Scarecrows neuer Rachefeldzug

DC Comics

Titel: Scarecrow: Dark Wings Fly Away in Fear/Haunted House of the Head

Autor/Zeichner: Doug Moench/Kelley Jones

Erschienen: 1995 (Batman #523-524), Paperback 2016 (Batman Arkham: Scarecrow), Hardcover 2014 (Batman by Doug Moench & Kelley Jones Vol. 1), dt. Dino 1997 (Batman-Special #1)


Was macht Scarecrow eigentlich, wenn er mal wieder aus Arkham ausgebrochen ist, aber noch nicht seinen nächsten ach so genialen Plan in die Tat umsetzt? Ganz einfach: rumhängen. Er zieht sich sein Vogelscheuchenkostüm an und hängt sich an ein Holzgestell, wo er wartet, bis sich ein Rabe zu ihm begibt, um ihn dann nach alter Gewohnheit aufzuschrecken.

Ja ja, so ist er, unser guter alter Jonathan Crane. Er kommt einfach nicht los von der Sache mit der Angst – und auch nicht von seiner Vergangenheit. Also gilt es wieder mal, alte Rechnungen zu begleichen, mit alten Feinden. Es reicht nicht, dass er den armen Footballspieler Bo Briggs aus der Highschool für den Rest seines Lebens in den Rollstuhl befördert hat, jetzt lässt er ihn auch noch vor Schreck sterben. Weitere Opfer sollen folgen, bis am Ende Batman dran glauben muss, damit niemand mehr Scarecrow im Weg steht …

Zurück in die Geisterbahn

Der Zweiteiler von Doug Moench setzt seine Geschichte aus Year One: Scarecrow – Masters of Fear (Batman Annual #19, 1995) fort. Kelley Jones zeichnet in seiner düsteren Schattenwelt Scarecrow noch furchterregender als bisher: als profillose Puppe mit rotglühenden Punktaugen und einem nach unten gezogenen Mund. Batman erscheint hingegen typischerweise als Muskelberg im Bane-Format mit sehr langen Spitzohren und einem noch übertriebenerem Cape – alles ist hier auf den reinen visuellen Effekt und vor allem auf Horror.

Passenderweise lockt Scarecrow Batman auch am Ende in „Dr. Terror’s House of Fear“ auf einem verlassenen Rummelplatz, ähnlich wie bereits in der Moench-Story von 1984 (Detective Comics #540) geht es also durch eine Geisterbahn. Batman steigt durch einen riesigen Teufelskopf ein, um verschlungen zu werden von Angst, doch der ist bestens vorbereitet und umgeht alle Fallen. Brenzlig wird’s nur, als er ein Opfer vor der Guillotine retten muss.

Schließlich wird Scarecrow wieder Opfer seines eigenen Gases, fürchtet sich vor seinem eigenen Schatten und gesteht nach kurzem Gerangel ein: „You’re the king … Just deliver me from this fear I can never master!“ Doch das ist wieder nur ein Trick. Allerdings ist der schnell mit einem Schlag beendet. Als Batman den Schurken hinausträgt, offenbart er seine Furcht: „But remember this — Some of your victims are beyond help … because you killed them. That scares me. It should be enough to stop your heart.“

Wünscht da der Held etwa seinem Gegner den Tod?

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Ein Kommentar

  1. Oh ja…der gute, alte Kelley Jones run aus den 90ern. Ich erinnere mich noch gut daran. Eines meiner allerersten original U.S. Batman Comics, das ich jemals in Händen hielt, war U.S. Batman Vol. 1 #515, damals ging ich noch zur Schule. Ich weiß noch ganz exakt, wie ich dieses Heft in Händen hielt, im Klassenzimmer, da komm ich richtig in nostalgische Stimmung. Ich war zugleich fasziniert und abgestoßen von Jones‘ doch recht eigenwilligem Stil. Ich hatte noch keinen Schimmer von U.S. Comics und der Comic Industrie als solcher und davon, dass die Zeichner immer mal wieder wechselten. Ich kannte nur die bis dato auf deutsch erschienen, übersetzten Comics im Albumformat. Ich hatte also dieses Heft in Händen und dachte nur: „So sehen also die englischen Comics aus…naja…dachte die wären cooler“. Erst Jahre später, als ich mein eigenes Geld vediente und begann, so richtig in diese Materie einzutauchen fing ich an die Zusammenhänge zu begreifen und meine Sammlung aufzubauen.
    Rückblickend muss ich gestehen, dass es kein Zeichner je wieder geschafft hat, Figuren wie Scarecrow so genial und wahrlich übernatürlich und furchterregend darzustellen, wie Kelley Jones. Batman hingegen ging gar nicht und Normalos ohne Maske, z.B. Bruce Wayne sahen bei Jones alle schon immer aus wie Schwerverbrecher. Kelley Jones ist und bleibt für mich einer der streitbarsten Künstler bei Batman, aber seine Comics verdienen ganz sicher ihren festen Platz in der Historie des Dark Knight Detective, kein Zweifel. Batman # 523 + 524 z.B. waren sicherlich keine Meilensteine in der Geschichte der Comic-Kunst. Doch für mich persönlich waren es schon immer die storytellingtechnisch eher simpel gehaltenen, kurzweiligen und graphisch aus der grauen Masse hervorstechenden Comics gewesen, die mich am meisten begeistert haben. Und welche mir bis heute in Erinnerung gebleiben sind.

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