TV-Serie

Mit dem Gesetz nix am Hut

Jervis Tetch alias Mad Hatter

Titel: The Thirteenth Hat/Batman Stands Pat (dt. Der 13. Hut)

Drehbuch: Charles Hoffman

Erschienen: 1966 (Batman S01E13-14)


„Fighting crime deserves no gratitude.“ (Batman)

„Clues are always helpful.“ (Robin)

Kaum ist der verrückte Hutmacher auf Bewährung aus dem Knast, klaut er Menschen die Hüte vom Kopf, hypnotisiert ihre Träger mit Strahlen, die aus seinem Zylinder kommen und entführt sie. Insgesamt kommen so zwölf Entführungsopfer zusammen. Was kommt in Zwölfen?, fragen sich Batman und Robin. Da sie beim Brainstorming nicht weiterkommen, muss der Bat-Computer helfen, erst er spuckt das Offensichtliche aus: zwölf Geschworene! Jawohl, Jervis Tetch stellt eine Jury zusammen, nämlich die, die ihn verurteilt hat. Als Lösegeld will er eine Sammlung von Präsidenten-Hüten erpressen.

Mad Hatters Geschworene

Der Mad Hatter trägt hier wie im Comic rote Haare, schwarze Augenbrauen und einen großen braunen Schnurrbart. In seinem Geheimversteck hat er ein Fließband zur Hutherstellung aufgebaut, das so beschriftet wie die Geräte in der Bathöhle, nur dass sie weitaus tödlicher sind. Hier soll der sinistre Racheplan an Batman seine Vollendung finden: Weil Batman einst gegen ihn ausgesagt hat, will er sich an Batman rächen, indem er seine Kutte stiehlt und ihn zu einem Hut verarbeitet.

Mad Hatters mörderische Hutfabrik

Während Commissioner Gordon bereut, dass es so etwas wie Bewährung gibt, hofft Batman weiterhin auf Resozialisierung. Der verschlungene Pfad des Verbrechens führt Batman zum Bildhauer Octave Marbot. Batman hat ihm Modell gesessen für eine Statue. Sie soll im Gefängnis ausgestellt werden, um die Häftlinge zur Resozialisierung zu inspirieren. Das ist in etwa so, als wollte man einen Stier mit einem roten Tuch zähmen. Robin hält das aber für eine großartige Idee.

Mad Hatter als Bildhauer

Der Mad Hatter legt Marbot lahm und gibt sich als selbst als der Künstler aus. Er tarnt sich etwa so gut wie Clark Kent, mit Brille, schwarzem Ziegenbart und Baskenmütze. Als Batman eintrifft, bittet er ihn, für die Statue seine Maske abzulegen. Batman durchschaut das falsche Spiel, aber nach einer Prügelei, bei der das halbe Atelier verwüstet wird, kommt er in eine Todesfalle: schnell trocknenden Gips. Wie kommt Batman raus? Ganz einfach: Er hält einfach die Luft an, bis er freigemeißelt wird. Und Robin so: „Holy frogman!“

Gimmick der Folge: Die Anti-Diebstahl-Vorrichtung im Batmobil ist nichts als eine Tafel, die einen Knopf falsch beschriftet. Wenn die Gauner ihn drücken, geht ein Feuerwerk los.

Mehr zum Thema:

Advertisements

Pinguin auf dem Pfad der Tugend

Pinguin mit Braut

Titel: The Penguin Goes Straight/Not Yet, He Ain’t (dt. Alle Macht dem Pinguin)

Drehbuch: Lorenzo Semple Jr., John Cardwell

Erschienen: 1966 (Batman S01E21-22)


Was ist das? Der Pinguin im Theater? Ganz bürgerlich und in Begleitung einer Dame? Doch da: ein Überfall! Juwelen werden geraubt. Der Pinguin spielt den Helden, auf ihn wird geschossen, aber mit seinem kugelsicheren Regenschirm kann er den Angriff abwehren. Der Täter flieht – und das Diebesgut landet wieder bei der Besitzerin, der Schauspielerin Sophia Starr.

Macht der Schurke etwa Batman Konkurrenz? Oder steckt dahinter nur ein gemeiner Plan, um richtig Beute zu machen? Klar, dass die Fragen nur rhetorisch sind. Der Pinguin hat eine Firma gegründet, die verspricht, für die Sicherheit von Wertgegenständen zu sorgen. Aber das sei etwa so, als vertraute man ein Salatblatt einem Hasen an, so Batman. Er traut dem Vogel nicht.

Doch als Batman und Robin versuchen, die echte Kette gegen ein Imitat auszutauschen, um sie vor dem Joker zu schützen, fliegt zunächst Alfreds Undercover auf, dann werden die Helden auf frischer Tat ertappt. Für die beiden hat sich der Pinguin eine besonders fiese Todesfalle ausgedacht. Auf einem Jahrmarkt lässt er Gordon und O’Hara auf sie schießen, während die Polizisten glauben, sie schössen auf Pappkameraden und Luftballons.

Gordon und O’Hara schießen auf Batman und Robin.

Doch kaum hat sich das Dynamische Duo befreit, wirkt es etwas neben der Spur: Aus einem nicht weiter erklärtem Grund tun sie so, als wären sie irre und greifen den Pinguin an. Daraufhin werden sie von der Polizei gejagt und auf der Flucht erschossen. Und dann läuft alles darauf hinaus, dass der Pinguin und Sophia Starr heiraten sollen und der Schurke mit den Hochzeitsgeschenken abhauen will …

Batman und Robin fahren Batcycle

Wir sehen Dick Grayson beim Golfen, den Pinguin in der Sauna und wie er das Batmobil zum Birdmobil macht, zum ersten Mal fahren Batman und Robin im Batcycle. So einfalls- und wendungsreich die Episode auch ist: Der gesamte Plan ist so überambitioniert, dass man sich fragt, ob das nicht einfacher gegangen wäre. Natürlich. Aber dann wäre es nur halb so spaßig.

Übrigens erfahren wir, dass der Pinguin lieber Junggeselle bleibt – auch wenn sein Opfer ihn nach dem Betrug trotzdem heiraten will.

Pinguin im Birdmobile

Mehr zum Thema:

Falscher Pharao, falsche Sphinx

Das ist nicht Peter Ustinov …

Titel: The Curse of Tut/The Pharaoh’s in a Rut

Drehbuch:

Erschienen: 1966 (Batman S01E27-28)


Die Menschen in Gotham müssen viel ertragen, wenn sie jede Woche von einem Superschurken terrorisiert werden. Anders kann man es sich nicht erklären, dass sie bei der kleinsten ungewöhnlichen Begebenheit in Panik verfallen. Kaum taucht eine goldene, ägyptisch anmutende Statue im Park auf, schreit eine Frau los – obwohl nichts passiert, außer dass aus der Statue eine Stimme spricht.

Doch auch die Polizei ist beunruhigt. Kurz glaubt Commissioner Gordon an einen Werbegag des Museums, aber nachdem ihn Bruce Wayne eines Besseren belehrt hat, ist er so verunsichert, dass er – ohne sich das Ding überhaupt anzusehen oder seine Leute darauf anzusetzen – sofort Batman anruft. Erst dann kommen alle auf die Lösung, dass hinter dem Rätsel könne nur einer stecken kann: King Tut, ein ehemaliger Professor, der sich nach einem Schlag auf den Kopf für einen Pharao hält. (Die Zuschauer kannten ihn 1966 noch nicht, er wurde erst für die Serie geschaffen, aber für Batman ist er – wie jeder Schurke – ein alter Bekannter.)

Das ist keine Sphinx …

Als Batman und Robin die Statue inspizieren, klassifiziert Batman sie als „Sphinx„, was völlig daneben ist, weil sie keinen Löwenkörper hat, aber da Robin es nicht besser weiß, bleibt es bei der Fehldiagnose. (Später soll Robin fragen: Gibt es eigentlich etwas, das du nicht weißt? Und Batman gibt zu, dass er Wissenslücken hat.) Das Dynamische Duo entdeckt einen Griff an der Seite, sie ziehen dran, sie befürchten das Schlimmste, doch da springt nur ein Messer heraus, das sie nicht einmal verletzt hätte, wenn sie nicht auf Abstand gegangen wären.

Täuschend echt: King Tut als Mumie.

King Tut, der offenbar überzeugt war von der Genialität seines Plans, ist außer sich, als er erfährt, dass er nicht aufgegangen ist. Also überlegt er sich was anderes, mindestens ebenso genial: Er verkleidet sich als Mumie und versteckt sich in einem Sarkophag im Museum. Als Bruce Wayne gerade eine Pressemeute hindurchführt, fällt die Pseudo-Mumie heraus, offenbart sich als noch lebend, Wayne kann es kaum glauben, tut es aber doch – und wird wegen seiner Leichtgläubigkeit in einem Krankenwagen entführt. Da aber King Tuts Komplizen nicht daran denken, Wayne für den Transport nicht ordentlich festzumachen, kommt er von selbst frei …

Später versucht es King Tut nochmal mit der Entführung, diesmal in Wayne Manor, aber da kommt ihm Batman zuvor: Er gibt sich selbst als Bruce Wayne aus. Nützt alles nix: Batman fliegt auf, wird zusammen mit King Tuts in Ungnade gefallener Komplizin Nofretete in Tonvasen gesteckt und mit herabfallenden Kieseln gefoltert. Als King Tut denkt, dass sie zu willenlosen Sklaven geworden sind, fordert er sie zum Tanzen auf. Batman rockt noch einmal den Batusi (wie schon in Folge 1), er gibt alles, springt wild herum und schwingt sein Cape, doch dann wird aus dem irren Tanz ein Kampf – Batman schlägt die Bande zusammen, Robin springt hinzu und es kommt zu einem Schwertkampf. Bemerkenswert: Ohne Blutvergießen.

Am Ende kapert King Tut noch das Batmobil und das Dynamische Duo, mit Alfred zum Trio erweitert, darf in Tuts goldenem Laster fahren. Übrigens: In dieser Folge muss einmal Alfred das Batmobil fahren, weil Robin noch keinen Führerschein hat. Auch maskierte Rächer müssen sich ans Gesetz halten. Leider sehen wir aber nicht, dass Alfred sich beim Fahren irgendwie maskieren würde.

Und was wird aus dem verrückten Verbrecher? Der wird durch einen Schlag wieder normal. Aber nur bis zum nächsten Wiedersehen …

Batgirl trifft Catwoman

Batgirl und Catwoman (Warner Bros.)

Titel: Batgirl Returns (dt. Batgirls Rückkehr)

Drehbuch: Michael Reaves, Brynne Stephens

Erschienen: 1994 (Batman: The Animated Series S02E20)


Wenn Batman nicht in der Stadt ist, müssen die Mädels ran: Als eine Katzenstatue gestohlen wird, macht sich Batgirl auf die Suche – und trifft dabei (so ein Zufall) Catwoman. Natürlich ist die Katzendiebin sofort die Hauptverdächtige, doch die beteuert, unschuldig zu sein. Batgirl glaubt ihr und die beiden machen sich auf die Suche nach dem wahren Täter. Sie treffen auf einen alten Bekannten: Roland Daggett. Mit ihm hat Catwoman noch eine alte Rechnung offen …

Batgirls Rückkehr kann leider nicht mit dem furiosen Auftakt der Figur mithalten, allzu formelhaft verläuft die Story, inklusive der altbekannten Moral: Wir dürfen nicht töten, sonst sind wir nicht besser als die Verbrecher. Geschenkt. Trotzdem macht es Spaß, die beiden starken Frauenfiguren gemeinsam losziehen und auch gegeneinander kämpfen zu sehen. Batgirl ist in The Animated Series ein besonders liebenswerter Charakter.

Für Batman sogar sehr liebenswert. Am Anfang sehen wir, wie Batgirl ihn vor Joker, Two-Face und Pinguin rettet und er sich mit einem Kuss revanchieren will – aber das ist leider nur eine Traumsequenz …

>> Liste der Batman: The Animated Series-Episoden

Selbst ist die Frau

Barbara wird Batgirl.

Titel: Shadow of the Bat I-II (dt. In Batmans Schatten)

Drehbuch: Brynne Stephens

Erschienen: 1993 (Batman: The Animated Series S01E57-58)


„Für einen mehr ist immer noch Platz.“ (Bruce Wayne)

Commissioner Gordon wird wegen Verdachts auf Bestechlichkeit verhaftet. Seine Tochter Barbara will Batman dafür gewinnen, sich für ihn öffentlich einzusetzen. Als der nicht bei einer Kundgebung auftauchen will, steigt sie ins Kostüm und gibt sich (mit Schulterpolstern) als Batman aus. Sie verhindert einen Anschlag. Nachdem Batman in Gefangenschaft gerät, wird Barbara zu Batgirl.

Batgirl und Robin.

Der Schurke, der hinter allem steckt, ist Two-Face. Er arbeitet mit Gil Mason zusammen, dem stellvertretenden Commissioner – er will Gordon aus dem Weg schaffen, um Karriere zu machen. Mit vereinten Kräften kann das Dynamische Trio alles wieder richten.

Batgirls erster Auftritt.

Barbara Gordon bekommt einen starken Auftritt. Nachdem sie bereits in Heart of Steel in der Serie eingeführt wurde, darf sie hier richtig aufblühen. Sie ist eine Frau, die sich nicht unterkriegen lässt, selbst mitanpackt und Courage zeigt. Dass ihr anfangs nicht alles gelingt, dass sie sich noch ziemlich ungeschickt anstellt, macht sie nur noch sympathischer. Denn schließlich hat sie da Erfolg, wo Batman scheitert.

Matches Malone und Two-Face.

Weitere Höhepunkte: Batman tritt als Matches Malone auf und am Ende wird Two-Face von einer riesigen Silberdollar erdrückt. Und dann ist da noch die fantastische Batgirl-Theme, die diesen Charakter perfekt einfängt – und im Ohr bleibt. Das alles macht Shadow of the Bat zu einer der besten Episoden.

Barbara als Batman.

Mehr zum Thema:

Catwoman lässt die Tiger los

Catwoman mit zwei Goldmiezen

Titel: The Purr-fect Crime/Better Luck Next Time

Drehbuch: Stanley Ralph Ross, Lee Orgel

Erschienen: 1966 (Batman S01E19-20)


„Catwoman! You are not a nice person!“ (Robin)

Eine goldene Katze wird aus einem Museum gestohlen. Da es zwei davon gibt, ist abzusehen, was mit der anderen passieren wird. Damit es dabei auch nicht den geringsten Zweifel gibt, schickt Catwoman einen Hinweis an die Polizei: Ein Kätzchen mit einem Zeitungsausschnitt, der beide Katzen zeigt, eine davon durchgestrichen.

Batman, der schlau genug ist, Robin beim Raumschach zu besiegen, fällt auf die Finte aber nicht herein. Er versieht die Katze mit einer leicht radioaktiven Markierung und folgt Catwoman in ihr Versteck. Während die Schurkin ein miauendes Katzentelefon und eine miauende Uhr hat, tragen ihre Komplizen eine kuriose Kombination aus Tigerjacken und schwarzen Uschankas.

Und die Kleidung erweist sich als böses Omen: Batman tappt in eine Todesfalle, in der er gegen einen Tiger kämpfen muss. Dabei erweisen sich zwei neue Gadgets, die Bat-Klauen und Bat-Ohrstöpsel als hilfreich. Batman klettert die Wand hoch und sendet aus seinem Gürtel einen hohen Ton aus, der den Tiger ablenkt. Doch dann soll Robin gleich zwei Tigern zum Fraß vorgeworfen werden. Natürlich nicht sofort, sondern nach sadistischer Schurkenmanier und gleichzeitiger Fairness, die Gelegenheit gibt, sich rechtzeitig zu befreien. Robin liegt auf einem Brett, an dessen Ende eine Sanduhr für ihn abläuft.

Schließlich dienen die beiden Katzen nur dazu, einen alten Schatz auszugraben. Das hätte Catwoman auch ohne Störung tun können, wenn sie nicht den Umweg über die Todesfallen genommen hätte. So aber gerät sie selbst in eine: Sie springt über eine Schlucht, schafft es nicht, kann sich nur noch an der Klippe festhalten. Doch statt ihren Schatz aufzugeben und sich zu retten, fällt sie in die Tiefe. Später wird sie ohne Erklärung wieder auftauchen. Die Erklärung gibt Batman schon mal präventiv: Eine Katze hat neun Leben. Na dann ist ja alles klar …

Gordon richtet sich mit Glückwünschen an die Zuschauer

Bemerkenswert ist noch ein kurzer, fast unscheinbarer Moment: Gordon durchbricht die vierte Wand. „Good luck“, sagt er am Telefon zu Robin, schaut dann in die Kamera und sagt: „To all of us.“ Wir Zuschauer ist plötzlich nicht nur Adressaten, sondern auch Betroffene des Geschehens.

Mehr zum Thema:

Batgirl gegen Zwangsheirat

Batgirls erster Auftritt im Fernsehen. (Bilder: Warner Bros.)

Titel: Enter Batgirl, Exit Penguin (dt. Batgirl kommt, Pinguin geht)

Drehbuch: Stanford Sherman

Erschienen: 1967 (Batman S03E01)


„Bats! I’m surrounded by bats!“ (Pinguin)

Bruce Wayne und Dick Grayson wollen mit O’Hara, Gordon und dessen Tochter Barbara (Yvonne Craig) in die Oper. Doch daraus wird nix, weil der Pinguin Barbara entführt, um sie zu heiraten – natürlich unter Zwang. Aber nicht etwa Liebe verschafft ihm den Sinneswandel. In der typisch verdrehten Logik von Batman-Schurken erhofft er sich davon Straffreiheit. (Fragt nicht.)

Der Pinguin hält Barbara Gordon gefangen.

Bei der Suche nach einem Pfarrer entführt er auch Alfred, der sich für einen Geistlichen ausgibt, um den echten zu decken. Alfred meldet die Gefahr seinem Herrn dank einem versteckten Knopf im Gürtel. Doch als Batman und Robin eintreffen, stellen sie fest, dass sie eine Dritte im Bunde haben: Batgirl.

Barbara wird zu Batgirl.

Statt die Polizei zu rufen, wie es jede normale Frau getan hätte, ist Barbara Gordon zwischendurch mal eben schnell nach Hause geschlichen und hat sich umgezogen. Unbemerkt hat sie in ihrer Wohnung ein Geheimversteck untergebracht, samt violettem Kostüm, roter Perücke und einem passenden Motorrad mit Rüschen (weil Frauen in den 60ern so was offenbar machen). Zu dritt schlagen sie den Pinguin und seine Handlanger spielerisch zusammen, am Ende rettet sie Batman und Robin sogar den Hals, bevor sie wie Teebeutel in heißes Wasser getunkt werden. Nur Alfred erfährt in der Folge ihr Geheimnis – doch sie bittet ihn, in der Rolle des Pfarrers zu bleiben und die Schweigepflicht einzuhalten.

Das Dynamische Duo als Teebeutel

Wie in den Comics, in denen Barbara kurz zuvor eingeführt worden ist, ist die Heldin auch hier Bibliothekarin. Während aber im Comic halbwegs plausibel erklärt wird, warum sie ein Kostüm trägt und Kampfkunst beherrscht, liefert sie in der TV-Serie keine Erklärung für Batgirl ab. Sie ist einfach da. Und für sie ist das Abenteuer ein einziger Spaß. Batman kann dem zwar nicht so viel abgewinnen, aber immerhin nimmt er ihre Hilfe dankend an – im Gegensatz zu dem Chauvi in den Comics …

Batman, Robin und Batgirl

Mehr zum Thema:

Batman: The Animated Series ab Oktober auf Blu-ray

Warner Bros.

Am 16. Oktober 2018 ist es endlich soweit: Batman: The Animated Series erscheint auf Blu-ray – zumindest in den USA. Alle 109 Episoden der 90er-Jahre-Serie (drei Staffeln, also auch The New Batman Adventures) werden auf zehn Discs in HD verfügbar sein, dazu die beiden Filme Mask of the Phantasm (dt. Batman und das Phantom) und SubZero (dt. Eiszeit), die bereits auch einzeln auf Blu-ray erschienen sind (allerdings nicht in Deutschland).

Warner Bros.

Als Extras gibt es zwölf Audiokommentare und 24 Featurettes, wie etwa die 60-minütige Doku Heart of the Batman. Außerdem werden die Blu-rays mit einem Art-Book und drei Funko-Figuren aufgewertet Der Preis beträgt derzeit 113 US-Dollar. Für 25 Dollar mehr kann man sich eine Ausgabe mit einem von zwei passenden T-Shirts kaufen. Weitere Details auf blu-ray.com und im WBShop.

Von dieser Deluxe Limited Edition erscheinen 30.000 Stück. Wer eine haben will, sollte sich beeilen. Oder einfach auf die deutsche Ausgabe warten – falls es je eine geben wird. Denn eine Ankündigung für den deutschen Markt lässt auf sich warten. Hier kann man sich die Serie nur (für viel Geld) im Amazon-Stream ansehen, allerdings nicht in der optimierten Fassung.

Mister Freeze und die Frostbeulen

Batman und Robin auf Eis.

Titel: Instant Freeze/Rats Like Cheese (dt. Batman auf Eis)

Drehbuch: Max Hodge

Erschienen: 1966 (Batman S01E07-08)


„Ah, das ist schrecklich!“ (Mr. Freeze)

Eine vereiste Straße, mitten im Sommer? Wer kann bloß dahinterstecken? Natürlich: Mr. Freeze! Nur er schießt Eis und Feuer. Und er spricht deutsch. Kein Wunder, denn der Mann heißt mit bürgerlichem Namen Dr. Schimmel. Womit auch klar wäre, dass der Name bei so geringer Betriebstemperatur nicht mehr passend erschien. Freeze kann nur noch bei Frost überleben, daher muss er draußen einen silbernen Anzug tragen. Batman fühlt sich für Freezes Zustand verantwortlich. Es sei ein Unfall gewesen, sagt Gordon, aber trotzdem plagt Batman das schlechte Gewissen.

Freeze schießt Frost

Mr. Freeze stiehlt Diamanten, weil die Steine auch „Eis“ genannt werden. Batman und Robin kommen nach einiger Detektivarbeit auf die Idee, dass er es auf die größten Steine abgesehen hat. Und wie der Zufall es will, ist der allergrößte gerade in der Stadt – und hängt an einer schönen Prinzessin. Aber zunächst müssen es Batman und Robin mit fünf falschen Batmen und Mr. Freezes aufnehmen. Es wird nicht so richtig klar, warum. Es sorgt aber für reichlich Verwirrung, wenn die Schlägerei erst mal richtig los geht. Wer ist Freund? Wer ist Feind? Man blickt nicht durch, aber irgendwie kriegen es unsere Helden schon hin.

Falsche Helden, falsche Schurken.

Dann wird das Dynamische Duo von Mr. Freeze vereist und langsam wieder aufgetaut. Eine dramatische Situation: Wenn man es zu schnell macht, könnten sie sterben. Die Gesetze der Physik sagen zwar das Gegenteil, aber wer würde schon am Urteil eines Mannes an einer Konsole mit Thermometer zweifeln?

Das Geheimversteck von Mr. Freeze

Kaum sind sie aus dem Eis befreit, tappen sie auch schon in die nächste Falle. Mr. Freeze fordert Batman. Dieser geht allein, Robin folgt ihm wie immer entgegen seiner Anweisung, sie landen im Geheimversteck des Schurken, das nicht so hoch in den Bergen zu liegen scheint, dass offenbar auch im Sommer überall Schnee liegt. Auch im Inneren ist es so unfassbar kalt ist, dass man darin nur mittels „Wärmebrücken“ (beheizten Raumsegmenten) überleben kann. Diese Idee ist mit Abstand die interessanteste Erneuerung, die die Serie dem Charakter hinzufügt.

Batman und Robin in der Comfort Zone

Batman gewinnt – dank Thermo-Unterwäsche. Und wie immer wartet er bis zum letzten Augenblick, um das Ass aus seinem Ärmel zu ziehen. Und damit beweist er sich mal wieder als genialer Schauspieler: Er stürzt sich zweimal auf Freeze und tut so, als würde er erfrieren. Doch dann plötzlich ist er Herr der Lage. Als dann ihm noch Robin mit einer Eisbärenattacke beikommt, ist das Eis endgültig gebrochen …

Robin mit Eisbär

Nachtisch gefällig? Ach nee, lieber nicht …

Mehr zum Thema:

Pinguins perfider Plan

Pinguin heckt was aus. (Bilder: Warner Bros.)

Titel: Fine Feathered Finks/The Penguin’s a Jinx

Drehbuch: Lorenzo Semple Jr.

Erschienen: 1966 (Batman S01E03-04)


„I have great faith in our prison system.“ (Batman)

Da verstehe einer mal das US-Rechtssystem: Kurz vor seiner Entlassung aus dem Knast heckt der Pinguin wieder was aus, eine Überwachungskamera hält das Ganze fest, und trotzdem kommt er frei. Es spielt nicht einmal eine Rolle, dass er die Kamera zerstört, bevor er den ganzen Plan verrät. Der Plan bleibt undurchsichtig: Zunächst lässt er Gratis-Regenschirme verteilen, die im Juweliergeschäft Chaos stiften, doch bis auf die zivile Ordnung kommt dabei nichts abhanden. Denn der Pinguin hat eine viel tückischere Idee: Er macht Batman unwissentlich zu einem Komplizen. Indem Batman versucht, Pinguins nächsten Coup zu deduzieren, liefert er damit erst den Plan dafür.

Die Vernunft könnte sich jetzt fragen, welchen Sinn das Verbrechen macht, wenn Batman und Robin da erst recht vorbereitet auftauchen. Oder sie könnte fragen, warum man nicht einfach die Polizei in Pinguins Schirmfabrik vorbeischickt, spätestens nachdem Bruce Wayne dort fast bei lebendigem Leibe verbrannt worden wäre. Oder warum Bruce nicht gleich vom Fließband rollt, das in den Ofen führt, sondern dafür ein explodierendes Feuerzeug braucht. Oder warum trägt der Pinguin eine schwarze Augenmaske, wenn er Verbrechen begeht? Aber wir sind hier nicht im Reich der Vernunft. Hier herrscht nur der sinnfreie Spieltrieb.

Batman, Robin und der Batbrella

Der Pinguin belauscht das Dynamische Duo dank eines verwanzten Regenschirms, der in der Bathöhle untersucht wird. Batman und Robin sinnieren über einen bunten Schirm: Grün könnte für Geld oder Smaragde stehen. Aber was ist mit den anderen Farben? Könnten die für Juwelen stehen? Oder sogar für einen juwelenbesetzten Meteoriten? Aber nein: Ein Blick in die Museumspläne verrät, dass der Ort einbruchssicher ist. Also zurück zum „Bat-brella“. Der Hinweis muss in den Farben liegen. Schön seien sie, sagt Robin, „like a beautiful dawn“. Da fällt Batman etwas ein: Die schöne Schauspielerin Dawn Robbins ist gerade in der Stadt (als Bruce Wayne weiß man sowas), spielt im Film „The Mockingbird„, produziert von Ward Eagle und wohnt im Pelican Arms Hotel. Einzig möglicher Schluss: Der Pinguin will sie entführen!

Beautiful Dawn …

Batman hat natürlich einen Lageplan im Bat-Computer, auf dem er sieht, wie man da am besten einbricht. Gesagt, getan. Was nun, die Polizei verständigen?, fragt Robin. Nein, er habe mit dem Pinguin noch eine Rechnung offen, sagt Batman und kümmert sich selbst darum. Doch trotz der Batzooka glückt die Entführung dank Magneten, mit denen Batman und Robin festgehalten werden. Wieder könnte man beim Pinguin vorbeischauen und ihn einfach verhaften. Aber dann gäbe es kein Finale in Wayne Manor, wo Batman und Robin in Ritterrüstungen warten …

Batzooka im Einsatz

Trotz allem Schwachsinn enthält die Folge auch ein wenig Sozialkritik: Die schöne Dawn, die gerade für das Funboy Magazine fotografiert wird, fühlt sich nicht nur gelangweilt, sondern mehr wie eine Ware denn als ein Mensch behandelt. Als sie auf Batman trifft, den sie nicht kennt, will sie ihn zunächst in ihre Welt hineinziehen: „Could you use some publicity?“ – „Forget it!“, sagt ihr Manager. „Batman never lends himself to commercial enterprises.“ In der deutschen Synchronisation heißt es: „Batman gibt sich niemals kommerziellen Abenteuern hin.“ In den Untertiteln: „Batman lässt sich niemals kommerzialisieren.“ Doch in jeder Fassung schweigt Batman dazu. Wir wissen es besser. Und die Batmania, die die Serie auslöste, beweist das Gegenteil.

Pinguin betäubt Ritter

Mehr zum Thema