Monat: April 2019

„Batman/Superman“ bekommt einen Neustart

Batman/Superman #1 (2019)

DC Comics

Die Comicserie „Batman/Superman“ wurde 2016 nach drei (glücklosen) Jahren eingestellt. Im August 2019 soll sie von vorn gestartet werden. Laut Hollywood Reporter wird Joshua Williamson (The Flash, The Button) die ersten Ausgaben der Serie schreiben, David Marquez (früher Marvel) wird sie zeichnen.

Batman und Superman treffen wieder auf den Batman Who Laughs, der im Event Dark Nights: Metal eingeführt wurde und seitdem ein Fanliebling unter den Schurken geworden ist, mittlerweile sogar mit eigener Mini-Serie und Plänen für eine fortlaufende Serie. Die Helden finden heraus, dass The Batman Who Laughs überall im Universum Schläfer verteilt hat, die sich in die schlimmsten Versionen ihrer selbst verwandeln. Manche merken, dass sie sich verändern, andere nicht. Zusammen bilden sie eine neue Gruppe der Secret Six.

„Batman/Superman“ ist eine Fortsetzung von „Superman/Batman“ (2003-2011), die wiederum das Konzept von „World’s Finest“ fortsetzt, in der die beiden Hauptfiguren von 1954 bis 1986 zusammen auftraten.

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Steve Englehart stellt Dark Detective III online

Dark Detective III: Marshall Rogers

Batman von Marshall Rogers in Dark Detective III

Jeder hat seinen Lieblings-Batman. Für manche ist es der Batman des Golden Age, für andere ist es Frank Millers Dark Knight, aber sehr viele sagen: Der ultimative Batman war der von Steve Englehart und Marshall Rogers. Man kann darüber streiten, wie gut die Geschichten der acht Hefte (Detective Comics #469-476) aus den Jahren 1977 und 1978 wirklich sind, unbestritten ist ihre Wirkung.

Englehart holte in den 70ern vergessene Figuren wie Hugo Strange und Deadshot aus der Versenkung, er schrieb die Joker-Geschichte The Laughing Fish, die zusammen mit der Strange-Story zu Episoden von Batman: The Animated Series adaptiert wurden.

Nach einer Fortsetzung im Jahr 2005, Dark Detective, war ein dritter Teil geplant, kam aber nie zustande. Jetzt hat der Autor jetzt sein unveröffentlichtes Skript für Teil III selbst herausgebracht, zusammen mit den Zeichnungen von Rogers für Ausgabe 1. Auf Engleharts Website kann man gratis nachlesen, was er mit Batman vorhatte.

Erst 1999 wurden die ersten Geschichten vollständig als Strange Apparitions in einem Paperback neu aufgelegt (mit der Clayface III-Story von Len Wein) – und seitdem nie wieder. (Die deutsche Ausgabe erschien 2015 als Im Zeichen des Jokers.) Zwar gab es Jahre später ein Hardcover namens Legends of the Dark Knight: Marshall Rogers (2012 auch auf Deutsch erschienen), aber darin fehlten die Ausgaben #469 und 470, weil sie nicht von Rogers gezeichnet worden sind. Der Sinn solcher Bände, die verstümmelte Geschichten wiedergeben, erschließt sich nicht, aber DC bringt immer noch einige davon heraus. Im Januar 2020 soll endlich eine Komplett-Edition erscheinen: „Legends of the Dark Knight: Steve Englehart“.

Zwar durften Englehart und Rogers ihre Geschichte in der sechsteiligen Mini-Serie Dark Detective weitererzählen, aber nur widerwillig soll DC einem dritten Teil zugestimmt haben, wie Englehart erzählt. Das Skript war geschrieben, doch nachdem Rogers die erste Ausgabe fertig gezeichnet hatte, starb er im Jahr 2007.

Batman und Batmobil in Dark Detective III

Batman und Batmobil in Dark Detective III

Frustriert darüber, dass DC nie eine anständige Version seines Batman-Epos veröffentlicht hat, hat Englehart nun eine Bootleg-Version online gestellt, die man sich gratis von seiner Website herunterladen und mit einem Comic-Reader lesen kann. Das Epos trägt den Titel The Complete Dark Detective und versammelt nicht nur Strange Apparitions und die Dark Detective-Miniserie, sondern auch das ganze Skript zu Teil 3, die Bleistift-Zeichnungen zum ersten Heft und einen Plan für Teil 4. Die Geschichte sollte noch weit darüber hinaus weitererzählt werden.

Dala trifft Batman in Dark Detective III

Dala trifft Batman in Dark Detective III

Teil III setzt Dark Detective direkt fort. Der Joker kehrt wieder zurück, auch Two-Faces Klon. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit Dala, der Vampirin aus Detective Comics #31-32 (1939). Sie ist damals nicht durch Batmans Silberkugel gestorben, weil es dafür einen Holzpflock gebraucht hätte, jetzt versucht sie Batman zu becircen und ihn dazu zu überreden, sie zu töten. Damit schlägt Englehart den Bogen zurück zu Batmans Anfängen.

Englehart drückt auch deshalb seinen Unmut aus, weil er behauptet, Strange Apparitions sei zum Batman-Film von 1989 adaptiert worden, ohne dass er dafür anerkannt worden sei. Englehart hat tatsächlich in den 80ern einen Drehbuchentwurf geschrieben, der auf seinen Comics basierte, aber nie umgesetzt wurde. Außerdem soll Dark Detective für die Filme The Dark Knight (2008) und Teil 3 für The Dark Knight Rises (2012) ausgeschlachtet worden sein – ebenfalls ohne Credit.

Auch wenn ich selbst kein großer Fan dieser Batman-Geschichten bin, ist es doch immer zu bedauern, wenn Künstler nicht zu der Anerkennung kommen, die sie verdienen, oder ihre Visionen adäquat realisieren können. Insofern ist es interessant zu sehen, was noch aus der Geschichte hätte werden können. Wie gut, dass sich jetzt jeder selbst davon überzeugen kann.

Jason Todd – ein Mörder?

DC Comics

Titel: Batman – The Caped Crusader Vol. 1

Autor/Zeichner: Jim Starlin u.a./Jim Aparo u.a.

Erschienen: 1987-1989 (Batman #417-425, 430-431, Batman Annual #12), Paperback 2018


Es war lange überfällig, dass man die Storyline Ten Nights of the Beast (Batman #417-420) wieder auflegte. Der Schurke KGBeast tauchte zuletzt in Scott Snyders All-Star Batman und in Tom Kings Cold Days auf, da bot es sich an, neue Leser entdecken zu lassen, wie alles begann. Das wurde mit Batman: The Caped Crusader Vol. 1 jetzt nachgeholt. Und es ist immer noch eine starke Erzählung mit überraschendem Ende.

Der Band setzt Second Chances fort und versammelt einige Batman-Storys der Post-Crisis 80er. Die meisten stammen von Jim Starlin. Die Geschichten sind oft kurz, handeln nicht von Superschurken, sondern von „normalen“ Verbrechern ohne Kostüme. Der Ton ist oft ernst, nachdenklich und von einer pessismistischen Sicht auf die Gesellschaft geprägt, in der nicht nur sinnlose Gewalt an der Tagesordnung ist, sondern auch Ungerechtigkeit, Armut und Suizid. Oft fehlen den Panels buchstäblich die Worte.

Erzählt wird die Fortsetzung der Dumbster Slasher-Story aus Batman #414 (hier: #421-422), bei der sich zwei Frauenfeinde als Mörder entpuppen. Im Annual muss Bruce Wayne einen Mordfall lösen, der sich während eines Krimi-Rollenspiels in einem Haus ereignet, in dem er selbst zu Gast ist. Leider lässt sich hier die Story kaum Zeit für einen Spannungsbogen, der den Namen auch verdient, und driftet in eine alberne Farce mit einem Dämon ab. (Außerdem sehen wir, wie sich Bruce Wayne innerhalb von Sekunden zu Batman umzieht.)

Aber das ist eine Ausnahme in einer Reihe ziemlich solider bis hin zu sehr sehr geschickt erzählter Geschichten, die nicht nur gut mit Worten und Stimmung spielen, sondern auch mit interessanten Layouts. Eine Sequenz fällt besonders heraus, die den Wayne-Mord der aktuellen Handlung gegenüberstellt. Auch wenn sie sich bei Frank Miller bedient, ist sie doch ein Beleg dafür, dass es sich hier um ambitioniertes Storytelling handelt.

Besonders interessant wird es mit Robin (Jason Todd). Der jagt einen Diplomatensohn, der sich an Frauen vergreift, und wird dann wahrscheinlich selbst zum Mörder. Batman klärt den Verdacht nicht auf, aber er fragt sich, wie er mit Jason weitermachen kann. Doch die Frage erledigt sich daraufhin von selbst.

Zwischen Batman #425 und #430 klafft eine Lücke. Danach ist Robin plötzlich weg – und Batman trauert um ihn. Aber wieso, das muss man leider woanders nachlesen, denn DC hat leider die Storyline A Death in the Family ausgelassen und nicht mal erklärt, was fehlt. Das ist ärgerlich, weil die Geschichte genau hier reingehört. Man könnte argumentieren, sie steckt nicht drin, weil sie einen eigenen Band hat, zusammen mit A Lonely Place of Dying, aber letztere ist in Batman: The Caped Crusader Vol. 2 enthalten. Daher wäre es nur naheliegend, im ersten Band auch die ganze Geschichte zu erzählen, auch weil sie die in Second Chances begonnenene Geschichte von Jason Todd fortsetzt.

DCs Veröffentlichungspolitik gibt leider immer wieder Grund zum Wundern. Der Verlag hat kein Interesse daran, Übersichtlichkeit zu schaffen, weil er vom Chaos profitiert. Wer alles haben will, muss alles kaufen – dabei könnte das viel einfacher sein.

>> Batman in den 80ern
>> Batman Paperbacks

80 Jahre Batman: Ausstellung und Vortrag in München

All-Star-Batman #9 von Jock (DC Comics)

All-Star-Batman #9 von Jock (DC Comics)

Wer schon immer mal Batman-Originalzeichnungen bewundern wollte, bekommt im Juni Gelegenheit dazu: Zum Comicfestival München (20.-23.6.2019) eröffnet bereits am 17. Juni die Ausstellung „80 Jahre Batman“ im Amerikahaus. Zu sehen sind Werke von Bob Kane, Neal Adams, Jim Aparo, Frank Miller, Jim Lee, Greg Capullo, Eduardo Risso, Alex Ross und Tim Sale. Die Ausstellung kann man bis zum 30. September 2019 besuchen. Der Eintritt ist frei.

Am 20. Juni wird es eine Führung mit Batman-Zeichner Eduardo Risso und Ausstellungskurator Michael Kompa geben (Beginn 17 Uhr), weitere Führungen mit dem Kurator folgen am 13. und 14. Juli (jeweils um 15 Uhr).

Einen Vortrag über Batman kann man sich am 23. Juni im Jüdischen Museum anhören. Peter Poplaski wird sich unter dem Titel „Dark Knight‘s Only Daddy?“ Batman-Schöpfer Bob Kane widmen, der wie auch Jerry Siegel und Joe Shuster oder Stan Lee und Jack Kirby jüdische Wurzeln hatte. Der Vortrag wird in englischer Sprache stattfinden und beginnt um 19 Uhr. Auch hier ist der Eintritt frei.

>> 80 Jahre Batman: Amerikahaus, Barer Str. 19 a, 80333 München. Öffnungszeiten: Mo. – Fr.  10 – 17 Uhr, Mi. 10 – 20 Uhr /  Sa.  10 – 16 Uhr, 20. bis 23.6.2019 –  10 – 19 Uhr

Batman 1939: Detective Comics #33 – Origin

Titel: The Batman and How He Came to Be/The Batman Wars Against the Dirigible of Doom

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1939 (Detective Comics #33), Paperback 2005/2016 (Batman Chronicles Vol. 1/Batman: The Golden Age Vol. 1)


Superhelden brauchen Entstehungsgeschichten. Dem Leser sollen damit die Motive erklärt werden, woher ein Superheld seine Kräfte hat, warum er als Held agiert und auch warum er ein Kostüm trägt. Damit soll den an sich unglaubwürdigen (fantastischen) Superhelden ein wenig Glaubwürdigkeit verliehen werden. Während Supermans Ursprung von der ersten Seite an erklärt wird, wird Batmans Origin erst bei seinem siebten Auftritt erzählt.

Auf zwei Seiten wird die Grundlage für den Mythos gelegt, der bis heute in verschiedenen Variationen fortbesteht. Der Origin ist der Geschichte „The Batman Wars Against the Dirigible of Doom“ vorangestellt und auf das erste Panel auf der ersten Seite zeigt Batman im Cockpit seines Flugzeugs, wie er zwischen Wolken auf das feindliche rote Luftschiff schaut. Es ist die typische Vorausschau auf eine Schlüsselszene, aber die Handlung hat nichts mit dem Orgin zu tun.

Wer Batman ist, erfahren die Leser bereits in dem fledermausförmigen Caption: „… eerie figure of the night – nemesis of crime – this is the Batman!“ Ähnliche Beschreibungen gibt es bereits seit dem ersten Abenteuer, auch wurde er schon sehr früh „legendary“ genannt. Hier ist der Origin mit „Legend“ überschrieben. Das zuvor behauptete Legendäre an der Figur wird endlich seiner Bezeichnung gerecht. Auf anderthalb Seiten wird erzählt, wie vor 15 Jahren Bruce Waynes Vater, Thomas, mit seiner (namenlosen) Frau von einem Straßenräuber erschossen wurden.

Das Verbrechen geschieht auf dem Nachhauseweg von einem Kinobesuch. Welchen Film sie gesehen haben, ist unklar. (Erst später, in The Dark Knight Returns, wird The Mark of Zorro daraus.) Der namenlose Räuber verlangt die Halskette der Mutter, Thomas Wayne weigert sich: „Leave her alone, you. Oh …“ Da schießt der Räuber bereits und als Thomas am Boden liegt, schreit die Mutter um die Hilfe der Polizei. Der Räuber erschießt sie, um sie zum Schweigen zu bringen. Das alles geschieht in drei Panels.

Tod, Trauer, Schwur

Tod, Trauma, Schwur: Bruce Waynes Trauerbewältigung

Die nächsten drei Panels sind der Angst, dem Schock und der Trauer des jungen Bruce Wayne gewidmet: Im ersten sieht er sie tot auf der Straße liegen, im zweiten sieht man nur sein Gesicht mit drei Tränen und er realisiert: „…dead! They’re d..dead.“ Im dritten sind bereits Tage vergangen und Bruce schwört vor dem Bett kniend mit gefalteten Händen im Kerzenschein, dass er den Tod seiner Eltern rächen werde, indem er den Rest seines Lebens Verbrechen bekämpfen will („warring on all criminals“).

Bruce trainiert für seinen Kampf

Bruce trainiert für seinen Kampf.

In zwei Panels sehen wir den Bildungsgang, es ist eine Bildung der Dualität von Körper und Geist: Bruce Wayne bildet sich im Laufe der Jahre zu einem „master scientist“, wir sehen ihn als jungen Mann in einem Chemielabor zwischen Gaswolken. Im zweiten Panel ist sein Körper zur Perfektion trainiert und kann „amazing athletic feats“ vollziehen, zum Beweis hebt er mit einem Arm ein Gewicht über seinen Kopf.

Doch etwas fehlt noch. Bruce hat zwar viel Mühe investiert, um seinen Ziel näher zu kommen, aber er hat sich offenbar noch nicht überlegt, wie er es schließlich erreicht. Die naheliegendste Option, ein Polizist und damit ein legitimierter Verbrechensbekämpfer zu werden, kommt nicht zur Sprache. Bruce sinniert, er sei dank des Vermögen des Vaters reich und er sei bereit, aber er brauche eine Verkleidung. Offenbar schließt er einen orthodoxen Weg aus. Warum, bleibt allerdings rätselhaft.

Eine Fledermaus fliegt bei Bruce Wayne zum Fenster hinein.

Fledermaus als Omen für Batman

„Criminals are a superstitious cowardly lot“, sagt er im Selbstgespräch, während er im Sessel sitzt. „So my disguise must be able to strike terror into their hearts. I must be a creature of the night, black, terrible .. A. A…“ Im nächsten Panel fliegt eine große Fledermaus zum offenen Fenster hinein. „A bat! That’s it! It’s an omen“, sagt Bruce. „I shall become a bat!“ Im letzten Panel sieht man ihn bereits im Kostüm auf einem Dach, umschwirrt von Fledermäusen. „And thus is born this weird figure of the dark … this avenger of evil, ‚The Batman.‘“

Bemerkenswert ist Bruces Gedankengang. Denn was er über Kriminelle behauptet, trifft auch auf ihn selbst zu: Das Wort „terror“ ist bereits im vierten Panel gefallen, um zu beschreiben, wie Bruce sich beim Anblick seiner ermordeten Eltern gefühlt hat: „The boy’s eyes are wide with terror and shock as the horrible scene is spread before him.“ Auch wenn Bruce pejorativ von „cowardly“ (feige) spricht, meint er doch Angst damit. Er will, dass Verbrecher sich vor ihm fürchten, so wie er sich vor 15 Jahren gefürchtet hat. Er überträgt sein Gefühl auf sie.

Zugleich behauptet er, dass Verbrecher abergläubisch seien, doch bereits ein Panel später deutet er die zufällige Erscheinung der Fledermaus als Omen, als Vorzeichen. Im Caption darüber heißt es distanzierter: „As if in answer, a huge bat flies in the open window!“ Es scheint nur so, als ob die Fledermaus die Antwort brächte. Aber Bruce ist überzeugt davon. So überzeugt, dass er sofort entscheidet: „I shall become a bat!“

Die Wortwahl ist ungewöhnlich. Denn er sagt nicht, er wolle sich wie eine Fledermaus verkleiden, wovon er noch zwei Panels zuvor gesprochen hat, sondern er sagt, er wolle eine sein. In dieser metaphorischen Verkürzung liegt eine Ambivalenz. Denn Bruce Wayne identifiziert sich sofort mit dem Tier, das bei ihm ins Haus eindringt. Und nach dieser ontologischen Willenserklärung spricht der Erzähler auch von einer Geburt, der Geburt einer „weird figure of the dark“. „Weird“ (also sonderbar, fremd, gruselig, bizarr) ist sie, weil der Mann plötzlich zu einem Zwitterwesen geworden ist. Als „Bat-Man“ (anfangs noch mit Bindestrich) ist er eine Chimäre, halb Mensch, halb Fledermaus.

Bruce Wayne erschafft sich also noch einmal selbst. Batman wird ihm zur zweiten Geburt, allerdings einer ohne Eltern, als Batman ist er buchstäblich ein (amerikanischer) Selfmade-Man. Sein ererbtes Vermögen erlaubt es ihm zwar nicht mehr, selbst reich zu werden, aber sich neu zu erfinden. Dieser Mensch ist aber nur ein halber, denn er teilt sich seine Erscheinung mit der einer Fledermaus. Das Tier wird zum Geburtshelfer einer neuen Form.

Seine geistigen und körperlichen Fähigkeiten allein reichen Bruce nicht aus, erst als Tier-Mensch ist er ermächtigt, das Verbrechen zu bekämpfen, sogar ein „Rächer des Bösen“ zu sein. Während Superman also ein Übermensch ist, der seine Fähigkeiten seiner außerirdischen, also einer Art himmlischen, göttlichen Herkunft verdankt, ist Bruce Wayne mehr als ein Mensch, weil er mit einem Tier verschmilzt. Während Superman also dem Urbild eines Gilgamesch (dem Zweidrittelgott) entspricht, ist Batman der wilde Tier-Mensch Enkidu. Zusammen bilden sie Antipoden, die erst zu Feinden und später zu besten Freunden und Verbündeten im Kampf gegen das Böse werden.

Diese auf zwei Seiten erzählte Geschichte wird im Laufe der Comicgeschichte erweitert, ausgeschmückt und variiert, die wesentlichen Elemente bleiben gleich und es kommen neue hinzu: Ein weiteres Trauma, wie den Sturz in eine Höhle, bei der der junge Bruce von Fledermäusen erschreckt wird, der Kinobesuch unmittelbar vor dem Mord, der Film „The Mark of Zorro“ nimmt die Vigilantenkarriere vorweg, die reißende Perlenkette der Mutter, als Symbol der zerstörten Familie und einer aus den Fugen gebrachten Ordnung, schließlich bekommt der junge Bruce durch sein Verhalten sogar eine Mitschuld an dem Tod der Eltern (Batman Begins/Earth One). Bei Frank Miller (Year One) wird aus „I shall become a bat!“ ein „Yes. Father. I shall become a bat.“ Die Fledermaus landet auf der Büste von Thomas Wayne. Batmans Ursprung aus dem Geist der Tragödie geht so weit, dass auch seine Sidekicks und Nachahmer nicht ohne das Motiv des Traumas auskommen. Auch Robin verliert seine Eltern durch ein Verbrechen, auch Batwoman erlebt als Kind ein Trauma. Aber das ist eine andere Geschichte.

Die nachfolgende Story aus Detective Comics #33 ist zwar nicht so wirkmächtig, aber trotzdem interessant – und das aus mehreren Gründen. Zunächst gibt es mal wieder einen Superschurken: Professor Carl Kruger. Es handelt sich (wie schon bei Doctor Death) um einen Mad Scientist, der aus einer Anstalt (noch nicht Arkham) entlassen wurde, einen Napoleon-Komplex hat und mit einem Luftschiff, das Todesstrahlen ausstößt, die Weltherrschaft anstrebt. (Wahrscheinlich nicht zufällig hat er einen deutschen Namen.)

Angriff der Red Horde

Angriff der Red Horde

Am Anfang sehen wir, wie Bruce Wayne durch die Straßen Manhattans streift (New York wurde in der Story davor erstmals beim Namen genannt). Plötzlich taucht das Luftschiff auf und lässt Hochhäuser über den Menschen einstürzen, Tausende sterben. Es ist der erste Massenmord, mit dem es Batman zu tun kriegt – und er kann nichts dagegen tun. (Wir sehen weder Polizei noch Militär.) Doch statt in sein Kostüm zu steigen, hilft er zunächst als Bruce Wayne, indem er einen Mann von einem Stahlträger befreit. Es ist das erste Mal, dass der gelangweilte Playboy sich von seiner engagierten und philantrophischen Seite zeigt.

Angriff der Red Horde

Angriff der Red Horde

Zuhause sehen wir eine Vorstufe der späteren Bathöhle: Bruce Wayne geht in sein verstecktes Geheimlabor, in dem er nicht nur raucht, sondern auch eine Verbrecherkartei führt. Darin entdeckt er Carl Kruger. Erst jetzt holt Bruce sein Kostüm aus der Truhe und wird Batman. Bei Kruger zuhause wirft er seinen Baterang auf ihn, doch der prallt gegen eine Glaswand. Batman wird von hinten bewusstlos geschlagen und gefangengenommen, kann aber entkommen, bevor das Haus mit ihm in die Luft fliegt. – Die typische Todesfalle.

Baterang gegen Kruger

Baterang gegen Kruger

Später, als er Kruger in seinem Geheimversteck aufspürt, benutzt er wieder eine Pistole. Obwohl er vorher nie eine trug, sieht man jetzt erstmals ein Halfter an seinem Gürtel. Batman schießt damit nicht direkt auf die Schurken, sondern nur auf die Todesstrahler, die daraufhin explodieren und die Wachen töten. Dass seine Eltern durch eine Schusswaffe ums Leben gekommen sind, scheint ihn noch nicht daran zu hindern, selbst eine zu benutzen.

Batman schießt und tötet

Batman schießt und tötet.

Dann schießt auch Kruger auf ihn. Batman täuscht dank einer schusssicheren Weste seinen Tod vor, verkleidet sich als Wache und entkommt. Später braut er sich in seinem Labor eine Chemikalie zusammen, mit der er sein Batplane einsprüht und die es gegen die Strahlen immun macht. Es wiederholt sich die Szene aus dem Origin: Der Master Scientist Bruce Wayne beweist, dass er dem Mad Scientist gewachsen ist.

Bruce wieder im Labor

Bruce wieder im Labor

Schließlich steuert er das Batplane in das Luftschiff des Todes und lässt Kruger später in seinem Flugzeug abstürzen – noch ein Opfer. Am Ende schmaucht Bruce wieder sein Pfeifchen, während daneben auf dem letzten Bild ein abgewandter Batman mit einer schmauchenden Pistole steht. Nicht zum letzten Mal. Batman wird damit zum Rächer, der das Verbrechen mit seinen eigenen Waffen schlägt. Aber drastische Umstände fordern drastische Maßnahmen. Batman nimmt den Tod der Wenigen hin als Notwendigkeit, um den Tod der Vielen zu verhindern.

Rauchende Pfeife, rauchende Pistole

Rauchende Pfeife, rauchende Pistole

>> Batman 1939-1949

Batman & White Knight für Eisner Awards nominiert

Die Mini-Serie Batman: White Knight von Sean Murphy ist für den Eisner Award 2019 nominiert – den Oscar der Comic-Branche. Die Story wurde auch von Kritikern und Fans begeistert aufgenommen und wird in diesem Sommer fortgesetzt. Auch Kolorist Matt Hollingsworth ist ein Anwärter auf den Preis. Nicht zum ersten Mal, er hat ihn schon 1997 bekommen.

Außerdem ist Batman als beste fortlaufende Serie nominiert, zusammen mit Tom King als bester Autor, der auch für Mister Miracle, Heroes in Crisis und Swamp Thing Winter Special ausgezeichnet werden könnte. King ist für seine Batman-Serie durchaus umstritten. Vor allem die Hochzeit zwischen Batman und Catwoman im vergangenen Jahr wurde sehr heftig kritisiert (und hat ihm sogar Todesdrohungen eingebracht, was selbstverständlich indiskutabel ist). King hat den Preis bereits 2018 und 2017 erhalten, neben Batman auch für The Vision (Marvel).

Als bester Künstler ist Lee Bermejo für Batman: Damned nominiert. Die Mini-Serie, die Brian Azzarello schreibt, wurde vor allem dadurch bekannt, dass darin zuerst Batmans Penis gezeigt und dann von DC zensiert wurde.

Der Will Eisner Comics Industry Award wird am 19. Juli 2019 bei der San Diego Comic Con zum 31. Mal verliehen.

>> Alle Nominierten 2019

Wie Batman zur Bathöhle kam

Titel: The Origin of the Bat-Cave

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1954 (Detective Comics #205), Paperback 2007 (Secrets from the Batcave)


Batman und Robin finden eine 300 Jahre alte Tonscherbe in der Bathöhle, sie stammt von Indianern. Daraufhin erzählt Batman, wie er zur Höhle kam. Nachdem er als Bruce Wayne das Haus gekauft hatte (ein Familienerbstück wird es erst später), wollte er die dazu gehörige Scheune als Geheimversteck nutzen.

Bruce Wayne kauft ein Haus

Bruce Wayne kauft ein Haus – und bricht ein.

Dann brach er durch den Boden und fand die Höhle voller Fledermäuse (in The Dark Knight Returns wird daraus eine Kindheitserinnerung). Und wieder heißt es: „An omen — if I ever saw one!“ Daraufhin stellt er die Standuhr als Eingang auf und richtet dort später mit Robin sein Labor und seine Trophäenhalle ein. Eine Lampe leuchtet auf, wenn das Batsignal eingeschaltet wird. Außerdem hat er eine fette Glotze.

Bruce Wayne entdeckt die Bathöhle

Bruce Wayne entdeckt die Bathöhle

Aber was hat es mit der indianischen Tonscherbe auf sich? Batman und Robin lassen sich, wie schon zuvor, von Professor Nichols per Hypnose in der Zeit zurückschicken. In der Vergangenheit treffen sie auf den Siedler Jeremy Coe, der von Indianern überfallen wird. Ohne zu wissen, worum es bei dem Konflikt geht, hilft ihm das Dynamische Duo – im Zweifel hält man einfach zu Leuten mit der gleichen Hautfarbe. Der führt sie zu seinem Geheimversteck, der späteren Bathöhle. Der Eingang befindet sich in einem ausgehöhlten Baum.

Batman und Robin richten sich ein

Batman und Robin richten sich ein

Coe hat sich als Indianer ausgegeben, um seine Feinde auszuspionieren. Weil er aber verletzt ist, kann er seine Mission nicht vollenden. Da springt Batman für ihn ein und verkleidet sich als Indianer. Doch vorher richtet er sich erstmal in der Höhle ein: ein Flaschenzug fürs Pferd, ein Periskop aus einem Birkenstamm, einen Kleiderschrank für Verkleidungen und eine Trophäensammlung, auch wenn es bisher nicht viel zu sammeln gibt.

Trophäensammlung in der Bathöhle

Eine Trophäensammlung muss sein.

Batman reitet als Indianer los, aber kaum ist er im Feindeslager, spült ein Regen seine falsche Hautfarbe weg und er muss doch wieder Batman werden. Er beeindruckt sie mit Batarangs und Rauchbomben, dann sendet er fledermausförmige Rauchsignale los und Robin eilt zur Hilfe. Am Ende fliehen sie mit Coe und Indianer zerstören seine Hütte. Damit ist auch der ganze Aufwand für die erste Bathöhle völlig vergebens gewesen – genauso wie die Mission. Denn die Siedler bekommen Verstärkung. Batman und Robin kehren in ihre Zeit zurück und stellen fest, dass sich alles tatsächlich zugetragen hat.

Batman als Indianer

Batman als Indianer

Batman trat im selben Jahr noch einmal als Indianer auf, sogar als Häuptling (Batman #86, 1954). In dieser Geschichte sind die Indianer freundlicher dargestellt, einer eifert Batman sogar nach – und wieder hat auch er eine eigene Bathöhle. Ohne das bekannte Inventar geht es nun mal nicht.

>> Batman in den 50ern

Batman gegen Black Widow

Angriff der Schwarzen Witwen

Titel: Black Widow Strikes Again/Caught in the Spider’s Den (dt. Die schwarze Witwe)

Drehbuch: Robert Mintz

Erschienen: 1967 (Batman S02E55-56)


Batman und Robin sind ein Rätsel. Einerseits rennen sie sofort zum Telefon, wenn Commissioner Gordon dran ist, sie verlieren keine Zeit, zum Polizeihauptquartier zu fahren, deshalb ziehen sie sich auch beim Stangenrutschen um. (Und tauschen die Stangen!) Aber dann, wenn sie den Übeltäter sehen, wenn sie ihn einfach schnappen und zur Strecke bringen könnten, zögern sie plötzlich.

Black Widow (Tallulah Bankhead)

Wie sie mit Black Widow umgehen ist ein besonders gutes Beispiel dafür. Ja, auch Batman hat eine Black Widow. Sie sieht kein bisschen aus wie Scarlet Johansson. Höchstens in 30 Jahren vielleicht. Diese Black Widow hat einen Spinnentick und raubt Banken aus, indem sie die Großhirne der Bankdirektoren ausschaltet. Außerdem nuschelt und lallt sie, als wäre sie halb gelähmt oder anderweitig betäubt. (Tatsächlich hatte die Schauspielerin Tallulah Bankhead ein Alkohol- und Drogenproblem und starb ein Jahr später.)

Das Dynamische Duo versteckt sich

Als Black Widow eine Bank betritt, könnte man die alte Lady einfach abführen und zur Polizei bringen. Fall gelöst in fünf Minuten. Aber nein: Das Dynamische Duo versteckt sich hinter einem Bankschalter und harrt aus, bis sie ihren ersten Schritt macht. Sie lassen die Witwe ihr teuflisches Gerät einsetzen, aber es zeigt keine Wirkung, weil sie vorbereitet sind. Trotzdem lässt man sie seelenruhig ein Nervengift aus der Handtasche holen und Batman damit lähmt. Nur Batman – obwohl Robin danebensteht, und der lässt die Alte einfach so weggehen, ohne es auch nur zu versuchen.

Batman gelähmt

Normalerweise ist dieser Unsinn unterhaltsam. Aber leider steht diese Szene für die ganze Doppelfolge, die unter Lähmungserscheinungen leidet. Bis auf zwei riesige Gummispinnen hat sie nicht viel zu bieten. Weder Witz noch Action. Nur ganz am Ende wird Batman plötzlich proaktiv. Und das auf sehr seltsame Weise: Mit seinem umgemodelten Brain-Wave Bat-Analyzer, der nichts anderes ist als eine aufgemotzte Trockenhaube, verändert er im Knast die Gehirne von Black Widow und ihren Handlangern, um sie zu „ehrlichen und nützlichen“ Bürgern zu machen. Kurz gesagt: Gehirnwäsche.

Gehirnwäsche statt Haartrockner

Natürlich ist das genauso wenig ernst zu nehmen wie der Rest der Serie. Aber wenn man bedenkt, dass Batman ein Moralapostel ist, der nicht mal bei Rot über die Straße geht und an die Rehabilitation glaubt, dann ist das ein sehr bedenklicher Eingriff in die Grundfreiheit, die er ansonsten so hochhält. Nein, es ist sogar ein Skandal, der leider ohne Folgen bleibt.

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DC kündigt Jokers „Greatest Jokes“ an

Joker: His Greatest Jokes

DC Comics

Zum Kinostart von Joker mit Joaquin Phoenix im Oktober bringt DC schon im September eine neue Anthologie heraus: The Joker – His Greatest Jokes. Auf 216 Seiten wird ein „Best of“ versprochen. Es ist nicht das Erste seiner Art. Es gab bereits zwei Versionen von The Greatest Joker Stories Ever Told (1988/2008) und Joker: A Celebration of 75 Years (2015). In keiner war übrigens The Killing Joke oder Mad Love enthalten – diese Comics muss man sich nach wie vor einzeln kaufen.

Das wird auch im neuen Band nicht anders sein. Es sollen folgende Geschichten drinstecken:

  • The Cross Country Crimes (Batman #8, 1941)
  • The Man Who Wrote the Joker’s Jokes (Batman #67, 1951)
  • The Son of the Joker (Batman #145, 1962)
  • Public Luna-tic Number One (Detective Comics #388, 1969)
  • This One’ll Kill You (Batman #260, 1975)
  • Last Laugh (Batman #353, 1982)
  • The Joker Is Wild (Batman #366, 1983)
  • A Savage Innocence (The Spectre #51, 1997)
  • Trust (Detective Comics #833-834, 2007)
  • Batman: Prelude to the Wedding: Harley Quinn vs. The Joker #1 (2018)

Keine dieser Storys war in einer der bisherigen Anthologien enthalten. Das ist ein Vorteil für Sammler, die die alten Geschichten schon kennen. Für ein „Best of“ fehlen allerdings Klassiker wie „The Joker’s Five-Way Revenge“ (Batman #251, 1973) und „The Laughing Fish/Sign of the Joker“ (Detective Comics #475-476, 1978). Damit will der Verlag wohl mehr einen Band für bestehende als für neue Leser schaffen. Allerdings: Public Luna-tic Number One ist alles andere als eine gute Geschichte und es gibt auch deutlich bessere als den One-shot zur „Hochzeit“.

Dafür hat DC ein früher angekündigtes Paperback offenbar wieder gestrichen: eine Neuauflage von Lovers and Madmen. Der für August geplante Joker Bronze Age Omnibus soll aber erscheinen, auch wenn andere Omnibusse bereits abgesagt wurden.

Wann der Dreiteiler Three Jokers von Geoff Johns und Jason Fabok erscheinen soll, ist noch immer unklar.

>> Liste der Joker-Comics

Two-Face als Batmans Sidekick

Deface the Face

DC Comics

Titel: Deface the Face

Autor/Zeichner: James Robinson/Steven Segovia, Carmine Di Giandomenico

Erschienen: 2018 (Detective Comics #988-993), Paperback 2019 (Detective Comics Vol. 9)


James Robinson gehört für mich zu den heimlichen Alt-Stars unter den Batman-Autoren. Geschichten wie Blades und Face the Face gehören zum Besten, was es gibt. Es hat mich also sehr gefreut, als ich gelesen habe, dass Robinson wieder sechs Ausgaben von Detective Comics schreiben darf.

Der Titel Deface the Face deutet an, dass er eine Art Fortsetzung seiner Two-Face-Story bringt. Aber in Wahrheit ist es nur irgendeine weitere Two-Face-Story, die stärker Bezug nimmt zu Batmans Hochzeits-Trauma und den neuen Outsiders. Und leider hält sie nicht, was der Name verspricht. Batman untersucht einen gewöhnlichen Mord, den er auf Two-Face zurückführt. Aber siehe da: Es war gar nicht Two-Face, sondern Harvey Dent. Die „gute Seite“ wollte damit ein altes Versäumnis wiedergutmachen. Two-Face arbeitet mit zwei Fireflys zusammen und schließlich kämpft er als Batman Sidekick (wie schon in My Own Worst Enemy) gegen den Schurkenkult Kobra.

Als ich das las, habe ich immer wieder gefragt, wohin diese Geschichte steuert. Und bis zum Schluss habe ich nicht begriffen, worauf Robinson damit hinauswill. Es drängt sich der Verdacht auf, dass alles im Nirgendwo verläuft. Wieder mal geht es vordergründig um das Verhältnis zwischen Batman und Two-Face, aber diesmal will Batman ihn nicht vom Guten überzeugen. Two-Face erteilt ihm eine Absage: Dafür ist es zu spät. Aber über die Figur erfährt man nichts Neues. Und alle Plot-Twists wirken beliebig. Weder die beiden Fireflys noch Kobra erscheinen als interessante Gegner. Das alles wirkt sehr halbherzig und nicht richtig durchdacht.

Schade, denn dafür glänzen die Zeichnungen umso mehr. Beide Künstler schaffen grandiose Perspektiven auf düstere Settings, die Bilder bekommen viel Raum in großen Panels, eine Doppelseite ist sogar ziemlich genial gelayoutet, aber schließlich wirkt das alles nur wie Seitenschinderei. Mal wieder so ein Comic fürs Auge statt fürs Hirn. Und leider eines, das man nur einmal lesen wird – wenn überhaupt.

>> Liste der Two-Face-Comics