Monat: Juni 2019

Die schlummernde Katze

Batman 66: Catwoman & Sandman

Catwoman und Sandman stecken unter einer Decke.

Titel: The Sandman Cometh/The Catwoman Goeth (dt. Das Sandmännchen ist da)

Story/Drehbuch: Ellis St. Joseph, Charles Hoffman

Erschienen: 1966 (Batman S02E33-34)


Kaum ist Catwoman mit dem Gesetz wieder im Reinen, sucht sie sich neue Verbündete für das nächste Ding. Zum einen hat sie jetzt weibliche Handlanger, zum anderen macht sie gemeinsame Sache mit Sandman. Nein, nicht dem Superhelden aus dem Golden Age und auch nicht Dream alias Morpheus, den Neil Gaiman erschaffen hat, sondern mit einem bis dato unbekannten Schurken aus Europa.

Sandmans Schlafmützen: Nap & Snooze.

Sandmans Schlafmützen: Nap & Snooze.

Sein Name ist Programm: Sandman bringt seine Opfer zum Schlafen – und leider auch die Zuschauer, denn dieser Schurke hat kaum etwas Interessantes zu bieten. Aus keinem bestimmten Grund trägt der ältere Herr einen dicken Pelzmantel, in dem zwar einige bunte Eier hängen, die er aber nie wirft. Das einzige Werkzeug, das zum Einsatz kommt, ist ein Stethoskop, mit dem er Menschen betäubt.

Sandman betäubt Robin.

Sandman betäubt Robin.

Zusammen mit Catwoman will er die alte Nudelherstellerin J. Pauline Spaghetti um ihre Milliarden bringen. Da sie unter Schlaflosigkeit leidet, gibt sich Sandman als Dr. Somnambula aus, der ihr Heilung verspricht. Catwoman macht für ihn Werbung, indem sie sich als falsches Dornröschen aus dem Schaufenster eines Matratzenladens entführen lässt. Aber natürlich wollen beide Schurken nur den jeweils anderen benutzen, um das Geld allein zu kassieren. Als Sandman Catwoman zuvorkommt und Spaghetti heiratet, muss sie mit Batman gemeinsame Sache machen, um sich zu rächen.

Catwoman als Sleeping Beauty

Catwoman als Sleeping Beauty

Die Todesfalle: Nach einer Kissen- und Matratzenschlacht wird wird an eine Matratze gefesselt und soll von einer Maschine, die Knöpfe annäht, getötet werden, aber er hilft sich selbst, indem er mit dem Bat-Gürtel den Schalter umlegt. In der Zwischenzeit schickt Catowman Robin mit einer Undercover-Polizistin durch ein sinnloses Labyrinth mit Hochspannungszäunen.

Batman auf der Matratze des Todes

Batman auf der Matratze des Todes

Interessant an dieser Folge sind nur die Details, die die Routine durcheinander bringen. Zunächst ist es mal wieder eine Episode, in der Batman nicht sofort erreichbar ist, als Gordon zum roten Telefon greift. Er ist als Bruce Wayne mit Dick Grayson und ein paar anderen Jungs beim Wandern im Wald. Allerdings verzögert das die Handlung nur kurz. Die Polizei setzt mal wieder das Bat-Signal ein, um Batman zu rufen.

Notruf bei Nacht: das Batsignal

Notruf bei Nacht: das Batsignal

Dann sind da einige witzige Dialogzeilen und Situationen: Tante Harriett wundert sich endlich mal über das wiederkehrende Piepen aus Bruces Bibliothek. Offenbar ist ihr der Zutritt verboten, weshalb sie das rote Telefon noch nie gesehen hat. Alfred kann ihr ein Märchen auftischen von einer Hi-Fi-Anlage, die gewartet werden müsse. Als besonderes High-Tech-Gerät erweist sich mal wieder der Batcomputer, der als Antwort lange rote Fäden ausspuckt und dem Dynamischen Duo auf die Fährte von Ms. Spaghetti bringt.

Catwoman (Julie Newmar)

Catwoman schaut auf ihre Opfer herab.

Batman wird mal wieder das Batmobil gestohlen. Um aus der Stadt zur Bathöhle zu gelangen nimmt er die U-Bahn, denn Gothams öffentliche Verkehrsmittel sind die schnellsten, und unternimmt die letzten Meter im Bat-Walk, der etwas seltsam aussieht. Kaum ist er da, bringt ihn Alfred mit seinem Alf-Cycle wieder zurück dorthin, weil da das Batmobil steht. Ein kurzer Anruf hätte Batman wahrscheinlich Weg und Zeit erspart, aber – wie so oft – dann gäbe es die Szene nicht, Batman würde dann nicht beinahe einen Strafzettel ausgestellt kriegen und die Folge hätte noch weniger Spaß zu bieten.

Mehr zum Thema:

Batman zweifelt an seinem Verstand

Titel: Am I Really Batman?

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1957 (Batman #112), Paperback 2009 (The Black Casebook)


Batman wacht in einer Gummizelle auf. Er kann sich nicht erinnern, wie er reingekommen ist. Als er dem Pfleger sagt, er sei Batman, lacht der ihn nur aus – er sei einer von vielen Verrückten, die sich für jemand anderes halten. Aber Batman ist sich seiner sicher. Da zeigt ihm ein Arzt den echten Batman im Fernsehen. Batman hält das für Schwindel, er haut ab, flieht vor der Polizei.

Als er in Wayne Manor ankommt, begrüßt ihn ein verwirrter Alfred. Dick Grayson erkennt ihn nicht mehr, die Bathöhle ist verschwunden. Niemand scheint zu verstehen, wovon er redet. Da taucht auch noch ein Bruce Wayne auf, der sich ebenfalls für das Original, aber nicht für Batman hält.

Batman haut ab, versteckt sich, er ist voller Selbstzweifel: Verliert er wirklich den Verstand? Um sich seiner selbst zu versichern, nimmt er ein paar Einbrecher fest. Dann sieht er Batman und Robin, versteckt sich im Kofferraum des Batmobils und lässt sich in die Bathöhle bringen. Da stellt er fest, dass in Wayne Manor alles nur Show war.

Bruce Wayne war in Wahrheit nur Alfred in Maske und Verkleidung, Dick hat nur so getan, als ob er Batman nicht erkenne – aber alles nur zu Batmans Bestem. Der Schurke Professor Milo hat Batman einem Gas ausgesetzt, das einem den Lebenstrieb nimmt, bis man stirbt. Um dem zu entgehen, haben sich Robin, Alfred und Gordon eine Strategie überlegt, wie sie Batmans Lebenstrieb erhalten können. Daher die ganze Inszenierung …

Die Geschichte hat einige spätere Autoren beeinflusst: In ähnlicher Form wird die Idee 1991 in der Story „Identity Crisis“ aufgegriffen und ein Jahr später in der Batman: The Animated Series-Episode „Perchance to Dream“ adaptiert. Batman in der Nervenheilanstalt ist auch ein Motiv in „The Last Arkham“ und der BTAS-Episode „Dreams in Darkness„.

Fünf Jahre Batman-Projekt

Batman von Chris Samnee

Batman von Chris Samnee

Dieses Blog habe ich gegründet, als Batman 75 Jahre alt wurde. Jetzt ist er 80 – und das Batman-Projekt ist immer noch da. Über 1000 Artikel habe ich in dieser Zeit geschrieben und dabei einen Großteil von Batmans Geschichte abgedeckt, vor allem die letzten 34 Jahre.

Wie ist das passiert? Anfangs wollte ich nur die wichtigsten Batman-Comics lesen und empfehlen. Aber woher weiß man, was am wichtigsten ist, wenn man nicht alles kennt?

Mittlerweile ist daraus eine Leidenschaft geworden: Ich lese alles. Von 1939 bis heute. Oft genug bereue ich es, weil natürlich nicht alles gut ist. Im Grunde sogar das Wenigste. Aber es lohnt sich immer wieder, mich durch all das durchzukämpfen, um immer neue Perlen zu finden. Meine anfängliche Abneigung gegen die albernen Comics der 50er und 60er hat sich zur Liebe gewandelt, auch von der TV-Serie mit Adam West bin ich ein Fan – auch wenn ich immer noch nicht alles genieße.

Na ja, vor einigem mache ich immer noch Halt: Wenn Batman auf die Turtles trifft, sträubt sich immer noch alles in mir dagegen. Aber vielleicht ändert sich auch das. Das Faszinierende an Batman ist, dass ich nach fünf Jahren immer noch nicht fertig mit ihm bin. Immer wieder entdecke ich Neues, Kurioses und Geniales, vor allem da, wo ich es nicht erwartet habe.

Worauf ich mich als nächstes freue:

  • Batman: Damned
  • Last Knight on Earth
  • The Batman Who Laughs
  • Creature of the Night
  • Batman: Universe
  • Batman: Curse of the White Knight

Außerdem wird es im Oktober einen Joker-Film mit Joaquin Phoenix geben und bald auch einen neuen Batman-Film mit Robert Pattinson … Es bleibt also viel zu lesen und viel zu schauen.

Wie lange ich das noch machen werde? Ich will es nicht versprechen. Seit Jahren denke ich darüber nach, kürzer zu treten, aber es gelingt mir einfach nicht. Oder besser gesagt: Ich will nicht. Es macht einfach zu viel Spaß.

Ich danke allen Lesern!

Batman gegen Hulk

Titel: Batman vs. the Incredible Hulk (The Monster and the Madman)

Autor/Zeichner: Len Wein/Jose Luis Garcia-Lopez

Erschienen: 1981 (DC Special Series #27), Paperback 1997 (Crossover Classics: The Marvel/DC Collection Vol. 1); dt. Dino Verlag 1999


Nachdem Superman auf Spider-Man traf, zwei Mal sogar, durfte sich auch Batman einmal mit einem Marvel-Helden messen. Kurioserweise haben sich die Verlage auf den Hulk verständigt. Eigentlich hätte man den eher als Gegner für Superman vermutet, während der Hochhaus-Schwinger Spider-Man eher was für Batman gewesen wäre (was später auch zweimal der Fall war), aber offenbar wollte man eine Story wagen, die allein schon wegen des Kraftunterschieds Spannung aufkommen lässt, wie Batman da rauskommt.

Die Story geht so: Der Joker stiehlt einen Gammastrahler aus einem Labor, in dem Bruce Banner arbeitet und sich Heilung davon verspricht. Der Joker will damit aber den Shaper of Worlds heilen, eine Art spitzohrigen Riesen(roboter?) aus dem Weltall, der Träume wahr werden lassen kann, aber selbst nicht träumen kann. Im Gegenzug will der Joker von ihm allmächtig gemacht werden.

Banner wird zum Hulk. Als Batman den Raub verhindern will, hetzt der Joker den Hulk auf Batman und es kommt zum Kampf. Der Hulk spielt Bane avant la lettre (siehe Knightfall), indem er Batman das Rückgrat brechen will, aber Batman kann ihn mit Gas ausknocken. Wie es das Superheldengesetz will, folgt auf den Zweikampf die Kooperation. Daraufhin arbeiten zunächst die beiden Bruces, Banner und Wayne, zusammen, schließlich – nach noch einer Konfrontation – auch Batman und Hulk. Wie üblich muss der Hulk versuchen, sich zu beherrschen und schafft es erst, wenn man dem Biest Verständnis entgegenbringt. Dabei müssen sie gemeinsam gegen ihre größten Alpträume kämpfen, bis schließlich der Joker den allergrößten Alptraum wahr werden lässt …

So formelhaft die Story streckenweise verläuft, so bietet sie auf 64 Seiten doch einige Überraschungen. Vor allem aber ist sie meisterhaft inszeniert. Jose Luis Garcia-Lopez ist ein Meister des geschwungenen Strichs, der sowohl Mimik als auch Bewegungen wundervoll einzufangen weiß. Es ist eine Augenweide, Batman und Hulk gegeneinander kämpfen zu sehen, so viel Dynamik ist selten. Aber auch das Gesicht des Jokers ist sehr ausdrucksstark.

Hulk und Batman als Clowns

Hulk und Batman als Clowns

Batman und Hulk im Wunderland

Batman und Hulk im Wunderland

Außerdem baut Garcia-Lopez großartige Layouts. Besonders deutlich wird das am Ende der Geschichte, wenn der Joker zum Herrscher der Welt wird: Da erscheinen Batman und Hulk plötzlich als Clowns in einem surrealen Traumwelt-Szenario, das stark an Little Nemo in Slumberland erinnert, dann lässt er die beiden zu Tweedledum und Tweedledee in Alice im Wunderland werden, schließlich tobt er sich richtig aus, wenn er sie durch Gemälde von Dali und Picasso schickt.

Joker macht Kunstträume wahr

Joker macht Kunstträume wahr

Joker übt sich in Abstraktion.

Nach einem Actionspektakel mit so vielen Kunstreferenzen zu spielen, machen den Comic besonders am Ende zu einem echten Erlebnis. Allerdings ist es schade, dass man diese Story nur noch antiquarisch bekommt. Es ist höchste Zeit für eine Neuauflage.

>> Batman-Crossover

Ein Update zu Batman-Paperbacks 2019

detective comics 999

DC Comics

Die zweite Jahreshälfte wird für Batman-Leser viele neue Paperbacks bringen, aber einige davon hat DC entweder verändert, verschoben oder abgesagt. Eine Übersicht:

  • Die Sammelbände Detective Comics erscheinen ab September mit neuer Nummerierung als Hardcover. Der erste Band wird, wie ursprünglich geplant, „Mythology“ heißen und erst der zweite „Arkham Knight“. Letzterer wird im Dezember erscheinen. Die Bände sollen den üblichen Umfang haben, Band 1 enthält die Ausgaben #994-999.
  • Die Serie Batman erscheint – anders als zuerst angekündigt – als Paperback: Band 10 („Knightmares“) wird im September erscheinen, Band 11 („The Fall of the Fallen“) erst im Januar 2020.
  • Das Watchmen-Crossover Doomsday Clock soll in zwei Bänden erscheinen, von denen der erste im Oktober herauskommt. Ebenfalls im Oktober wird es den Heroes in Crisis-Band geben, dazu den Begleitband Heroes in Crisis – The Price and Other Tales.
  • Im November erscheint auch Tom Taylors Miniserie DCeased als Hardcover.
  • Gotham Knights: Transference wurde auf Januar 2020 verschoben, Creature of the Night auf Februar 2020, Batman: Universe von Brian Michael Bendis auf März 2020.
  • Gestrichen wurden die Paperbacks zu Batman: Family, Shaman, Superman/Batman Vol. 7, The Hush Saga Omnibus, The Dark Knight Detective Vol. 3, Gotham After Midnight – 10th Anniversary Edition, Gotham Adventures Vol. 1, Batman in Brave & the Bold: The Bronze Age Omnibus Vol. 3.

Offenbar hat sich DC Comics mit seinen sehr großzügig geplanten Veröffentlichungen überhoben und musste zurückrudern. Es bleibt nur zu hoffen, dass die gestrichenen Paperbacks irgendwann doch wieder erscheinen, sei es um Sammlungen zu vervollständigen oder längst vergriffene Geschichten wieder zugänglich zu machen.

Der wildgewordene Mister Freeze

Otto Preminger als Mister Freeze

Otto Preminger als Mister Freeze

Titel: Green Ice/Deep Freeze (dt. Grünes Eis), Ice Spy/The Duo Defy (dt. Spion im Eis)

Drehbuch: Max Hodge/Charles Hoffman

Erschienen: 1966, 1967 (Batman S02E19/20, S02E59-60)


Mister Freeze entführt einer einer Miss-Wahl „Miss Island“, er sperrt sie in einem Gefrierschrank ein, damit sie so kältebedürftig wird wie er und ihn dadurch lieben lernt. Der Plan geht aus nachvollziehbaren Gründen nicht ganz auf, aber eigenartigerweise erfriert die Miss selbst bei unter Null nicht.

Gordon: Call for Help

Unter Frostbeschuss: Gordon ruft Batman um Hilfe.

Ganz anders verhält es sich, als Mister Freeze Commissioner Gordon in seinem Büro vereist, sodass er fast erfriert. Gerade noch so kann er Batman um Hilfe rufen. Die nutzlose Polizei steht ratlos vor der Tür und wartet bis Batman eintrifft, damit er die Tür freisprengt und Gordon rettet. Aber das ist nur ein kleiner Spaß zwischendurch, genauso wie die Eislieferung, in der Freeze Batman Geld schickt, damit die Presse es sieht und davon ausgeht, er stecke mit dem Schurken unter einer Decke. Natürlich stürzt sich die Presse sofort darauf.

Batman, Robin und grünes Eis

Eis mit Geldeinlage

Bei einem Empfang in Wayne Manor raubt Freeze die Gesellschaft aus, lässt sie in den Pool steigen und friert ihn zu. Dann lässt er zwei seiner Leute Batman und Robin spielen, die sich im Kampf schwertun und schließlich auch scheitern. Die öffentliche Meinung von Batman sinkt so schnell wie das Thermometer im Eisschrank. Aber auch das echte Dynamische Duo stellt sich nicht geschickter an. Weil sie Freezes‘ Eiskanone nicht schnell genug ausweichen (können), landen sie in zwei übergroßen „Frostie Freezies“ (Slushs).

Batman & Robin in Frostie Freezies

Batman und Robin in einer eiskalten Todesfalle

Schließlich erpresst Freeze die Stadt: Er will eine Milliarde Dollar, sonst lässt er in Gotham die Eiszeit ausbrechen – mitten im August.

Frozen Gotham

So malt sich Mister Freeze eine neue Eiszeit aus.

Mister Freeze hat hier seine Haare verloren, denn er wird gespielt von Otto Preminger, dem österreichischen Regisseur von Klassikern wie Laura, Anatomie eines Mordes und Exodus. Der wurde allerdings wohl weniger wegen seiner schauspielerischen Qualitäten ausgewählt als wegen seines miesen Charakters. Der war auch der Grund dafür, dass die Rolle danach wieder neu besetzt wurde. Laut Adam West benahm sich Preminger am Set unmöglich. Aber auch seine Figur nervt, wenn sie etwa ein Dutzend Mal „Wild!“ ausruft und sich dauernd die buschigen Augenbrauen reibt.

Bemerkenswert ist der Einsatz seiner Handlanger: Eigentlich hat er nur zwei, aber wenn es zur Schlägerei mit Batman und Robin kommt, tauchen plötzlich zwei weitere zur Verstärkung auf.

Eli Wallach als Mister Freeze

Eli Wallach als Mister Freeze

Eli Wallach (Die glorreichen Sieben, Zwei glorreiche Halunken) gibt als Mister Freeze eine deutlich lebhaftere Figur, mit ausdrucksstarker Mimik und ohne nervige Eigenschaften. Am Ende der zweiten Staffel schafft er es tatsächlich, Gotham zumindest für eine Weile einzufrieren. Alles vereist, sogar der Bat-Computer. Mit einem Eis-Magneten zieht er sogar Eisberge in den Hafen von Gotham an. Und auch mit den Frauen klappt es besser: Er muss niemanden mehr entführen, er hat eine hübsche Eiskunstläuferin als Komplizin.

Mister Freeze mit Komplizin Glacia Glaze

Mister Freeze mit Komplizin Glacia Glaze

Dafür schickt er wieder einen Isländer in eine Eiskammer, um zu bekommen, was er will. Auch Batman und Robin sollen tiefgefroren und anschließend verdampft werden, aber dank eines Geheimausgangs können sie entkommen. Absoluter Höhepunkt ist aber eine ganz andere, viel kniffligere Situation: Als Gordon mit Batman spricht, ruft zeitgleich O’Hara bei Bruce Wayne an. Man verbindet die beiden Telefonhörer, damit sich die beiden absprechen können, und dann muss der arme Bruce zwei Rollen gleichzeitig spielen und es gelingt ihm meisterhaft, ein Selbstgespräch so wirken zu lassen, als wäre es ein Dialog zwei unterschiedlicher Personen. – Ein Brüller!

Diese Szene bleibt aber eine Ausnahme. Denn auch gute Darsteller wie Eli Wallach können nicht viel gegen ein schwaches Drehbuch ausrichten. Beide Freeze-Doppelfolgen der zweiten Staffel bleiben in der üblichen Routine hängen und lassen es an Fantasie vermissen. Ermüdungserscheinungen haben sich schon früher eingestellt, aber nach über 90 Folgen scheint sich der Witz verbraucht zu haben.

Mehr zum Thema:

Batman wird Starman

Titel: The Man Who Ended Batman’s Career

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1957 (Detective Comics #247), Paperback 2009 (The Black Casebook)


Über dem Polizeihauptquartier leuchtet ein neues Zeichen am Nachthimmel: ein Stern statt einer Fledermaus! Kurz darauf kommt ein sternförmiges Flugzeug hergeflogen und es springen Robin und Starman heraus, um ein paar Gauner dingfest zu machen. Starman trägt ein gelb-rotes Kostüm und wirft Star-Darts. Aber wer ist das? Jedenfalls nicht der Starman aus dem Golden Age (Ted Knight). Und was ist mit Batman?

Der hat seine Karriere aufgegeben. Der böse Wissenschaftler Professor Milo hat Batman mit einer künstlichen Angst vor Fledermäusen infiziert, um ihn auszuschalten. Seitdem fürchtet sich Bruce Wayne vor allem, was die Form von Fledermäusen hat. Er traut sich nicht mal, ins Batmobil zu steigen und kann keine Batarangs mehr werfen. Einmal erschreckt ihn ein Gauner mit einer echten Fledermaus so sehr, dass er vom Dach fällt und von Robin gerettet werden muss.

Also wird Batman kurzerhand zu Starman. Offenbar ist es weniger ein Problem, in kürzester Zeit einen fliegenden Stern zu bauen, als sich von der Krankheit heilen zu lassen. Doch da früher oder später auffliegen wird, dass Starman bloß Batman ist, fesselt Robin Bruce an einem Stuhl und zeigt ihm anhand seiner Taten als Batman, dass er nichts zu befürchten habe – die Fledermaus hilft ihm sogar.

So geheilt täuscht Bruce als Starman die Gauner, die einen fliegenden Bat-Ballon auf ihn losschicken und auch Professor Milo kann mit dem Fledermaus-Symbol nichts mehr gegen ihn ausrichten. Als er es ihm hinhält, schlägt der Held die Faust hindurch und ihm ins Gesicht. Batman hat die Fledermaus wieder. Bemerkenswert ist, dass die Fledermaus ursprünglich die Schurken das Fürchten lehren sollte, hier aber gegen Batman gewendet wird.

>> Batman 1950-1959

Batman trifft Hellboy und Starman

Titel: Batman/Hellboy/Starman

Autor/Zeichner: James Robinson/Mike Mignola

Erschienen: 1999 (Zweiteiler); dt. Cross Kult 2011 (Hardcover)


Während der Joker sein Unwesen in Gotham treibt, wird Ted Knight, der erste Starman von Nazis entführt. Bruce Wayne ist Zeuge. Als Batman sich auf die Suche nach ihm machen will, steht plötzlich Hellboy auf dem Dach der Polizei von Gotham und bietet seine Hilfe an. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Informanten und die Spur führt nach Südamerika. Doch als der Joker wieder zuschlägt, muss Batman in Gotham bleiben – da kommt Jack Knight, der neue Starman, um Hellboy zu begleiten.

Wie die drei Helden zusammenkommen und wie Batman von Starman abgelöst wird, wirkt etwas bemüht. Es ist vor allem schade, dass die drei nicht am Ende zusammen kämpfen. Wie sie mit ihrem Problem fertig werden, geht all zu leicht und auch zu schnell. Aber das ist ein typisches Problem dieser Crossover, denen nur zwei Hefte gegeben werden: Da kann sich keine Story entfalten.

Es mag wohl an den sperrig-kantigen Zeichnungen von Mike Mignola liegen, der seine Panels in viele harte Schatten taucht, dass sich die Geschichte trotzdem nicht ganz so banal liest, wie sie zunächst klingt. Ja, das Ganze macht sogar Spaß, auch wenn das Gefühl zurückbleibt: Man hätte mehr draus machen können …

>> Liste der Batman-Crossover

Noch mehr Harley Quinn beim Black Label: „Harleen“

DC Comics

Die Harley Quinn-Mode geht weiter. Nachdem DC für sein Black Label bereits die Miniserie Joker/Harley: Criminal Sanity angekündigt hat, soll bereits im September eine andere beginnen: In „Harleen“ erzählt Stjepan Šejić (Aquaman) Harley Quinns Vorgeschichte in drei Ausgaben neu. Die Geschichte wurde schon in Mad Love und in mehreren Varianten davon erzählt, aber eben noch nicht so: Harleen Quinzel glaubt, ein Heilmittel gegen Wahnsinn gefunden zu haben und probiert es in Arkham Asylum aus. Aber als sie auf den Joker trifft, verfällt sie selbst dem Wahnsinn und wird zu Harley Quinn …

Wer das langweilig findet, weil es immer noch wie ein müder Aufguss von Altbekanntem ist, dem sei ein Blick auf die ersten Seiten empfohlen, den Šejić ist ein wahrer Künstler.

Die erste Ausgabe von „Harleen“ erscheint am 25. September 2019, die beiden weiteren sollen monatlich folgen.

Verneigungen vor dem Dunklen Ritter

Legends of the Dark Knight 94

DC Comics

Titel: Stories

Autor/Zeichner: Michael T. Gilbert

Erschienen: 1997 (Legends of the Dark Knight #94)


Ein Schriftsteller macht sich mit einem Buch unbeliebt bei Fundamentalisten, jetzt wollen sie ihn umbringen, während er im Aufzug feststeckt. Doch er ist nicht allein. Andere Leute stecken mit ihm fest und erzählen sich Geschichten, die sie mit Batman erlebt haben wollen, während der echte Batman zu Hilfe eilt.

Erzählt werden drei Hommagen an die klassischen Comic-Zeitalter: Eine Variation auf die Vampirgeschichte aus dem Jahr 1939, eine Story aus den 50ern über einen Schurken, der sich „the Bulb“ nennt und wie eine Glühbirne kleidet, schließlich eine aus den späten 60ern, in der ein alter Schurke zwei Hippies ihrer Jugend berauben will. Ganz zum Schluss erzählt noch ein Kind eine Anekdote über den Killer-Batman Azrael.

Legends of the Dark Knight 94

Batman erklärt die Jugend der 60er.

Autor und Zeichner Michael T. Gilbert schafft es, den verschiedenen Stilen der jeweiligen Epochen gerecht zu werden und zugleich ihre Eigenheiten ironisch zu überspitzen, jedoch ohne sich wirklich lustig über sie zu machen. Der Batman der späten 60er und 70er hatte ein stark moralisches Anliegen und brachte es mit Ansprachen zur Lage der Nation zum Ausdruck. Die Jugend sei nur zynisch, weil die Gesellschaft sie dazu bringe, heißt es hier. Am Ende geht es in der Rahmenhandlung um die Frage nach dem Mythos: Soll man nur glauben, was man sieht? Nein, am Ende zählt natürlich nur die Story …

Das Prinzip des Erzählzyklus, der gerahmt wird von einer Rahmenhandlung, hat Boccaccios Decamerone zum Vorbild. Ein Jahr später wurde es in der dritten Staffel von The Animated Series (The New Batman Adventures) wieder aufgegriffen: Die Episode Legends of the Dark Knight erzählt von verschiedenen Batman-Versionen und verneigt sich dabei vor dem Golden Age und Frank Millers The Dark Knight Returns.

>> Legends of the Dark Knight