Wonder Woman und Batgirl lieben Batman

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DC Comics

Titel: Batman & Wonder Woman & Batgirl: In the Coils of Copperhead

Autor/Zeichner: Bob Haney/Bob Brown

Erschienen: 1968 (The Brave and the Bold #78), Paperback 2018 (Batman in The Brave & the Bold: The Bronze Age Vol. 1)


Als Ende der 60er die Batmania tobte – oder bereits abflaute – wurde The Brave and the Bold zu einer Serie mit Batman-Team-ups. Nach illustren Gestalten wie Plastic Man und Atom bekommt Batman nicht nur erstmals in der Serie eine weibliche Kampfgefährtin zur Seite gestellt, sondern gleich zwei von der Sorte: Wonder Woman und Batgirl! Warum ich das betone? Nun, weil es der Autor selbst heraushebt, als wäre es etwas Besonderes. Der Subtext liest sich so: Wenn schon eine Frau, dann müssen schon zwei her, um mit den Männern mitzuhalten.

Vielleicht liegt es daran, dass der Gegner eine Schlange ist – und das ging in der Menschheitsgeschichte bekanntlich von Anfang an nie gut. Aber jetzt gibt es eben Double Trouble. Die Schlange ist Copperhead, ein Mann im Vipernkostüm, der einer Königin (von was wird nicht gesagt) die Tiara klaut. Commissioner Gordon ist ziemlich sauer, dass Batman ihn hat entwischen lassen. Also überlegt der Held haarscharf, wo Copperhead als nächstes zuschlagen könnte: wahrscheinlich will er Montezumas Helm. Gut geraten.

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Wonder Woman lässt es alle Welt wissen: Sie liebt Batman. (DC Comics)

Doch zwei Tage später tauchen die Frauen auf und machen alles komplizierter. Wonder Woman fliegt über Gotham und schreibt mit Rauch „I LOVE BATMAN“ in die Luft. Kurz darauf erscheint Batgirl und macht darauf „ONLY I LOVE BATMAN – BATGIRL“ draus. Es beginnt der Kampf der Liebestollen. Batman muss mit dem Whirlybat dazwischengehen und dann sogar Batgirl vor einem Sturz retten. Die beiden benehmen sich wie zwei verrückte Waschweiber.

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Wonder Woman setzt Batman ein Denkmal aus Gold. (DC Comics)

Batman erteilt beiden eine Abfuhr: „We’d make an incongruous pair!“, sagt er zu Wonder Woman, und zu Batgirl: „It wouldn’t be a match!“ Dessen völlig ungeachtet beginnt ein Wettbewerb um Batmans Gunst – die Presse schaut zu. Wonder Woman schleppt Schätze heran, Batgirl schenkt ihm ein pinkes Batmobil, Wonder Woman fertigt eine Batman-Statue in Überlebensgröße aus Gold an, Batgirl schenkt ihm ein neues Cape. Beide kaufen ihm einen mit Diamanten besetzten Allzweckgürtel.

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Fataler Kuss: Wonder Woman entbrennt für Batman. (DC Comics)

Derweil geht Copperhead einkaufen, ohne zu bezahlen: im Museum. Batman wird sofort alarmiert, er eilt hin, aber da ist die Schlange schon weg, ohne den Helm gestohlen zu haben. Da wird klar: Das ganze Theater mit den Heldinnen war bloß inszeniert, um den Dieb in falsche Sicherheit zu wiegen. Zurück bei den Frauen, geht der Wahnsinn wieder von vorn los – und zwar schlimmer als zuvor. Denn als Wonder Woman Batman küsst, entbrennt sie wirklich in Liebe für ihn und Batgirl wird eifersüchtig. Sie lassen ihn nicht mehr weg. Copperhead nutzt seine Chance und klaut Montezumas Helm.

Während die Frauen weiterkämpfen, hört der Schurke, dass Batgirl ihre Geheimidentität und die von Wonder Woman irgendwo aufgeschrieben hat. Er eilt zum Versteck, WW folgt ihm, vernichtet die Beweise, dann betäubt er sie mit Schlangengift, später knockt er auch Batgirl aus. Batman wird im Kampf ebenfalls vergiftet, er kann gerade noch so den Gegner ausschalten. Dann rettet Batgirl ihrem Geliebten mit einem Gegengift das Leben.

Die Sache mit der Liebe haben sich die beiden Furien auf der letzten Seite anscheinend aus dem Kopf geschlagen. Als die Arbeit getan ist, düsen sie ab und bieten noch ihre Hilfe für weitere Abenteuer an. Aber Batman sagt höflich: „I know, but I’ll call you, girls — don’t you call me!“

Die Frauen haben sich also mit dieser peinlichen Aktion wenigstens halb bewährt. Den Bechdel-Test haben sie nicht bestanden.

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Ein Kommentar

  1. Manchmal könnte man meinen, ein zwölfjähriger Junge hätte die Geschichten jener Zeit geschrieben. Unfassbar naiv und hanebüchen, einfach nur zum fremdschämen schlecht.
    Doch mit dem Bechdel-Test habe ich hier sogar noch etwas dazu gelernt, der war mir bis eben gerade noch gar kein Begriff. Vielen Dank dafür, man lernt nie aus! 🙂

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