Batman 1966

Batman-TV-Serie von 1966 bis 1968 mit Adam West und Burt Ward. 1966 erschien ein Kinofilm. Ab 2013 wurde das Konzept als Comic-Serie fortgesetzt,2016 und 2017 folgten zwei Animationsfilme.

Batman im Wahlkampf gegen Pinguin

Pinguin macht Wahlkampf

Titel: Hizzonner the Penguin/Dizzoner the Penguin (Wahltag)

Drehbuch: Stanford Sherman

Erschienen: 1966 (Batman S02E17-18)


Commissioner Gordon ist außer sich: Der Pinguin hat nicht nur einen Raubüberfall verhindert, er war auch noch freundlich zu einem Polizisten, hat einen Kinderwagen vor einem Lkw gerettet und hat 100.000 Dollar für wohltätige Zwecke gespendet. Das ist ja unerhört! Da ist doch was faul! Und es gibt natürlich wieder mal nur einen Mann, der der Sache gewachsen ist …

In einer normalen Welt würde man sich freuen: Ein ehemaliger Verbrecher ist endlich resozialisiert! Aber in Batmans Welt hält ein Polizist es auch eher für bemerkenswert, dass der Pinguin einen Raub verhindert, als selbst den Täter zu fassen, obwohl er selbst dabeisteht. Daher verwundert es nicht, dass Gordon seinen eigenen Leuten nichts zutraut – und anderen Wohltätern dafür alles.

Wahlwerbung für den Pinguin

Aber Gordons Intuition trügt ihn nicht: Der Pinguin hat etwas vor. Er will Bürgermeister werden. Verboten ist das nicht. Und obwohl er gerade erst angefangen hat, liegt er in Umfragen mit 60 Prozent vorn. Batman sieht keinen Grund zur Sorge, dass der Gauner gewählt werden könnte: „People of Gotham City are not as simple-minded as he might think.“ Man muss kein Zyniker sein, um zu merken, dass sich Batman irrt.

Pinguin in seiner Wahlkampfzentrale

Der amtierende Bürgermeister gibt sich geschlagen noch bevor der Wahlkampf beginnt. Nur einer kann gegen den Pinguin gewinnen: Batman! Er sei der einzige in Gotham mit einem makellosen Ruf, sagt Gordon. Es klingt sehr trostlos, wenn man so etwas über eine ganze Stadt sagt. Batman sträubt sich zunächst, sagt dann aber zu. Drei Stunden später sind 55 Prozent für Batman und nur noch 35 Prozent für den Pinguin. Die Menschen von Gotham sind ein sehr wankelmütiges Volk. Es entscheidet aus dem Bauch heraus.

Neue Methoden des Guerilla-Marketings

Doch der Pinguin holt bald auf, denn er fährt eine erfolgreiche Strategie: Große Show, keine Politik. „Issues confuse people.“ Batman sieht das anders. Der unverbesserliche Idealist glaubt an Inhalte. Na ja, ein bisschen Showmanship würde nicht schaden, meint Robin, doch Batman winkt ab.

„I’m convinced the American electrorate is too mature to be taken in by cheap vaudeville trickery. After all, if our national leaders were elected on the basis of tricky slogans, brass bands and pretty girls, our country would be in a terrible mess, wouldn’t it?“

Ein klarer politischer Appell, den er da auch an die TV-Zuschauer richtet. In Trump-Zeiten klingt das noch mehr wie ein böses Omen. Klar, dass das nur schiefgehen kann.

Aber Batman bleibt bei seinem Idealismus und hält lieber Reden über Inhalte. Reden, zu denen kaum jemand kommt und die Anwesenden einschläfert. Ein begnadeter Rhetoriker ist er leider nicht. Es hilft auch nicht, als er aus hygienischen Gründen keine Babys küssen will. Der Pinguin wirbt ihm Wähler ab, lässt eine Bauchtänzerin und eine Rock-Band auftreten (Paul Revere and the Raiders!). Der Mann weiß einfach, was dem Volk gefällt.

Wagschale des Todes

Um ganz sicherzugehen, lockt er Batman und Robin trotzdem in eine Todesfalle. Sie hängen in einer Waagschale über Schwefelsäure, auf der anderen Seite schmelzen Eisbrocken. Wie gut, dass Batmans Anzug zufällig säureresistent ist …

Als schließlich die Stimmen ausgezählt werden, hält der Pinguin die Wahlhelfer als Geiseln. Am Ende ist alles vergebens, denn Batman gewinnt doch die Wahlen. Unerklärlicherweise. Das Gute hat gesiegt. So klappt das nur im Fernsehen.

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Batman trifft Green Hornet

Batman, Robin, Green Hornet und Kato

Titel: A Piece of the Action/Batman’s Satisfaction (dt. Die grüne Hornisse)

Drehbuch: Charles Hoffman

Erschienen: 1967 (Batman S02E51-52)


„That’s the problem with dual identities, Robin. Dual responsibilities.“ (Batman)

Batman bekommt Konkurrenz: Green Hornet und Kato überfallen in Gotham eine Briefmarkenfabrik, ohne etwas mitzunehmen. Zunächst scheint es, als wären sie die Schurken, für die sie gehalten werden. Die maskierten Helden müssen sich vor Batman und Robin behaupten. Tatsächlich gab es parallel zur Batman-Serie eine Green Hornet-Serie, die nur eine Staffel hielt. Van Williams spielt neben Bruce Lee, der daraufhin zum Star wurde. Bereits in der Folge … hatten die beiden einen Gastauftritt.

Colonel Gumm

In dieser Doppel-Folge ist ihr gemeinsamer Feind Colonel Gumm, der in der Briefmarkenfabrik von Pinky Pinkston, Fälschungen druckt und plant, eine Briefmarkenausstellung zu plündern. Pinky ist eine junge Dame, die sich selbst ihre Haare und ihr Hündchen pink färbt, und sowohl mit Bruce Wayne als auch mit Britt Reid (Green Hornet) befreundet ist. Die beiden Herren kennen sich aus ihrer Jugend. Schon damals waren sie Rivalen.

Green Hornet und Kato als Briefmarken

Batman und Robin helfen Green Hornet und Kato aus der Klemme, als Colonel Gumm sie in eine Briefmarken-Maschine steckt. Zuvor sieht es nicht gut für sie aus, als Gumm zwei lebensgroße Briefmarkenversionen von ihnen aus dem Drucker holt. Später verkloppen sie Gumm und seine Schergen. Bruce Lee hebt das Niveau des Kampfes natürlich gewaltig. Dafür kann Batman mit Klugscheißerei punkten, indem er erklärt, welches Gerät die Bilder von Green Hornet und Kato produziert hat. Batman zeigt sogar eine neue Fähigkeit: Er kann die Farbe Pink riechen.

Bruce, Pinky, Britt – und ein pinker Hund.

Natürlich geht es auch um doppelte Identitäten. Pinky stellt die steile These auf, Bruce sei Green Hornet und Britt sei Batman. Wie soll das gehen wenn beide in unterschiedlichen Städten leben? Jedenfalls kommt es zu interessanten Aufeinandertreffen der beiden Helden, die die Geheimnisse ihres Gegenübers nicht kennen.

Batman sichert die Buchstabensuppe.

Der Höhepunkt des Absurden ist aber eine andere Szene: Colonel Gumm isst am liebsten Buchstabensuppe. Als Pinky von ihm festgehalten wird, lässt sie ihren Hund von einem Teller Suppe fressen. Batman fällt später sofort auf, dass fehlen die Buchstaben J, Q und Z fehlen. Wie gut, dass er den leeren Alphabet-Soup-Bat-Container dabei hat, inklusive Bat-Trichter. Die verstaut er dann irgendwo hinter seinem Cape, wahrscheinlich in einer Halterung seines Gürtels. In der Batcave wird dann das Ganze mit dem Alphabet-Soup-Dryer getrocknet.

Robin fällt anschließend die Drecksarbeit zu, aus dem Buchstabensalat schlau zu werden. Natürlich ist das Unterfangen zum Scheitern verurteilt. Seine einzige Erkenntnis ist, dass es keine Satzzeichen in Buchstabensuppe gibt. Wieder was gelernt. Da hat Batman eine Idee: Er kehrt die Nudeln zusammen und füttert damit den Bat-Computer. Der spuckt die Buchstaben sofort in richtiger Reihenfolge aus. Die Botschaft lautet:

„If anyone can decode this message: Gumm is taking me to warehouse as hostage. Watch stamp exhibition tonight. Pinky Pinkston.“

Und dass nur, weil Frau Pinkston alle Js, Qs und Zs an ihren Hund verfüttert hat. Doch als Batman eine Seite aus den Gelben Seiten hineinsteckt, versagt der Computer. Tante Harriets Haartrockner hatte einen Kurzschluss und hat die halbe Stromversorgung lahmgelegt. Und das alles nur wegen der Eitelkeit einer Frau. Als Batman schon resigniert die Schlacht für verloren erklären will, springt Robin als Motivator ein: Früher wurden Schlachten auch ohne Elektrizität geschlagen. Das baut Batman wieder auf.

Green Hornet & Kato

Selbst in der letzten Schlacht ist nicht klar, wer Freund und Feind ist: Batman und Robin prügeln sich nicht nur gegen die Schurken, sondern auch gegen Green Hornet und Kato. Als Robin von Bruce Lee umgekickt wird, ist Robin froh, dass sie nicht jede Woche gegen sie antreten müssen.

Robin legt sich mit Bruce Lee an

Fast 40 Jahre später kam es zu einem Wiedersehen im Comic: Batman ’66 Meets the Green Hornet (2014-2015), geschrieben von Kevin Smith und Ralph Garman, gezeichnet von Ty Templeton.

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Schamloser Cowboy

Showdown mit Shame

Titel: Come Back, Shame/It’s How You Play the Game (High Noon in Gotham City)

Drehbuch: Stanley Ralph Ross

Erschienen: 1966 (Batman S02E25-26)


„Shame on you, Shame!“

Ein Ganove klaut einen Rennwagen und noch zwei weitere Autos. Als Gordon bei Batman anruft, ist der Held verwundert: Damit müsste selbst die Polizei vom Gotham fertig werden können. Doch der Dieb ist nicht irgendwer, sondern Shame, ein bekannter Ganove, der sich wie ein Cowboy anzieht. Offenbar reicht das schon, um die besondere Expertise von Batman und Robin zu bemühen. Dafür müssen Bruce und Dick leider ihr Spiel mit der Autorennbahn unterbrechen. (Bruce ist übrigens auch darin seinem Mündel überlegen.)

 

Shame klaut die Autos, um aus den Teilen einen eigenen Motor für sein Fluchtfahrzeug zu bauen. Damit will er vier wertvolle Stiere stehlen und das Batmobil abhängen. Mal wieder so ein sehr umständlicher Plan, der nicht wirklich Sinn ergibt. Aber was will man auch von einem solchen Typen erwarten? Shame entspricht dem Klischee des Westernhelden, sein Geheimversteck liegt auf einem verlassenen Studiogelände für Westernfilme.

Schamloses Kostüm

Warum der Schurke Shame heißt, erschließt sich nicht, denn wenn der Cowboy eins nicht hat, dann ist es Schamgefühl für sein mangelndes Stilbewusstsein: Seine rote Weste, sein geblümtes Hemd und seine lila Krawatte mit weißen Punkten wollen so gar nicht zu der Lederkluft passen, die er trägt. Das ist aber auch schon das Bunteste an seinem Charakter. Dieser Möchtegern-John Wayne (dargestellt von Uncle Ben-Darsteller Cliff Robertson) hat den Charme eines Spucknapfs und ist so humorlos und fade, dass man sich nach King Tut und Egghead sehnt. (Auch seine Komplizen machen es nicht besser und schon gar nicht der Junge, der redet wie ein Zombie und Shame hinterher rennt, um von ihm sein Radio wiederzukriegen.)

 

Trotzdem gibt die Folge einige Höhepunkte her: Bruce und Dick kaufen Unterwäsche für Tante Harriet, Bruce versucht eine Kuh von der Straße zu ziehen und als Bruce sein Auto von Shame stehlen lässt, kommt das Batcycle per Fernsteuerung angefahren, Bruce überreicht Alfred ein zusammenfaltbares Fahrrad und auf diesem „Alf-Cycle“ fährt er davon. Bruce und Dick steigen in zivil auf das Batcycle, ohne sich darum zu sorgen, dass jemand sie sehen könnte. Hier fällt der Unterschied zwischen den Rollen auf: Wenn Bruce das Kostüm nicht trägt, redet er ganz ruhig und ohne Pathos, ja man könnte ihn fast schon cool nennen. Ein Jammer, dass Adam West nie James Bond gespielt hat.

Bat-Ballistik

Eine Saloon-Prügelei später liegt das Dynamische Duo besiegt am Boden. Jetzt könnte Shame sie einfach erschießen. Warum er es nicht tut? Weil es unsportlich wäre, sagt er. Offenbar denkt Shame, es wäre viel sportlicher, die beiden zu fesseln, mit Holzpflöcken am Boden zu befestigen und sie von einer Viehherde zertrampeln zu lassen.

 

Batman rettet sich mal wieder sehr kreativ: Er befreit seine Hände, nimmt seinen Umhang ab und wedelt damit rum wie ein Stierkämpfer, ruft „Toro! Toro!“ und lenkt so die Herde von sich und Robin ab. Reagieren Stiere nicht eigentlich auf rote Tücher? Nein, sagt Batman, das sei ein Irrtum, denn Stiere seien farbenblind und reagierten nur auf die Bewegung. „Holy toreador!“, ruft Robin, doch Batman korrigiert: Nein, es heiße „Matador“. Toreador sage man nur umgangssprachlich, in Anlehnung an Bizets Oper Carmen. Wieder was gelernt.

Shame haut ab, die Helden folgen ihm dank Essensspuren auf dem Lenkrad zu einem Imbiss („Holy guacamole!“), aber finden ihn dort nicht mehr. Nur wo könnte er sich verstecken? Robin meint, er könnte nicht zurück zu dem alten Studio-Set zurückkehren, weil sie das bereits kennen. Aber Batman ist schlauer: Was ist, wenn Shame genau das denkt, dass sie das denken und deshalb denkt, dass er sich wieder dort verstecken könnte? „Holy Bat-logic!“, ruft Robin und tatsächlich treffen sie Shame dort wieder.

Doch sie geraten in einen Hinterhalt. Als Robin an der Ferse angeschossen wird, sieht man weder Blut noch Wunden. Stattdessen holt Batman die Kugel ohne größere Schmerzen aus dem Fuß, bringt ihn in die Bathöhle und heilt ihn mit Decken (?), heißem Wasser (?) und Baticillin-Pillen. Eine Wunderkur: Kurz darauf springt Robin wieder munter durch die Bathöhle.

Shame raubt in der Zwischenzeit seine begehrten Stiere. Und wieder stellt sich die Frage: Wo könnte er sich (und die Stiere) verstecken? Wieder kommt die Bat-Logik zum Einsatz: Doch ganz bestimmt nicht auf einem Viehhof, denn in einer Menge, denn da könnten sie ja leicht gefunden werden. Stattdessen eher auf einem verlassenen Ort, wo niemand nachschauen würde. Also geht es wieder zurück auf das alte Studiogelände. Die Bat-Logik verlangt nach einer würdigen Kulisse für das Finale.

Shame beim Showdown

Beim typischen Western-Showdown treten Batman und Robin ihrem Gegner ohne Waffen gegenüber. Natürlich zu High Noon. Und um auch das letzte Klischee zu erfüllen, fällt der Satz „This town ain’t big enough for both of us.“ Batman ist sich sicher: Shame würde nie auf einen Unbewaffneten schießen, das verstieße gegen den Western-Code. Dass sie bereits aus vollen Rohren beschossen worden sind und Robin bereits eine Kugel abgekriegt hat, scheint vergessen. Man hilft sich mit einer Rauchbombe, die Bösen schießen die Magazine leer und man kann die Sache mit Fäusten lösen. Auch dabei kommt es zu absurden Szenen, wie Robin, der auf einem Schurken Rodeo reitet …

 

Zum Schluss erteilt uns Batman noch eine Lektion zum Umgang mit Schusswaffen: „Great care must be taken in the use of firearms. They can be quite dangerous if used improperly.“ Von Batman können die Amerikaner noch heute viel lernen. Oder, wie es Cliff Robertson später als Uncle Ben sagt: „Aus großer Macht folgt große Verantwortung.“

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Batman gegen Liberace

Liberace alias Chandell

Titel: The Devil’s Fingers/The Dead Ringers (dt. Tödliches Fingerspiel)

Drehbuch: Lorenzo Semple Jr.

Erschienen: 1966 (Batman S02E15-16)


Tante Harriet hat Besuch vom großen Pianisten Chandell (gespielt von Liberace). Sie proben gerade ein Stück, das sie gemeinsam bei einem Wohltätigkeitskonzert der Wayne Foundation spielen sollen. Als Chandell ein schottisches Stück spielt, kommen drei schöne Frauen in Schottenröcken durchs Fenster gestiegen, bedrohen die beiden mit einem Dudelsack und rauben sie aus. Die Polizei ist sofort zur Stelle, um Batman und Robin zu rufen, aber da bekommt Gordon am Telefon von Alfred mitgeteilt, dass das Dynamische Duo Urlaub mache. Gordon ist fassungslos: „Catastrophic! … The moment we’ve dreaded for years has arrived!“ Das bedeutet, dass die Polizei von Gotham zum ersten Mal einen Fall selbst lösen muss.

Schon bei der Spurensicherung sind die Ordnungshüter überfordert und geben schnell auf. Gordon und O’Hara sehnen sich nach den inspirierendsten Worten der englischen Sprache: „To the Batmobile, Robin! Let’s go!“ Um keine unnötigen Risiken einzugehen, fährt Gordon schwere Geschütze auf – buchstäblich. Um Chandell bei  einem Konzert zu schützen, lässt er Zugänge mit Sandsäcken, Stacheldraht und Maschinengewehren bewachen. Beim ersten Anzeichen von kriminellen Machenschaften soll scharf geschossen werden.

Batman und Robin mit Chandell

Es nützt alles nichts. Das Publikum ist schlauer: Wir erfahren schnell, dass Chandell selbst der Schurke ist, der Böses im Schilde führt. Bei einem Konzert spielt er Piano und muss sich einmal verspielen, damit bei der Burma Import Company  eine Bombe hochgeht. Seine drei Komplizinnen führen davor einen burmesischen Tanz auf und versetzen einen Polizisten in Staunen.

Bruce Wayne, der im Wald bei der Jagd hockt, hört sich das Konzert im Radio an, bemerkt den Fehler und wird sofort skeptisch: Dass der große Chandell sich verspielt, ist eine Unerhörtheit, für die er sofort den Urlaub unterbricht und Dick Grayson, der sich gerade an eine Mitschülerin ranschmeißt, folgt ihm. Verbrechensbekämpfung geht eben vor. In der Zwischenzeit ist Gordon in der Krise. Aus lauter Verzweiflung hat er sich ein Pillenarsenal zugelegt. Seine Freude könnte nicht größer sein, als er endlich Batman am Telefon hört.

Chandell ist ein Verbrecher aus Not: Sein böser Bruder Harry (ebenfalls gespielt von Liberace) erpresst ihn, zu verraten, dass Chandell seine Berühmtheit einem Betrug zu verdanken hat, weil er einst bei einem Konzert im Weißen Haus auf einem automatischen Klavier spielte. Chandell will Bruce und Dick töten, Aunt Harriet heiraten und von der Erbschaft seinen Bruder auszahlen.

Batman und Robin, Harry und die Stanzmaschine

Batman und Robin landen in einer ganz besonderen Todesfalle: Einer Stanzmaschine für Pianola-Noten. Als sie langsam auf einem Fließband hineingezogen werden, fordert Batman Robin auf, ihm nachzusingen. Beide singen quer durcheinander, als wären sie verrückt geworden und kommen heil auf der anderen Seite wieder raus. Die Erklärung: Die Maschine reagiert auf Töne, die sie hört, und Batman hat sich einfach Töne vorgestellt, mit denen die Maschine an ihnen vorbeistanzt. Einfachste Lösung wäre demnach gewesen, still zu sein. Aber dann gäbe es eine alberne Szene weniger …

Zum Einsatz kommen sonst der Bat-Shield, eine Rauchbombe und zum ersten Mal bewährt sich der Batarang, um jemanden auszuknocken. Und erstmals nimmt auch Tante Harriet eine Waffe in die Hand, um einen Gauner in Schach zu halten, aber nur mit mäßigem Erfolgt. Die Polizei nutzt ihre „Subtle Interrogation Lamp“, eine Vorrichtung, mit der man Verdächtige wie Harry beim Verhör zum Schwitzen bringen kann. Aber leider hat der gewiefte Anwalt von Harry Tropenhelm und Sonnenbrille dabei.

Am Ende landet die Bande zwar im Knast, aber Chandell darf zu seiner getreiften Sträflingskleidung trotzdem Glitzer tragen und ein gestreiftes Piano spielen. So geht die Zeit schneller rum. Aber ein Wiedersehen mit ihm wird es in der Serie nicht mehr geben.

Chandell in Streifen

Zum Schluss ein Wort Bat-Philosophie:

Robin: „Self-control is sure tough sometimes, Batman.“
Batman: „All virtues are, old chum. Indeed, that’s why they’re virtues.“

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Minnesänger grillt Batman

Minstrel mit Klampfe

Titel: The Minstrel’s Shakedown/Barbecued Batman? (dt. Minnesänger – Börsensprenger)

Drehbuch: Francis M. & Marian B. Cockrell

Erschienen: 1966 (Batman S02E05-06)


Ein neuer Gegner für Batman: Der Minstrel, ein Minnesänger, mischt die Börse von Gotham auf und erpresst sie, es wieder zu tun. Wie hat er das geschafft? Heute würde man ihn einen Hacker nennen. Aber wie kann ein mittelalterlicher Minnesänger zugleich ein elektronisches Genie sein? Eine seltsame Kombination, findet auch Gordon. Da wird er von Robin eines Besseren belehrt: Musik und Elektrizität werden beide durch Wellen übertragen. Und zwar durch fast identische Naturgesetze, ergänzt Batman. Es sei also logisch, dass ein krimineller Musiker sich so betätigt. Demnach könnte also jeder Pianist ohne Probleme zum Elektrotechniker umschulen oder andersrum – gut zu wissen.

Minstrel sprüht Funken

Die Polizei will helfen, sie macht sich Sorgen um das Dynamische Duo. Aber Batman winkt ab: Nach Pinguin, Archer, Clock King, King Tut und Catwoman, werden sie wohl auch mit diesem Minstrel fertig. Leichter gesagt als getan. Denn kaum stehen sie ihm zum ersten Mal gegenüber, kann er sie mit ein bisschen Funkensprühen von sich fernhalten. Auch wenn Batman seine Bat-Drone einsetzt, kann er nicht verhindern, in eine fiese Falle gelockt und auf einen rotierenden Radarwellen-Grill gebunden zu werden.

Batman und Robin werden gegrillt

Während die Helden langsam vor sich hinbrutzeln, singt Minstrel ein nettes kleines Lied:

Batman and Robin rotate and revolve
As the heat grows your bodies dissolve
When it’s still hotter, then you will melt
Nothing left but your utility belt.

Doch natürlich entkommen sie auch dieser Todesfalle ohne dass selbst ihre Capes Schaden nehmen. Minstrels Handlanger lassen sie ebenso laufen wie die hübsche Komplizin Octave, obwohl sie sich ihm freiwillig ergibt. Batman flirtet hart mit ihr: Allein vom Aussehen her sei er von ihrer Unschuld überzeugt. Er gibt ihr ihre Handtasche zurück – aber natürlich mit einer Wanze.

Kleiner Flirt, Batman-Style

Im Finale geht es um nichts Geringeres als das Ende der Welt. Der Minnesänger kann nämlich mit Ultraschallwellen Gebäude zum Schwanken bringen. Aber das klingt spektakulärer, als es ist.

Auch wenn die Episode sonst nicht viel zu bieten hat, gibt es zwei interessante Szenen, die den postmodernen Batman vorwegnehmen: In einer Szene hat Alfred ein Abendessen vorbereitet, aber Batman und Robin sind zu sehr mit Basteln beschäftigt. Ein Erdnussbutter- und Wasserkresse-Sandwich und ein Glas Milch hätten es auch getan, sagt Batman. Alfred macht sich Sorgen um ihre Gesundheit: die langen Arbeitszeiten und die ausgelassenen Mahlzeiten könnten zum Problem werden. Aber Batman ist sich sicher: Wir haben noch einige gute Jahre vor uns.

Essen ist fertig

In der zweiten Szene wagt es Chief O’Hara, das Dynamische Duo anzuzweifeln. Eigentlich wisse man nichts über die beiden, sagt er. Es seien nur zwei Maskierte, zwei Stimmen am Telefon – wo kommen sie her, wo gehen sie hin? Woher die Sicherheit, dass sie nicht selbst einmal zu Übeltätern werden? Gordon wird sauer, schreit ihn zusammen. Selbst als er sich entschuldigt, kennt der Commissioner keine Gnade: Batman und Robin auch nur infrage zu stellen, duldet er nicht. „They are the guardian angels of the city.“

Batman und die Bat-Drohne

Als der Minstrel endlich gefasst ist, will es Tante Harriet nicht wahrhaben. Kann ein Mann, der so schön singt, wirklich ein böser Mensch sein?, fragt sie sich. Selbst als der Minstrel am Ende droht, aus dem Knast auszubrechen und Batman zu töten, bittet sie Bruce, für den armen Mann ein gutes Wort beim Commissioner einzulegen. Kein Wunder, dass die Frau nie kapieren wird, dass sie mit Batman und Robin unter einem Dach wohnt.

Eine verkehrte Welt, in der die Besten angezweifelt und die Bösesten verklärt werden …

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Egghead übernimmt Gotham City

Vincent Price als Egghead

Titel: An Egg Grows in Gotham/The Yegg Foes in Gotham (dt. Ein dickes Ei für Gotham City)

Story/Drehbuch: Edwin Self/Stanley Ralph Ross

Erschienen: 1966 (Batman S02E13-14)


„I know it seems we call the Caped Crusaders pretty often, but there’s no other way to handle it.“ (Gordon)

Vor vielen Jahren wurde Gotham City von drei Familien gegründet: den Savages, den Tylers und den Waynes. Das ursprüngliche Land wurde von den Mohikanern gepachtet, zum Spottpreis von neun Waschbärfellen. Seitdem muss die Pacht alle fünf Jahre erneuert werden, zum gleichen Preis und von den Vertretern der vier Parteien – so will es Gothams Verfassung. Bruce Wayne und die Millionäre Pete Savage und Tim Tyler sollen die Felle dem letzten Mohikaner, Chief Screaming Chicken übergeben. Doch vor der Nacht der Zeremonie stiehlt ein Schurke die Urkunde.

Egghead mit Hauptquartier mit Handlangern

Der Schurke ist ein neuer für Batman: Egghead (gespielt von Vincent Price), ein glatzköpfiger Erfinder mit einer Vorliebe für Eier, Eiförmiges und Wortspiele. Er ernährt sich nur von weißen Eiern der Güteklasse A, seine kahlen Helfer heißen Benedict und Foo Yung (nach den Eierspeisen), seine Sekretärin Bacon.  „The smartest villain we ever faced“, gibt Batman zu. Und tatsächlich ist er der einzige Mensch in der Serie, dessen Gehirn schlau genug war, zu schließen, dass nur Bruce Wayne Batman sein könne. (Auch wenn diese Vermutung so schnell zerschlägt wie ein Ei.)

Doch was will Egghead mit der Urkunde? Robin hat eine Vermutung: Vielleicht will er einen Krieg zwischen den Bürgern von Gotham und den Indianern anzetteln! Batman bezweifelt das. Es ist nur noch ein Mohikaner übrig. Nein, Egghead will die Übergabe verhindern, selbst einen Deal mit dem Indianer aushandeln und Gotham City übernehmen.

Und so passiert es auch: Egghead nimmt alle drei Millionäre gefangen, sie verpassen den Termin und Egghead kriegt den Zuschlag für Gotham. Kurz darauf entlässt er den Bürgermeister und den Commissioner, er selbst wird Polizeichef und es bricht eine bizarre Anarchie aus: Während Kriminelle rauben dürfen, wie sie wollen, und Schießereien auf offener Straße zur Tagesordnung werden, kümmert sich die Polizei nur noch um Verkehrssünder und Ordnungswidrigkeiten. Egghead bedient sich bei den  Steuereinnahmen der Stadt.

Aber vom Alltag unterscheidet sich das erst, als Batman und Robin aus der Stadt geworfen werden. Nun kann (und will) sich niemand mehr gegen den Schurken wehren. Die Lösung steht im Kleingedruckten der Verfassung: Kriminelle dürfen nicht die Stadt regieren. Bruce und Dick müssen erst die Urkunde stehlen, um dahinterzukommen. Auf die Idee, dass die US-Verfassung die Eigentumsrechte schützt, kommt natürlich niemand. Aber so ergibt sich das schöne Finale, bei dem sehr viele Eier zu Bruch gehen.

Batman und Robin auf Lachgas

Egghead wirft vor allem gerne Bomben- und Rauch-Eier, eines sogar mit Lachgas, das Batman und Robin nur mit einer Traurigkeitspille bekämpfen können. Ansonsten wird wirklich keine Gelegenheit ausgelassen für Kalauer mit Ei-Bezügen: Von „eggcelent“ bis „eggcuisite“. Auch sonst ist es eine philologische Folge: Einmal gibt Batman sogar Robin Nachhilfe in englischer Sprachgeschichte, indem er anhand von Eggheads Tarnfirma „The Gothi Oeufs Caviar Company“ erklärt, dass Gothi Fisch bedeutet.

Kleine englische Sprachkunde

Die Autoren beweisen auch Traditionsbewusstsein in Sachen Pulp-Kultur: Batman sagt einmal den Satz „Who knows where evil lurks“, der von der berühmten Radio-Ansage seines Vorläufers The Shadow stammt, der Indianer benutzt einmal das Wort „Kemosabe“, ohne zu wissen, was es bedeutet. Er habe es einmal im Radio aufgeschnappt, sagt er, und tatsächlich stammt es aus dem Radio-Hörspiel The Lone Ranger (1949-1957).

Begrüßung des letzten Mohikaners: Batman und Screaming Chicken

Was die Darstellung des armen Indianers angeht, die ist leider genauso klischeebehaftet wie alles andere, nur dass es leider zu Lasten der unterdrückten Minderheit geht: Der Häuptling wird als armer Tropf gezeigt, der albernen Kopfschmuck trägt und in einem Tipi am Straßenrand Souvenirs, Decken und Pizza verkauft. Als wäre das nicht traurig genug, erscheint er als naiver Idiot, der schlechtes Englisch spricht, eine kurzes Gedächtnis hat und sich ständig übers Ohr hauen lässt.

Zwar denkt Screaming Chicken, der Preis für Gotham sei mit neun Pelzen zu gering angesetzt, aber er verlangt stattdessen nur zwölf. Batman ist unnachgiebig: So steht es im Vertrag. Der Philanthrop Bruce Wayne kennt plötzlich keine Almosen mehr. Und der Häuptling gibt sich geschlagen. Der Indianer (im Allgemeinen) sei eben kein guter Geschäftsmann, sagt er. Selbst Egghead bietet ihm später nur 100 Dollar im Monat an (plus so viele Eier er will) und er lässt sich auf den Ganoven ein, ohne seine Motive zu hinterfragen.

Der absolute Tiefpunkt: Am Ende sagt Screaming Chicken in einem Moment von Peinlichkeit: „My face is so red.“ Seltsam, dass man diese Stereotype bisher nicht zensiert hat … Allerdings gibt es eine wunderbar schräge Szene, in der Batman den Häuptling mit einem bizarren Ritual begrüßt. Die allein ist sehr witzig – hätte diese ganze Indianer-Sache nicht einen so bitteren Beigeschmack.

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Der König der Uhren

Clock King

Titel: The Clock King’s Crazy Crimes/The Clock King Gets Crowned (dt. Fünf vor zwölf)

Drehbuch: Bill Finger, Charles Sinclair

Erschienen: 1966 (Batman S02E11-12)


Es gibt nur eine Doppelfolge der Batman ’66-Serie, für die der Batman-Schöpfer Bill Finger das Drehbuch mitverfasst hat. Und es ist auch sonst eine besondere Folge: voller Witz und grandioser Einfälle.

Clock King mit Uhren

Der Schurke ist der Clock King. Der Name ist Programm. Der dickliche Herr hat allein drei am Handgelenk und in seinem Hauptquartier erfreut er sich am Schlag seiner Uhren zur vollen Stunde, die Pink Floyd zum Intro ihres Stücks „Time“ inspiert haben könnte, während seine Handlanger unter der Kakofonie leiden.

Clock Kings Handlanger

Nachdem er einen Juwelier ausgeraubt hat, fahren Batman und Robin nicht mal mehr den Umweg zum Polizeihauptquartier – es gilt, keine Zeit zu verlieren. Also direkt zum Tatort! Erst jetzt kann man sich fragen: Warum fahren sie sonst dort überhaupt hin? Wenn die Polizei ohnehin keine Ahnung hat und sich keine Mühe gibt, zu ermitteln, kann man auch gleich ohne den Anstandsbesuch auskommen.

Wie dem auch sei. Was das Dynamische Duo hier leistet, ist Höchstform. In einer Kunstgallerie brillieren sie mit knallharter Detektivarbeit. Als der Galerist von einem Mr. Chronos spricht, der unter falschem Namen Kunde war, bringt das Robin auf eine geniale Idee: „Chronos? The greek word for time!“, schreit der Wunderknabe. Batman lobt ihn: Dank seiner Fremdsprachenkenntnisse könne man schließen, dass Mr. Chronos kein Geringerer als der Clock King sei. Der Galerist ist baff: „Amazing! The way you two figured that out! I could have never done it.“ Batman winkt ab: „Don’t feel bad, Mr. Parkers. You haven’t been trained in deduction as we have.“

Time Out of Joint: Clock King als Künstler

Wunderbar. Solche Szenen machen Fingers Folge zu einem wahren Kunstwerk. Apropos Kunst. Clock King taucht bei einer Pop-Art-Ausstellung auf, um ein Gemälde zu stehlen. Dazu gibt er sich als Künstler aus, der seine Installation „Time Out of Joint“ präsentiert. Ein Dali-mäßiges Batman-Bild verschmäht er als minderwertig. Es ist nicht das erste Mal, dass Batman in der Serie in der Kunst verewigt wird, es gab bereits andere Gemälde und Skulpturen.

Batman, Dali-Style

Aber Kunst ist nicht so wichtig wie es scheint. Anders kann man sich nicht die ikonoklastische Prügelei erklären, bei der die halbe Ausstellung verwüstet wird. Danach machen Batman und Robin erstmal Mittagspause in einem Drive-In-Diner – so viel Zeit muss sein, denn selbst Verbrechensbekämpfer brauchen schließlich Nahrung. Die Kellnerin serviert ihnen „Batburgers„. Es mag wohl am Mittagstief liegen, dass die Deduktion dann etwas schwerfälliger funktioniert.

Während Batman und Robin im Batmobil essen und fernsehen und sich einen Bericht über die Pop-Art-Ausstellung ansehen, fällt der Name „Time Out of Joint“. Robin wird skeptisch. Doch die Verkleidung des Clock Kings wirft Zweifel auf. Batman lässt sich vom Batphotoscope ein Foto von Clock King ausdrucken und erst nachdem er es mit Sonnenbrille, falschem Bart und Baskenmütze bemalt und Robin das Werk genau betrachtet hat, ist der Fall klar: „Holy mascerade! It’s Clock King!“

Sammy Davis Jr.

Beim Fassadenklettern (die Robin übrigens eine gute Übung für den Mount Everest bezeichnet) taucht ein Überraschungsgast auf: Sammy Davis Jr. Der lädt die beiden zur Probe ein, aber die pflichtbewussten Spießer haben für solch weltliche Freuden keine Zeit. Aber hätten sie lieber mal das Angebot angenommen. Denn dann geht das Dynamische Duo in eine Todesfalle: eine Sanduhr mit pinkem Sand.

Die zweite Hälfte des Abenteuers kann da leider nicht ganz mithalten. Aber es gibt noch eine herrliche Szene: Der Clock King bricht in Wayne Manor ein, um Taschenuhren zu stehlen. Alles soll sehr schnell gehen, aber der Schurke lässt sich trotzdem viel Zeit dabei, sich an jeder einzelnen Uhr zu erfreuen, bevor er sie einsackt. Aber er kann sich Zeit lassen: Denn obwohl Batman und Robin gleich darunter in der Bathöhle sind, warten sie noch auf den Bat-Computer, dass er irgendwelche sinnlosen Prognosen ausspuckt. Der Wechsel zwischen beiden Szenarien ist zum Schreien komisch.

Batman und Robin – gefesselt

Schließlich darf auch Bruce Wayne als Held tätig werden, um Tante Harriet zu retten. Aber den Tätern, die gerade erst abgehauen sind, zu folgen, das ist immer noch nicht Batman-Style. Wozu auch? Es klappt am Ende ja auch so …

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Robin Hood macht Batman Konkurrenz

Archer in Wayne Manor

Titel: Shoot a Crooked Arrow/Walk the Straight and Narrow (dt. Batman contra Robin Hood)

Drehbuch: Stanley Ralph Ross

Erschienen: 1966 (Batman S02E01-02)


„How unoriginal!“ (Batman)

Zweite Staffel, neue Gegner, neuer Einstieg: Ein Bogenschütze bricht mit zwei Handlangern in Wayne Manor ein, betäubt alle Anwesenden mit einem Gas-Pfeil und plündert den Tresor. Kurz darauf verteilt der Schurke das Geld unter den Armen von Gotham. Doch der Archer, dieser Möchtegern-Robin-Hood, der gerne mittelalterliche Kleidung trägt, hat keine selbstlose Agenda. Das ist nur der Auftakt, um sich selbst zu bereichern. Doch zuvor will der Archer in die Bathöhle, um eine Maschine zu zerstören, die angeblich Verbrechen vorhersagen kann.

Die Handlanger des Archers ziehen sich ebenfalls an wie Figuren aus Robin Hood, sie schießen Blitzpfeile, Niespulverpfeile und Pfeile, die um die Ecke fliegen könen, außerdem tragen sie eine Maschine mit sich, auf der Jubel, Buhrufe und Gelächter bei Bedarf abgespielt werden können. Der Archer hetzt Gotham gegen Batman auf, es ist sogar die Rede davon, Batman zu ersetzen. Das kratzt natürlich stark am Mythos. Besonders bitter, dass eine edle Figur wie Robin Hood, Vorbild für Robin, dafür missbraucht wird. Aber Commissioner Gordon versichert den Zuschauern: Für Batman gibt es keinen Ersatz!

The Dark Knight Returns ’66: Alfred als Batman

Tatsächlich lässt sich Batman selbst vertreten: In einer Szene, in der sowohl Bruce Wayne als auch Batman gefragt sind, schlüpft Alfred ins Kostüm, bleibt aber bei Commissioner Gordon auf Distanz, damit man den Unterschied nicht merkt. Den könnte man vor allem an dem Schnurrbart bemerken. Aber wenn sich der Joker schon nicht rasieren muss, dann opfert auch Alfred nicht seine geliebte Barttracht für einen Batman-Cameo. Um die Täuschung perfekt zu machen, spricht er durch einen Stimmen-Imitator. Niemand schöpft Verdacht.

Archer Alfred

Alfred ist ohnehin der Star der Folge: Er beweist hervorragende Fähigkeiten im Umgang mit Pfeil und Bogen, als er sich mit dem Archer duelliert. Da wird ein Pfeil nach dem anderen gespalten. Dann wird er in eine Guillotine gesteckt. Als er am Ende mit Dick Grayson Wilhelm Tell spielen will, kostet es ihn fast den Kopf.

Auch sonst wird in dieser Folge dick aufgefahren: Batman und Robin entkommen gleich zwei Todesfallen, einer davon durch versteckte Sprungfedern in ihren Schuhen. Schließlich kommt das Bat-Boat zum Einsatz und das Finale ist ein Schwertduell auf einem Piratenschiff.

Nebenbei werden wir darüber belehrt, warum Batman in seinem Batmobil durch die Stadt rasen darf: Er riskiert sein Leben, um andere zu schützen, sagt ein Polizist. Aber sonst sei er ein sicherer Fahrer. Ja, mehr noch: In seiner Freizeit gibt Batman sogar Stunden für Fahrschüler. Dafür gibt es sogar Applaus aus dem Off.

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Falsches Gesicht, falsches Batmobil

False Face

Titel: True or False-Face/Holy Rat Race (dt. Das falsche Gesicht)

Drehbuch: Stephen Kandel

Erschienen: 1966 (Batman S01E17-18)


Die Welt von Batman ’66 kennt keinen Two-Face, dafür False Face. Ein Schurke mit Plastikmaske setzt sich – ganz phantomas-mäßig – ständig die Masken von Gesichtern anderer Menschen auf, um Batman und die Polizei in die Irre zu führen, z.B. gibt er sich als Chief O’Hara aus. Die Kunst dabei ist, dass er es schafft, trotz der darunter liegenden Plastikmaske mit den falschen Gesichtern eine Mimik auszudrücken. Außerdem kann er sich blitzschnell verwandeln, innerhalb von Sekunden hat er nicht nur die passende Maske, sondern auch Verkleidung bereit – obwohl er weder Koffer noch Tasche bei sich trägt. So wird er vom Cowboy flugs zu Commissioner Gordon. Aber Batman lässt sich nicht jedes Mal verarschen …

False Face tarnt sich zu Beginn nur mit einem angeklebten Bart – und kein Polizist erkennt das Plastikgesicht darunter. Die Polizei von Gotham ist wirklich ein unfähiger Haufen. Und dann gibt False Face Hinweise, die genau das Gegenteil von dem besagen, was er ausdrücken will. Robin schließt bei einem Rätsel scharf: Das Gegenteil von Mädchen ist Junge! Was würde Batman nur ohne Robin machen?

Trotz ihres Scharfsinns lassen sie sich (wie so oft) von einer hübschen Handlangerin übertölpeln, als Batman ihr am Süßigkeitenautomaten einen Schokoriegel ziehen will. Sie werden an den Schienen einer U-Bahn gefesselt und können sich über einen Kurzschluss befreien, den Alfred in der Ferne auslöst. Obwohl der Zug heranrast und Batman es sehr eilig hat, lässt er sich alle Zeit der Welt, Alfred keine Befehle zu erteilen, sondern allerhöflichst seine Bitte zu formulieren. Da man in der Ferne schon das Licht des Zuges sieht, fragt man sich, wie langsam die U-Bahn von Gotham eigentlich fährt …

Falsches Batmobil aus Draht

Highlight ist aber Batmans bester Trick: Als das Dynamische Duo mit dem Batmobil auf False Face zufährt, beschießt er es, sodass nur ein Drahtgestell davon übrig bleibt. Er jubelt, aber dann taucht das echte Batmobil auf – das andere war nur ein aufblasbares Imitat. Allerdings sah es täuschend echt aus! Leider erfahren wir nicht genau, wie Batman das gemacht hat. Das bleibt ein Geheimnis. Ebenso wie False Faces wahres Gesicht. Niemand kommt auf die Idee, dem Mann die Plastikmaske abzunehmen.

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Todesfalle Traualtar

Batman mit Marsha vor dem Traualtar

Titel: Marsha, Queen of Diamonds/Marsha’s Scheme of Diamonds (dt. Batman vor dem Traualtar)

Drehbuch: Stanford Sherman

Erschienen: 1966 (S02E23-24)


„Not a very cheerful groom, are you?“ (Marsha)

Batman heiratet? Eine Schurkin? Was ist hier los? Es beginnt alles damit, dass Chief O’Hara sich in die Juwelendiebin Marsha, selbsternannte Queen of Diamonds, verliebt und ihr dabei hilft, einen schweren Klunker zu entwenden. Der Polizist ist ihr bedingungslos verfallen. Das liegt an einem Gift, das sie ihm verabreicht hat, mittels einem pfeileschießenden Amor. Auch Commissioner Gordon wird so ihr Sklave. Und schließlich auch Robin.

Amor schießt Liebespfeile

Batman widersteht der Attacke nur mit äußerster Bemühung seiner Willenskraft. Damit hat Marsha nicht gerechnet. Sie will nämlich den riesigen künstlichen Diamanten haben, mit dem Batman in der Bathöhle seinen Bat-Computer antreibt. (Warum müssen Edelsteine ständig als Energiequelle herhalten und wozu braucht Batman überhaupt eine, wenn er ein Atomkraftwerk bei sich stehen hat?)

Marsha, Queen of Diamonds

Weil sie nicht kriegt, was sie bekommt, folgt Plan B. Sie erpresst Batman. Er soll ihr den Stein besorgen, dann lässt sie Robin und die anderen frei. Er sagt okay. Doch sie will ihn persönlich abholen. Das geht nicht, sagt Batman. Er habe einen Eid geschworen, dass niemals ein Fremder die Höhle betritt. Gut, sagt sie, dann wird sie eben seine Ehefrau, um keine Fremde mehr zu sein. Batman lässt sich widerwillig auf den Deal ein.

Batman und Marsha mit Priester

Die Hochzeit ist schnell arrangiert, noch am selben Tag, samt Priester und Gästen (wer sind diese vielen Leute?). Doch vor dem Traualtar gerät Batman ins Stocken. Hier endet die erste Episode mit einem Cliffhanger. Ein Cliffhanger, der sonst einer Todesfalle vorbehalten ist. Ganz klar: Für Batman ist diese missliche Situation nichts Geringeres.

Die ganze Welt schaut zu. Batman bringt die zwei Worte „Ich will“ nicht übers Herz. Er wartet so lange, bis aus dem Nichts Alfred auftaucht – mit Tante Harriet. Alfred gibt sich als britischer Anwalt aus und behauptet, Batman sei bereits verheiratet. Er fälscht sogar eine Urkunde und droht, Marsha zu verklagen. Marsha flieht.

Alfred und Harriet retten Batman

Hier könnte man sich fragen: Wenn sogar die Nachrichten von der Heirat wissen, wieso schreitet nicht die Polizei ein und verhaftet Marsha wegen Freiheitsberaubung, Nötigung, Diebstahl und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz? Wieso sucht Batman nicht einen anderen Ausweg? Wieso lassen alle diese Farce zu? Immerhin greifen Alfred und Harriet ein, weil sie darin ihre Bürgerpflicht sehen. So betrachtet ist Gotham City ein wirklich finsterer Ort, an dem Zivilcourage und Exekutive extrem schwach sind.

Batman und Robin als Kröten

Aber natürlich ist alles wie immer halb so wild. Das alles passiert aus demselben Grund aus dem Batman und Robin am Ende scheinbar in Kröten mit Capes verwandelt werden. Es ist alles nur ein großer Spaß. Auch wenn es zwischendurch scheint, als würde Batman mehr Blut und Wasser schwitzen als in der tödlichsten Falle …

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