Monat: Mai 2019

Der Schurke der Sternzeichen

Zodiac Master

DC Comics

Titel: The Zodiac Master

Autor/Zeichner: Dave Wood/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1964 (Detective Comics #323)


Es gibt fantasiereiche Batman-Storys, es gibt verrückte und es gibt total bescheuerte. Die Grenze dazwischen ist oft dünn, ein schmaler Grat. Aber eine Story über Astrologie kann eigentlich nur in die Hose gehen. 1964 war ohnehin keine Sternstunde der Batman-Comics, die Qualität erreichte den Tiefpunkt.

Der Zodiac Master ist ein Schurke in einem hellblauen Anzug, der mit lauter astrologischen Symbolen verziert ist. Bei Bedarf kann er sie aber werfen und dann werden sie zu tödlichen Waffen: Ein Pfeil und ein Steinbock werden zu Raketen, ein Skorpion wirft Netze, ein Krebs wird zu einem fliegenden Roboter. Der Autor hat sich vom Polka-Dot Man inspirieren lassen, macht sich aber nicht mal den Ansatz einer Mühe, zu erklären, wie das funktionieren soll.

Die Story tut nicht viel zur Sache: Der Zodiac Master prophezeit ein Schiffsunglück – und es trifft ein. Dann ein Flugzeugunglück – und es stellt sich heraus, dass es beinahe eingetreten wäre. Daraufhin verkauft er seine Vorhersagen an Verbrecher, die aufgrund ihrer Horoskope auf Raubzüge gehen. Natürlich ist er nur ein Betrüger. (Und offenbar ein genialer Erfinder, sodass man sich wieder einmal fragen kann, warum er nicht einfach damit reich werden will.)

Batman spürt undercover den Schurken in seinem Geheimversteck auf und erwischt ihn schließlich mit Robin bei einem Museumsraub. Warum begeht er selbst einen Diebstahl, wenn er sein Geld sicherer mit Horoskopen verdient? Das muss uns bei dieser Story nicht wirklich interessieren …

>> Batman 1960-1969

Tom King macht 2020 mit Batman/Catwoman weiter

Batman/Catwoman DC Comics

Batman/Catwoman DC Comics

Eigentlich wollte Autor Tom King über 100 Ausgaben für die Batman-Serie schreiben. Jetzt kündigt DC an, dass er sie schon zum Dezember 2019 mit Ausgabe #85 verlässt. King beendet damit seine auf elf Ausgaben angelegte Storyline „City of Bane“, die im Juli mit Ausgabe #75 beginnt und Teil von DCs „Year of the Villain“ ist.

Im Januar 2020 soll ein neues Team die Serie übernehmen, die von da an wieder monatlich erscheinen wird, statt wie bisher alle zwei Wochen. Wer Teil des Teams sein wird, ist noch offen. King erzählt jedoch seine Geschichte mit der zwölfteiligen Maxiserie Batman/Catwoman zu Ende, die ebenfalls ab Januar erscheinen soll. Zeichner wird Clay Mann sein.

Tom King sagt: „Batman and Catwoman is a chance to do what Morrison and Quietly did in Batman and Robin: launch anambitious, accessible, beautiful, thrilling new series that concludes years of stories and defines what Batman is, can, and will be. This will be a comic about what the best Batman comics are always been about, how our greatest hero turns fear into bravery, pain into hope, trauma into love. It’s the story I always wanted to tell, and I’m telling it with the man I consider to be the greatest artist in comics, my brother Clay Mann.“

King hat die Batman-Serie seit dem sanften Reboot von DC Rebirth übernommen. Von ihm stammen die folgenden Storylines, darunter auch die umstrittene „Hochzeit“ mit Catwoman:

 

Batman 1940: Detective Comics #37

Titel: The Spies

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1940 (Detective Comics #37), Paperback 2005/2016 (Batman Chronicles Vol. 1/Batman: The Golden Age Vol. 1)


Batman hat sich verfahren. Wir wissen nicht, warum er außerhalb von Gotham auf einer einsamen Nebenstraße unterwegs ist, aber wir erfahren, dass er sich nicht zu schade ist, aus seinem schwarz-blauen Auto (noch nicht das Batmobil) auszusteigen und in einem Haus nach dem Weg zu fragen. Im Handschuhfach steckt offenbar keine Karte.

Als er einen Schrei hört, tritt er ein und sieht, wie drei Ganoven einen gefesselten Mann mit einem heißen Eisen foltern. Er soll ihnen verraten, wem er Informationen verkauft hat. Batman interveniert, schlägt die Bande zusammen. Doch kaum hat er das Opfer befreit, revanchiert sich der Mann, indem er Batman bewusstlos schlägt. Schon wieder auf den Hinterkopf! Wie schon in Detective Comics #32, 33, 35 und 36. Der Superdetektiv und Meisterathlet scheint, was das angeht, schwer von Begriff zu sein.

Batman wird ausgeknockt.

Immer wieder von hinten: Batman wird ausgeknockt.

Es ist aber nicht das letzte Mal, dass er sich in dieser Geschichte übertölpeln lässt, aber dazu später mehr. Batman stellt fest, dass der Mann seine Peiniger ermordet hat. Später geht Batman „undercover“ als Bruce Wayne in einem dubiosen Laden einkaufen, um Hinweise zu sammeln, aber kurz darauf als Batman wiederzukommen und zu sagen „I’m not buying anything this time“ ist vielleicht keine so gute Idee, wenn man eine Geheimidentität zu wahren hat.

Batmans Nachtsichtbrille

Batmans Nachtsichtbrille

Wie auch immer: Batman findet die Gauner. Als sie auf ihn schießen wollen, schaltet er das Licht aus, und während die Bösen ihn suchen, setzt sich Batman eine Nachtsichtbrille auf. Es wird nicht klar, was das soll, denn Batman zieht bald wieder von dannen. Der Anführer der Bande ermordet einen seiner Kompliten, weil er ihn für einen Verräter hält. Kaum sind sie weg, sehen wir, dass Batman sich nur versteckt hat. Der Held lobt sich selbst für seine Gerissenheit, aber vielleicht wäre es eine noch bessere Idee gewesen, den Mord zu verhindern? Egal. Der Sterbende gibt ihm den entscheidenden Hinweis: Die Gauner sind Spione, die ein ausländisches Schiff hochjagen wollen, um eine internationale Krise auszulösen.

Batman in Detective Comics 37

Erschlagen von einem Sack

Batman düst zum Hafen. Dort bekommt er erstmal einen Sack auf den Kopf geworfen. Wieder fällt er ohnmächtig zu Boden. Die Spione stecken ihn in den Sack und werfen ihn ins Wasser. Aber Batman kommt wieder zu sich und kann sich dank eines Messers im Gürtel befreien und den Anschlag auf das Schiff verhindern. Batman sagt dabei so coole Sachen wie „Come on, suckers!“ und auch so uncoole, aber auch drollige wie „Feet, run like you’ve never run before!“

Batman befreit sich mit einem Messer

Batman befreit sich mit einem Messer

Im Finale stellt Batman den Drahtzieher: Count Grutt. Der Adelige wirft ein Schwer nach ihm, Batman reißt eine Tür auf, das Schwert dringt in das Holz, Batman schlägt ihm ins Gesicht und der Graf fällt nach hinten in die Klinge, die aus der Tür heraussteht. Der Ablauf ist nicht nur sehr unwahrscheinlich, er ignoriert auch alle Gesetze der Physik. Außerdem: Warum sollte der Graf in die Tür fallen, wenn er zunächst mit dem Gesicht zu ihr steht? Es sei denn, Batman hat den Schlag mit Absicht so ausgeführt, dass er tödlich ausgeht …

Am Ende scheint es fast so, denn Batman ist zufrieden: Gut, dass der Graf tot ist, denn er hätte sonst Tausende in den sicheren Tod auf dem Schlachtfeld geschickt, sagt er im Selbstgespräch. Eine seltsame Einstellung. Vor allem wenn man bedenkt, dass die USA ein Jahr später doch in den Krieg ziehen – ganz ohne Provokation durch Spione. Jedenfalls hat Batman damit noch ein Menschenleben auf dem Gewissen. Der Tod ist ein alter Vertrauter. Reue kennt Batman nicht.

>> Batman 1939-1940

Ein Schurke für alle Jahreszeiten

Calendar Man

DC Comics

Titel: The Challenge of the Calendar Man

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1958 (Detective Comics #259)


Bruce Wayne schlägt die Zeitung auf und liest, dass ein gewisser Calendar Man Batman herausfordert. Vier Raubzüge in vier Tagen, für jede Jahreszeit einer – plus eine extra für die fünfte Jahreszeit. Nein, er meint nicht Karneval damit, auch wenn seine Kostüme durchaus darauf schließen ließen.

Die erste Jahreszeit ist der Frühling. Batman und Robin fahren zur Gartenausstellung. Dort steht er da: Ein Typ in frühlingshafter Blütentracht, der sich die Einnahmen vom Eintritt schnappt. Er entkommt und wird am nächsten Tag zu einem hitzestrahlenden Sonnenmann, der bei einem Bademodenwettbewerb den Damen einheizt. Zum Glück ist Bruce Wayne einer der Juroren. Warum Bruce Wayne? Der Mann scheint bereits – trotz seiner Asexualität – einen Ruf als Experte auf dem Gebiet zu haben.

Der Calender Man bringt erst den Pool zum Kochen, dann blendet er Batman und Robin mit einem Scheinwerfer und bringt schließlich den Bürgersteig zum Glühen. Als die Helden ihn einwickeln, haben sie nur einen Roboter gefangen.

Am nächsten Tag lässt der Schurke einen starken Herbstwind wehen und raubt einen Geldtransporter aus, während sich die Wachen die Augen reiben. Schließlich wird Calender Man zum Schneemann bei einer Diamantenausstellung. Batman folgt ihm zwar auf Skiern, aber er entkommt auf einem Schlitten mit Düsenantrieb (der allerdings mehr aussieht wie ein übergroßes Skateboard).

Batman und Robin sind gescheitert. Da entdecken sie in der Zeitung eine Anzeige für einen Magier, der nur fünf Tage in der Stadt ist. Fünf Tage? Das muss der Calender Man sein! Und so ist es auch. Batman bringt ihn mit einem Kalender zu Fall.

Der Calendar Man kehrte 1979 in Batman #312 zurück. Dann begeht er Verbrechen, die mit den Wochentagen zu tun haben. In The Long Halloween wurde er von Jeph Loeb und Tim Sale neu erfunden, 2016 tauchte er im Batman Rebirth-Special als Gegenspieler auf.

>> Batman 1950-1959

Batwoman macht sich Feinde

Noch bevor Batwoman dazu kommt, in ihrer ersten TV-Serie böse Buben zu verprügeln, muss sie sich einem viel stärkeren Gegner stellen: der Misogynie. Drei Tage nachdem der Trailer veröffentlicht wurde, gibt es zwar drei Millionen Views auf YouTube, aber die meisten User scheinen das Video nicht zu mögen. In vielen Kommentaren wird klar, warum: Weil es um eine Frau geht.

Batwoman scheint sich an der Storyline Elegy zu orientieren, die Gegnerin heißt Alice. Im Trailer erfährt man, dass Batman verschwunden ist und Kate Kane in die Bathöhle eindringt und sich bei Batmans Spielzeug bedient. Kate bittet Luke Fox (Sohn von Lucius Fox), Batmans Anzug für sie anzupassen. Er meint, der Anzug sei bereits perfekt, darauf Kate: „It will be – when it fits a woman.“

Die einen Kommentare finden die Zeile peinlich und schließen damit auf ein niedriges Niveau der Serie, aber viele geben sich dem unverblümten Frauenhass: Batwoman/Kate Kane wird in die Küche geschickt und auf ihre Periode reduziert, einige stören sich an der Tatsache, dass sie lesbisch ist (wie in den Comics), andere wittern feministische Propaganda.

Es scheint sich um eine regelrechte Kampagne zu handeln, wie man sie bereits bei Captain Marvel erleben durfte. Als der Film im März herauskam, wurde er auf Rotten Tomatoes mit so viel Schmach überhäuft, dass es die Gesamt-Userwertung stark nach unten zog (56 Prozent bei 78 Prozent Kritikerwertung). Seltsamerweise gab es das Phänomen bei Wonder Woman nicht.

Unabhängig von der Qualität von Filmen und Serien scheinen viele Menschen (Männer) ein grundsätzliches Problem mit Superheldinnen zu haben. Man könnte meinen, im Jahr 2019 müsste die Gesellschaft weiter sein. Man könnte auch meinen, Fans von Superhelden müssten etwas von ihren Vorbildern Respekt gelernt haben. Aber nein, weit gefehlt. Zu viele scheinen zu glauben, ihnen werde etwas weggenommen, nur weil eine Serie ihr Weltbild auf den Kopf stellt.

Wahrscheinlich wünschen sich diese Leute die Batwoman der 50er zurück, als sie noch eine Handtasche trug, sich mit Puder zur Wehr setzte und ständig von Batman in ihre Schranken gewiesen wurde. Aber die Zeiten sind zum Glück vorbei. Und zum Glück spiegeln Hetzkampagnen im Netz nicht immer die Mehrheitsmeinung wieder.

Die Serie erscheint im Herbst auf The CW in den USA.

Die halbe Geschichte einer geteilten Stadt

Arkham City

DC Comics

Titel: Arkham City

Autor/Zeichner: Paul Dini, Derek Fridolfs/Carlos D’Anda u.a.

Erschienen: 2012/2014 (Batman: Arkham City #1-5, Digital Chapters #1-5)


So gut die Arkham-Games auch gemacht sein können: Ich bin kein Spieler. Ich lese lieber. Das Problem ist: Zu Arkham Asylum gibt es keine Comic-Adaption, nur ein 16-seitiges Prequel. Erst die Ereignisse danach wurden in einer fünfteiligen Miniserie und fünf digitalen Comics erzählt, die zu dem Nachfolger-Spiel Arkham City überleiten. Daher wirkt der Einstieg etwas unvermittelt.

Der Joker ist zu Beginn ein zu einem Bane-artigen Mutanten aufgeblähtes Monstrum. Batman besiegt ihn dank Handschuhen, die bei jedem Schlag explodieren. Daraufhin ruft Bürgermeister Sharp Arkham City aus, ein Teil der Stadt wird zum Gefängnis erklärt, in dem sich die Insassen von Arkham Asylum und Blackgate aufhalten dürfen, bis sie von dort entlassen werden. Ehrlich gesagt verstehe ich den Sinn dieser Idee nicht, denn die Folgen sind absehbar: Die größten Schurken kämpfen um die Vorherrschaft, allen voran Joker und Pinguin. Aber vielleicht muss man es nicht verstehen, sondern es reicht zu erkennen, dass dahinter Hugo Stranges sinistrer Plan steckt, Batman zu vernichten …

Das Szenario erinnert an die Storyline No Man’s Land, nur mit dem Unterschied, dass hier die große Geschichte nicht erzählt, sondern nur vorbereitet wird. Wir sehen, wie Batman sich undercover zuerst in Jokers Gang, dann in Pinguins Gang einschleust und verhindert, dass sich die beiden mit Waffen versorgen. Wir sehen Catwoman und Poison Ivy zusammenarbeiten. Mit ausdrucksstarken Zeichnungen und knalligen Farben wird ein schönes, kurzweiliges Actionspektakel geboten, das Lust auf mehr macht.

Aber „mehr“ bedeutet in diesem Fall nur fünf kleine Kapitelchen mit Hintergrundmaterial und vor allem: das eigentliche Spiel Arkham City. Wer sich nicht in diesem Universum bewegt, ist in diesem Comic verloren. Schade eigentlich, denn während es zu Batman-Filmen stets Comicadaptionen gab, sind die Comics zum Spiel nur Beiwerk. Damit erzählt dieser Band bestenfalls nur eine halbe Geschichte.

Batman 1940: Hugo Strange

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Professor Strange, Batmans erster Erzrivale, taucht in seinen ersten drei Auftritten nicht auf den Covern der jeweiligen Hefte auf. Die Cover haben nicht viel mit der Handlung zu tun, bei Batman #1 ist es noch verständlich, weil darin vier Storys enthalten sind, bei Detective Comics #36 verweist das Bild zurück auf die Ausgabe davor und #46 zeigt ein beliebiges Action-Motiv.

Professor Hugo Strange

Professor Hugo Strange

Beim ersten Treffen, Batman meets Professor Hugo Strange (Detective Comics #36, 1940), gibt es noch keinen Robin. Batman sieht, wie auf der Straße ein Mann aus einem fahrenden Auto heraus erschossen wird. Kurz bevor er stirbt, redet er etwas von einem seltsamen Nebel („strange fog“), aber Batman findet schon bald heraus, dass er Hugo Strange meinte, „the most dangerous man in the world!“ Er kennt ihn bereits als Wissenschaftler, Philosoph und kriminelles Genie, auch wenn er eingesteht, sonst nur wenig über ihn zu wissen.

Der Tote ist ein FBI-Agent, der herausgefunden hat, dass Strange mit einem selbstgeschaffenen Nebel ablenken will, um ungehindert Banken ausrauben lassen zu können. Strange ist ein Mann mit einer unförmigen Glatze, runder Brille und einem Ziegenbärtchen. Er sitzt gerne, wie Schurken es gerne tun, nachts im Ohrensessel vor dem Kamin und faltet die Hände, während sein gestörtes Gehirn fiese Pläne schmiedet.

Nach dem ersten Bankraub spürt Batman die Gauner auf, fegt durch sie hindurch und schießt am Ende nur deshalb mit einer Pistole, um die Aufmerksamkeit der Polizei zu erregen. Als Strange am nächsten Tag die Zeitung liest, ist er nicht erfreut. Doch als Batman beim zweiten Mal Stranges Bande mit lauter athletischen Tricks fertigmacht, wird er (mal wieder) mit einem Schlag gegen den Hinterkopf ausgeknockt.

Strange lässt ihn fesseln und peitscht ihn aus, da befreit sich Batman durch schiere Kraft, wirft eine Gasampulle und überwältigt Strange und beseitigt den Nebel. Am Ende landet der Schurke im Knast und schwört Rache …

Dazu kommt er schon bald in Batman #1 (1940): Professor Hugo Strange and the Monsters ist die wirkmächtigste Geschichte, sie ist zum Klassiker avanciert (und wurde 2005 und 2016 adaptiert). Obwohl sie nach Robins erstem Auftritt erschienen ist, kommt der Sidekick hier nicht vor. Die Story ist ein Überbleibsel aus der Zeit vor Robin – und das zeigt sich auch an Batmans rabiatem Vorgehen mit dem Maschinengewehr.

Hugo Strange entkommt aus dem Gefängnis, befreit einige Patienten aus einer Nervenheilanstalt („Metropolis Insane Asylum“) und verwandelt sie in riesenhafte Ungeheuer, die in der Stadt für Chaos sorgen. Die Polizei ist machtlos, als sie versucht, den Monstern zu folgen, fliegen ihre Autos in die Luft.

Batman folgt dem Fluchtwagen mit seinem Batplane, an dem bereits ein Maschinengewehr montiert ist. In einer Scheune wird Batman von den Monstern erfasst, Strange schwingt wieder seine Peitsche. Batman hat einen letzten Wunsch: Er will den Plan erklärt bekommen. Aber gerne: Strange will Chaos stiften, um Banken auszurauben. „You know, at times I am amazed at my own genius!“ Der Professor injiziert Batman das Mittel, das ihn in 18 Stunden selbst in ein Monster verwandelt.

Doch Batman hat ein paar Chemikalien im Stiefel versteckt, mit denen er sich freisprengen kann. Mit einem Schlag fällt Strange in einen Abgrund, die Monster bringen sich gegenseitig um, während Batman ein Gegenmittel zusammenbraut. Und dann wird es blutig. Batman verfolgt im Batplane zwei Ganoven, die ein Monster in die Stadt bringen wollen. Batman ballert auf sie los: „Much as I hate to take human life, I’m afraid this time it’s necessary!“ Man kann zurecht bezweifeln, dass das unbedingt nötig ist. (Reifen zerschießen wäre zum Beispiel ein Weg.) Der spätere Batman findet immer einen Weg, wie man Tote vermeiden kann.

Batman tötet mit dem Maschinengewehr

Batman tötet mit dem Maschinengewehr.

Der Truck rammt einen Baum, Batman schlingt ein Seil um den Hals des Monsters und erhängt es (Toter Nummer 3), dann erschießt er die Insassen des zweiten Trucks (Tote Nummer 4 und 5), das letzte Monster klettert wie King Kong auf die Spitze eines Hochhauses, lässt sich von Kugeln aber nicht beeindrucken, sondern fällt erst nach einer Rauchbombe in den Tod. Das macht insgesamt sechs Leichen in einer Geschichte. Es sind die letzten, die Batman zu verantworten hat.

Batman tötet das Monster

Batman tötet das Monster.

Noch einmal kehrt das kriminelle Superhirn zurück: In Professor Strange’s Fear Dust (Detective Comics #46, 1940) ist der Titel Programm. Nachdem er mit Nebeln und Monstern Chaos und Panik verbreitet hat, lehrt er nun mit einem Angstgas Menschen direkt das Fürchten. Damit ist er ein Vorläufer von Scarecrow, der erst ein Jahr später seinen ersten Auftritt hat.

Die Geschichte beginnt ungewöhnlich. Zunächst ist Batman lange allein unterwegs. Er nimmt eine Bande hoch, drei Seiten lang geht die Actionsequenz. Dann lässt er sich lang und breit von einem minderjährigen Gauner erklären, dass Professor Strange wieder etwas ausheckt. Seine Leute sollen Pillen mit einem Gegenmittel schlucken, die sie immun machen gegen das, was er vorhat. Der Junge erzählt ihm von einem Geheimtreffen. Statt ihm zu folgen, soll der Junge Batman später davon berichten.

Die Bande raubt Banken aus und versetzt die Polizei mit Gaspistolen in Angst. Wieder wird Batman mit einem Schlag auf den Hinterkopf überwältigt. (Er sollte dringend an seiner Deckung arbeiten.) Aber das ist nur der Anfang. Was wir danach sehen, ist eine Gewaltorgie: Batman wird von mehreren Komplizen brutal zusammengeschlagen. Allerdings denkt danach niemand mehr daran, ihn zu fesseln.

Professor Strange hat große Pläne: Er will, das ganze Land übernehmen, um Diktator der USA zu werden, schließlich sogar die Weltherrschaft. Batman rappelt sich wieder auf, schlägt zurück und ruft erst jetzt Robin zur Hilfe. Robin legt einen Drahtseilakt zwischen Hochspannungsmasten hin und knockt mühelos die Gangster aus, die sich ihm in den Weg stellen, während Batman sich etwas schwer tut, um Hugo Strange zu besiegen. Strange schlägt ihm mit einer Zange auf die Schulter, wirft ihn zu Boden, doch am Ende landet der Schurke doch wieder im Abgrund.

Professor Strange scheint wirklich tot zu sein. Jedenfalls verschwindet er für eine sehr lange Zeit. Erst 1977 bringen ihn Steve Englehart und Marshall Rogers wieder (Strange Apparitions).

>> Batman 1939-1949

Ein Trailer zu „Batman: Hush“

Hush gehört zu den beliebtesten und wichtigsten Batman-Storylines des 21. Jahrhunderts. In diesem Sommer erscheint auf Blu-ray eine Zeichentrick-Adaption des Comics von Jeph Loeb und Jim Lee. Im ersten Trailer sieht man viele vertraute Szenen und Gesichter: Joker, Harley Quinn, Poison Ivy und Catwoman, auch Nightwing wird eine Rolle spielen.

Batman: Hush (Warner Bros.)

Batman: Hush (Warner Bros.)

Batman wird gesprochen von Jason O’Mara, der ihm bereits für Son of Batman, Batman vs. Robin und Bad Blood seine Stimme geliehen hat.

UPDATE: Batman: Hush erscheint am 20. Juli als Download und am 13. August als Blu-ray. Einen deutschen Veröffentlichungstermin gibt es noch nicht.

Neal Adams macht „Batman vs. Ra’s al Ghul“

Batman vs. Ra's al Ghul

DC Comics

Zu DCs „Year of the Villain“ wird es eine sechsteilige Mini-Serie geben, in der Batman erneut auf einen alten Rivalen trifft: „Batman vs. Ra’s al Ghul“. Autor und Zeichner wird Neal Adams sein. Worum geht’s? Gotham City wird mal wieder von Terroristen heimgesucht. Als Batman der Sache nachgeht, kommt ihm Deadman dazwischen. Ra’s hilft zunächst der Polizei, aber in Wahrheit will er die Stadt und Batman ein für alle mal vernichten … Hoffentlich wird die Geschichte einfallsreicher als ihr Titel.

Laut Verlag erscheint die erste Ausgabe von „Batman vs. Ra’s al Ghul“ am 21. August 2019, zusammen mit einer Facsimile-Edition von Batman #232 („Daughter of the Demon“), der Story, in der Ra’s al Ghul seinen ersten Auftritt hatte, geschrieben von Dennis O’Neil und gezeichnet von Neal Adams.

Neal Adams tritt nicht zum ersten Mal als Autor in Erscheinung. Er hat zuletzt die Mini-Serien Batman: Odyssey (2010-2012), Deadman (2017-2018) und Superman: The Coming of the Supermen (2016) geschrieben.

>> Liste der Ra’s al Ghul-Comics

Der gepunktete Schurke

Polka Dot Man

DC Comics

Titel: The Bizarre Polka-Dot Man

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1962 (Detective Comics #300)


Zu Batmans kuriosesten Schurken gehört der Polka-Dot-Man, der sich selbst Mr. Polka-Dot nennt. Offenbar soll er Teil von James Gunns Suicide Squad werden. Zum ersten Mal begegnet ihm das Dynamische Duo in einer Teppichreinigung. Warum da? Weil es da um Fleckenentfernung geht. Und Mr. Polka-Dot hat es mit Punkten aller Art. Sein weißes Kostüm ist bedeckt mit vielen bunten Kreisen. Wenn er einen von ihnen wirft, werden sie Waffen. Zum Beispiel zu Sägeblättern oder einer blendenden Sonne. Aber er hat auch welche, die zu Fluchtfahrzeugen werden: Einer wird zur fliegenden Untertasse oder zur fliegenden Blase.

So bescheuert der Schurke aussehen mag, Batman und Robin tun sich sehr schwer damit, ihn zu kriegen. Ihm gelingt ein Raubzug nach dem anderen – natürlich hat alles irgendwie einen Bezug zu Punkten, Kreisen und Flecken. Als Robin der Bande auf eine Schlittschuhbahn folgt, fliegen ihm plötzlich Punkte entgegen, die zu Fäusten werden und ihn zu Boden schlagen. Robin versucht daraufhin, den Gepunkteten mit einem gezähmten Leoparden, weil gefleckte Katzen offenbar einen Sinn für Ihresgleichen haben. Mr. Polka-Dot entführt ihn.

Robin soll eine Botschaft an Batman schreiben, die ihn in eine Todesfalle lockt. Aber Robin schafft es, seinen Partner mit Braille-Schrift zu warnen. Diese Punkte hat der Punkt-Experte nicht kommen sehen. Batman löst das Rätsel der Punktverbrechen, befreit Robin und schaltet Mr. Polka-Dot aus. Zunächst mit einem Blend-Batarang, dann lässt er ihn mit seiner Faust bunte Punkte sehen.

>> Batman 1960-1969