Aus Nightwing wurde Robin, es kamen drei bis vier Nachfolger, starben und kamen in anderen Formen wieder, ebenso wie die Batgirls. Ganz zu schweigen von den anderen Batmen, die Filialen in der ganzen Welt betreiben.

Das Gute an dieser Familie ist, dass es eine Reihe von Stellvertretern gibt, wenn Batman mal fehlt. Die Tatsache, dass es immer mehrere Aspiranten auf das Amt gibt und sich die Nachfolger schwer damit tun, spricht für sich: es kann nur einen geben – und das ist Bruce Wayne. Alle anderen sind also bloßes Beiwerk und daher auch verzichtbar. Dass sie immer in Batmans Schatten stehen werden und den Kampf eines anderen kämpfen werden, darin besteht der gemeinsame Grundkonflikt all dieser Figuren. Nun gut, weil Batman allein auch mal langweilig wird und der Rest der Familie dank der langen Tradition nun mal da ist (einige von ihnen sind zugegebenermaßen sogar interessante Charaktere), gibt es eben auch Familiengeschichten, auch wenn es zuletzt Überhand nimmt (siehe Batman Eternal).

Auch im Universum der jüngsten Animationsfilme ist Batman nie genug. Aber selbst Nightwing und Robin reichen offenbar nicht. In Bad Blood nimmt sich auch Batwoman des Verbrechens an (zuletzt war sie in Mystery of the Batwoman im Film zu sehen). Sie schlägt sich auf eigene Faust durch, gehört aber (noch) nicht zur „Familie“, Batman ist nicht erfreut, aber hilft dennoch aus, als es darum geht, eine Bande von Schurken zu erledigen. Bei dem gemeinsamen Einsatz geht Batman verloren. Als sich die Sache herumspricht, entsteht ein Machtvakuum. Dick Grayson steigt ins Batman-Kostüm und nimmt es mit Black Mask auf. Während ein neuer Schurke namens The Heretic, ein Muskelberg mit Batman-Maske, zusammen mit anderen Technologie aus Waynes Firma raubt, wird Wayne von Talia al Ghul einer Gehirnwäsche unterzogen, bei der er sein Trauma als eine Reihe von Albträumen durchlebt. Schließlich wird auch Robin (Damian Wayne) gefangengenommen. Am Ende geht es darum, die Poltiker der Welt unter Kontrolle zu bringen. Es kommt zum Kampf zwischen Batman und Nightwing …

Im Laufe der Handlung schließt sich noch Luke Fox als Batwing der Bat-Familie an. Zusammen mit Batman sind es damit fünf. Die vielen Figuren sind der größte Schwachpunkt des Films, denn dadurch wirken die einzelnen Charaktere oberflächlich. Allen voran Nightwing, der – anders als in den Comics – kaum dazu kommt, mit der angenommenen Batman-Rolle zu hadern. Dafür ist in 70 Minuten Film kaum Zeit. Am meisten Raum bekommt Batwoman (Kate Kane), sie ist die eigentliche Heldin des Films – und das sogar eine sympathische. Die Rolle der Schurkin Talia schwankt von Film zu Film: mal sorgt sie sich um ihren Sohn Damian, dann wieder nicht, schließlich erweist sie sich als plumper Machtmensch im Sinne ihres Vaters Ra’s. Ihr Ziel ist so beliebig und vage, dass es einen kaltlässt. Darüber hinaus wäre es zu wünschen, wenn nicht wieder (zum dritten Mal) die Familie al Ghul der Gegner wäre. Es gibt noch so viele Schurken, die man einsetzen und ausbauen könnte. Hier aber hat der Mad Hatter bloß einen enttäuschenden Gastauftritt als Handlanger. Alle anderen bösen Buben im Film wie Black Mask, Firefly und Killer Moth sind nicht mehr als Kanonenfutter.

Bad Blood setzt auf starke Action-Szenen und markige Sprüche. Wer nicht mehr verlangt, kommt auf seine Kosten. Die Pointen sitzen wie die Schläge. Wie schon beim Vorgänger Batman vs. Robin ersetzt der Film aber kaum das Lesevergnügen der Comics, bei denen er sich bedient: Battle for the Cowl, Long Shadows, Batwoman: Elegy und Batman Incorporated. (Besprechungen für die ausstehenden folgen.)

(Achtung Spoiler!)

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Das Rotkehlchen im Eulennest

Warner Bros.

Warner Bros.

Titel: Batman vs. Robin

Drehbuch: J.M. DeMatteis

Erschienen: 2015 (Direct-to-Video)


„Justice. Not vengeance.“ (Batman)

„Justice. Not vengeance.“ (Robin)

„Don’t doubt your instincts.“ (Talon)

Bei einem Einsatz gegen den Dollmaker trifft Robin (Damian Wayne) auf den Killer Talon. Während sich Robin zurückhält, den Dollmaker zu töten, reißt Talon den Schurken das Herz heraus. Weil Talon eine Feder zurücklässt, geht Batman ihm nach und entdeckt weitere Eulenkrieger, die ihn umbringen wollen. Dahinter steckt der Geheimbund „Court of Owls“ (dt. Hof der Eulen, in den Comics Rat der Eulen genannt), der Gotham unter seine Kontrolle bringen und das Böse durch Mord auslöschen will. Als sie Bruce Wayne entführen, damit er sich ihnen anschließt, ist er mäßig begeistert. Dafür ist Damian umso anfälliger, als Talon versucht, ihn für sich zu gewinnen. Weil Damian immer noch der aufsässige Satansbraten ist, den man aus Son of Batman kennt, ein aufsässiges wie blutrünstiges Kind, das sich nur schwer zähmen lässt, hat der Killer mehr Erfolg bei ihm als der überforderte Vater. Es kommt zum Kampf zwischen Vater und Sohn …

Die Adaption der Snyder/Capullo-Story „Court of Owls“ greift bloß einige Kernelemente der Vorlage auf: den Orden, die Attentate auf Batman, den Gang durch das unterirdische Labyrinth sowie den Überfall auf Wayne Manor. Die Motivation der Eulen ist eine andere, und weil der Hintergrund dafür fehlt, bleibt sie auch vage. Ansonsten dient die Geschichte bloß als Aufhänger, um den Vater-Sohn-Konflikt zuzuspitzen, was auch überzeugend gelingt. In dem Widerspruch von Talon und Batman findet sich Damian wieder bei der Suche nach Vorbildern, bzw. einem Vater und seinem Platz im Leben. Der Prolog mit dem Dollmaker greift lose die Story aus Detective Comics #1-4 (2011) auf, spitzt sie aber mit Horror-Elementen wie Zombie-Kindern noch zu. Dank herrlicher Kampfszenen und einigen knackigen Wortgefechten ist Batman vs. Robin ein unterhaltsamer Animationsfilm, der für sich genommen Spaß macht und als Fortsetzung funktioniert, auch wenn er den abgründigen Reiz seines Vorbilds vermissen lässt.

Super-Batman

Exkurs: Superman (Teil 1)

DC Comics

DC Comics

Titel: Speeding Bullets

Autor/Zeichner: J.M. DeMatteis/Eduardo Barreto

Erschienen: 1993 (One-shot)


„There’s only one way it could have happened: the way it was meant to be happen.“

„A child in a Halloween costume, playing out a lifetime of guilt and anger.“

„Has our world become so twisted, so violent, that this is the kind of hero we produce?“

Was wäre wenn Supermans Rakete von Krypton in Gotham gelandet wäre? Dann wäre er von den Waynes gefunden und aufgezogen worden, bis zu jenem Tag, an dem sie ermordet werden. Kurz: Superman wäre Batman geworden. Die Elseworlds-Story Speeding Bullets spielt diesen wohl feuchtesten Traum aller Fanboys durch, steckt Superman ins Fledermauskostüm, lässt ihn fliegen, Dinge zerstören und Menschen verbrennen. Das Kostüm ist zum einen konsequent, weil es sein Gesicht ganz verdeckt, zum anderen zeichnet sich in dem gelben Diamanten auf der Brust bereits ab, wohin die Story läuft.

Doch zunächst wird das Superman-Inventar aus Metropolis herangeschafft: Bruce Wayne lässt Perry White und Lois Lane vom Daily Planet zur Gotham Gazette kommen, ein feister Lex Luthor versucht, Waynes Firma zu übernehmen, und scheitert. Kurz darauf zeigt Luthor sein wahres Gesicht: Es ist weiß, hat rote Lippen und lacht bei jeder unpassenden Gelegenheit. Nach einem Unfall in einem Chemiewerk ist Luthor nämlich zum Joker geworden. Warum er sich so nennt, bleibt unklar, denn Witze macht er keine und lustig ist er auch nicht. Allein lächerlich wirkt es, wenn aus seinem Rücken ein Propeller heraustritt, mit dem er durch die Stadt fliegen kann.

Wie dem auch sei: Batman rettet Lois Lane, dann die ganze Stadt vor einer paramilitärischen Invasoren, die für Luthor Chaos stiften. (Einen tieferen Sinn hat das nicht.) Am Ende lässt Batman sich von Lois zu sanfteren Methoden der Verbrechensbekämpfung bequatschen und legt sein Kostüm ab – er wird zum bekannten Superman in blau, rot und gelb.

Die interessantesten Elseworlds-Storys spielen ihr „Was wäre wenn“ bis zur letzten Konsequenz durch. Doch hier ist das Szenario bloß ein Umweg zum Status quo der regulären Comic-Serien. Daher muss man sich fragen, was sie eigentlich soll. (Zugegeben: The Nail funktioniert auch so, aber besser.) Dabei fängt die Geschichte vielversprechend an: Bruce plagt die Schuld, die Kugeln, die seine Eltern töteten, nicht aufgehalten zu haben. Er verschanzt sich als Einsiedler in Wayne Manor und sammelt Zeitungsartikel, um über das Leid in der Welt zu lamentieren – bis er sein wahres Potenzial wiederentdeckt. Doch mit der bemühten Einführung von Luthor-Joker wird alles zunichte gemacht und die wenigen Seiten für eine Story verschwendet, die nicht der Rede wert ist. Eine vertane Chance.

Ein erster Blick auf Bad Blood

DC hat den ersten Trailer zum Animationsfilm Batman: Bad Blood veröffentlicht, der nächstes Jahr auf DVD und Blu-ray erscheinen soll. Darin werden erstmals die Charaktere Batwoman und Batwing vorkommen, und auch Nightwing und Robin (Damian Wayne) sind wieder dabei. Für böses Blut dürfte die schwer bewaffnete Rächerin sorgen, von der sich auch Batwing Bashing gefallen lassen muss. Bad Blood ist die Fortsetzung zu Son of Batman und Batman vs. Robin. Das Drehbuch stammt von J.M. DeMatteis, der bereits den jüngsten der Filme geschrieben hat (außerdem hat er die Prequel-Comics zu Justice League: Gods and Monsters verfasst). Ein genauer Starttermin für Bad Blood steht noch nicht fest.

Der Clown des Gemetzels

Marvel

Marvel

Titel: Spider-Man and Batman

Autor/Zeichner: J.M. DeMatteis/Mark Bagley

Erschienen: 1995 (One-shot, Marvel)


„It’s not a question of stomach, my friend — it’s a question of style.“ (Joker)

Batman und Spider-Man verbünden sich gegen Joker und Carnage. Die beiden Helden, die ähnliche Traumata verbinden (böser Mann schießt Verwandte tot), bekämpfen die Schurken, die durch ihr außerordentliches Lächeln auffallen. Der Killer Carnage alias Cletus Casady bekommt von Dr. Kafka einen Chip ins Hirn implantiert, damit er das Morden lässt. Weil das zu funktionieren scheint, kommt auch der Joker in den Genuss dieser Heilung. Doch bei Carnage wirkt das Ding nicht, er bricht aus, kehrt zu alten Gewohnheiten zurück und macht mit dem Joker gemeinsame Sache. Leider sind sich die beiden nicht ganz grün. Der eine will Gemetzel, der andere will Theater. Auch zwischen Batman und Spider-Man läuft die obligatorische Disharmonie ab: Batman spielt Diva, will zunächst keine Hilfe. Nach gutem Zureden von Alfred kriegt sich der Dunkle Ritter wieder ein und zusammen mit Spider-Man ist der Fall schnell gelöst. Sehr formelhaft, aber sehr dynamisch gezeichnet. Unterhaltsam, aber kein Muss. Aber allein dieser Satz, den Joker zu Carnage spricht, ist es wert, eingerahmt zu werden:

„I always thought of myself as the Orson Welles of crime and chaos — while you, apparently, aspire to be nothing more than … David Hasselhoff!“

Pantheon und Pandämonium

Titel: Justice League: Gods and Monsters – Genesis

Autor/Zeichner: J.M. DeMatteis, Bruce Timm/Thony Silas

Erschienen: 2015 (Mini-Serie #1-9, digital)


„Monsters aren’t born, they’re made.“

„They’re a disease. And, God help us … we need to find a cure.“

Seit Superman, Batman und Wonder Woman aufgetaucht sind, hat sich die Welt verändert: Skrupellose Übermenschen, die selbstgerecht gegen Kriminelle vorgehen und die mit ihren Blicken einäschern oder ihr Blut trinken – die Menschheit ist verunsichert. In dieser Zeit verkündet der Wissenschaftler Jackson Alpert einen Durchbruch: er hat es in seiner Schweizer Forschungsstation geschafft, aus Menschen zu Übermenschen zu machen: die Forever People. Sein Ziel ist es, die ganze Welt von Krankheit, Tod und Leid zu befreien, leider zu einem hohen Preis. Und dabei versucht er, die drei Superhelden für sich zu gewinnen.

Erst sind sie skeptisch, doch dann entdeckt jeder einen anderen Reiz für sich: Wonder Woman (Bekka) sieht eine Chance für den Weltfrieden. Batman (Kirk Langstrom) will seinen Vampirismus loswerden. Bei Superman (Hernan) kratzen die Übermenschen am Ego: er kann sich nicht mehr als das mächtigste Wesen auf der Welt fühlen. Also unterzieht er sich einer Prozedur, um seine Kräfte noch zu steigern. Doch dadurch wird vieles nur noch schlimmer. Im weiteren Verlauf gibt es nicht nur eine ganze Armee von Supermenschen, die untereinander Krieg führen, sondern auch Alpert wird schließlich zu einem scheinbar unbesiegbaren Über-Gegner.

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Bewusstseinserweiterung

Justice League: Gods and Monsters - Wonder Woman

DC Comics

Titel: Justice League: Gods and Monsters – Wonder Woman

Autor/Zeichner: J.M. DeMatteis, Bruce Timm/Rick Leonardi

Erschienen: 2015 (Mini-Serie #1-3, digital)


„I quickly see that this — is no paradise.“ (Bekka)

In den Justice League: Gods and Monsters Chronicles war es Wonder Woman, die am meisten überraschte: mit Coolness, Witz und Leidenschaft lieferte sie in der Reihe mit Batman und Superman die beste Vorstellung ab. Im Comic wird ihre Vorgeschichte erzählt, sie beginnt 1962 in Indien: Eine Schallröhre öffnet sich, eine weißgekleidete Kriegerin kommt heraus, ein Monster hinterher, sie kämpft dagegen und kickt es wieder zurück in die Röhre – und bricht dann zusammen. So kommt Bekka in die Welt, einst ein Mitglied der New Gods. Bekka ist eine Figur, die es im DC-Universum schon seit 1984 gibt, in Justice League: Gods and Monsters wird sie zur Wonder Woman, allerdings wird sie hier noch nicht so genannt. Diese neue Superheldin ist eine sanftmütige Frau, die nach Frieden sucht. Schnell stellt sie fest, dass die Erde während des Kalten Kriegs auch nicht der ideale Ort dafür ist.

Nach einer Weltreise schließt sie sich in den USA einer Hippie-Kommune an. Auch dort ist kein Paradies zu finden: Die Frauen kochen, putzen und bereiten den Männern Freude, während ein Typ namens Doctor Psycho (eine Reinkarnation des klassischen Wonder Woman-Schurken) im Keller neue Drogen zusammenbraut, um das Bewusstsein der Mitbewohner zu erweitern. Leider, so muss Bekka feststellen, dass einige auf ihren Trips hängengeblieben sind und nur noch als Quasi-Zombies dahinvegetieren. Doctor Psycho gelobt, dass er sie heilen wolle. Doch schließlich verfällt auch er der Wahnvorstellung, seine Opfer zu Übermenschen machen zu können. Schließlich muss Bekka gegen Gestalten kämpfen, die den Paradämonen von Apokolips sehr ähnlich sind.

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