Monat: Dezember 2017

Eaglemoss plant Batman Graphic Novel Collection

Eaglemoss

Nach seiner DC Graphic Novel Collection plant Eaglemoss, eine deutschsprachige Batman Collection nachzulegen. Sie beginnt mit dem ersten Band von Jahr Null (Zero Year) für 3,99 Euro, weitere Bände kosten 12,99 Euro. Zunächst sollte die Reihe im Januar starten, mittlerweile ist sie auf Sommer 2018 verschoben. Angekündigt sind bisher:

  1. Jahr Null: Die dunkle Stadt (Zero Year)
  2. Jahr Null: Die wilde Stadt
  3. Geboren um zu töten (Batman & Robin: Born to Kill)
  4. Gesichter des Todes (Faces of Death)
  5. Die Rückkehr des Dunklen Ritters (The Dark Knight Returns)
  6. Der Rat der Eulen (Court of Owls)
  7. Die Stadt der Eulen
  8. Das neue Dynamische Duo (Batman & Robin: Batman Reborn)
  9. Goldene Dämmerung (Golden Dawn)
  10. Joker
  11. Todesspiel (Endgame)

Weitere angekündigte Titel:

Außerdem gibt es für Abonnenten eine vierbändige Ausgabe von Bruce Wayne: Murderer/Fugitive.

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Im Zweifel für den Angeklagten

DC Comics

Titel: The Two-Way Crimes of Two-Face!

Autor/Zeichner: Harlan Ellison, Len Wein/José Luis García-López

Erschienen: 2015 (Batman ’66: The Lost Episode), Paperback 2015 (Batman ’66 Vol. 4)


„Harvey, you are a tremendous disappointment to me.“ (Batman)

„The coin obviously wants us to choose our own destiny.“ (Batman)

Die Batman-TV-Serie der 60er hatte einen Joker, einen Pinguin, einen Riddler und Catwoman – aber keinen Two-Face. Verständlich, denn der Schurke mit dem entstellten Gesicht und der düsteren Entstehungsgeschichte eignet sich eher als Kinderschreck denn als Clown. Und trotzdem gab es Pläne für eine Two-Face-Episode. Der Autor Harlan Ellison schrieb einen Entwurf, aber der wurde nie realisiert. Erst im Jahr 2015 wurde das Treatment als Comic adaptiert – und zwar ganz im Geiste der Serie. (Im Anhang hat DC Ellisons Original-Script abgedruckt.)

Das Batman-66-Special erzählt eine klassische Two-Face-Story, die sich nah an den Comics hält – und damit auch jegliche Originalität vermissen lässt: Wir sehen die altbekannte Entstehungsgeschichte mit Maroni, von dem auch die doppelköpfige Münze stammt, Two-Face benutzt sie, um zu entscheiden, ob er Böses oder Gutes tun will (wie schon bei seinem ersten Auftritt). So kommt es dazu, dass er Dinge stiehlt und sie im besten Fall sogar mit Zinsen zurückgibt, allein das ist eine ironische Übertreibung des altbekannten Prinzips.

Variant (DC Comics)

Die Story beginnt mit einer Auktion wertvoller Porzellanwaren. Two-Face erscheint als Diener mit Wachsmaske. Als sie vom Kerzenlicht schmilzt, gibt sich der Schurke zu erkennen, haut mit dem Porzellan ab und gibt es später wieder – ergänzt durch ein Stück, das zuvor gefehlt hat. So geht es munter weiter: Mal so, mal so. Batman und Robin ermitteln seinen nächsten Coup mittels des Bat-Computers, der mit Heisenbergs Unschärferelation und Neumanns Spieltheorie arbeitet, und Batman findet seinen Gegner in einer Sternwarte.

Die Münze fällt auf die Kante, Batman blendet Two-Face mit Sonnenlicht, das von seinem Gürtel reflektiert wird (obwohl es Nacht ist), doch als Batman den Schurken festnehmen will, rutscht Robin auf Patronenhülsen aus und die Helden sind offenbar so perplex von diesem peinlichen Faupax, dass sie Two-Face entkommen lassen.

Zur Revanche kommt es auf einem alten Zweimaster. Batman lässt sich von Two-Face gefangennehmen, über ihm schwebt das Schwert des Damokles, und bringt ihn dazu, erneut die Münze zu werfen. Wieder landet sie auf der Kante – und der „Denizen of Duplicity“ muss kapitulieren. Wie das sein kann? Batman hat gemogelt – ein alter Trick. Und warum fällt ein Unentschieden zu Batmans Gunsten aus? Wahrscheinlich nach dem juristischen Grundprinzip: im Zweifel für den Angeklagten.

Armer Harvey, aber Batman versichert am Ende, dass wenn es eine Chance für Harvey Dent gebe, er diese nutzen werde. Eine zweite Chance im Batman-66-Universum bekommt Two-Face zwei Jahre später: im Animationsfilm Batman vs. Two-Face, aber der hat nichts mit diesem Comic zu tun.

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Richter und Henker in einem

DC Comics

Titel: A Tale of Two Faces

Autor/Zeichner: Peter Tomasi/Guillem March

Erschienen: 2013 (Batman and Robin #23.1: Two-Face), Paperback 2015 (Batman Arkham: Two-Face); dt. Panini 2015 (Forever Evil Sonderband 3)


„Heads, I save Gotham. Tails, I make it bleed.“ (Two-Face)

Im Event Forever Evil übernimmt nicht nur das Böse die Herrschaft, in den Comicserien bekommt auch jeder größere Schurke ein eigenes Heft gewidmet, so auch Two-Face.

Der Titelheld steht auf einem Dach in Gotham und überlegt, was er tun soll, da die Superhelden (und auch Batman) totgeglaubt sind: Soll er die Stadt retten oder sie bluten lassen? Da taucht Scarecrow auf und bietet ihm an, der Secret Society beizutreten, also der Schurkengruppe, die dem Crime Syndicate von Erde 3 untersteht.

Die Münze entscheidet dafür. Two-Face zieht daraufhin durch die Stadt und ballert umher. Wer überlebt, den schleift er vor Gericht. Als Richter und Henker zugleich entscheidet er mit Münzwürfen über Lebenslänglich und Todesstrafe, wieder sterben Leute. Als ein paar Schurken eingreifen, müssen auch die dran glauben.

Sonst noch was? Ein paar Rückblenden, aber man wird mit einer Neuauflage der Origin-Story verschont (die wird in The Big Burn nachgereicht). Aber ansonsten bietet diese Geschichte nichts als sinnloses Geballer aus willkürlicher Selbstjustiz heraus. Was Two-Face interessant macht, der innere Konflikt zweier Seiten eines Charakters, vermisst man hier.

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Die dunkle Seite der Gerechtigkeit

Titel: Two-Face: Year One

Autor/Zeichner: Mark Sable/Jesus Saiz, Jeremy Haun

Erschienen: 2008 (Mini-Serie #1-2)


„I’ve always been on both sides of the law.“ (Two Face)

„You still have a choice. This coin is nothing but a crutch.“ (Batman)

Im Jahr 2008, passend zum Kinofilm The Dark Knight, erschien Two-Face: Year One. Erzählt wird darin keine ganz neue Geschichte, sondern eine Ergänzung zu der bekannten, die wir bereits aus The Long Halloween kennen. Man kann sagen: Es ist The Long Halloween aus Harvey Dents Sicht.

Dent und James Gordon wollen gemeinsam Maroni festnehmen, der Commissioner will aber, dass sie stattdessen den Holiday-Killer fangen. Sie stellen eine Task Force ehrlicher Polizisten zusammen und nehmen ihn fest – aufgrund von Beweisen, die ihnen Batman geliefert hat.

Vor Gericht wird Maroni vertreten von Mort Weinstein, der sich für das Amt des Bezirksstaatsanwalts bewirbt und eine persönliche Fehde mit Dent hat. Weinstein versucht, Dent als Holiday-Killer zu diskreditieren, um seine eigene Karriere voran zu bringen. Schon in der Vergangenheit wollte Weinstein Dent erpressen.

Parallel dazu sehen wir Rückblenden, in denen Harvey Dent zum Psychiater begleiten. Der stellt eine gespaltene Persönlichkeit fest und empfiehlt ihm, seine „dunkle Seite“ zu kanalisieren, um sie besser unter Kontrolle zu halten. Mit der Zeit wird Dent paranoider und glaubt sich von seinem Freund Bruce Wayne, Batman und seinem Psychiater im Stich gelassen. Er gerät in Versuchung, zum Mörder zu werden.

Nachdem es zu dem Säure-Attentat durch Maroni kommt, geht Dent als Two-Face auf Rachefeldzug: zunächst erschießt er Maroni, dann versucht er an anderen Gerechtigkeit walten zu lassen. Schließlich kandidiert Two-Face für das Amt des Bezirksstaatsanwalts – und ganz Arkham hilft ihm dabei. Das ist der lächerliche Aspekt der sonst sehr auf Realismus bedachten Geschichte, in der sogar nebenbei Antisemitismus bei der Polizei thematisiert wird.

Two Face: Year One ist keine Batman-Story, sondern eine Harvey Dent-Story. Der Schwerpunkt liegt auf dem Charakter, der zwar vertieft wird, aber nicht unbedingt um Facetten bereichert, die es nicht schon gegeben hätte. Am Ende macht Batman Two-Face klar, dass Dent seine Entscheidungen selbst in der Hand hat und seine Münze nur eine Ausrede ist, um selbst keine treffen zu müssen.

Zwar ist das Ganze solide gezeichnet, aber sehr sprunghaft und elliptisch erzählt. Das kann manchmal etwas verwirrend sein. Rund 100 Seiten scheinen zwar viel, aber immer noch nicht genug zu sein. Der Zweiteiler ist nichts, worauf die Welt gewartet hat, nichts, was man unbedingt lesen muss, aber lesen sollte, wenn man sich für die Vorgeschichte von Two-Face interessiert.

Als Fan-Service gibt es einen kleinen Auftritt von Joe Coyne, dem Penny Plunderer, der mit einer Riesenmünze in der Bathöhle verewigt ist.

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Eine Geschichte mit zwei Enden

DC Comics

Titel: Two-Face, Too!

Autor/Zeichner: David Hine/Andy Clarke

Erschienen: 2008 (Joker’s Asylum #1: Two-Face), Paperback 2008 (Joker’s Asylum), 2015 (Batman Arkham: Two Face), Hardcover 2017 (Two-Face: A Celebration of 75 Years), dt. Panini 2009 (Paperback)


„Life’s a lottery … It’s chance that decides who lives and who dies.“ (Two-Face)

Two-Face gehört zu den interessantesten der Batman-Schurken, weil es ihm oft nicht um Geld geht, sondern gerade in den jüngeren Zeiten darum, einen Standpunkt klar zu machen. Sein Dualismus ist eine verdrehte Ideologie, die er ständig versucht, vor anderen zu rechtfertigen. Zum Beispiel, dass in jedem das Böse steckt. Oder dass der Zufall darüber entscheidet, ob es zum Vorschein tritt.

Der Joker erzählt uns folgende Geschichte: Two-Face bekommt in Arkham Besuch von Holman Hunt, einem Feuerwehrmann, dessen rechte Gesichtshälfte verbrannt ist. Er versucht dem Verbrecher klarzumachen, dass auch nach einem solchen Schicksalsschlag das Leben weitergehen kann. Seine Frau habe ihn akzeptiert, weil es darauf ankomme, was unter der Haut liege.

Two-Face macht klar, dass er nichts davon hält. Aber das reicht ihm nicht. Nach einem Ausbruch aus Arkham entführt er Holman und dessen Frau. Dann zwingt er Holman eine Entscheidung auf: Entweder seine Frau wird von Säure entstellt oder er erschießt Batman. Holman weigert sich, einen Mord zu begehen. Als er die Waffe gegen Two-Face richtet, wird klar, dass es nur ein Test war, um Holman etwas zu beweisen. Niemand kommt zu Schaden, auch weil Batman interveniert.

Spannend wird es im Epilog. Holmans Frau verlässt ihn. Aber wie endet die Geschichte? Es gibt zwei. Der Joker fordert die Leser auf, eine Münze zu werfen, um zu entscheiden, ob Holman seine Frau wiederbekommt oder sich erschießt. Der Leser bestimmt über Leben und Tod. Ein bitteres Ende. Joker und Two-Face erteilen uns eine böse Lektion …

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Jahresrückblick 2017 & Jahresvorschau 2018

Dark Nights: Metal (DC Comics)

Das vergangene Jahr stand ganz im Zeichen von Rebirth, dem Neustart der DC-Heftreihen. Aber nach einem interessanten Auftakt ließen die Serien Batman und Detective Comics nach: Tom King wurde banal, James Tynion IV hat mich mit seiner Batman-Familien-Seifenoper verloren. Auch All-Star Batman war leider keine Offenbarung und blieb hinter den bisherigen Batman-Comics von Scott Snyder zurück. Einzig das Batman/Flash-Crossover The Button war ein ganz ungetrübtes Vergnügen, eine tolle Fortsetzung von Flashpoint.

Außerhalb der Continuity war ich froh, endlich Dark Knight III beenden zu können, eine weitere enttäuschende wie überflüssige Miniserie von Frank Miller. Spaß gemacht hat dafür Dark Prince Charming mit seiner ganz einzigartigen Atmosphäre – ich bin gespannt auf Teil 2.

Am meisten beeindruckt haben mich in diesem Jahr zwei Neuauflagen älterer Batman-Storys: Death and the Maidens und Face the Face. Besonders letztere kam zum 75-jährigen Jubiläum von Two-Face genau richtig; ich habe dem Schurken eine Reihe gewidmet, in der ich einige seiner Auftritte näher beleuchtet habe. Im Sommer habe ich auch Mister Freeze besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Im nächsten Jahr freue ich mich auf die Collected Editions des Events Dark Nights: Metal sowie auf die Mini-Serien Creature of the Night und White Knight, die beide schon mit Lob überschüttet wurden. Zunächst aber widme ich mich dem ebenfalls gerühmten The War of Jokes and Riddles, einer Story über Batmans Frühzeit. In einer großen Retrospektive werde ich mich endlich an das Knightfall-Epos heranwagen. Im Februar geht es los. Dann werde ich mich durch die drei dicken Bände lesen und in kleineren Etappen meine Eindrücke dazu schildern.

Was Filme angeht: Mit Justice League hat DC zwar einen guten Schritt in die richtige Richtung gemacht, aber an Wonder Woman, den besten DC-Film seit The Dark Knight, kommt er bei weitem nicht heran. Bei DC-Filmen ist derzeit so viel im Unklaren, dass ich mich lieber mit Aussagen über einen möglichen Batman-Solo-Film zurückhalte – aber ich hoffe natürlich, dass wir bald wieder einen guten bekommen. Nächstes Jahr steht allerdings nur Aquaman an.

Der beste Batman-Animationsfilm 2017 war The Lego Batman Movie, eine sehr pfiffige Dekonstruktion, die für Kinder und Erwachsene gleichermaßen funktioniert. Dagegen wirkte Batman and Harley Quinn nur fade – eine große Enttäuschung, wenn man bedenkt, dass damit nach langer Zeit wieder ein Film im geliebten Animated-Series-Stil entstanden ist.

Auf zwei Zeichentrickfilme freue ich mich: Am 8. Februar 2018 erscheint die Adaption des Elseworlds-Klassikers Gotham by Gaslight und im weiteren Verlauf des Jahres auch Batman Ninja, der erste lange Baman-Anime.

DC Comics

Zum Schluss will ich noch ein Höhepunkt des Jahres 2018 erwähnen: Wir feiern 80 Jahre Superman. Zu diesem Anlass bringt DC die 1000. Ausgabe von Action Comics heraus und im April bringt DC dazu noch eine Deluxe Edition. Ich werde im Laufe des Jahres einige weitere Superman-Storys besprechen.

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Drei Weihnachtsmänner für Batman

DC Comics

Titel: The Search For Santa Claus

Autor/Zeichner: Bill Finger/Win Mortimer

Erschienen: 1945 (Batman #33)


Batman und Robin sind an Heiligabend mit einem Rentierschlitten unterwegs und wollen Geschenke verteilten. Da rekrutieren sie drei Aushilfsweihnachtsmänner, drei Männer, die gerade darüber jammern, welches Unrecht ihnen widerfahren ist. Der eine ist ein Schauspieler, der im Alter keine Rollen mehr bekommt – dem kommt es gerade recht, Santa Claus zu sein. Ein anderer saß jahrelang zu Unrecht für einen Mord im Knast. Der dritte wurde von seinen Erben in die Klapse gesteckt, um abzukassieren, obwohl er gar nicht irre ist, jetzt ist er abgehauen.

Der Letzte ist der Wichtigste in dieser Geschichte, denn seine Erben bekommen seinen Ausbruch mit und beschließen, ihn umzulegen. Weil da aber noch zwei andere als Weihnachtsmann verkleidet herumlaufen, entführen sie alle drei. Was natürlich keinen Sinn ergibt, weil es einfacher wäre, allen dreien zunächst die Maske vom Gesicht zu reißen, aber so wird es dramatischer, wenn am Ende alle drei sich gegenseitig schützen, indem sie sich dazu bekennen, der Gesuchte zu sein.

Batman und Robin wurden da schon von den Schurken in Rollstühlen gefesselt. Nachdem sie sich befreit haben, kommt es zum Finale im Theater, wo Batman und Robin die drei Schurken auf der Bühne verprügeln, während die Kinder zusehen. Einen falschen Santa Claus befördert Batman mit einem Kinnhaken in einen Schornstein – was ihn in die Nähe von Superman rücken dürfte.

Am Ende findet jeder der drei Unglücklichen zurück ins Leben, mit neuen Aufgaben und neuen Jobs. Und die Moral von der Geschicht: Santa Claus gibt es wirklich – als Geist, der Licht in die Leben der Menschen bringt. Das Gleiche könnte man natürlich auch über Batman sagen …

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Abzocke beim Weihnachtsbaumkauf

DC Comics

Titel: A Christmas Peril

Autor/Zeichner: Don Cameron/Jerry Robinson

Erschienen: 1944 (Batman #27), Hardcover 2017 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 4)


„I never thought anybody could be mean enough to turn christmas into a racket!“ (Robin)

„We’ll teach them the proper spirit!“ (Robin)

Bruce Wayne und Dick Grayson kaufen sich einen Weihnachtsbaum. Acht Dollar? Das ist selbst für einen Millionär zu viel – denn der preisbewusste Wayne weiß, dass so ein Baum nicht mehr wert ist als einen Dollar. Aber die Preise sind Wucher, weil eine Bande sie Verkäufer dazu zwingt, um sich daran zu bereichern.

Das geht natürlich nicht, dass Leute aus dem Fest eine Abzocke machen, also steigen Bruce und Dick in ihre Kostüme und stellen den Gaunerboss zur Rede. Der aber redet sich heraus, indem er die Verantwortung an den Millionär Scranton Loring abgibt. Der ist ein minderjähriger Erbe, der alle Qualitäten eines Scrooge hat. Selbst für seinen Onkel, der sich ihm am Weihnachtsabend im Santa Clause-Kostüm präsentiert, hat der Bengel nichts übrig. Hauptsache, die Zahlen stimmen.

Batman und Robin spielen daraufhin die guten Geister, die ihn eines besseren belehren. Aber was bei Charles Dickens im Reich der Fantastik funktioniert, wird hier zur Freiheitsberaubung, Kindesentführung und -gefährdung. Der Zweck heiligt die Mittel – das ist das Vigilantenprinzip, aber niemand kommt auf den Gedanken, dass er damit genauso rücksichtslos handelt wie Scrooge Loring. Denn: Solange das Motiv edel ist, so die Logik dahinter, kann man Menschen auch zu ihren Glück zwingen …

Das Dynamische Duo führt dem Jungen also die Opfer seiner Abzocke vor: die Geschädigten, die Armen und Kranken. Loring knickt immer mehr ein. Erst gibt er Almosen, dann übernimmt er ganze Arztrechnungen, schließlich wird er bekehrt. Die Gauner haben mittlerweile seinen Onkel (Santa Claus) entführt und wollen ihn abknallen, weil er sie davon abhalten wollte, Loring auszunehmen. Batman und Robin verprügeln die Verbrecher, befreien Santa Claus und gehen Geschenke shoppen. Mit dem fliegenden Bat-Schlitten verteilt der geläuterte Jungmillionär die Gaben an Kinder im Krankenhaus und sagt, er habe das Geheimnis wahren Glücks erfahren. Jetzt will er sein Vermögen nur noch für andere ausgeben.

Hoffentlich wird er dabei von Bruce Wayne beraten, der trotz seiner spendablen Art um den Wert eines Weihnachtsbaums weiß …

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Wie Santa Claus JLA-Mitglied wurde

DC Comics

Titel: Merry Christmas, Justice League — Now Die!

Autor/Zeichner: Mark Waid/Cliff Rathburn

Erschienen: 2001 (JLA #60), Paperback 2015 (JLA Vol. 5)


„Made-up guys can’t be cool.“

Wie bringt man JLA und Santa Claus zusammen? Diese zwei Sphären, die nichts miteinander zu tun haben: Einerseits stählerne Typen mit Superkräften, die die Welt beschützen, und dieser dicke Typ mit Rauschebart, diese kommerzielle Kunstfigur, die Geschenke verteilt und an die nur Kinder glauben. Aber wenn wir es so betrachten: So weit weg sind die beiden Sphären nicht. Eigentlich gibt es kaum einen Unterschied. Außer dass die einen vielleicht etwas cooler aussehen. Und genau darum geht es hier: Santa Claus cool zu machen, zu einem Superhelden.

Weil ein Junge nicht an Santa Claus glaubt, erzählt ihm Plastic Man, dass der sogar Mitglied in der JLA sei. Und weil der immer noch skeptisch bleibt, erzählt er ihm, wie es dazu kam: Die JLA saß beisammen und hat ihn einfach aufgenommen. Doch kurz darauf kam ein Lebkuchenmännchen, das ihnen mitteilte, Santa Claus sei in der Hölle gefangen. Denn der Weihnachtsmann steckt in der Krise. Immer weniger Kinder sind brav, weil die Dämonen der Hölle sie zu Missetaten anstiften. Das Angebot an Geschenken ist größer als die Nachfrage, die Elfen werden arbeitslos.

Der Oberdämon Neron entführt Santa Claus und nimmt ihn gefangen. Die JLA teleportiert sich in die Hölle, wird in Kohle verwandelt, da befreit sich Santa mit seinem Hitzeblick … Okay, ich denke, ich kann hier aufhören – ihr habt verstanden, worauf es hinausläuft. Diese JLA-Story ist natürlich großer Quatsch, aber ein ganz amüsanter. Wenn man sich darauf einlässt, dass hier nur Spinnerei betrieben wird, wird seinen Spaß haben. Die Story hat den Charme eines spontan erdachten Kindermärchens, das gerade durch seine unerwarteten, absurden Wendungen wieder das Kind im Leser weckt.

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Super-Santa vs. Bat-Santa

DC Comics

Titel: Yes, Tyrone, There Is A Santa Claus

Autor/Zeichner: Kelley Puckett/Pete Woods

Erschienen: 2006 (DCU Infinite Holiday Special #1)


„It’s like something out of a comic book.“ (Batman)

Ein Junge schreibt einen Brief an den Daily Planet: Gibt es einen Weihnachtsmann? Oder ist alles bloß Schwindel? Perry White wittert eine Story und setzt sofort Clark Kent darauf an, eine Kolumne darüber zu schreiben. Doch der übertreibt es mal wieder. Übereifrig wie er ist, belädt er einen Schlitten mit Geschenken, steigt in ein rotes Superman-Kostüm mit roter Bommelmütze und will den Jungen zum Glauben an eine Kunstfigur missionieren.

Super-Santa

Da kommt Batman zufällig vorbeigeflogen. Lächerlich, sagt er. Superman sei zu höherem berufen, zum Beispiel die Welt zu retten. Richtig, sagt Superman, vielleicht sollte er lieber den Nahen Osten befrieden, aber, naja, die Geschenke möchte er schon noch loswerden. Doch als er bei den Kids auftaucht, steht da schon Bat-Santa. Und Superman, der keinen Spaß versteht, reagiert etwas über – und dabei sehen auch noch Kinder zu …

Bat-Santa

Ob Batman den Schlag überlebt, ist nicht überliefert. Aber da es sich ohnehin um eine Elseworlds-Story handelt, können uns die Motive und Folgen dieses Ausrasters ziemlich egal sein. Bemerkenswert ist allerdings die Ironie, dass Superman, der dem Kind ein wenig Romantik schenken wollte, sich überhaupt nicht danach verhält. Out of character, nennt man das. Aber da, wo sich die Comic-Fiktion selbst untreu wird, wird letztlich doch ein ziemlich realistisches Bild von Weihnachten gezeigt: Man zofft sich um die einfachsten Kleinigkeiten.

Superman vs. Bat-Santa

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