TV-Serie

Catwoman in Batman: The Animated Series

Catwoman mit Isis (Warner Bros.)

In Batman: The Animated Series ist Catwoman mehr als nur eine Diebin. Eigentlich ist sie nicht einmal eine Schurkin, sondern vielmehr eine tragische Tierschützerin. In der ersten Doppelfolge (The Cat and the Claw I-II, S01E15-16) geht es ihr darum, ein Naturschutzgebiet für Berglöwen zu erhalten. Das Stehlen ist für sie nur Mittel zum guten Zweck.

Gleich zu Beginn erwischt Batman sie zwar bei einem Einbruch, aber sie entkommt. Batman rettet ihre dressierte Katze Isis vor einem Lastwagen. Bei ihrer zweiten Begegnung gibt es dafür zwar den ersten Kuss, aber Batman bleibt ein Prinzipienreiter: Catwoman soll sich der Polizei stellen – so will es das Gesetz. Catwoman ist nicht begeistert und entkommt wieder.

Red Claw

Batman wiederum jagt die Terroristin Red Claw. Sie will in Gotham die Pest loslassen. Weil Red Claw auch dem Katzengehege im Wege steht, werden Catwoman und Batman zu Verbündeten. Doch auch emotional besteht sofort eine Anziehung zwischen den beiden.

Catwoman küsst Batman

Catwoman bedankt sich bei Batman

Als sich Bruce Wayne und Selina Kyle begegnen, ist sie jedoch nicht interessiert … Bruce lässt sich für Abendessen für wohltätige Zwecke versteigern. Selina überbietet alle anderen mit 10.000 Dollar, aber ihr geht es nur um den Tierschutz. Selina hat hier übrigens – im Gegensatz zu den Comics – blonde Haare.

Catwomans Versteck

Zu Beginn der nächsten Episode, Cat Scratch Fever (S01E36), muss Selina Kyle sich vor Gericht verantworten. Wegen ihres Einsatzes gegen Red Claw bekommt sie nur fünf Jahre auf Bewährung. Dafür darf sie nie wieder in das Katzenkostüm steigen. Als sie aber sieht, dass der böse Unternehmer Roland Daggett Katzen und Hunde mit einer neuen Seuche infiziert, um hinterher ein Heilmittel an die Stadt zu verkaufen, wird sie wieder rückfällig.

Selina und Batman

Selinas eigene Katze, Isis, infiziert ihre Besitzerin. Selina muss daraufhin von Batman gerettet werden. Beste Stelle: Batman befühlt (durch seinen Handschuh) Selinas Stirn und sagt: „Du bist ja ganz heiß.“ Selina: „Endlich merkst du’s.“ Starke Gegner hat Batman hier nicht, nur einen Hund und zwei Handlanger mit Maschinengewehr. Brenzlig wird es allerdings im Finale, wenn Batman durch einen zugefrorenen See schwimmen muss.

Selina Kyle als Katzenfrau

Catwoman pausiert eine Weile. In Tyger, Tyger (S01E42) spielt nur Selina Kyle eine Rolle. Die wird von einem verrückten Wissenschaftler entführt, der sich aus der DNA von Menschen und Tieren Monster herstellt, darunter einen Katzenmenschen (Tygrus) und einen Gorillamenschen. Selina wird zur wahren Katzenfrau. Batman muss das rückgängig machen, bevor es endgültig ist. Dabei duelliert er sich mit Tygrus. Der Katzenmensch will zwar Selina dazu überreden, so zu werden wie er, aber so weit geht ihre Katzennatur dann doch nicht.

In den folgenden zwei Episoden (Catwalk, S02E09) wird Catwoman vom Bauchredner/Scarface manipuliert und darf sich mit der Hilfe von Batgirl an Roland Daggett rächen (Batgirl Returns S02E20). Catwoman will sich beinahe zum Töten hinreißen lassen. Doch eine sehr große Wandlung macht sie in der dritten Staffel durch (The New Batman Adventures). Wie alle Charaktere bekommt auch sie ein neues Design: Selina Kyle trägt nicht mehr lange blonde, sondern kurze schwarze Haare, als Catwoman ist sie nicht mehr grau-schwarz, sondern minimalistisch schwarz mit weißen Augen und weißem Gesicht.

Die neue Catwoman mit Nightwing

In You Scratch My Back (S03E05) hilft sie Nightwing gegen einen Schmuggler-Ring. Aber Nightwing, der gerade dabei ist, sich von Batman zu emanzipieren, will keine Hilfe. Erst recht nicht von ihr. Wie so oft muss Catwoman sich rechtfertigen, geläutert zu sein. Tatsächlich sind die beiden ein gutes Team, sie tricksen sogar Batman aus, der ihnen ständig folgt. Am Ende stellt sich aber Selina als die Schurkin heraus. Sie hat Nightwing nur benutzt, um an einen Smaragd heranzukommen. Doch Nightwing hat das bereits kommen sehen …

Selina Kyle spielt mit ihren Katzen

Selina Kyle spielt mit ihren Katzen

Von der Tierschützerin mit dem guten Herzen ist nichts mehr übrig. Selina Kyle ist die Femme fatale, die auch nicht davor zurückschreckt, sich an Nightwing heranzumachen. Sie drückt ihm einen Kuss auf – aber das gefällt ihm gar nicht. Nightwing kann noch so unabhängig tun, er wird immer im Geiste Batmans unterwegs sein. Zwischen Batman und Selina geht es übrigens nur noch sehr eisig zu. Die Liebe scheint verflogen …

Catwoman küsst Nightwing

Catwoman küsst Nightwing

Wie es dazu kam, erfährt man in der Comic-Story „Claws“ (Gotham Adventures #4, enthalten in Catwoman: A Celebration of 80 Years). Catwoman befreit einige Katzen aus einem Labor, das illegale Tierversuche für Kosmetika durchführt. Dann entführt sie die Chefin der Firma und zerkratzt ihr zur Strafe das Gesicht. Für Batman geht das zu weit, es kommt zum Bruch, Selina kann ihm danach nicht mehr in die Augen sehen. Sie legt sich ein neues Kostüm zu – und färbt sich nicht mehr die Haare blond, weil für das Mittel Katzen leiden mussten. So kehrt sie zurück zu ihrem natürlichen Schwarz – und zum Verbrechen.

DC Comics

>> Liste der Batman: The Animated Series-Episoden

>> Liste der Catwoman-Comics

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Falsches Gesicht, falsches Batmobil

False Face

Titel: True or False-Face/Holy Rat Race (dt. Das falsche Gesicht)

Drehbuch: Stephen Kandel

Erschienen: 1966 (Batman S01E17-18)


Die Welt von Batman ’66 kennt keinen Two-Face, dafür False Face. Ein Schurke mit Plastikmaske setzt sich – ganz phantomas-mäßig – ständig die Masken von Gesichtern anderer Menschen auf, um Batman und die Polizei in die Irre zu führen, z.B. gibt er sich als Chief O’Hara aus. Die Kunst dabei ist, dass er es schafft, trotz der darunter liegenden Plastikmaske mit den falschen Gesichtern eine Mimik auszudrücken. Außerdem kann er sich blitzschnell verwandeln, innerhalb von Sekunden hat er nicht nur die passende Maske, sondern auch Verkleidung bereit – obwohl er weder Koffer noch Tasche bei sich trägt. So wird er vom Cowboy flugs zu Commissioner Gordon. Aber Batman lässt sich nicht jedes Mal verarschen …

False Face tarnt sich zu Beginn nur mit einem angeklebten Bart – und kein Polizist erkennt das Plastikgesicht darunter. Die Polizei von Gotham ist wirklich ein unfähiger Haufen. Und dann gibt False Face Hinweise, die genau das Gegenteil von dem besagen, was er ausdrücken will. Robin schließt bei einem Rätsel scharf: Das Gegenteil von Mädchen ist Junge! Was würde Batman nur ohne Robin machen?

Trotz ihres Scharfsinns lassen sie sich (wie so oft) von einer hübschen Handlangerin übertölpeln, als Batman ihr am Süßigkeitenautomaten einen Schokoriegel ziehen will. Sie werden an den Schienen einer U-Bahn gefesselt und können sich über einen Kurzschluss befreien, den Alfred in der Ferne auslöst. Obwohl der Zug heranrast und Batman es sehr eilig hat, lässt er sich alle Zeit der Welt, Alfred keine Befehle zu erteilen, sondern allerhöflichst seine Bitte zu formulieren. Da man in der Ferne schon das Licht des Zuges sieht, fragt man sich, wie langsam die U-Bahn von Gotham eigentlich fährt …

Falsches Batmobil aus Draht

Highlight ist aber Batmans bester Trick: Als das Dynamische Duo mit dem Batmobil auf False Face zufährt, beschießt er es, sodass nur ein Drahtgestell davon übrig bleibt. Er jubelt, aber dann taucht das echte Batmobil auf – das andere war nur ein aufblasbares Imitat. Allerdings sah es täuschend echt aus! Leider erfahren wir nicht genau, wie Batman das gemacht hat. Das bleibt ein Geheimnis. Ebenso wie False Faces wahres Gesicht. Niemand kommt auf die Idee, dem Mann die Plastikmaske abzunehmen.

>> Liste der Batman-Episoden

Im Bann der Puppe

Scarface und Bauchredner

Titel: Read My Lips/Catwalk/Double Talk (dt. Der Bauchredner/Katzenjammer/Dem Bösen verfallen)

Erschienen: 1993/1995/1997 (Batman: The Animated Series S01E64, S02E09, The New Batman Adventures S01E04)


Eine dreiköpfige Bande raubt ein Wettbüro bei einem Boxwettkampf aus. Sie geht geschickt vor, alles ist gut geplant. Die Beute laden sie bei ihrem Boss ab: Scarface, ein neuer Gauner in der Stadt. Comicleser kennen ihn schon, aber für die Zuschauer von Batman: The Animated Series bleibt es spannend. Man sieht ihn zunächst nur von hinten. Arnold Wesker steht neben ihm. Erst nach acht Minuten der Episode („Read My Lips“), als Wesker Scarface wecken soll, wird klar, dass es sich um eine Handpuppe handelt und Wesker der Bauchredner und damit eigentlicher Schurke ist.

Scarface und Bauchredner

Als Batman ihm einen Besuch abstattet, erfährt er, dass Wesker eine gespaltene Persönlichkeit hat. Beide scheinen nicht voneinander zu wissen. Batman verwanzt Wesker. Doch dann wird er in eine Falle gelockt. Der Bauchredner gehorcht seiner Puppe. Batman schafft es, Wesker mit eigenen Bauchrednerkünsten (hat er beim Magier Zatarra gelernt) zu verwirren, indem er so tut, als würde Scarface sprechen. Am Ende wird die Puppe von einem Handlanger „erschossen“.

Wesker landet in Arkham. Die Ärzte sagen, er spreche auf die Behandlung an. Doch in der Holzwerkstatt arbeitet Wesker bereits an einer neuen Puppe. Das letzte Bild zeigt, wie er mit einem Messer eine Narbe in den Kopf schneidet.

Catwoman mit Scarface

In der zweiten Staffel trifft Scarface auf Catwoman („Catwalk“). Diese hat die Karriere als Verbrecherin aufgegeben. Als Scarface ihr jedoch einen Plan für einen Juwelenraub anbietet, kann sie nicht widerstehen. Denn Scarface verspricht ihr auch die Gelegenheit, sich einer Familie zu rächen, die Tiere ausgerottet hat.

Scarface legt Catwoman allerdings herein. Ihm geht es nicht um die Juwelen, sondern um die ausgestopften Tiere. Die sind selten und damit auch teuer auf dem Schwarzmarkt. Beim Finale in einem Holzlager wird die Puppe von einer Kreissäge in Stücke gerissen. Selina bekennt sich am Ende zu ihrer Rolle – sie kann nicht aus ihrer Haut. Und so geht es natürlich auch dem Bauchredner.

Der neue Scarface

Allerdings: In der dritten Staffel („Double Talk“, The New Batman Adventures) besteht Grund zur Hoffnung. Arnold Wesker wird aus Arkham entlassen. Er gilt als geheilt. Kaum beginnt er ein neues Leben und einen neuen Job bei Wayne Enterprises, scheint Scarface von selbst zurückzukehren. Wesker hört dessen Stimme und Batman kann ihn sogar laufen sehen. Es stellt sich die Frage, ob die Puppe über ein Eigenleben verfügt. Und falls ja: Kann Wesker sich ihm widersetzen?

Arnold Wesker

Schon bei seinem zweiten Auftritt wirkt Scarface anders: Die Puppe hat viel mehr Mimik als beim ersten Mal. In der dritten Staffel sieht sie zwar anders aus (was auch für jede andere Figur der Serie gilt), aber hinter ihrer Lebendigkeit steckt nur ein Trick. Scarfaces alte Komplizen wollen den Bauchredner zurückholen. Batman und Batgirl helfen Wesker dabei, sich der Stimme in seinem Kopf zu widersetzen. Wesker erschießt Scarface selbst und wieder landet die Puppe im Schredder.

Scarfaces Ende

Was der animierten Scarface-Version fehlt, ist jegliche Vorgeschichte. Wir erfahren nichts über Weskers Vorleben oder wie die Puppe entstanden ist. Dafür bekommt er im dritten Teil viel Charaktertiefe als armer, einsamer von Ängsten geplagter Mann. Immerhin ist ihm ein optimistisches Ende gegönnt.

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Todesfalle Traualtar

Batman mit Marsha vor dem Traualtar

Titel: Marsha, Queen of Diamonds/Marsha’s Scheme of Diamonds (dt. Batman vor dem Traualtar)

Drehbuch: Stanford Sherman

Erschienen: 1966 (S02E23-24)


„Not a very cheerful groom, are you?“ (Marsha)

Batman heiratet? Eine Schurkin? Was ist hier los? Es beginnt alles damit, dass Chief O’Hara sich in die Juwelendiebin Marsha, selbsternannte Queen of Diamonds, verliebt und ihr dabei hilft, einen schweren Klunker zu entwenden. Der Polizist ist ihr bedingungslos verfallen. Das liegt an einem Gift, das sie ihm verabreicht hat, mittels einem pfeileschießenden Amor. Auch Commissioner Gordon wird so ihr Sklave. Und schließlich auch Robin.

Amor schießt Liebespfeile

Batman widersteht der Attacke nur mit äußerster Bemühung seiner Willenskraft. Damit hat Marsha nicht gerechnet. Sie will nämlich den riesigen künstlichen Diamanten haben, mit dem Batman in der Bathöhle seinen Bat-Computer antreibt. (Warum müssen Edelsteine ständig als Energiequelle herhalten und wozu braucht Batman überhaupt eine, wenn er ein Atomkraftwerk bei sich stehen hat?)

Marsha, Queen of Diamonds

Weil sie nicht kriegt, was sie bekommt, folgt Plan B. Sie erpresst Batman. Er soll ihr den Stein besorgen, dann lässt sie Robin und die anderen frei. Er sagt okay. Doch sie will ihn persönlich abholen. Das geht nicht, sagt Batman. Er habe einen Eid geschworen, dass niemals ein Fremder die Höhle betritt. Gut, sagt sie, dann wird sie eben seine Ehefrau, um keine Fremde mehr zu sein. Batman lässt sich widerwillig auf den Deal ein.

Batman und Marsha mit Priester

Die Hochzeit ist schnell arrangiert, noch am selben Tag, samt Priester und Gästen (wer sind diese vielen Leute?). Doch vor dem Traualtar gerät Batman ins Stocken. Hier endet die erste Episode mit einem Cliffhanger. Ein Cliffhanger, der sonst einer Todesfalle vorbehalten ist. Ganz klar: Für Batman ist diese missliche Situation nichts Geringeres.

Die ganze Welt schaut zu. Batman bringt die zwei Worte „Ich will“ nicht übers Herz. Er wartet so lange, bis aus dem Nichts Alfred auftaucht – mit Tante Harriet. Alfred gibt sich als britischer Anwalt aus und behauptet, Batman sei bereits verheiratet. Er fälscht sogar eine Urkunde und droht, Marsha zu verklagen. Marsha flieht.

Alfred und Harriet retten Batman

Hier könnte man sich fragen: Wenn sogar die Nachrichten von der Heirat wissen, wieso schreitet nicht die Polizei ein und verhaftet Marsha wegen Freiheitsberaubung, Nötigung, Diebstahl und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz? Wieso sucht Batman nicht einen anderen Ausweg? Wieso lassen alle diese Farce zu? Immerhin greifen Alfred und Harriet ein, weil sie darin ihre Bürgerpflicht sehen. So betrachtet ist Gotham City ein wirklich finsterer Ort, an dem Zivilcourage und Exekutive extrem schwach sind.

Batman und Robin als Kröten

Aber natürlich ist alles wie immer halb so wild. Das alles passiert aus demselben Grund aus dem Batman und Robin am Ende scheinbar in Kröten mit Capes verwandelt werden. Es ist alles nur ein großer Spaß. Auch wenn es zwischendurch scheint, als würde Batman mehr Blut und Wasser schwitzen als in der tödlichsten Falle …

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Mit dem Gesetz nix am Hut

Jervis Tetch alias Mad Hatter

Titel: The Thirteenth Hat/Batman Stands Pat (dt. Der 13. Hut)

Drehbuch: Charles Hoffman

Erschienen: 1966 (Batman S01E13-14)


„Fighting crime deserves no gratitude.“ (Batman)

„Clues are always helpful.“ (Robin)

Kaum ist der verrückte Hutmacher auf Bewährung aus dem Knast, klaut er Menschen die Hüte vom Kopf, hypnotisiert ihre Träger mit Strahlen, die aus seinem Zylinder kommen und entführt sie. Insgesamt kommen so zwölf Entführungsopfer zusammen. Was kommt in Zwölfen?, fragen sich Batman und Robin. Da sie beim Brainstorming nicht weiterkommen, muss der Bat-Computer helfen, erst er spuckt das Offensichtliche aus: zwölf Geschworene! Jawohl, Jervis Tetch stellt eine Jury zusammen, nämlich die, die ihn verurteilt hat. Als Lösegeld will er eine Sammlung von Präsidenten-Hüten erpressen.

Mad Hatters Geschworene

Der Mad Hatter trägt hier wie im Comic rote Haare, schwarze Augenbrauen und einen großen braunen Schnurrbart. In seinem Geheimversteck hat er ein Fließband zur Hutherstellung aufgebaut, das so beschriftet wie die Geräte in der Bathöhle, nur dass sie weitaus tödlicher sind. Hier soll der sinistre Racheplan an Batman seine Vollendung finden: Weil Batman einst gegen ihn ausgesagt hat, will er sich an Batman rächen, indem er seine Kutte stiehlt und ihn zu einem Hut verarbeitet.

Mad Hatters mörderische Hutfabrik

Während Commissioner Gordon bereut, dass es so etwas wie Bewährung gibt, hofft Batman weiterhin auf Resozialisierung. Der verschlungene Pfad des Verbrechens führt Batman zum Bildhauer Octave Marbot. Batman hat ihm Modell gesessen für eine Statue. Sie soll im Gefängnis ausgestellt werden, um die Häftlinge zur Resozialisierung zu inspirieren. Das ist in etwa so, als wollte man einen Stier mit einem roten Tuch zähmen. Robin hält das aber für eine großartige Idee.

Mad Hatter als Bildhauer

Der Mad Hatter legt Marbot lahm und gibt sich als selbst als der Künstler aus. Er tarnt sich etwa so gut wie Clark Kent, mit Brille, schwarzem Ziegenbart und Baskenmütze. Als Batman eintrifft, bittet er ihn, für die Statue seine Maske abzulegen. Batman durchschaut das falsche Spiel, aber nach einer Prügelei, bei der das halbe Atelier verwüstet wird, kommt er in eine Todesfalle: schnell trocknenden Gips. Wie kommt Batman raus? Ganz einfach: Er hält einfach die Luft an, bis er freigemeißelt wird. Und Robin so: „Holy frogman!“

Gimmick der Folge: Die Anti-Diebstahl-Vorrichtung im Batmobil ist nichts als eine Tafel, die einen Knopf falsch beschriftet. Wenn die Gauner ihn drücken, geht ein Feuerwerk los.

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Pinguin auf dem Pfad der Tugend

Pinguin mit Braut

Titel: The Penguin Goes Straight/Not Yet, He Ain’t (dt. Alle Macht dem Pinguin)

Drehbuch: Lorenzo Semple Jr., John Cardwell

Erschienen: 1966 (Batman S01E21-22)


Was ist das? Der Pinguin im Theater? Ganz bürgerlich und in Begleitung einer Dame? Doch da: ein Überfall! Juwelen werden geraubt. Der Pinguin spielt den Helden, auf ihn wird geschossen, aber mit seinem kugelsicheren Regenschirm kann er den Angriff abwehren. Der Täter flieht – und das Diebesgut landet wieder bei der Besitzerin, der Schauspielerin Sophia Starr.

Macht der Schurke etwa Batman Konkurrenz? Oder steckt dahinter nur ein gemeiner Plan, um richtig Beute zu machen? Klar, dass die Fragen nur rhetorisch sind. Der Pinguin hat eine Firma gegründet, die verspricht, für die Sicherheit von Wertgegenständen zu sorgen. Aber das sei etwa so, als vertraute man ein Salatblatt einem Hasen an, so Batman. Er traut dem Vogel nicht.

Doch als Batman und Robin versuchen, die echte Kette gegen ein Imitat auszutauschen, um sie vor dem Joker zu schützen, fliegt zunächst Alfreds Undercover auf, dann werden die Helden auf frischer Tat ertappt. Für die beiden hat sich der Pinguin eine besonders fiese Todesfalle ausgedacht. Auf einem Jahrmarkt lässt er Gordon und O’Hara auf sie schießen, während die Polizisten glauben, sie schössen auf Pappkameraden und Luftballons.

Gordon und O’Hara schießen auf Batman und Robin.

Doch kaum hat sich das Dynamische Duo befreit, wirkt es etwas neben der Spur: Aus einem nicht weiter erklärtem Grund tun sie so, als wären sie irre und greifen den Pinguin an. Daraufhin werden sie von der Polizei gejagt und auf der Flucht erschossen. Und dann läuft alles darauf hinaus, dass der Pinguin und Sophia Starr heiraten sollen und der Schurke mit den Hochzeitsgeschenken abhauen will …

Batman und Robin fahren Batcycle

Wir sehen Dick Grayson beim Golfen, den Pinguin in der Sauna und wie er das Batmobil zum Birdmobil macht, zum ersten Mal fahren Batman und Robin im Batcycle. So einfalls- und wendungsreich die Episode auch ist: Der gesamte Plan ist so überambitioniert, dass man sich fragt, ob das nicht einfacher gegangen wäre. Natürlich. Aber dann wäre es nur halb so spaßig.

Übrigens erfahren wir, dass der Pinguin lieber Junggeselle bleibt – auch wenn sein Opfer ihn nach dem Betrug trotzdem heiraten will.

Pinguin im Birdmobile

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Falscher Pharao, falsche Sphinx

Das ist nicht Peter Ustinov …

Titel: The Curse of Tut/The Pharaoh’s in a Rut

Drehbuch:

Erschienen: 1966 (Batman S01E27-28)


Die Menschen in Gotham müssen viel ertragen, wenn sie jede Woche von einem Superschurken terrorisiert werden. Anders kann man es sich nicht erklären, dass sie bei der kleinsten ungewöhnlichen Begebenheit in Panik verfallen. Kaum taucht eine goldene, ägyptisch anmutende Statue im Park auf, schreit eine Frau los – obwohl nichts passiert, außer dass aus der Statue eine Stimme spricht.

Doch auch die Polizei ist beunruhigt. Kurz glaubt Commissioner Gordon an einen Werbegag des Museums, aber nachdem ihn Bruce Wayne eines Besseren belehrt hat, ist er so verunsichert, dass er – ohne sich das Ding überhaupt anzusehen oder seine Leute darauf anzusetzen – sofort Batman anruft. Erst dann kommen alle auf die Lösung, dass hinter dem Rätsel könne nur einer stecken kann: King Tut, ein ehemaliger Professor, der sich nach einem Schlag auf den Kopf für einen Pharao hält. (Die Zuschauer kannten ihn 1966 noch nicht, er wurde erst für die Serie geschaffen, aber für Batman ist er – wie jeder Schurke – ein alter Bekannter.)

Das ist keine Sphinx …

Als Batman und Robin die Statue inspizieren, klassifiziert Batman sie als „Sphinx„, was völlig daneben ist, weil sie keinen Löwenkörper hat, aber da Robin es nicht besser weiß, bleibt es bei der Fehldiagnose. (Später soll Robin fragen: Gibt es eigentlich etwas, das du nicht weißt? Und Batman gibt zu, dass er Wissenslücken hat.) Das Dynamische Duo entdeckt einen Griff an der Seite, sie ziehen dran, sie befürchten das Schlimmste, doch da springt nur ein Messer heraus, das sie nicht einmal verletzt hätte, wenn sie nicht auf Abstand gegangen wären.

Täuschend echt: King Tut als Mumie.

King Tut, der offenbar überzeugt war von der Genialität seines Plans, ist außer sich, als er erfährt, dass er nicht aufgegangen ist. Also überlegt er sich was anderes, mindestens ebenso genial: Er verkleidet sich als Mumie und versteckt sich in einem Sarkophag im Museum. Als Bruce Wayne gerade eine Pressemeute hindurchführt, fällt die Pseudo-Mumie heraus, offenbart sich als noch lebend, Wayne kann es kaum glauben, tut es aber doch – und wird wegen seiner Leichtgläubigkeit in einem Krankenwagen entführt. Da aber King Tuts Komplizen nicht daran denken, Wayne für den Transport nicht ordentlich festzumachen, kommt er von selbst frei …

Später versucht es King Tut nochmal mit der Entführung, diesmal in Wayne Manor, aber da kommt ihm Batman zuvor: Er gibt sich selbst als Bruce Wayne aus. Nützt alles nix: Batman fliegt auf, wird zusammen mit King Tuts in Ungnade gefallener Komplizin Nofretete in Tonvasen gesteckt und mit herabfallenden Kieseln gefoltert. Als King Tut denkt, dass sie zu willenlosen Sklaven geworden sind, fordert er sie zum Tanzen auf. Batman rockt noch einmal den Batusi (wie schon in Folge 1), er gibt alles, springt wild herum und schwingt sein Cape, doch dann wird aus dem irren Tanz ein Kampf – Batman schlägt die Bande zusammen, Robin springt hinzu und es kommt zu einem Schwertkampf. Bemerkenswert: Ohne Blutvergießen.

Am Ende kapert King Tut noch das Batmobil und das Dynamische Duo, mit Alfred zum Trio erweitert, darf in Tuts goldenem Laster fahren. Übrigens: In dieser Folge muss einmal Alfred das Batmobil fahren, weil Robin noch keinen Führerschein hat. Auch maskierte Rächer müssen sich ans Gesetz halten. Leider sehen wir aber nicht, dass Alfred sich beim Fahren irgendwie maskieren würde.

Und was wird aus dem verrückten Verbrecher? Der wird durch einen Schlag wieder normal. Aber nur bis zum nächsten Wiedersehen …

Batgirl trifft Catwoman

Batgirl und Catwoman (Warner Bros.)

Titel: Batgirl Returns (dt. Batgirls Rückkehr)

Drehbuch: Michael Reaves, Brynne Stephens

Erschienen: 1994 (Batman: The Animated Series S02E20)


Wenn Batman nicht in der Stadt ist, müssen die Mädels ran: Als eine Katzenstatue gestohlen wird, macht sich Batgirl auf die Suche – und trifft dabei (so ein Zufall) Catwoman. Natürlich ist die Katzendiebin sofort die Hauptverdächtige, doch die beteuert, unschuldig zu sein. Batgirl glaubt ihr und die beiden machen sich auf die Suche nach dem wahren Täter. Sie treffen auf einen alten Bekannten: Roland Daggett. Mit ihm hat Catwoman noch eine alte Rechnung offen …

Batgirls Rückkehr kann leider nicht mit dem furiosen Auftakt der Figur mithalten, allzu formelhaft verläuft die Story, inklusive der altbekannten Moral: Wir dürfen nicht töten, sonst sind wir nicht besser als die Verbrecher. Geschenkt. Trotzdem macht es Spaß, die beiden starken Frauenfiguren gemeinsam losziehen und auch gegeneinander kämpfen zu sehen. Batgirl ist in The Animated Series ein besonders liebenswerter Charakter.

Für Batman sogar sehr liebenswert. Am Anfang sehen wir, wie Batgirl ihn vor Joker, Two-Face und Pinguin rettet und er sich mit einem Kuss revanchieren will – aber das ist leider nur eine Traumsequenz …

>> Liste der Batman: The Animated Series-Episoden

Selbst ist die Frau

Barbara wird Batgirl.

Titel: Shadow of the Bat I-II (dt. In Batmans Schatten)

Drehbuch: Brynne Stephens

Erschienen: 1993 (Batman: The Animated Series S01E57-58)


„Für einen mehr ist immer noch Platz.“ (Bruce Wayne)

Commissioner Gordon wird wegen Verdachts auf Bestechlichkeit verhaftet. Seine Tochter Barbara will Batman dafür gewinnen, sich für ihn öffentlich einzusetzen. Als der nicht bei einer Kundgebung auftauchen will, steigt sie ins Kostüm und gibt sich (mit Schulterpolstern) als Batman aus. Sie verhindert einen Anschlag. Nachdem Batman in Gefangenschaft gerät, wird Barbara zu Batgirl.

Batgirl und Robin.

Der Schurke, der hinter allem steckt, ist Two-Face. Er arbeitet mit Gil Mason zusammen, dem stellvertretenden Commissioner – er will Gordon aus dem Weg schaffen, um Karriere zu machen. Mit vereinten Kräften kann das Dynamische Trio alles wieder richten.

Batgirls erster Auftritt.

Barbara Gordon bekommt einen starken Auftritt. Nachdem sie bereits in Heart of Steel in der Serie eingeführt wurde, darf sie hier richtig aufblühen. Sie ist eine Frau, die sich nicht unterkriegen lässt, selbst mitanpackt und Courage zeigt. Dass ihr anfangs nicht alles gelingt, dass sie sich noch ziemlich ungeschickt anstellt, macht sie nur noch sympathischer. Denn schließlich hat sie da Erfolg, wo Batman scheitert.

Matches Malone und Two-Face.

Weitere Höhepunkte: Batman tritt als Matches Malone auf und am Ende wird Two-Face von einer riesigen Silberdollar erdrückt. Und dann ist da noch die fantastische Batgirl-Theme, die diesen Charakter perfekt einfängt – und im Ohr bleibt. Das alles macht Shadow of the Bat zu einer der besten Episoden.

Barbara als Batman.

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Catwoman lässt die Tiger los

Catwoman mit zwei Goldmiezen

Titel: The Purr-fect Crime/Better Luck Next Time

Drehbuch: Stanley Ralph Ross, Lee Orgel

Erschienen: 1966 (Batman S01E19-20)


„Catwoman! You are not a nice person!“ (Robin)

Eine goldene Katze wird aus einem Museum gestohlen. Da es zwei davon gibt, ist abzusehen, was mit der anderen passieren wird. Damit es dabei auch nicht den geringsten Zweifel gibt, schickt Catwoman einen Hinweis an die Polizei: Ein Kätzchen mit einem Zeitungsausschnitt, der beide Katzen zeigt, eine davon durchgestrichen.

Batman, der schlau genug ist, Robin beim Raumschach zu besiegen, fällt auf die Finte aber nicht herein. Er versieht die Katze mit einer leicht radioaktiven Markierung und folgt Catwoman in ihr Versteck. Während die Schurkin ein miauendes Katzentelefon und eine miauende Uhr hat, tragen ihre Komplizen eine kuriose Kombination aus Tigerjacken und schwarzen Uschankas.

Und die Kleidung erweist sich als böses Omen: Batman tappt in eine Todesfalle, in der er gegen einen Tiger kämpfen muss. Dabei erweisen sich zwei neue Gadgets, die Bat-Klauen und Bat-Ohrstöpsel als hilfreich. Batman klettert die Wand hoch und sendet aus seinem Gürtel einen hohen Ton aus, der den Tiger ablenkt. Doch dann soll Robin gleich zwei Tigern zum Fraß vorgeworfen werden. Natürlich nicht sofort, sondern nach sadistischer Schurkenmanier und gleichzeitiger Fairness, die Gelegenheit gibt, sich rechtzeitig zu befreien. Robin liegt auf einem Brett, an dessen Ende eine Sanduhr für ihn abläuft.

Schließlich dienen die beiden Katzen nur dazu, einen alten Schatz auszugraben. Das hätte Catwoman auch ohne Störung tun können, wenn sie nicht den Umweg über die Todesfallen genommen hätte. So aber gerät sie selbst in eine: Sie springt über eine Schlucht, schafft es nicht, kann sich nur noch an der Klippe festhalten. Doch statt ihren Schatz aufzugeben und sich zu retten, fällt sie in die Tiefe. Später wird sie ohne Erklärung wieder auftauchen. Die Erklärung gibt Batman schon mal präventiv: Eine Katze hat neun Leben. Na dann ist ja alles klar …

Gordon richtet sich mit Glückwünschen an die Zuschauer

Bemerkenswert ist noch ein kurzer, fast unscheinbarer Moment: Gordon durchbricht die vierte Wand. „Good luck“, sagt er am Telefon zu Robin, schaut dann in die Kamera und sagt: „To all of us.“ Wir Zuschauer ist plötzlich nicht nur Adressaten, sondern auch Betroffene des Geschehens.

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