Monat: Dezember 2019

Tote Fledermäuse für einen Batarang

Titel: Arkham Knight

Autor/Zeichner: Peter J. Tomasi/Brad Walker

Erschienen: 2019 (Detective Comics #1000-1005, Detective Comics Annual #2), Hardcover 2019 (Detective Comics Vol. 2)


Im Gotham fallen plötzlich die Fledermäuse tot vom Himmel. Auch in der Bathöhle. Dann bildet sich aus dem Nichts eine kleine Sonne über der Skyline und macht aus der Nacht Tag. Und dann taucht eine Gestalt in einer Rüstung auf, die sich Arkham Knight nennt, begleitet von ein paar Bogenschützen. Sie perforieren Batman mit Pfeilen und verkünden sein Ende. Dann entführen sie Robin und bringen ihn nach Arkham Asylum. Dort hebt der Arkham Knight seinen Helm und offenbart sich als völlig unbekannte Frau …

Autor Peter J. Tomasi (Detective Comics: Mythology) tischt uns eine Geschichte auf, die selbst für Superhelden-Maßstäbe weit hergeholt ist: Jeremiah Arkham hatte einst eine Frau, Ingrid, mit der er gearbeitet hat. Sie wurde schwanger und war so beliebt bei den Patienten wie dem Joker, Clayface und Poison Ivy, dass sie sie nicht nur während eines Aufstandes vor den anderen Insassen beschützt, sondern auch ihr Kind wohlbehalten zur Welt gebracht haben, als ihre Wehen einsetzten. Clayface hielt einen schützenden Mantel um sie, als der Joker dem Kind einen Klaps auf den Rücken gab. Dann warf aber ein Insasse ein paar Batarangs und einer traf – durch Clayfaces Mantel hindurch – Ingrids Halsschlagader und sie starb mit ihrer neugeborenen Tochter im Arm.

Ritterin rächt ihre tote Mutter

Diese Tochter, Astrid, wuchs mit ihrem Vater in Arkham auf, freundete sich mit dem Joker an, und entdeckte im Keller mittelalterliche Schätze, die ihre Vorfahren angesammelt hatten, darunter auch eine Rüstung und ein Schwert. Weil ein Batarang ihre Mutter getötet hat, will sie sich an dem rächen, der ihn gemacht hat …

Au weia. Das ist nicht nur ein dicker Klopper, von dem Tomasi erwartet, dass wir ihn schlucken, das ist eine ganze Reihe. Die Story ist so bemüht konstruiert, so unwahrscheinlich und so sehr Retcon, dass es schon an unfreiwilliger Komik grenzt. Es wäre aber nur komisch, wenn es nicht so ärgerlich wäre, die Intelligenz der Leser mit so einem Quark zu beleidigen. Und nachdem die Story vier Ausgaben lang aufgebaut wird, endet sie viel zu schnell im letzten Teil und gerät noch schneller in Vergessenheit.

Der Reaper kehrt zurück

Im Batman Annual #2 kehrt ein Schurke aus den 80ern zurück: der Reaper, ein Rächer mit den Sensenhänden, der schon vor Batman in Gotham wütete (nicht zu verwechseln mit dem ersten Reaper aus den 70ern). Diesmal metzelt er oder sein Nachfolger in Europa. Batman muss nach Griechenland reisen, um den Schurken zu stellen. Doch das ist eine Falle …

Reaper

Der Reaper ist wieder da. Darauf hätten wir verzichten können. (DC Comics)

Aus unverständlichen Gründen greift Batman zu seinem Black Casebook, dem Buch der ungelösten Fälle, obwohl der Fall sehr wohl gelöst wurde und die Geschichte als Year Two erschien, was ebenfalls bei Bruce Wayne im Regal steht. Noch ein Kuriosum: In Batmans griechischer Höhle steht ein (nur zweiköpfiger) Riesen-Kerberos. Aber ansonsten ist diese Geschichte der Inbegriff einer 08/15-Story, bei der Tomasi wieder einmal Familienmitglieder nachträglich hinzudichtet, um … Ach, ist eigentlich egal. Nur die Zeichnungen sind ganz gut.

Kerberos

Jede Bathöhle braucht irgendein Riesenvieh, in Griechenland muss es ein zweiköpfiger Hund sein. (DC Comics)

>> Batman 2011-2019

Batman in den Zehner-Jahren: Ein Rückblick

Black & White Batman (Tony S. Daniel)

Batman von Tony Daniel (DC Comics)

Batman ist in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden. Gefeiert wurde das mit Anthologien und Sonderaktionen. Aber trotz des Jubiläums war es ein schwaches Batman-Jahr. Keine Storyline konnte so recht überzeugen. Beide Batman-Serien kamen über Durchschnitt nicht hinaus, vieles lag sogar darunter. Tom King nervt mit einer überlangen Geschichte, deren Handlung auf der Stelle tritt, auch Detective Comics bleibt eher enttäuschend und wirkt planlos.

Auch außerhalb der Continuity gab es nichts wirklich Lesenswertes, auch wenn The Batman Who Laughs und Batman Damned für Aufsehen sorgte – es war oft eben nicht mehr als die Neugier auf bestimmte Figuren, Autoren und Zeichner. Interessant aber war auf jeden Fall der Abschluss des Watchmen-Crossovers Doomsday Clock, ein ambitionierter Versuch, Alan Moores Comic mit dem DC-Universum zu verbinden.

Batman by Alex Ross

Alex Ross (DC Comics)

Der Batman-Comic des Jahres ist für mich Detective Comics #1000. Eine Anthologie von überwiegend gelungenen Kurzgeschichten verschiedener Autoren und Zeichner würdigt den Mythos und denkt ihn weiter. Wenn ich das gesamte letzte Jahrzehnt betrachte, dann hat die Serie zuletzt vor fünf Jahren so viel Spaß gemacht, als zum 75-jährigen Jubiläum die zweite Ausgabe von Detective Comics #27 erschien.

Leider ist das die traurige Bilanz: Detective Comics hatte seine letzte beeindruckende Storyline 2011 mit Scott Snyders The Black Mirror. Seitdem war sie zunächst nur eine Halde für kurze, leicht verdauliche und fantasielose Geschichten, nach der Rebirth-Wende versuchte James Tynion IV sich an einer großangelegten Batman-Family-Storyline, die aber zu sehr in Nebenfiguren ausuferte und doch selten überraschte.

In diesem Jahrzehnt passierte für Batman sehr viel: Er baute ein weltweites Netz auf (Batman Incorporated), dann bekam er nach Flashpoint zusammen mit dem gesamten DC-Universum einen Reboot, der sich am meisten auf seine Vorgeschichte auswirkte (Zero Year). Einen neuen Origin bekam Batman auch in Earth One. Es war das Jahrzehnt des Kreativ-Teams Scott Snyder und Greg Capullo, die Batman gegen einen Endkampf mit dem Joker schickten und James Gordon zum neuen Batman machten. Batman verlor mit Damian nicht nur einen weiteren Robin, sondern auch seinen Sohn, aber nur für kurze Zeit.

Parallel dazu wurde ein Jahr lang die Serie Batman Eternal erzählt. Mit ihr gelang eine groß angelegte, hochdramatische und wendungsreiche Storyline, die bis zum Schluss Spaß machte. Die ambitioniertesten Comics des Jahrzehnts waren aber Paul Dinis Dark Night und Sean Murphys White Knight. Die eine, weil sie Batman mit einer autobiografischen Geschichte verknüpfte, die andere, weil sie einen wilden Remix bekannter Motive zu einer fesselnden Handlung machte.

Meine Favoriten der Zehner-Jahre sind:

Der Film des Jahres

Der Film des Jahres ist natürlich Todd Philips‘ Joker. Nicht nur, weil Joaquin Phoenix eine starke Vorstellung abliefert, es gelingt auch, dieser Figur neue Aspekte abzugewinnen und ein Batman-Prequel auch ohne Batman funktionieren zu lassen. So einen Mut kann man sich für die kommende Batman-Adaption von Matt Reeves wünschen, die 2021 erscheinen soll.

Ansonsten war das Jahrzehnt für Batman im Kino eher eine Flaute: The Dark Knight Rises war deutlich schwächer als seine beiden Vorgänger. Und da Zack Snyders Batman v Superman und Justice League eher vergessenwert waren, bleibt Joker damit auch der Batman-Spielfilm des Jahrzehnts. Dass Batman darin nicht vorkommt, sollte den Produzenten zu denken geben. Ansonsten waren Wonder Woman und Shazam würdige DC-Verfilmungen.

Leider konnte der Animationsfilm Hush in diesem Jahr nicht so überzeugen, weil man es sich wie immer zu leicht gemacht hat. Auch andere Zeichentrickfilme, die auf Batman-Comics basierten, wie etwa The Killing Joke, blieben Durchschnittsware, die immer gleich aussieht und sich billig anfühlt. Es fehlt der Wille, diesen Filmen eigene Stile zu verleihen und über die Comics hinauszugehen. Batman Ninja war ein überdrehter japanischer Versuch in eine neue Richtung, aber insgesamt war nur The Lego Batman Movie ein rundum gelungener Film für Fans und die ganze Familie.

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Watchmen erklären Supermans Welt

Doomsday Clock Vol. 1 Cover

DC Comics

Titel: Doomsday Clock

Autor/Zeichner: Geoff Johns/Gary Frank

Erschienen: 2017-2019 (Doomsday Clock #1-12), Hardcover 2019 (#1-6), Teil 2 folgt 2020


Als 1986 bis 1987 Watchmen herauskam, war es eigentlich ein Schlussstein. Alan Moore und Dave Gibbons hatten mit ihrer Superhelden-Dekonstruktion einen radikalen Abgesang auf das Genre geschrieben. Zusammen mit Frank Millers The Dark Knight Returns war spätestens nach Watchmen alles gesagt. Aber die Superhelden gingen als unendliche Geschichte weiter – nur war danach nichts mehr wie vorher. Der Mainstream von DC und Marvel wurde immer selbsteflexiver, düsterer, pessimistischer, nihilistischer – und im Grunde ist er das bis heute geblieben.

Doch als mit Watchmen Comic-Geschichte geschrieben wurde, dann war es eine Geschichte, die mit dem letzten Teil der zwölf Hefte nicht zu Ende ist. Im Jahr 2012 brachte DC die Prequel-Reihe Before Watchmen heraus. Gegen den Willen von Alan Moore, der auch die Film-Adaption von Zack Snyder ablehnte (wie überhaupt alle Adaptionen seiner Werke). Aber Moore hat dabei kein Mitspracherecht mehr und so konnten Warner/DC auch eine Sequel-Serie bei HBO starten, die derzeit läuft.

Und dann gibt es noch Doomsday Clock. Mit dem weichen Reboot von DC Universe Rebirth wurde 2016 der Grundstein für ein Crossover zwischen den Watchmen– und den DC-Helden gelegt, der in The Button angedeutet wurde. In Kurzfassung: Dem DC-Universum wurden mehrere Jahre gestohlen, Helden wie Wally West (Flash) sind verbannt und vergessen worden. Batman hat den Button des Comedian in der Bathöhle gefunden – und dieser Button hat den Reverse-Flash getötet. Dahinter steckt Dr. Manhattan … (Bevor man Doomsday Clock liest, sollte man all das gelesen haben. Am besten auch Flash Rebirth. Reihenfolge siehe unten.)

Doomsday Clock ist wie das Original eine ebenfalls zwölfteilige Serie von ähnlichem Umfang. Und auch die Struktur ist ähnlich, Autor Geoff Johns hat Alan Moores Erzählstil übernommen, das Neuner-Raster-Layout, die Binnenhandlung (früher der Piratencomic Tales of the Black Freighter, hier der Noir-Krimi The Adjournment) und selbst die dossierartigen Seiten am Ende, die in verschiedenen Medien (Zeitungsartikel, Briefe, Akten) die Hintergründe beleuchten.

Die Story spielt 1992, sieben Jahre nach Watchmen. Arian Veidts (Ozymandias) inszenierte Alien-Invasion in New York ist als Betrug aufgeflogen. Die Welt steht wieder davor, von einem Kalten in einen Heißen Krieg abzudriften, der zur totalen Katastrophe wird. Die Menschen sind aufgebracht und protestieren. Veidt ist auf der Flucht. Ein neuer Rorschach hat sich mit ihm verbündet, befreit die Superschurken  Marionette und Mime aus dem Gefängnis und zusammen mit Ozymandias reisen sie in die Welt der DC-Helden, um Dr. Manhattan zu finden, der dort vermutlich eine bessere Welt sucht.

In der DC-Welt sind die Leute aufgebracht, weil eine Verschwörungstheorie im Umlauf ist, die besagt, dass die Superhelden von der US-Regierung geschaffen und gesteuert sind (The Boys lässt grüßen). Im weiteren Verlauf trifft zuerst Batman auf Rorschach, dann tauchen der Comedian und der Joker auf … Soweit die Handlung im ersten Band, der sechs Hefte vereint.

ACHTUNG SPOILER!

In der zweiten Hälfte kommt es zur einer Eskalation zwischen den Superhelden und auch zwischen den Weltmächten Russland und USA wegen eines Zwischenfalls mit Firestorm in Russland, bei dem viele Menschen sterben. Die Stimmung kippt gegen Superman, die Helden fliegen zum Mars, um gegen Dr. Manhattan zu kämpfen, den sie für die Ursache des Zwischenfalls halten. Schließlich kämpft Superman gegen Dr. Manhattan …

Gesellschaftskritik und Welterklärung

Doomsday Clock will vieles sein. Zunächst eine Hommage an Watchmen. Autor Geoff Johns eifert seinem Vorbild Alan Moore nach wie ein Musterschüler, versucht sich an Gesellschaftskritik und Welterklärung. Und Gary Frank ist ein Zeichner, der Dave Gibbons wahrscheinlich sogar übertrifft. Es gibt einige wunderbare Sequenzen, etwa wenn Batman Rorschach reinlegt oder Alfred Pfannkuchen für Rorschach macht.

Dann soll die Serie aber auch Watchmen mit dem DC-Universum vereinen. Das wirkt etwas bemüht. Denn von den sechs Watchmen-Helden fehlen Nite Owl und Silk Spectre ganz, der Comedian wird ohne große Erklärung und Notwendigkeit von den Toten zurückgeholt und spielt eigentlich auch keine Rolle, für Rorschach muss ein Nacheiferer herhalten, der aber alles falsch verstanden hat.

Bleiben nur Dr. Manhattan und Adrian Veidt, die Antagonisten, die die Handlung vorantreiben. Und weil das etwas dürftig ist, erfindet Geoff Johns zwei neue Charaktere: das Schurkenpaar Marionette und Mime. Auch wenn sie – nach alter Watchmen-Manier – eine ausführliche und dramatische Backstory bekommen, erfüllen sie hier keinen großen Zweck, außer für ein bisschen Action und Gemetzel zuständig zu sein. Man hätte mehr aus ihnen machen können.

Vor allem aber will Doomsday Clock einen ganz pragmatischen Zweck erfüllen: Ordnung ins DC-Universum zu bringen. Die vielen Krisen von Crisis on Infinite Earths, Infinite Crisis, Final Crisis und Flashpoint (ich habe ein paar ausgelassen) haben immer wieder versucht, das Chaos zu begradigen, aber dadurch nur noch mehr Verwirrung gestiftet. Das Multiversum wurde zerstört und wieder aufgebaut, Charaktere wurden getötet oder einfach gestrichen, was natürlich nie gut ankommt und nie von Dauer sein kann, weshalb man sie doch immer wieder zurückholen muss. Mit Wally West ist das bereits passiert. Jetzt werden auch die Golden-Age-Helden der Justice Society (Jay Garrick, Alan Scott usw.) reaktiviert.

Superman als Zentrum des Metaverse

Doomsday Clock erklärt nun das alles, indem es Superman zum Dreh- und Angelpunkt des Metaverse macht. Aus reiner Neugier hat Dr. Manhattan dieses Metaverse manipuliert, um zu sehen, was passiert, und dadurch ständig neue Realitäten geschaffen, die sich um Superman herum anordneten: In einer Version hat Superman seinen ersten Auftritt 1938 (Action Comics #1), in einer anderen 1986 (Man of Steel #1) und so weiter. Das ist der wahrscheinlich interessanteste Aspekt. Denn dadurch wird erklärt, wie 80 Jahre Comic-Geschichte in einem großen Meta-Narrativ zusammenpassen.

Superman ist bereits bei Alan Moore Teil des Watchmen-Universums gewesen: Als Comicheld ist er den Menschen bekannt. Nicht nur der Zeitungsverkäufer Bernie nennt ihn, sondern auch Hollis Mason erwähnt Action Comics, sogar den Verlag DC gibt es in der Welt von Watchmen. In Doomsday Clock wird aus dem fiktiven Comichelden Realität, und zwar eine dynamische Realität, die sich am Auftritt des ersten Superhelden orientiert. Am Ende ist es Superman, der auch Dr. Manhattan eine neue Perspektive aufzeigt. Und ganz nebenbei wird für die Leser die Geschichte des DC-Universums umgeschrieben oder zumindest in einem neuen Kontext erklärt.

Es ist nur schade, dass am Ende der Eindruck zurückbleibt, dass die Fusion von Watchmen und DC-Universum nur als Mittel zu diesem Zweck diente. Denn einen größeren Mehrwert bietet diese überambitionierte Geschichte leider nicht. Die eigentliche Handlung, die Ozymandias anstößt, wirkt wie ein Wiederaufguss von Watchmen, ohne dem Thema neue moralische oder philosophische Aspekte abzugewinnen.

Trotz seiner strukturellen Schwächen bietet Doomsday Clock Unterhaltung auf hohem Niveau: Es ist ein anspruchsvoller Comic, der dem Leser viel Vorwissen (siehe unten) und einige Konzentration abverlangt. Und er verdient es auch, mehrmals gelesen zu werden, denn wie schon in Watchmen stecken hier so viele Details, dass man sie beim ersten Lesen nicht alle erfassen kann. Man sollte weniger ein „Watchmen 2“ erwarten, als eine Hommage. Es ist eher ein Fan-Service-Stück als eine Geschichte, die unbedingt erzählt werden musste. Vielleicht kann man sie als ein Experiment betrachten: Nicht alles daran glückt, aber es ist spannend, es mitanzusehen und dort zu genießen, wo es gelingt.

Lesereihenfolge für Doomsday Clock:

Wenn zu Weihnachten die Chemie nicht stimmt

DC Comics

Titel: Merry Christmas/And a Deadly New Year

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Irv Novick, Dick Giordano

Erschienen: 1973 (Batman #247)


Eine dreiköpfige Familie kämpft sich durch den Schnee bei Nacht, kommt zu einem Haus, bittet um Einlass: der Wagen ist auf dem Highway liegen geblieben, jetzt drohen sie zu erfrieren. Aber der Hausherr weist sie ab. Da bittet sie ein anderer Mann herein, aber der ist alles andere als nett, denn es ist Chimp Manners, ein gesuchter Dieb, der eine Dosis Nervengas von der Armee gestohlen hat und sich jetzt vor dem Gesetz versteckt. Da er Zeugen nicht gebrauchen kann, will er die Familie umlegen. (Stellt sich die Frage, warum er sie überhaupt hereingebeten hat.)

Doch das Gesetz hat ihn bereits gefunden: Plötzlich steht Batman in der Tür und will Manners ein paar Manieren beibringen. Als er aber den Flakon mit den Nervengas hochhält, das ausreicht, um eine Stadt auszulöschen, gehorcht auch Batman. Manners bittet sie hinaus, weil er keine Lust auf Leichen im Haus hat. Da erscheint ein helles Licht am Himmel, Manners schießt, verfehlt und Batman knockt ihn aus. Was ist geschehen? Ein Stern, weiß der Hausbewohner, der zufällig Astronom ist, er kennt sich aus. Batman ist überzeugt: Merry Christmas.

Chemieangriff zu Silvester

Diese Weihnachtsgeschichte ist allerdings nur das Vorspiel: Batman kettet Manners an sein Handgelenk und will ihn zu Gordon bringen, da wird das Auto auf der Straße abgedrängt und eine Bande befreit Manners und knockt Batman aus (na klar: ein Schlag auf den Hinterkopf …), aber man lässt ihn am Leben, wahrscheinlich wirkt auch hier der Geist der Weihnacht.

Kurz darauf trifft eine Drohung ein: Ein gewisser Boss Halstrom soll bis nächste Woche aus dem Gefängnis entlassen werden, sonst stirbt Gotham. Warum nächste Woche? Weil man dann das Nervengas zum Neujahrswechsel entlassen kann, das ist viel effektvoller. Eine Woche braucht auch Batman, um den Fall zu lösen: Er hört sich bei einem Chemiker um, zieht als Matches Malone los, Robin verkleidet sich als Polizeikadett und sogar Alfred macht sich nützlich.

Alles läuft auf ein Finale in der Silvesternacht hinaus. Batman findet bei einem Empfang den Schuldigen mit einem Trick, stürzt sich auf die „Happy New Year“-Kugel, an der das Nervengas hängt, und sorgt dafür, dass es ein neues Jahr überhaupt gibt.

Bleibt nur noch die Frage, warum die US-Army überhaupt Nervengas besitzt und sich in dieser Geschichte niemand daran stört. Historischer Hintergrund: Chemische Waffen sind seit der Genfer Protokoll von 1925 international geächtet, allerdings haben die USA dieses erst 1975 ratifiziert. 1997 trat das Chemiewaffenübereinkommen in Kraft: Herstellung, Entwicklung und Lagerung sind seitdem verboten, auch für die Vereinigten Staaten. Seit den 80ern vernichten die USA ihre riesigen Bestände – eine Aufgabe, die voraussichtlich erst im Jahr 2023 abgeschlossen sein wird.

>> Batman zu Weihnachten

Batman bricht den Rekord

Batman and Robin Adventures Vol. 3

DC Comics

Titel: Batman and Robin Adventures Vol. 3

Autor/Zeichner: Ty Templeton, Hilary J. Bader, Kelley Puckett/Bo Hampton, Brandon Kruse, Joe Staton

Erschienen: 1997 (Batman and Robin Adventures #19-25, Annual #2), Paperback 2018


Wie viele Verbrecher schaffen Batman und Robin in einer Nacht? Bei der Polizei von Gotham schließt man Wetten ab. Bullock kommt zu spät, ihm bleibt nichts anderes mehr übrig, als auf 20 zu setzen. 20 böse Buben in einer Nacht? Unmöglich! Oder? – Solche pfiffigen Ideen machen nicht nur Batman: The Animated Series interessant, sondern auch die besten Ausgaben der Adventures-Comics. Mit dieser Story sind die Comics zur Abwechslung mal der Serie voraus.

Im letzten Band der Batman and Robin Adventures kommt auch Batgirl zum Zug. Allein darf sie mehrere Rätsel des Riddlers lösen und dabei ihren Vater befreien. Eine intelligente Story, die der sympathischen Heldin zu ihrem Recht verhilft. (Die Geschichte erschien auch auf deutsch in Batman & Superman Adventures #4, Dino Verlag.) Auch Huntress wird in diesem Band eingeführt, allerdings nicht so, dass man sie unbedingt wiedersehen will – die Figur bleibt ihrem Vorbild aus dem regulären Comics verhaftet.

Das dritte Highlight ist das Annual #2, in dem Batman mit Zatanna sich gegen einen Hypnotiseur helfen muss. Der lässt in Wayne Manor ein Amulett stehlen, das seine Kräfte verstärkt. Parallel dazu sehen wir in Rückblenden, wie Bruce als junger Mann dem Hypnotiseur begegnet ist, als er bei Zatara in die Lehre ging. Zwar erfindet die Geschichte das Rad nicht neu, aber allein die epische Breite, die hier eingeräumt wird, ist eine willkommene Abwechslung in dieser Sammlung von Kurzgeschichten.

Ansonsten bricht Two-Face wieder mal aus dem Knast aus, Killer Croc spielt Die Schöne und das Biest mit Summer Gleason und Poison Ivy hilft einem Jungen, der ein tödliches Gift absondert. Das ist mal mehr, mal weniger gelungen, und wenn man sich die Cover dazu ansieht, wünscht man sich, dass Ty Templeton die Geschichten selbst gezeichnet hätte.

Zum Schluss sinkt das Niveau leider enorm. 1997 kam der Film Men in Black in die Kinos und es jährte sich der angebliche „Roswell-UFO-Absturz“ zum 50. Mal. Da dachte man sich bei DC: Springen wir doch auf den Zug auf. Und so kam es auch – in der dämlichsten Form, die man sich vorstellen kann. Alle Klischees werden bedient und ins Absurde getrieben: Ra’s al Ghul wird von Aliens entführt, er übernimmt das UFO, entführt Batman, wirft ihn hinaus und will die Polkappen schmelzen. Batman überlebt und bekommt Besuch von zwei „Men in Black“. Es läse sich wie eine Parodie, wenn es denn wirklich lustig wäre. Aber das ist einfach nur Murks.

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Trailer zu Superman: Red Son

Superman: Red Son (dt. Genosse Superman) von Mark Millar ist nicht nur eine der interessantesten Elseworlds-Storys, es ist auch einer der besten Superman-Comics überhaupt. Die Prämisse: Was wäre, wenn Kal-El als Kind in der Sowjetunion gelandet wäre? Die Antwort: Er wäre ein Diktator geworden. Superman kämpft darin gegen einen Batman in Pelzmütze und einen Lex Luthor, der kein Schurke, sondern der Held der Geschichte ist.

Im Jahr 2020 kommt Red Son als Zeichentrickfilm als Direct-to-Video heraus. Einen Starttermin gibt es noch nicht, aber man kann sich schon einen ersten Eindruck im Trailer verschaffen. Regisseur Sam Liu war bereits für die Verfilmung der Batman-Elseworlds-Story Gotham by Gaslight und The Killing Joke verantwortlich.

Nachwuchs im Wahlkampf

Dark Knight Returns: The Golden Child (Cover)

DC Comics

Titel: Dark Knight Returns: The Golden Child

Autor/Zeichner: Frank Miller/Rafael Grampa

Erschienen: 2019 (One-shot)


„… all you can do is fight crazy with crazy.“ (Batwoman)

In den USA sind Präsidentschaftswahlen. Der Amtsinhaber sieht Donald Trump sehr ähnlich. „It’s a police state run by an asshole“, findet Batwoman (Carrie Kelley). Auf den Straßen demonstrieren Menschen gegen den Präsidenten, der im Obama-Stil für „Trust“ wirbt, zugleich werden sie von einem Mob aus Joker-Mob angegriffen. Der Joker (der alte oder ein neuer?) paktiert mit Darkseid, um Wahlkampf für den Amtsinhaber zu machen.  Batwoman verbündet sich mit Supergirl (Lara) und ihrem Bruder Jonathan, dem Golden Child, um das Schlimmste zu verhindern …

Dark Knight Returns: The Golden Child

Joker macht Wahlkamp für Trump (DC Comics).

Frank Miller kann von seinem größten Wurf, dem Dark Knight, nicht lassen. Mittlerweile ist er selbst der Greis, der ständig zurückkehrt, statt sich zur Ruhe zu setzen. Nach seinem Dark Knight III folgt diese kurze Fortsetzung über die zwei Nachwuchsheldinnen und einen -helden und wie sie sich gegen alte Bekannte behaupten. Batman kommt hier nicht vor, Superman nur einmal kurz zu Beginn als Clark Kent.

Dark Knight Returns: The Golden Child

Batwoman vs. Joker (DC Comics)

Für Lara sind die Menschen bloß Ungeziefer, das sich sinnlos vermehrt und Unheil anrichtet. Batwoman stürzt sich mit ihren Bat-Boys und -Girls in die Schlacht, sie hat ihre Lektionen von ihrem Meister gut gelernt. Jetzt zeigt sie uns, wie gut sie es kann: „Striking Terror. Best part of the job.“ Der Krieg wird auch im Internet geführt, wo Joker-Kinder als Trolle operieren. Während Batwoman sich mit dem Joker in der Spielhalle anlegt, beschießen die Super-Kids Darkseid mit Strahlen, bis Darkseid „stirbt“ (oder was auch immer Götter so tun) und als noch dunklerer „Darkness“ zurückkehrt.

Dark Knight Returns: The Golden Child

Joker-Mob gegen Trump-Gegner (DC Comics)

Aber worum geht es hier eigentlich? Schwer zu sagen. Die Story wirkt abgehetzt und unfokussiert. Gesellschaftskritik verbindet sich mit einem Schurken Team-up, das nicht wirklich einleuchtet. Und so kämpfen die Heldinnen an zwei Fronten, die bemüht zusammengesteckt wurden, aber am Ende nicht viel miteinander zu tun haben.

Zeichner Rafael Grampa inszeniert das alles mit einem Runzelstil, der an Frank Quitely und Chris Burnham erinnert, aber reichert seine Panels mit sehr vielen Details an, sodass es auf seinen Wimmelbildern viel zu entdecken gibt, zum Beispiel auch einen Cameo von Greta Thunberg.

Greta Thunberg in "Dark Knight: The Golden Child"

Greta Thunberg kämpft an der Seite von Batwoman. (DC Comics)

Und so darf Frank Miller immer weitermachen, solange „Dark Knight“ draufsteht, auch wenn gar keiner drin ist und schon The Dark Knight Strikes Again ein großer Fehler war. Vielleicht hätte Carrie Kelley, die von Robin, Catgirl und Batgirl einen weiten Weg gegangen ist, eine eigene Geschichte verdient. Diese ist es nicht.

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Robin feiert Jubiläum mit Comic-Special

DC Comics

Am 6. März 2020 wird Robin 80 Jahre alt. Seinen ersten Auftritt hatte er in Detective Comics #38. Seitdem hat es viele Inkarnationen gegeben: Nach Dick Grayson gab es Jason Todd, Tim Drake, Damian Wayne und noch ein paar andere – sogar Mädchen. Auch wenn die Figur keinen Sinn ergibt: Robin gehört einfach zum Batman-Mythos dazu und seit Generationen versuchen die Autoren, sie sinnvoll erscheinen zu lassen.

Zu dem anstehenden Jubiläum hat DC nun ein Comic-Special angekündigt: Am 11. März 2020 soll ein Special im Prestige-Format erscheinen: Robin 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1. Ähnlich wie bei Action Comics #1000 und Detective Comics #1000 wird das Heft mehrere neue Kurzgeschichten enthalten, die ihren Titelhelden feiern.

Mit dabei sind Autoren und Zeichner wie Marv Wolfman, Tom Grummett, Chuck Dixon, Scott McDaniel, Devin Grayson, Dan Jurgens, Norm Rapmund, Tim Seeley, Tom King, Mikel Janin, James Tynion IV, Peter J. Tomasi, Judd Winick und weitere. Außerdem werden acht Variant Cover angeboten, passend zu jedem Jahrzehnt eines. Stammen werden sie von Jim Lee und Scott Williams, Julian Totino Tedesco, Dustin Nguyen, Kaare Andrews, Frank Miller, Jim Cheung, Derrick Chew und Yasmine Putri.

Das Special wird 9,99 US-Dollar kosten.

Vor fünf Jahren hat DC bereits eine Anthologie mit einigen der besten oder wichtigsten Robin-Storys herausgebracht: Robin, The Boy Wonder: A Celebration of 75 Years.

>> Liste der Robin-Comics

Batman erlebt sein Weihnachtswunder

Batman #239 (1972)

DC Comics

Titel: Silent Night, Deadly Night

Autor/Zeichner: Dennis O’Neill/Irv Novick

Erschienen: 1972 (Batman #239)


Nein, Batman trägt in dieser Geschichte keinen Rauschebart und verteilt auch keine Geschenke, wie es auf dem Cover gezeigt wird. Der Weihnachtsmann ist ein anderer und jemand hat ihn ausgeknockt und ausgeraubt. Einer dieser Weihnachtsmänner, die auf der Straße Spenden für wohltätige Zwecke sammeln. Und nicht nur einer: Schon einige wurden an diesem Tag ausgeraubt.

Batman folgt den Spuren im Schnee zu einem Weihnachtsbaumverkäufer, bekommt einen Baum übergebraten und wird mit einer Lichterkette gewürgt. Als Batman den Angreifer ausknockt, erklärt dieser, er habe die Spenden nicht für sich geraubt, sondern um seiner Nichte ein Weihnachtsfest zu ermöglichen. Der Mann hat nämlich seinen Job in einer Spielzeugfabrik verloren.

Doch kaum hat er seine rührselige Geschichte erzählt, brät er Batman eins von hinten über und fesselt ihn an einen Heizkörper. Denn der Kerl hat noch etwas vor: Er will sich an dem Fabrikbesitzer, der ihn entlassen hat, rächen. Batman befreit sich, nimmt das Kind mit und will hinterherfahren, aber sein Auto bleibt im Schnee stecken. Da sieht er plötzlich ein herrenloses Pferd, das einen Schlitten zieht. Und wie durch geheime Kräfte geleitet, bringt es Batman und das Kind zum Tatort.

Dort ist alles anders gelaufen als geplant: Der alte Spielzeugfabrikant ist krank. Man bringt ihn ins Krankenhaus, der Alte wird wieder gesund und Batman lässt seinen Angreifer noch mal davonkommen. Am Ende ist ist das Pferd mit dem Schlitten plötzlich verschwunden – und Batman outet sich, dass er noch immer an den Weihnachtsmann glaubt.

>> Batman zu Weihnachten

Ein Kavalier taugt nicht zum Schurken

detective comics #81 1943

DC Comics

Titel: The Cavalier of Crime/The Cavalier Rides Again

Autor/Zeichner: Don Cameron, Bill Finger/Bob Kane, Jack Burnley

Erschienen: 1943-1944 (Detective Comics #81, Batman #22), Paperback 2018 (Batman: The Golden Age Vol. 5)


„‚You can’t do monkey business with Batman!‘ — Is the first rule of the underworld!“

Gotham ist schon ein seltsamer Ort. Alle paar Wochen tauchen da irgendwelche Spinner im Kostüm auf und nerven alle mit ihren Ticks. Wie gut, dass man zwei andere Spinner dafür hat, sich darum zu kümmern. Eines Tages taucht ein Typ auf, der sich Cavalier nennt und an einen Musketier erinnert, aber ein Held ist er nicht. Aber ein Schurke auch nicht so richtig, weil zunächst nicht klar ist, was er überhaupt will.

Zuerst bittet er einen Jungen um seinen Baseball. Als er ihn nicht hergeben will, gibt er ihm drei neue dafür. Der Junge verlangt aber seinen zurück. Bruce Wayne und Dick Grayson sehen die Szene und statt den Gauner zu stellen, wie es sich für Bürger mit Zivilcourage gehört, ziehen sie sich zunächst um – und zwar in Rekordzeit. Vom Bruchteil einer Sekunde ist die Rede!

Bringt aber nix, denn der Cavalier entkommt. Der Ball trägt das Autogramm eines berühmten Pitchers Berry Berrigan. Der Cavalier lässt dessen Unterschrift fälschen, um an einen kleinen Baseballschläger aus einem Bankschließfach heranzukommen, darin steckt ein Schlüssel, um an Berrigans Trophäensammlung heranzukommen.

Der Cavalier hält das Dynamische Duo mit einem elektrischen Schwert in Atem, zum Schluss kämpft Batman mit einer Angel gegen ihn, besiegt ihn, aber der Cavalier nagelt Batman mit seiner Hutfeder fest und haut mit einem Motorrad ab.

Der zweite Versuch mit Diamanten

Was das alles sollte, erfährt man erst später, beim zweiten Auftritt des Schurken: Der Cavalier ist Mortimer Drake, ein reicher Bekannter von Bruce Wayne. Er hat sich schon mal einen Trophäenraum eingerichtet für die schönsten Schätze der menschlichen Kultur. Klar, wer hätte da nicht zuerst an Sport-Miniaturen gedacht?

Der Cavalier lockt Batman und Robin in eine Falle. In einem Antiquitätenladen legt er Batman mit dem Schwert herein. Als der es ihm wegnehmen will, bekommt er einen Stromschlag und landet in einer Kiste, Robin in einem Schrankbett. Für den Fall, dass sie herauskommen, lässt er in alter Schurkentradition einen Zettel mit einem Hinweis zurück.

Mit dem Entkommen hat er es ihnen leicht gemacht: Batman entdeckt, dass er in der Kiste des Magiers Houdin steckt, Vorbild für Houdini, und steigt an der Seite heraus. Das Duo folgt dem Hinweis zu Diamantenschleifern, wo der Cavalier ein paar dicke Klunker absahnen will. Der Schurke bereut sogleich, dass er den Zettel geschrieben hat, er hält die beiden Gegner mit Schnupftabak hin, aber die beiden haben leichtes Spiel gegen seine Bande. Der Anführer haut ab, die Beute bleibt zurück.

Batman stellt fest, dass die ganze Aufregung nicht nötig war, weil der Cavalier bloß Modelle gestohlen hat. So bleiben die Vitrinen in seiner Trophäenhalle leer. Der Cavalier ärgert sich, denn er hat es eben auf das Modell abgesehen. Was sollte das? Ein sehr schräger Vogel … Am Ende bleibt auch offen, warum sich Drake als Musketier verkleidet hat. Aber Batman fragt sich nur, wer der Cavalier wirklich sein mag. Der Erzähler verspricht, dass Batman noch Gelegenheit haben wird, das herauszufinden, aber das wird nie passieren. Vielleicht haben die Autoren eingesehen, dass niemand mit der Figur etwas anzufangen weiß.

Erst im Jahr 1992 taucht in Blades (Legends of the Dark Knight #32-34) ein Cavalier wieder auf – aber das ist ein ganz anderer, ein Konkurrent im Geiste von Bruces Jugendhelden Zorro und damit auch eine viel größere Herausforderung für Batman.

>> Batman 1939-1949