Monat: August 2018

Catwomans letzter Wurf

Catwoman im Golden Age (Teil 16)

Titel: The Jungle Cat Queen

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Dick Sprang

Erschienen: 1954 (Detective Comics #211)


Wieder sehen wir Catwoman auf Seite eins auf einer Katze reiten, einem Tiger, doch diesmal ist es nicht nur eine Metapher, diesmal wird es wirklich. Und das kommt so: Catwoman stiehlt Juwelen und fliegt mit ihrem neuesten Gefährt, dem Cat-Plane davon. Dieses Flugzeug hat sogar ausfahrbare Krallen … Batman und Robin haben keine Ahnung, wohin sie geflogen sein könnte, folgen ihr aber trotzdem auf die richtige Südsee-Insel, wo sie gemeinsame Sache mit Juwelendieben macht.

Catwoman im Cat-Plane

Batman und Robin werden gefangengenommen, in Tarzan-Uniformen gesteckt und von einem Löwen, einem Leoparden und einem Panther gejagt. An einem Katzentempel entdecken sie noch mehr Tiere, die aus einem Zirkus stammen, bringen die Großkatzen in ihre Käfige. Doch dann wird es noch wilder: Robin wird von einem Gorilla mit King Kong-Ausmaßen angegriffen und nimmt es mit einem Löwen auf, Batman wird wieder in sein Kostüm gesteckt und gefesselt einen Wasserfall hinabgeworfen. Catwoman sagt, sie hätte alle Hilfsmittel aus seinem Gürtel entfernt. Hat sie aber nicht.

Batman und Robin gegen King Kong

Batman überlebt dank Klinge und Seil, fesselt Catwoman und nimmt die Diamantenbande hoch. Doch Catwoman kommt frei und reitet auf einem Tiger davon. Robin fragt sich, ob es Nachlässigkeit war, dass sie die Klinge und das Seil im Gürtel gelassen hat, Batman glaubt das nicht. „Murder isn’t in the Catwoman’s heart. Sentiment is her weakness — and that’s why we’ll catch her next time!“

Catwoman flieht auf einem Tiger.

Aber das nächste Mal wird erst in zwölf Jahren sein. So lange wird es dauern, bis Catwoman wiederkehrt. Die Schurkin fällt nämlich dem vorauseilenden Gehorsam des Comics Code zum Opfer. Was einerseits seltsam ist, weil sie Batman vom Verdacht befreien konnte, schwul zu sein. Andererseits ist eine Verbrecherin auch kein guter Umgang für einen Helden – und daher auch kein Vorbild für die Jugend.

>> Liste der Catwoman Comics

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Die Katze lässt das Mausen nicht

Catwoman im Golden Age (Teil 15)

DC Comics

Titel: The Crimes of the Catwoman

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Bob Kane

Erschienen: 1954 (Detective Comics #203)


„They say a leopard never chances its spots …“ (Catwoman)

Einblick in eine Zeitungsredaktion: Wenn gerade Nachrichtenflaute herrscht, berichtet man eben live aus dem Archiv. Und weil Batman und Robin die Straßen von Verbrechen befreien, bringt die Gotham Gazette einen Rückblick auf die größten Abenteuer des Dynamischen Duos. Als Selina Kyle die Zeitung liest, ist sie gar nicht erfreut. Obwohl sie ihr Leben als Catwoman aufgegeben hat, kommt ihr Ego durch. Batman gibt an, er wäre schlauer als sie? Na, der kann was erleben!

Kurz darauf sind alle guten Vorsätze vergessen und Selina trägt wieder ihr lila Kostüm. Catwoman kommt mit einem großen Auftritt wieder, angekündigt durch das Cat-Signal am Himmel stiehlt sie mittels eines Cat-apults Iridium aus einem fliegenden Hubschrauber.

Als nächstes setzt sie „Catbirds“ ein, um bei einer Löwen-Vorstellung in einem Zirkus die Einnahmen zu stehlen. Dabei bekommen ihre Komplizen Gelegenheit, Batman abzuknallen, aber da zeigt sich ihre alte Schwäche für ihn: „I couldn’t bear to see him killed!“ Sie nimmt ihn als Geisel.

Batman befreit sich, indem er seine Fesseln von Katzen aufbeißen lässt. Beim Showdown beweist Catwoman, dass sie keine Angst vor Wasser hat. Sie lässt sich von einem Millionär in einem Cat-Fish fangen und will ihn um einen Juwelen bringen. Bei einer Verfolgungsjagd verschwindet sie spurlos im Wasser.

Die Geschichte zeigt die ganze Tragik der Figur, aber auch wie Superhelden-Comics funktionieren: Am Anfang gibt es nichts zu berichten, was zwar gut ist für die Gesellschaft, aber schlecht fürs Printgeschäft. Also lässt man eine geläuterte Kriminelle rückfällig werden. Niemand will ewig nur Selina Kyle sehen.

Für Selina Kyle geht es ums Ego, sie handelt zwanghaft, alles, was sie tut, unterwirft sie dem Diktat ihrer Katzenmanie. Bloß von Katzen umgeben zu sein, hat ihr nicht gereicht. Zugleich erkennt man an den vielen Wortspielen mit „cat“, wie die Storys im Golden Age geschrieben wurden, nämlich mit einem Wörterbuch. Nicht nur alles, was mit Katzen zu tun hat, sondern auch, was die Silbe „cat“ enthält, wird hier bemüht. Damit verfallen die Autoren dem Diktat der Sprache, damit Catwoman auf ihre „cat-astrophe“ zusteuern kann, die tatsächlich einen Untergang bedeutet.

Die Geschichte von Catwoman zeigt exemplarisch, welchen Zwängen Helden, Schurken, Verleger und Autoren unterliegen. Daher muss bei Batman (und bei Superhelden überhaupt) immer alles zum Status quo zurückkehren, die Geschichten folgen einem unentrinnbaren Zyklus. Ein sinnloser Kreislauf? Nein, es geschieht alles zu unserer Unterhaltung.

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Catwomans Nachfolger

Catwoman im Golden Age (Teil 14)

DC Comics

Titel: The King of the Cats

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1952 (Batman #69), Hardcover 2015 (Catwoman: A Celebration of 75 Years)


Selina Kyle kommt einfach nicht zur Ruhe. Sie hat dem Verbrechen abgeschworen, doch schon wieder imitiert ein anderer ihre Methode, indem er Katzen Juwelen rauben lässt. Batman und Robin befürchten schon, dass Selina rückfällig geworden sein könnte, doch dann offenbart sich ihnen eine Überraschung: ein neuer Schurke, der sich King of the Cats nennt.

Der Mann trägt ein hautenges violettes Kostüm mit Katzenschwanz und fährt mit einem eigenen Kitty-Car davon. Bald darauf schlägt er immer wieder zu. Als das Dynamische Duo Selina Kyle dazu befragt, scheint sie darin involviert zu sein. Der King of Cats schickt ihr Blumen … Später stellen sie fest, dass sie tatsächlich von ihm weiß. Der Schurke will sie dazu überreden, seine Königin des Verbrechens zu werden. Batman geht dazwischen, doch Selina verhindert, dass er den King festnimmt. Sie versucht ihn lieber zu überreden, wieder ehrlich zu werden.

Spätestens hier könnte Batman Selina der Polizei übergeben. Doch es ist alles anders als man denkt. Als der King of Cats versucht, einen schwarzen Löwen zu kidnappen und er im Kampf mit Batman in ein Tigergehege fällt, rettet Catwoman den King und riskiert ihr Leben, um Batman zu schützen. Am Ende stellt sich heraus: der King of Cats ist Karl, Selina Kyles Bruder! Und er sieht ein, dass er sich bessern muss. Merkwürdig erscheint nur, dass in einem Panel zwischen den beiden viele Herzchen erscheinen. Aber Geschwisterliebe ist bekanntlich ein zweideutiger Begriff …

Diese Catwoman-Story erinnert (wie die vergangene) an das Prinzip von Two-Face im Golden Age. Nach einem Auftakt als Verbrecher wurde Two-Face ebenfalls resozialisiert und danach kamen drei Nachahmer, bis er selbst wieder rückfällig wurde. Catwoman wird das nächste Mal zur alten Gewohnheit zurückkehren …

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Auf einen Kaffee mit Mad Hatter

DC Comics

Titel: New Gotham Vol. 2

Autor/Zeichner: Greg Rucka/Shawn Martinbrough, Rick Burchett

Erschienen: 2001-2002 (Detective Comics #755-765, Superman #168), Paperback 2018


Polizisten in Gotham begehen Raubüberfälle, darunter auch Renee Montoya. Beeinflusst werden sie durch den Mad Hatter, der verkleidet als Verkäufer mit Drogen versetzten Kaffee an die Polizei verteilt. Aber er stellt keine Forderungen. Er will bloß Chaos stiften. Und auch sonst hat der Schurke nichts Sinnvolles zu sagen.

Batman vereitelt den Plan mit Hilfe von Sasha Bordeaux, seinem neuen Sidekick. Im ersten Band von New Gotham wurde sie als Bruce Waynes Bodyguard eingeführt, im zweiten kommt sie hinter sein Geheimnis und Batman spannt sie gleich mit ein. Mehr noch: Innerhalb eines Monats trainiert er sie zur Vigilantin. Sie bekommt sogar ein Kostüm.

Darin besteht die eigentliche Handlung von New Gotham. Aber sie überzeugt nicht. Schon als Bodyguard nervte Sasha, auch später wird sie weder interessanter noch sympathischer. Dass Batman sie einspannt und dass sie das mitmacht, wirkt unglaubwürdig. Batman behandelt sie (wie immer) wie Dreck, aber sie lässt alles über sich ergehen. Außerdem wird sie noch eifersüchtig, als Bruce wieder mit Vesper Fairchild anbandelt.

In einer zweiteiligen Story bricht Batman mit Lois Lane ins Weiße Haus ein, um von Luthors Kryptonitring zu stehlen, und Superman interveniert. Das ist auch schon das einzige Highlight des Bandes. Der Rest besteht bloß aus Kurzgeschichten über den Alltag in Gotham: Batman kämpft gegen Kleinganoven, James Gordon geht (nach einem Attentat auf ihn) in Ruhestand, die Polizei bekommt einen neuen Commissioner, es wird intern wegen Mordverdacht ermittelt, Bullock hört auf, Sawyer kommt, und Sidekick Sasha trifft auf Huntress.

Das sind Geschichten, die man als Hinführung auf die Storyline Bruce Wayne: Murderer? lesen kann, aber nicht muss. Freunde von Gotham Central könnten ihre Freude daran haben. Allerdings ist der Band (wie schon in Teil 1) meist sperrig gezeichnet und zweifarbig koloriert, was bei Superman sehr bemüht wirkt, allein die Seiten von Rick Burchett (Batman Adventures) bilden eine angenehme Ausnahme.

>> Liste der Mad Hatter-Comics

Neue Serie: Batman and the Outsiders

DC Comics

Batman hat ein neues Team: Zusammen mit Black Lightning, Signal, Orphan und Katana bildet er die Outsiders. Im Dezember startet DC eine neue Comicserie mit den Helden. Angefangen hat alles bereits in der Storyline „On The Outside„, die in Detective Comics #983-987 erschien. Jetzt setzen Autor Bryan Edward Hill und Zeichner Dexter Soy die Geschichte in Batman and the Outsiders fort. Soy hat bereits Red Hood and the Outlaws gezeichnet.

Batman and the Outsiders ist ein Konzept, das aus dem Jahr 1983 stammt. Damals hat Batman die Justice League verlassen, als sie ihm nicht helfen wollte, und hat sich ein eigenes Superheldenteam zusammengestellt. Schon da waren Black Lightning und Katana dabei. Mit Ausgabe 32 hat er das Team verlassen, doch später kamen sie mehrmals wieder zusammen, von 2007 bis 2009 (und eine Ausgabe 2011) gab es erneut eine Serie unter dem Titel.

Batman surft mit Joker

Joker und Batman surfen

Titel: Surf’s Up! Joker’s Under (dt. Heiliges Surfbrett)

Drehbuch: Charles Hoffman

Erschienen: 1968 (Batman S03E10)


Nur Freunde: Skip und Barbara

In Gotham City kann man sogar surfen. Der Joker entführt den Surfer X, der zufällig Barbara Gordons Freund ist. Mit dem Surfing Experience & Ability Transferometer überträgt der Joker alles Wissen und alle Fähigkeiten auf sich. Doch wozu das? Joker will die Surf-Weltmeisterschaft von Gotham Point gewinnen: Ihn locken Ruhm und Ehre, Neid, Respekt und Bewunderung der Surfer. Sie würden ihm folgen, ihm gehorchen und für ihn Gotham plündern und verwüsten. Der Joker könnte mit dem Gerät natürlich auch seine Gier auf andere übertragen, aber wo wäre dann der Spaß?

Joker stiehlt Skips Surf-Skills

Während Batman und Robin den Batcopter starten, gehen Commissioner Gordon und Chief O’Hara undercover mit kurzen Hosen und schrillen Sonnenbrillen an den Strand, Decknamen: Buzzy und Duke. In dieser „unauffälligen“ Verkleidung treffen sie sich in einer Surferbar mit Batman und Robin, wodurch es nicht unbedingt unauffälliger wird. Aber Jokers Komplizin Undine spricht in ein Walkie-Talkie in Form eines Hot-Dogs, was durchaus bemerkenswert erscheint …

Cops Undercover

In der Bathöhle wird es noch seltsamer: Der Batcomputer spuckt ein Bild von zwei nackten Füßen aus. Eine von Alfreds Neuerungen: Statt eindeutiger Ergebnisse liefert der Computer Bilderrätsel. Batman und Robin lassen sich sofort drauf ein und schließen scharf auf den Ten-Toes-Surfboard-Shop, der schon lange leersteht und ein perfektes Versteck für den Joker wäre.

Hot-Dog-Walkie-Talkie

Batman und Robin machen sich auf und werden vom Joker gefangengenommen: Er und seine Handlanger werfen eine Handvoll Giftstacheln auf die beiden, doch statt sich die Dinger aus der Brust zu ziehen (immerhin könnten sie tödlich sein), schlägt Batman ein Bad in heißem Wasser und Epsom-Salz vor. Da beides gerade nicht zur Hand ist, fallen sie dem Joker in die Hände. Der lässt sie in Surfbretter verwandeln.

Batman, Robin und Giftstacheln

Zuerst werden sie mit flüssigem Schaumstoff übergossen, eine Werbepause später sind sie auf wundersame Weise platt wie Surfbretter. Doch dank eines Gürtel-Gadgets können sie sich freibrennen und kehren zur Ausgangsform zurück. Natürlich werden die beiden Komplizen nicht verfolgt, man hilft lieber dem Entführungsopfer.

Batman und Robin als Surfbretter

Jetzt könnte die Polizei den Joker festnehmen und der Fall wäre erledigt. Tut sie aber nicht, sie wartet lieber darauf, dass das Dynamische Duo etwas unternimmt. Und die spielen das Spiel mit: Batman surft gegen den Joker um die Weltmeisterschaft. Denn aus irgendeinem Grund gibt es keinen Wettbewerb ohne Batman. Man zieht sich in der Herrenumkleide um, das beudeutet jeder zieht sich eine Badehose über seine Hosen.

Joker surft

Obwohl weit und breit kaum Wellengang zu sehen ist, schaffen es die beiden trotzdem, sich auf den Brettern zu halten. Batman wirkt unsicher auf dem Brett, souverän wirkt er nur, als er zwischendurch einen Hai mit dem (aus dem Film) bekannten Spray abwehrt. Und obwohl der Joker besser surft (einmal sogar einbeinig), gewinnt Batman.

Batman vertreibt den Hai

Erst dann, wenn der Held seine moralische Überlegenheit bewiesen hat und wenn der Joker noch einer weiteren Entführung überführt wird, und natürlich erst nach der obligatorischen Prügelei, bei der spontan auch Batgirl mitmischt, nimmt ihn die Polizei endlich fest. Als hätte die bloße Tatsache, dass dieser Irre frei rumläuft, nicht gereicht, um ihn dingfest zu machen.

Schluss mit lustig, Joker!

Am Ende bleibt nur die Frage offen, was diese Band soll, die mit grüngefärbten Haaren am Strand musiziert: Jonnie Green and the Green Men singen „Just A Little Bit Harder“. Zwischendurch fragt sich die Polizei, ob sie etwas mit dem Joker zu tun haben könnte, aber: nein. Es ist einfach so. Und das passt wunderbar zu dieser herrlich abgedrehten Folge, an der einfach alles toll ist, was man an dieser Serie feiern kann. Viele sehen „Surf’s up! Joker’s Under“ als lächerlich und peinlich an, weil ihr jeglicher Sinn abgeht. Ich denke aber, dass diesen Leuten das Konzept der Serie entgangen ist.

Johnnie Green and the Green Men

Fußnote: Diese Folge ist nicht das erste Mal, das Batman auf einem Surfbrett steht. Bereits auf dem Cover von World’s Finest #36 (1948) surfte er – zusammen mit Robin und Superman.

World’s Finest #36 (DC Comics)

>> Liste der Batman-Episoden

Buchblog Award 2018

Buchblog Award 2018

Das Batman-Projekt informiert seit über vier Jahren Leser über Comics, Filme und TV-Serien zum Dunklen Ritter. Wenn euch mein Blog gefällt, könnt ihr ihn bis zum 31. August für den Buchblog Award 2018 nominieren. Er wird von NetGalley und des Börsenverein des Deutschen Buchhandels ausgeschrieben und auf der Frankfurter Buchmesse verliehen. Ins Finale kommen die Blogs, die am häufigsten nominiert wurden.

>> Zur Nominierung

Superman und die Mörderpuppen

DC Comics

Titel: The Terrible Toyman

Autor/Zeichner: Don Cameron/Ed Dobrotka

Erschienen: 1943 (Action Comics #64), Hardcover 2018 (Action Comics: 80 Years of Superman)


„I — the Toyman — will be the only ‚Superman‘ in America!“

Clark Kent geht mit Lois im Park spazieren, da flitzt ein kleiner Superman vorbei. Was ist das? Ein Spielzeug des Toymans. Dieser Erfinder mit goldenen Locken und roter Schleife um den Hals will aber nicht reich werden, indem er Kinder glücklich macht, sondern indem er ohne Gegenleistung die Taschen ihrer Eltern plündert.

Clark Kent mit Spielzeug-Superman (DC Comics)

Er lässt eine Spielzeugkapelle aufmarschieren, die in einer Bank Gas verströmt, damit der Toyman sie ausrauben kann, dann nutzt er ein Miniatur-Feuerwehrauto, um leerstehende Wohnungen zu plündern.  Am Ende entführt er Lois Lane mit einem Miniatur-Schlachtschiff. Er war ihr ohnehin eine Exklusiv-Interview schuldig. Allerdings will er sie mittels Mörderpuppen umbringen, die Gift in ihren Fingern haben.

Natürlich kann Superman alles im letzten Augenblick vereiteln. Aber auch wenn es nur Spielzeug ist, hat er alle Hände voll zu tun. Es wird allerdings nicht so klar, warum der geniale Toyman nicht einfach sein tolles Spielzeug verkauft – er könnte ganz stressfrei reich werden. Einmal wird es halbwegs klar: Er will Superman ausschalten, um selbst Superman zu werden. Ein klassischer Fall von Größenwahn also.

Superman gegen Spielzeug-Nazis. (DC Comics)

Allerdings passiert das Interessanteste gleich zu Beginn: Dass Clark Kent über eine Superman-Puppe staunt, ist nichts anderes als eine Figur, die sich über ihren eigenen Mythos im Klaren wird. Superman hat sich verselbständigt. Superman ist im Jahr 1943 längst eine Marke für Spielzeuge und anderes Merchandising geworden. Seltsam ist nur, dass Superman den Toyman nicht wegen einer fehlenden Lizenz verklagt …

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Model wird Mieze

DC Comics

Titel: Just Imagine Stan Lee’s Catwoman

Autor/Zeichner: Stan Lee/Chris Bachalo

Erschienen: 2002 (One-shot)


„She’s like a real comicbook heroine! Here’s where I start readin‘ comics again!“

Stan Lees Catwoman ist Joanie Jordan, ein blondes Model, das lieber etwas anderes wäre, aber was tut man nicht alles fürs Geld? Eines Nachts wird sie von Gangstern überfallen, die sie für einen Bankraub einspannen wollen. In dem Moment schlägt ein grüner Blitz ein, erfasst Joanie und ihre Katze Ebony, daraufhin hat sie Katzenkräfte, samt Klauen. Sie überwältigt die Gauner und wird zur Heldin.

Diese Catwoman trägt statt einer Maske nur zwei Katzenöhrchen in einer schwarze Perücke und ein schwarz-grünes Kostüm. Dazu kann sie ihre Klauen ausfahren – wie Wolverine. Sie schlagfertig und furchtlos, außer ihrem Vater gegenüber, einem Polizisten, der nicht viel von Superheldinnen hält. Seine Meinung nach lassen sie die Cops schlecht dastehen. Also macht Joanie im Geheimen weiter.

Die Bösen arbeiten für einen Superschurken namens Furgo, the Flesh Crawler, einem alten Mann in einem Raumanzug, der unschöne Dinge mit Gesichtern anstellt. Er ist besessen von der Idee, die Bank mit Hilfe eines Models auszurauben. Er entführt Joanie, verliebt sich in sie, sie entkommt und verhindert den Bankraub.

Diese Story ist nicht wirklich der Rede wert, einzig die Zeichnungen überzeugen, allerdings sind die Figuren oft in so kleine Panels gequetscht, dass sie zu wenig Raum haben, um zur Geltung zu kommen.

Mehr zum Thema:

Catwomans Rückkehr?

Catwoman im Golden Age (Teil 13)

DC Comics

Titel: Catwoman – Empress of the Underworld

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1951 (Batman #65), Hardcover 2015 (Catwoman: A Celebration of 75 Years)


Selina Kyle ist geläutert. Nachdem sie ihre Erinnerung an ihr früheres Leben wiedererlangt hat, betreibt sie nun (wie ihr Vater) eine Zoohandlung, spezialisiert auf Katzen. Eines Tages kommt ein Gangster vorbei, Whale Morton, der ihr ein Angebot macht. Bruce und Dick sehen das und fragen sich, ob das etwas zu bedeuten hat.

Kurz darauf sind die Katzen los: Zuerst jagen Katzen Mäuse in einem Krankenhaus, dabei werden Medikamente gestohlen, dann dienen Löwen und Tiger als Ablenkungsmanöver, um an Pelze heranzukommen. Natürlich verdächtigen alle Catwoman, sie zweifelt an sich selbst. Dann kommt Whale Morton wieder und schlägt ihr erneut vor, sie zu einer Verbündeten machen. Sie sieht eine Chance, reich und mächtig zu werden – und sagt zu.

Doch obwohl sie in ihr Catwoman-Kostüm steigt und bei den nächsten Coups mithilft, erscheint auch zweimal ein Cat-Signal an den Tatorten. Batman ist sich nicht sicher, ob Catwoman wirklich gemeinsame Sache mit den Gangstern macht, bis sie ihn mit Robin mit ihrer Peitsche überwältigt und in eine Todesfalle bringt.

ACHTUNG SPOILER!

Nein, Catwoman ist nicht wieder kriminell geworden, sie hat es nur sehr geschickt angestellt, alle zu täuschen, um Whale Morton vor laufender Kamera dranzukriegen. Ende gut, alles gut. Vorläufig.

>> Liste der Catwoman Comics