Batman 1966

Falsches Gesicht, falsches Batmobil

False Face

Titel: True or False-Face/Holy Rat Race (dt. Das falsche Gesicht)

Drehbuch: Stephen Kandel

Erschienen: 1966 (Batman S01E17-18)


Die Welt von Batman ’66 kennt keinen Two-Face, dafür False Face. Ein Schurke mit Plastikmaske setzt sich – ganz phantomas-mäßig – ständig die Masken von Gesichtern anderer Menschen auf, um Batman und die Polizei in die Irre zu führen, z.B. gibt er sich als Chief O’Hara aus. Die Kunst dabei ist, dass er es schafft, trotz der darunter liegenden Plastikmaske mit den falschen Gesichtern eine Mimik auszudrücken. Außerdem kann er sich blitzschnell verwandeln, innerhalb von Sekunden hat er nicht nur die passende Maske, sondern auch Verkleidung bereit – obwohl er weder Koffer noch Tasche bei sich trägt. So wird er vom Cowboy flugs zu Commissioner Gordon. Aber Batman lässt sich nicht jedes Mal verarschen …

False Face tarnt sich zu Beginn nur mit einem angeklebten Bart – und kein Polizist erkennt das Plastikgesicht darunter. Die Polizei von Gotham ist wirklich ein unfähiger Haufen. Und dann gibt False Face Hinweise, die genau das Gegenteil von dem besagen, was er ausdrücken will. Robin schließt bei einem Rätsel scharf: Das Gegenteil von Mädchen ist Junge! Was würde Batman nur ohne Robin machen?

Trotz ihres Scharfsinns lassen sie sich (wie so oft) von einer hübschen Handlangerin übertölpeln, als Batman ihr am Süßigkeitenautomaten einen Schokoriegel ziehen will. Sie werden an den Schienen einer U-Bahn gefesselt und können sich über einen Kurzschluss befreien, den Alfred in der Ferne auslöst. Obwohl der Zug heranrast und Batman es sehr eilig hat, lässt er sich alle Zeit der Welt, Alfred keine Befehle zu erteilen, sondern allerhöflichst seine Bitte zu formulieren. Da man in der Ferne schon das Licht des Zuges sieht, fragt man sich, wie langsam die U-Bahn von Gotham eigentlich fährt …

Falsches Batmobil aus Draht

Highlight ist aber Batmans bester Trick: Als das Dynamische Duo mit dem Batmobil auf False Face zufährt, beschießt er es, sodass nur ein Drahtgestell davon übrig bleibt. Er jubelt, aber dann taucht das echte Batmobil auf – das andere war nur ein aufblasbares Imitat. Allerdings sah es täuschend echt aus! Leider erfahren wir nicht genau, wie Batman das gemacht hat. Das bleibt ein Geheimnis. Ebenso wie False Faces wahres Gesicht. Niemand kommt auf die Idee, dem Mann die Plastikmaske abzunehmen.

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Todesfalle Traualtar

Batman mit Marsha vor dem Traualtar

Titel: Marsha, Queen of Diamonds/Marsha’s Scheme of Diamonds (dt. Batman vor dem Traualtar)

Drehbuch: Stanford Sherman

Erschienen: 1966 (S02E23-24)


„Not a very cheerful groom, are you?“ (Marsha)

Batman heiratet? Eine Schurkin? Was ist hier los? Es beginnt alles damit, dass Chief O’Hara sich in die Juwelendiebin Marsha, selbsternannte Queen of Diamonds, verliebt und ihr dabei hilft, einen schweren Klunker zu entwenden. Der Polizist ist ihr bedingungslos verfallen. Das liegt an einem Gift, das sie ihm verabreicht hat, mittels einem pfeileschießenden Amor. Auch Commissioner Gordon wird so ihr Sklave. Und schließlich auch Robin.

Amor schießt Liebespfeile

Batman widersteht der Attacke nur mit äußerster Bemühung seiner Willenskraft. Damit hat Marsha nicht gerechnet. Sie will nämlich den riesigen künstlichen Diamanten haben, mit dem Batman in der Bathöhle seinen Bat-Computer antreibt. (Warum müssen Edelsteine ständig als Energiequelle herhalten und wozu braucht Batman überhaupt eine, wenn er ein Atomkraftwerk bei sich stehen hat?)

Marsha, Queen of Diamonds

Weil sie nicht kriegt, was sie bekommt, folgt Plan B. Sie erpresst Batman. Er soll ihr den Stein besorgen, dann lässt sie Robin und die anderen frei. Er sagt okay. Doch sie will ihn persönlich abholen. Das geht nicht, sagt Batman. Er habe einen Eid geschworen, dass niemals ein Fremder die Höhle betritt. Gut, sagt sie, dann wird sie eben seine Ehefrau, um keine Fremde mehr zu sein. Batman lässt sich widerwillig auf den Deal ein.

Batman und Marsha mit Priester

Die Hochzeit ist schnell arrangiert, noch am selben Tag, samt Priester und Gästen (wer sind diese vielen Leute?). Doch vor dem Traualtar gerät Batman ins Stocken. Hier endet die erste Episode mit einem Cliffhanger. Ein Cliffhanger, der sonst einer Todesfalle vorbehalten ist. Ganz klar: Für Batman ist diese missliche Situation nichts Geringeres.

Die ganze Welt schaut zu. Batman bringt die zwei Worte „Ich will“ nicht übers Herz. Er wartet so lange, bis aus dem Nichts Alfred auftaucht – mit Tante Harriet. Alfred gibt sich als britischer Anwalt aus und behauptet, Batman sei bereits verheiratet. Er fälscht sogar eine Urkunde und droht, Marsha zu verklagen. Marsha flieht.

Alfred und Harriet retten Batman

Hier könnte man sich fragen: Wenn sogar die Nachrichten von der Heirat wissen, wieso schreitet nicht die Polizei ein und verhaftet Marsha wegen Freiheitsberaubung, Nötigung, Diebstahl und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz? Wieso sucht Batman nicht einen anderen Ausweg? Wieso lassen alle diese Farce zu? Immerhin greifen Alfred und Harriet ein, weil sie darin ihre Bürgerpflicht sehen. So betrachtet ist Gotham City ein wirklich finsterer Ort, an dem Zivilcourage und Exekutive extrem schwach sind.

Batman und Robin als Kröten

Aber natürlich ist alles wie immer halb so wild. Das alles passiert aus demselben Grund aus dem Batman und Robin am Ende scheinbar in Kröten mit Capes verwandelt werden. Es ist alles nur ein großer Spaß. Auch wenn es zwischendurch scheint, als würde Batman mehr Blut und Wasser schwitzen als in der tödlichsten Falle …

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Mit dem Gesetz nix am Hut

Jervis Tetch alias Mad Hatter

Titel: The Thirteenth Hat/Batman Stands Pat (dt. Der 13. Hut)

Drehbuch: Charles Hoffman

Erschienen: 1966 (Batman S01E13-14)


„Fighting crime deserves no gratitude.“ (Batman)

„Clues are always helpful.“ (Robin)

Kaum ist der verrückte Hutmacher auf Bewährung aus dem Knast, klaut er Menschen die Hüte vom Kopf, hypnotisiert ihre Träger mit Strahlen, die aus seinem Zylinder kommen und entführt sie. Insgesamt kommen so zwölf Entführungsopfer zusammen. Was kommt in Zwölfen?, fragen sich Batman und Robin. Da sie beim Brainstorming nicht weiterkommen, muss der Bat-Computer helfen, erst er spuckt das Offensichtliche aus: zwölf Geschworene! Jawohl, Jervis Tetch stellt eine Jury zusammen, nämlich die, die ihn verurteilt hat. Als Lösegeld will er eine Sammlung von Präsidenten-Hüten erpressen.

Mad Hatters Geschworene

Der Mad Hatter trägt hier wie im Comic rote Haare, schwarze Augenbrauen und einen großen braunen Schnurrbart. In seinem Geheimversteck hat er ein Fließband zur Hutherstellung aufgebaut, das so beschriftet wie die Geräte in der Bathöhle, nur dass sie weitaus tödlicher sind. Hier soll der sinistre Racheplan an Batman seine Vollendung finden: Weil Batman einst gegen ihn ausgesagt hat, will er sich an Batman rächen, indem er seine Kutte stiehlt und ihn zu einem Hut verarbeitet.

Mad Hatters mörderische Hutfabrik

Während Commissioner Gordon bereut, dass es so etwas wie Bewährung gibt, hofft Batman weiterhin auf Resozialisierung. Der verschlungene Pfad des Verbrechens führt Batman zum Bildhauer Octave Marbot. Batman hat ihm Modell gesessen für eine Statue. Sie soll im Gefängnis ausgestellt werden, um die Häftlinge zur Resozialisierung zu inspirieren. Das ist in etwa so, als wollte man einen Stier mit einem roten Tuch zähmen. Robin hält das aber für eine großartige Idee.

Mad Hatter als Bildhauer

Der Mad Hatter legt Marbot lahm und gibt sich als selbst als der Künstler aus. Er tarnt sich etwa so gut wie Clark Kent, mit Brille, schwarzem Ziegenbart und Baskenmütze. Als Batman eintrifft, bittet er ihn, für die Statue seine Maske abzulegen. Batman durchschaut das falsche Spiel, aber nach einer Prügelei, bei der das halbe Atelier verwüstet wird, kommt er in eine Todesfalle: schnell trocknenden Gips. Wie kommt Batman raus? Ganz einfach: Er hält einfach die Luft an, bis er freigemeißelt wird. Und Robin so: „Holy frogman!“

Gimmick der Folge: Die Anti-Diebstahl-Vorrichtung im Batmobil ist nichts als eine Tafel, die einen Knopf falsch beschriftet. Wenn die Gauner ihn drücken, geht ein Feuerwerk los.

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Batman und der Nerd

Bookworm

Titel: The Bookworm Turns/While Gotham City Burns (dt. Die Bücherwurm-Affäre)

Drehbuch: Rik Vollaerts

Erschienen: 1966 (Batman S01E29-30)


Den Autoren der Batman-TV-Serie war kein Metier zu abwegig, um eine Geschichte draus zu stricken. Auch nicht die Welt der Bücher. Der Bookworm war zugleich eine perfekte Parodie des Superschurken und auch der perfekte Schurke schlechthin, denn er war der Inbegriff des Nerds – und damit sowohl eine Identifikationsfigur für (Comic-)Leser und eine Hass-Figur für Fernseh-Gucker. Die Story treibt die Absurdität mustergültig auf die Spitze.

1. Kapitel

Bei einer Brückeneinweihung wird Commissioner Gordon erschossen. Dahinter kann nur der Bookworm stecken, den Bruce und Dick kurz zuvor auf der Brücke gesichtet haben. „This is one time we don’t wait for the Batphone!“, sagt Bruce. Statt zum Tatort fahren sie jedoch zum Polizeihauptquartier, wo sie zu ihrer Überraschung einen quicklebendigen Gordon treffen. Es war alles nur ein Trick.

Gefährliches Buch: Wem die Stunde schlägt

Kurz darauf geht draußen eine Bombe hoch: Bookworms Gefährtin hat eine explosive Ausgabe von Hemingways „Wem die Stunde schlägt“ im Batmobil deponiert. Dank des Schleudersitzes konnte das Schlimmste verhindert werden. Batman stellt fest: Ein ganz normaler Buchumschlag – aus Asbest.

2. Kapitel

Bookworm mit Komplizen

Bookworm, der sein Hauptquartier selbstverständlich in einer Bibliothek hat, bildet sich viel drauf ein, dass er jedes Buch gelesen hat und daher jeden Plan für ein Verbrechen kennt. Als ihn seine hübsche Helferin darauf anspricht, er könne bald seinen eigenen Bestseller schreiben, ist sein wunder Punkt getroffen: Er rastet aus, weil es ihm an Originalität fehlt. Dann findet er ein sehr dickes Buch über die Kunst der Selbstbeherrschung und liest es in Sekunden durch, indem er dabei mit den Händen über die Seiten streicht.

3. Kapitel

Batmobile Parachute Pickup Service

Batman und Robin machen mal wieder ihre berühmte Kehrtwende mit dem Fallschirm im Batmobil. Aber was passiert eigentlich mit dem Fallschirm auf der Straße? Robin ruft den „Batmobile Parachute Pickup Service“ und schon braust ein Bulli los, der offenbar den ganzen Tag lang nur herumsteht und auf diesen Moment wartet, um den Schirm einzusammeln. Da gehen also Waynes Millionen hin …

4. Kapitel

Schlage niemals einen Mann mit Brille.

Bookworm lockt Batman und Robin an einen Ort, wo das Bild der Brücke an eine Hauswand projiziert wird. Doch wo kommt der Projektor her? Statt der Lichtquelle zu folgen, holen sie mal wieder die Batzooka heraus und machen einen Vertikalgang. Als sie am Projektor angelangt sind, scharen sich Bookworms Handlanger um sie. Doch vorher: Bitte Brillen abnehmen. Denk dran, Robin, mahnt Batman, schlage niemals einen Brillenträger!

Batmans Lügendetektor

In einem Transporter finden sie die hübsche Komplizin des Bookworm. Batman und Robin unterziehen sie einem Lügendetektor-Test. Sie behauptet, der Bookworm wolle die Unabhängigkeitserklärung stehlen. Aber Batman durchschaut es: eine Falle. Er fährt trotzdem hin. Fragt sich nur, wozu dann der Aufwand mit dem Lügendetektor? Robin bleibt zurück mit der Schönen, beim Versuch, ihr ein Buch vorzulesen, wird er durch ein Gas ausgeknockt – englische Geschichte wirkt eben immer einschläfernd bei ihm.

5. Kapitel

Robin wird gefangengenommen und kopfüber an den Klöppel einer Glocke gehängt: Big Benjamin in Wayne-Memorial-Tower. Wenn die Stunde Mitternacht schlägt, ist es um ihn geschehen. Batman versucht mit einer Art Meditation oder Kontemplation das Unterbewusstsein des Verbrechers zu ergründen und kommt ihm auf die Spur. In letzter Sekunde hilft dann wieder die Batzooka, mit der Batman die Glocke magnetisch auflädt und so den Schlag verhindert …

6. Kapitel

Bookworm überfällt Wayne Manor und stiehlt ein altes Kochbuch. Daraufhin stellt er in Gotham ein riesiges Kochbuch mitten auf die Straße. Batman warnt die Schaulustigen: Vorsicht, die Rezepte in dem Buch könnten explosiv sein. Mit dem Energieradar stellt er fest: das Buch ist hohl. Mit dem Batmagneten öffnet er es.

In dem Riesenbuch steckt eine Küche. Eine Todesfalle. „We are trapped inside a cook book.“ Die Polizei naht heran, versucht, die beiden Helden zu befreien. Kann man sich ein tragischeres Ende vorstellen, fragt Gordon?

Batman und Robin in Teufelsküche

Doch als man glaubt, die Helden könnten verdampft sein, sind die bloß abgedampft zur Bibliothek, wo sie Bookworms Schergen zusammenschlagen. Der Anführer versteckt sich in einer Mülltonne. Batman und Robin trommeln ein wenig darauf herum …

Doppel-Drumsolo mit Batman und Robin.

… und der Bookworm ist K.O. Diese Büchernerds sind eben doch nur Weichlinge.

Bookworm in der Tonne

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Pinguin auf dem Pfad der Tugend

Pinguin mit Braut

Titel: The Penguin Goes Straight/Not Yet, He Ain’t (dt. Alle Macht dem Pinguin)

Drehbuch: Lorenzo Semple Jr., John Cardwell

Erschienen: 1966 (Batman S01E21-22)


Was ist das? Der Pinguin im Theater? Ganz bürgerlich und in Begleitung einer Dame? Doch da: ein Überfall! Juwelen werden geraubt. Der Pinguin spielt den Helden, auf ihn wird geschossen, aber mit seinem kugelsicheren Regenschirm kann er den Angriff abwehren. Der Täter flieht – und das Diebesgut landet wieder bei der Besitzerin, der Schauspielerin Sophia Starr.

Macht der Schurke etwa Batman Konkurrenz? Oder steckt dahinter nur ein gemeiner Plan, um richtig Beute zu machen? Klar, dass die Fragen nur rhetorisch sind. Der Pinguin hat eine Firma gegründet, die verspricht, für die Sicherheit von Wertgegenständen zu sorgen. Aber das sei etwa so, als vertraute man ein Salatblatt einem Hasen an, so Batman. Er traut dem Vogel nicht.

Doch als Batman und Robin versuchen, die echte Kette gegen ein Imitat auszutauschen, um sie vor dem Joker zu schützen, fliegt zunächst Alfreds Undercover auf, dann werden die Helden auf frischer Tat ertappt. Für die beiden hat sich der Pinguin eine besonders fiese Todesfalle ausgedacht. Auf einem Jahrmarkt lässt er Gordon und O’Hara auf sie schießen, während die Polizisten glauben, sie schössen auf Pappkameraden und Luftballons.

Gordon und O’Hara schießen auf Batman und Robin.

Doch kaum hat sich das Dynamische Duo befreit, wirkt es etwas neben der Spur: Aus einem nicht weiter erklärtem Grund tun sie so, als wären sie irre und greifen den Pinguin an. Daraufhin werden sie von der Polizei gejagt und auf der Flucht erschossen. Und dann läuft alles darauf hinaus, dass der Pinguin und Sophia Starr heiraten sollen und der Schurke mit den Hochzeitsgeschenken abhauen will …

Batman und Robin fahren Batcycle

Wir sehen Dick Grayson beim Golfen, den Pinguin in der Sauna und wie er das Batmobil zum Birdmobil macht, zum ersten Mal fahren Batman und Robin im Batcycle. So einfalls- und wendungsreich die Episode auch ist: Der gesamte Plan ist so überambitioniert, dass man sich fragt, ob das nicht einfacher gegangen wäre. Natürlich. Aber dann wäre es nur halb so spaßig.

Übrigens erfahren wir, dass der Pinguin lieber Junggeselle bleibt – auch wenn sein Opfer ihn nach dem Betrug trotzdem heiraten will.

Pinguin im Birdmobile

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Lieber Schnitzel- als Verfolgungsjagd

Riddler klaut das Diadem

Titel: A Riddle a Day Keeps the Riddler Away/When the Rat’s Away the Mice Will Play

Drehbuch: Fred De Gorter

Erschienen: 1966 (Batman S01E11-12)


Was ist mit dem dynamischen Duo los? Manchmal wirkt es seltsam undynamisch: Der Riddler will bei einer Miss-Wahl ein Diadem stehlen, Batman und Robin wissen das, sie stehen direkt davor und warten, dass er zuschlägt. Und als er dann aus einer Falltür kommt, der gekrönten Miss einen Kuss aufdrückt und ihr das Diadem vom Kopf reißt, sehen sie einfach nur zu. Selbst als er wieder in die Falltür hinabsteigt, stehen sie einfach nur da. Statt ihm zu folgen: Schnell zum Batmobil, wo sie ihn orten wollen.

In der Tiefgarage gibt Riddler ihnen noch eine Chance. Er taucht aus einer Kanalöffnung auf: Er habe durchschaut, dass das Krönchen nur Fake war, er wirft es ihnen hin – mit einem weiteren Rätsel. Und wieder denkt Batman nicht daran, hinterher zu jagen. Er löst lieber das Rätsel. Robin fragt nach: Wollen wir ihm nicht folgen? Nein, sagt Batman. Da unten, in der Kanalisation, würden sie ihn kaum finden. Dabei ist er gerade einmal seit zehn Sekunden weg. Und kichert permanent wie blöde. Selbst ein Blinder würde ihn finden. Aber Batman versucht es nicht mal. Statt den Riddler zu schnappen, rätselt er lieber. Batman arbeitet eben lieber mit dem Kopf als mit den Muskeln, betreibt lieber Schnitzel- als Verfolgungsjagd – wie eben ein wahrer Detektiv.

Der Riddler entführt daraufhin einen gewissen König Boris. Doch eigentlich geht es um die „Queen of Freedom“, eine Statue, die der Riddler stiehlt, um sie mit einer Bombe zu versehen und so die Stadt um eine Million Dollar zu erpressen. Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Gordon pumpt Bruce Wayne an, der gerne mit Bargeld aushilft. Da schickt der Riddler einen Fake-Batman vorbei für weitere Anweisungen. Der stellt sich zwar ziemlich dumm an, aber Commissioner Gordon spielt mit, um Bruce nicht in Gefahr zu bringen. (Wieder kommt niemand auf die Idee, den Kerl einfach festzunehmen.)

Keine Kunst für die Ewigkeit …

Der Rest in Kürze:

Das Utensil: Zum ersten Mal kommt die Bat-Tafel zum Einsatz. Das Besondere an ihr: Sie trägt als einziges Stück der Bathöhle keinen Namenszug.

Die Todesfalle: Batman und Robin werden an großen Rotoren festgemacht. Und irgendwie kommen sie frei. Man sieht gar nicht wie. Man sieht nur, dass da am Ende gar nicht mehr Batman und Robin hängen, sondern irgendwelche billig ausgestopften Puppen.

Die Meta-Ebene: Batman und Robin zerstören ein Gemälde, das sie in Lebensgröße zeigt und in einer Kunstgalerie hängt. Das Dynamische Duo springt einfach durch die Leinwand. Die beiden haben für statische Kunst eben nichts übrig, wir sind hier im Fernsehen, da geht es um Bewegung. Hauptsache die Queen bleibt heil. Und Bruce Wayne bekommt sein Geld zurück.

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Batman surft mit Joker

Joker und Batman surfen

Titel: Surf’s Up! Joker’s Under (dt. Heiliges Surfbrett)

Drehbuch: Charles Hoffman

Erschienen: 1968 (Batman S03E10)


Nur Freunde: Skip und Barbara

In Gotham City kann man sogar surfen. Der Joker entführt den Surfer X, der zufällig Barbara Gordons Freund ist. Mit dem Surfing Experience & Ability Transferometer überträgt der Joker alles Wissen und alle Fähigkeiten auf sich. Doch wozu das? Joker will die Surf-Weltmeisterschaft von Gotham Point gewinnen: Ihn locken Ruhm und Ehre, Neid, Respekt und Bewunderung der Surfer. Sie würden ihm folgen, ihm gehorchen und für ihn Gotham plündern und verwüsten. Der Joker könnte mit dem Gerät natürlich auch seine Gier auf andere übertragen, aber wo wäre dann der Spaß?

Joker stiehlt Skips Surf-Skills

Während Batman und Robin den Batcopter starten, gehen Commissioner Gordon und Chief O’Hara undercover mit kurzen Hosen und schrillen Sonnenbrillen an den Strand, Decknamen: Buzzy und Duke. In dieser „unauffälligen“ Verkleidung treffen sie sich in einer Surferbar mit Batman und Robin, wodurch es nicht unbedingt unauffälliger wird. Aber Jokers Komplizin Undine spricht in ein Walkie-Talkie in Form eines Hot-Dogs, was durchaus bemerkenswert erscheint …

Cops Undercover

In der Bathöhle wird es noch seltsamer: Der Batcomputer spuckt ein Bild von zwei nackten Füßen aus. Eine von Alfreds Neuerungen: Statt eindeutiger Ergebnisse liefert der Computer Bilderrätsel. Batman und Robin lassen sich sofort drauf ein und schließen scharf auf den Ten-Toes-Surfboard-Shop, der schon lange leersteht und ein perfektes Versteck für den Joker wäre.

Hot-Dog-Walkie-Talkie

Batman und Robin machen sich auf und werden vom Joker gefangengenommen: Er und seine Handlanger werfen eine Handvoll Giftstacheln auf die beiden, doch statt sich die Dinger aus der Brust zu ziehen (immerhin könnten sie tödlich sein), schlägt Batman ein Bad in heißem Wasser und Epsom-Salz vor. Da beides gerade nicht zur Hand ist, fallen sie dem Joker in die Hände. Der lässt sie in Surfbretter verwandeln.

Batman, Robin und Giftstacheln

Zuerst werden sie mit flüssigem Schaumstoff übergossen, eine Werbepause später sind sie auf wundersame Weise platt wie Surfbretter. Doch dank eines Gürtel-Gadgets können sie sich freibrennen und kehren zur Ausgangsform zurück. Natürlich werden die beiden Komplizen nicht verfolgt, man hilft lieber dem Entführungsopfer.

Batman und Robin als Surfbretter

Jetzt könnte die Polizei den Joker festnehmen und der Fall wäre erledigt. Tut sie aber nicht, sie wartet lieber darauf, dass das Dynamische Duo etwas unternimmt. Und die spielen das Spiel mit: Batman surft gegen den Joker um die Weltmeisterschaft. Denn aus irgendeinem Grund gibt es keinen Wettbewerb ohne Batman. Man zieht sich in der Herrenumkleide um, das beudeutet jeder zieht sich eine Badehose über seine Hosen.

Joker surft

Obwohl weit und breit kaum Wellengang zu sehen ist, schaffen es die beiden trotzdem, sich auf den Brettern zu halten. Batman wirkt unsicher auf dem Brett, souverän wirkt er nur, als er zwischendurch einen Hai mit dem (aus dem Film) bekannten Spray abwehrt. Und obwohl der Joker besser surft (einmal sogar einbeinig), gewinnt Batman.

Batman vertreibt den Hai

Erst dann, wenn der Held seine moralische Überlegenheit bewiesen hat und wenn der Joker noch einer weiteren Entführung überführt wird, und natürlich erst nach der obligatorischen Prügelei, bei der spontan auch Batgirl mitmischt, nimmt ihn die Polizei endlich fest. Als hätte die bloße Tatsache, dass dieser Irre frei rumläuft, nicht gereicht, um ihn dingfest zu machen.

Schluss mit lustig, Joker!

Am Ende bleibt nur die Frage offen, was diese Band soll, die mit grüngefärbten Haaren am Strand musiziert: Jonnie Green and the Green Men singen „Just A Little Bit Harder“. Zwischendurch fragt sich die Polizei, ob sie etwas mit dem Joker zu tun haben könnte, aber: nein. Es ist einfach so. Und das passt wunderbar zu dieser herrlich abgedrehten Folge, an der einfach alles toll ist, was man an dieser Serie feiern kann. Viele sehen „Surf’s up! Joker’s Under“ als lächerlich und peinlich an, weil ihr jeglicher Sinn abgeht. Ich denke aber, dass diesen Leuten das Konzept der Serie entgangen ist.

Johnnie Green and the Green Men

Fußnote: Diese Folge ist nicht das erste Mal, das Batman auf einem Surfbrett steht. Bereits auf dem Cover von World’s Finest #36 (1948) surfte er – zusammen mit Robin und Superman.

World’s Finest #36 (DC Comics)

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Falscher Pharao, falsche Sphinx

Das ist nicht Peter Ustinov …

Titel: The Curse of Tut/The Pharaoh’s in a Rut

Drehbuch:

Erschienen: 1966 (Batman S01E27-28)


Die Menschen in Gotham müssen viel ertragen, wenn sie jede Woche von einem Superschurken terrorisiert werden. Anders kann man es sich nicht erklären, dass sie bei der kleinsten ungewöhnlichen Begebenheit in Panik verfallen. Kaum taucht eine goldene, ägyptisch anmutende Statue im Park auf, schreit eine Frau los – obwohl nichts passiert, außer dass aus der Statue eine Stimme spricht.

Doch auch die Polizei ist beunruhigt. Kurz glaubt Commissioner Gordon an einen Werbegag des Museums, aber nachdem ihn Bruce Wayne eines Besseren belehrt hat, ist er so verunsichert, dass er – ohne sich das Ding überhaupt anzusehen oder seine Leute darauf anzusetzen – sofort Batman anruft. Erst dann kommen alle auf die Lösung, dass hinter dem Rätsel könne nur einer stecken kann: King Tut, ein ehemaliger Professor, der sich nach einem Schlag auf den Kopf für einen Pharao hält. (Die Zuschauer kannten ihn 1966 noch nicht, er wurde erst für die Serie geschaffen, aber für Batman ist er – wie jeder Schurke – ein alter Bekannter.)

Das ist keine Sphinx …

Als Batman und Robin die Statue inspizieren, klassifiziert Batman sie als „Sphinx„, was völlig daneben ist, weil sie keinen Löwenkörper hat, aber da Robin es nicht besser weiß, bleibt es bei der Fehldiagnose. (Später soll Robin fragen: Gibt es eigentlich etwas, das du nicht weißt? Und Batman gibt zu, dass er Wissenslücken hat.) Das Dynamische Duo entdeckt einen Griff an der Seite, sie ziehen dran, sie befürchten das Schlimmste, doch da springt nur ein Messer heraus, das sie nicht einmal verletzt hätte, wenn sie nicht auf Abstand gegangen wären.

Täuschend echt: King Tut als Mumie.

King Tut, der offenbar überzeugt war von der Genialität seines Plans, ist außer sich, als er erfährt, dass er nicht aufgegangen ist. Also überlegt er sich was anderes, mindestens ebenso genial: Er verkleidet sich als Mumie und versteckt sich in einem Sarkophag im Museum. Als Bruce Wayne gerade eine Pressemeute hindurchführt, fällt die Pseudo-Mumie heraus, offenbart sich als noch lebend, Wayne kann es kaum glauben, tut es aber doch – und wird wegen seiner Leichtgläubigkeit in einem Krankenwagen entführt. Da aber King Tuts Komplizen nicht daran denken, Wayne für den Transport nicht ordentlich festzumachen, kommt er von selbst frei …

Später versucht es King Tut nochmal mit der Entführung, diesmal in Wayne Manor, aber da kommt ihm Batman zuvor: Er gibt sich selbst als Bruce Wayne aus. Nützt alles nix: Batman fliegt auf, wird zusammen mit King Tuts in Ungnade gefallener Komplizin Nofretete in Tonvasen gesteckt und mit herabfallenden Kieseln gefoltert. Als King Tut denkt, dass sie zu willenlosen Sklaven geworden sind, fordert er sie zum Tanzen auf. Batman rockt noch einmal den Batusi (wie schon in Folge 1), er gibt alles, springt wild herum und schwingt sein Cape, doch dann wird aus dem irren Tanz ein Kampf – Batman schlägt die Bande zusammen, Robin springt hinzu und es kommt zu einem Schwertkampf. Bemerkenswert: Ohne Blutvergießen.

Am Ende kapert King Tut noch das Batmobil und das Dynamische Duo, mit Alfred zum Trio erweitert, darf in Tuts goldenem Laster fahren. Übrigens: In dieser Folge muss einmal Alfred das Batmobil fahren, weil Robin noch keinen Führerschein hat. Auch maskierte Rächer müssen sich ans Gesetz halten. Leider sehen wir aber nicht, dass Alfred sich beim Fahren irgendwie maskieren würde.

Und was wird aus dem verrückten Verbrecher? Der wird durch einen Schlag wieder normal. Aber nur bis zum nächsten Wiedersehen …

Umsonst ist nur der Tod

Batman und Robin auf elektrischen Stühlen.

Titel: The Joker Goes to School/He Meets His Match, the Grisly Ghoul

Drehbuch: Lorenzo Semple Jr.

Erschienen: 1966 (S01E15-16)


Ein Milchautomat spuckt Dollarmünzen statt Milch, ein Süßigkeitenautomat Wertpapiere. Für Commissioner Gordon kann das nur eins bedeuten: der Joker hat wieder zugeschlagen. Denn der Joker ist nicht nur gerade erst aus dem Knast entlassen worden (wahrscheinlich wieder so eine missglückte Blitz-Rehabilitation), sondern er hat auch einen Automaten-Hersteller übernommen. Aber was ist das Problem, wenn der Joker ein Unternehmen führt, das mehr Geld ausgibt als es einnimmt? Es untergräbt die Moral der Schüler. Die Jungs und Mädels fragen sich: Wozu lernen, wenn man aus Automaten mehr rauskriegt, als man reingesteckt hat? Und so rekrutiert der Clown Prince of Crime seine Komplizen …

Jokers Milchmaschine spuckt Geld.

Dick Grayson wird direkt involviert, als der Joker an seiner Schule auftaucht. Batman versucht zwar per Bat-Megafon den Schülern klarzumachen, dass sie nicht ihr Leben wegschmeißen sollen („Believe me, nothing in life is free!“), aber kurz darauf bringt er Dick dazu, die Schule zu schwänzen, um Robin sein zu können. Für einen höheren Zweck ist es also in Ordnung, die Regeln zu brechen – und vor allem, wenn man einen Millionär zum Ziehvater hat.

Unüberzeugend: Dick in Lederjacke

Bruce Wayne hat aber auch andere Hobbys: Alle zwei Jahre bietet man ihn an, als Bürgermeister zu kandidieren. Er soll einer Stadt helfen, die mit Verkehrschaos, Wasserknappheit und Stromausfällen zu kämpfen hat. Aber Bruce will wegen seiner Stiftung lieber politisch unabhängig bleiben. Und nachdem ihn ein Stromausfall zum rechten Zeitpunkt aus einer Todesfalle befreit, dürfte er wohl kaum Interesse haben, an den Missständen etwas zu ändern.

Jokers Jukebox

Weitere Highlights: Dick Grayson ermittelt undercover in Lederjacke, wobei er schon daran scheitert, einen Raucher zu simulieren. Weil Dick anderweitig beschäftigt ist, muss Alfred den Schalter in der Shakespeare-Büste betätigen und Bruce rutscht erstmals allein die Stange in die Batcave hinab. Der Joker lässt mit einer Jukebox, in der ein Gewehr steckt, eine Bar überfallen. Zweimal. Denn niemand kommt nach dem ersten Mal auf die Idee, der Maschine den Stecker zu ziehen. Aber zum Glück haben Batman und Robin einen ausklappbaren Bat-Schild dabei …

Gut gerüstet in den Kampf

Catwoman lässt die Tiger los

Catwoman mit zwei Goldmiezen

Titel: The Purr-fect Crime/Better Luck Next Time

Drehbuch: Stanley Ralph Ross, Lee Orgel

Erschienen: 1966 (Batman S01E19-20)


„Catwoman! You are not a nice person!“ (Robin)

Eine goldene Katze wird aus einem Museum gestohlen. Da es zwei davon gibt, ist abzusehen, was mit der anderen passieren wird. Damit es dabei auch nicht den geringsten Zweifel gibt, schickt Catwoman einen Hinweis an die Polizei: Ein Kätzchen mit einem Zeitungsausschnitt, der beide Katzen zeigt, eine davon durchgestrichen.

Batman, der schlau genug ist, Robin beim Raumschach zu besiegen, fällt auf die Finte aber nicht herein. Er versieht die Katze mit einer leicht radioaktiven Markierung und folgt Catwoman in ihr Versteck. Während die Schurkin ein miauendes Katzentelefon und eine miauende Uhr hat, tragen ihre Komplizen eine kuriose Kombination aus Tigerjacken und schwarzen Uschankas.

Und die Kleidung erweist sich als böses Omen: Batman tappt in eine Todesfalle, in der er gegen einen Tiger kämpfen muss. Dabei erweisen sich zwei neue Gadgets, die Bat-Klauen und Bat-Ohrstöpsel als hilfreich. Batman klettert die Wand hoch und sendet aus seinem Gürtel einen hohen Ton aus, der den Tiger ablenkt. Doch dann soll Robin gleich zwei Tigern zum Fraß vorgeworfen werden. Natürlich nicht sofort, sondern nach sadistischer Schurkenmanier und gleichzeitiger Fairness, die Gelegenheit gibt, sich rechtzeitig zu befreien. Robin liegt auf einem Brett, an dessen Ende eine Sanduhr für ihn abläuft.

Schließlich dienen die beiden Katzen nur dazu, einen alten Schatz auszugraben. Das hätte Catwoman auch ohne Störung tun können, wenn sie nicht den Umweg über die Todesfallen genommen hätte. So aber gerät sie selbst in eine: Sie springt über eine Schlucht, schafft es nicht, kann sich nur noch an der Klippe festhalten. Doch statt ihren Schatz aufzugeben und sich zu retten, fällt sie in die Tiefe. Später wird sie ohne Erklärung wieder auftauchen. Die Erklärung gibt Batman schon mal präventiv: Eine Katze hat neun Leben. Na dann ist ja alles klar …

Gordon richtet sich mit Glückwünschen an die Zuschauer

Bemerkenswert ist noch ein kurzer, fast unscheinbarer Moment: Gordon durchbricht die vierte Wand. „Good luck“, sagt er am Telefon zu Robin, schaut dann in die Kamera und sagt: „To all of us.“ Wir Zuschauer ist plötzlich nicht nur Adressaten, sondern auch Betroffene des Geschehens.

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