Monat: Juli 2017

Eiskalte Rache (zweiter Versuch)

DC Comics

Titel: Cold Cuts

Autor/Zeichner: Jeff O’Hare/Roderick Delgado

Erschienen: 1988 (Detective Comics #595), Paperback 2017 (Batman Arkham: Mister Freeze)


Nachdem Mr. Freeze’s genialer Racheplan an Gotham nicht geklappt hat, kommt jetzt die Rache an Batman. Das geschieht jedoch ziemlich zufällig. Zufall eins: Eine Laserkanone wird geschaffen, mit der man präzise durch alles schneiden kann. Zufall zwei: Mister Freeze büchst aus dem Knast aus. Da er aus Arkam dortin verlegt wurde, um sich wieder besser in die Gesellschaft eingliedern zu können, die aber keine Kältezelle einrichten konnten, wird er im Kühlraum der Küche aufbewahrt. Trotzdem steckt er aber in seinem Kühlanzug. Das soll verstehen wer will. Jedenfalls nutzt er eine Lebensmittellieferung aus, um abzuhauen.

Er bricht im Laser-Labor ein, Batman folgt ihm, Freeze nimmt ihn gefangen und fängt an, ihn mit dem Laser zu zerhacken. Wie es sich für sadistische Schurken gehört, die ihre Rache eiskalt auskosten wollen, fängt er erstmal klein an: mit einem Spitzohr, dann mit dem Gürtel. Zufall drei: ein Batarang fällt heraus. Zufall vier: Batman fängt ihn und wirft ihn aus dem Handgelenk so, dass (Zufall fünf) ein großer Eiszapfen getroffen wird, dieser herunterfällt (Zufall sechs) und dann auch noch irgendeine wichtige Leitung trifft, die einen Kurzschluss verursacht (Zufall sieben). Alles explodiert, Freeze’s Helm geht (wieder) zu Bruch, Batman rettet ihn mit der Eiskanone vor den Flammen.

Dumm gelaufen, aber das Glück ist eben auf Batmans Seite. Und Mister Freeze bleibt einfach ein Versager.

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Eiskalte Rache

DC Comics

Titel: The Glacier Under Gotham

Autor/Zeichner: Doug Moench/Don Newton

Erschienen: 1984 (Batman #375), Paperback 2017 (Batman Arkham: Mister Freeze)


Mister Freeze ist frustriert. Seine Verbrecherkarriere war bisher ziemlich erfolglos. Im Grunde ist er – trotz des Namenswechsels – immer der gleiche Mister Zero geblieben, eine Null. Da halfen auch weder Branchen- noch Stilwechsel. Jetzt will er nur noch Rache. Und die serviert man bekanntlich – Achtung Kalauer! – am besten eiskalt. Gotham City soll eingefroren werden. Weil ihm die Fantasie offenbar nicht genug ist, engagiert er erstmal einen Zeichner, der das Vorhaben erstmal auf Papier inszenieren soll, bevor es in die Tat umgesetzt wird. Da Mister Freeze zwar eine große Eiskanone gebaut hat, die aber immer noch nicht groß genug ist für sein Projekt, nutzt er die Waffe zunächst einmal für einen spektakulären Bankraub. Batman und Robin (Jason Todd) kommen vorbei, folgen der Eisspur und verhindern Schlimmeres, retten zwei Jungfern in Nöten und Batman bekommt einen Kuss als Belohnung.

Eigentlich ziemlich unspektakulär. Freeze legt eine ziemlich erbärmliche Performance hin. Damit man das gleiche nicht über Autor Doug Moench sagen kann, hat er sich die Mühe gemacht, das kurze Abenteuer mit einem Gedicht auszuschmücken, in das die banale Handlung gebettet ist. Das Profane im Kleid des Poetischen – das ist etwas albern und rettet diesen Charakter nicht vor der Unglückseligkeit.

(Das Cover, das Robin im Eis zeigt, hat nichts direkt mit der Geschichte zu tun, deutet aber an, dass Bruce Wayne das Sorgerecht für Jason Todd verlieren wird, aber das ist eine andere Geschichte.)

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Ein langer Trailer für Justice League

„You Can’t Save the World Alone“, lautet das neue Motto des Justice League-Films, der im November in die Kinos kommen soll. Man kann die Welt nicht allein retten. Also versuchen es die fünf Superhelden gemeinsam: Batman, Wonder Woman, Flash, Aquaman und Cyborg. Auf der San Diego Comic Con wurde nun ein neuer, vier Minuten langer Trailer vorgestellt, der noch mehr zeigt: mehr Action, mehr Sprüche, den Schurken und eine Andeutung. Superman kehrt zurück.

Weitere Erkenntnisse zum DC Extended Universe von der Comic-Con:

  • Suicide Squad 2 kommt.
  • Es wird einen Justice League Dark-Film geben.
  • Der Flash-Film wird Flashpoint heißen und auch auf dem gleichnamigen Comic-Event basieren.
  • Es wird einen Batgirl-Film von Joss Whedon geben.
  • Es wird einen Wonder Woman 2-Film geben.
  • Schon vor der Comic-Con verkündete The Batman-Regisseur Matt Reeves, dass er ein neues Drehbuch schreiben wird, statt das von Ben Affleck zu verwenden. Wann der Film kommt, ist noch unklar.

Grant Morrison kehrt nach Arkham zurück – und nach Themyscira

Batman #666 (DC Comics)

Autor Grant Morrison wird seine Batman-Story Arkham Asylum: A Serious House on Serious Earth fortsetzen. Wie der Autor auf der San Diego Comic-Con angekündigt hat, soll der zweite Teil in der Zukunft spielen, die er einst in Batman #666 (2007, erschienen in Batman and Son) für Damian Wayne entworfen hat. Gezeichnet wird der 120 Seiten-Band von Chris Burnham, der bereits an Batman Incorporated (2010-2013) mit Morrison zusammengearbeitet hat. Ein Erscheinungstermin steht noch nicht fest. Arkham Asylum, 1989 erschienen, ist eines der ungewöhnlichsten und anspruchsvollsten Batman-Comics. Es ist weniger eine Story, als eine kritische Analyse von Batman, verstörend illustriert von Dave McKean.

Außerdem hat Morrison sein nächstes Werk vorgestellt: Den zweiten Teil von Wonder Woman: Earth One, das als Trilogie geplant ist.

„Dark Nights: Metal“ – die Playlist zum Comic

DC Comics

Für alle, die gerne beim Comiclesen Musik hören oder sich dazu einstimmen wollen, hat Batman-Autor Scott Snyder eine Spotify-Playlist zu seinem Batman-Event „Dark Nights: Metal“ veröffentlicht. 61 Songs, vier Stunden Musik, von Hard Rock bis Heavy Metal. Mit dabei sind Klassiker wie Black Sabbath über Led Zeppelin, Jimi Hendrix, Queen und Metallica, aber auch zeitgenössische Bands wie The White Stripes und Queens of the Stone Age. Eine Ausnahme bildet ein Funk-Stück von Ike & Tina Turner. Für den bekennenden Elvis-Fan Snyder durfte auch der King nicht fehlen, von ihm ist „Suspicious Minds“ in der Liste.

Was das alles mit Batman zu tun hat, erfahren die Leser frühestens am 16. August, wenn „Dark Nights: Metal“ startet – an Elvis‘ 40. Todestag.

 

Batman wird zum Eis-Zombie

DC Comics

Titel: There’ll Be a Cold Time in the Old Town Tonight!

Autor/Zeichner: Len Wein/John Calnan

Erschienen: 1979 (Batman #308), Paperback 2017 (Batman Arkham: Mister Freeze)


Nachdem seine Ansätze als Bankräuber und Kunstdieb gescheitert sind, hat Mister Freeze bei seinem dritten Versuch eine neue Mission: Ewige Jugend durch Frost. Er verspricht sie reichen Leuten, die lassen sich naiverweise von ihm einfrieren, aber weil ihre Hirne dabei Schaden erleiden, werden sie zu Eiszombies, die ihm willenlos dienen. Doch das ist nur Mittel zum Zweck: denn Freeze hat sein kaltes Herz für eine junge, schöne Frau erwärmt: Hildy. (Die steht aber gar nicht auf ihn, sondern benutzt ihn nur.)

Batman kommt dem Schurken auf die Spur und es kommt, wie es auch die Male davor gekommen ist: Er wird auf Eis gelegt. Batman wird also selbst zum Eiszombie! Wer jetzt enttäuscht ist, wie schlecht Batman – im Vergleich zu früher – vorbereitet ist, der irrt. Denn statt Streusand und einer integrierten Heizung hat er Make-up dabei, um sich weiß anzumalen, damit er wie ein Eiszombie aussieht und so Freeze täuschen kann. Fragt sich nur, wann und wie er das schafft – ganz zu schweigen davon, woher er von den Eiszombies weiß. Naja, im Zweifel gilt: weil er halt Batman ist …

Am Ende ist die Lösung ganz einfach: Ein Schlag gegen Freeze’s Helm, den er immer noch trägt, obwohl er schon beim ersten Auftritt als geheilt galt. Der ist nämlich nicht aus Panzerglas, wie seine Eiskammern. Egal: Schicker Anzug übrigens, der nicht nur besser den eiszapfenförmigen Körper betont, sondern in weiß-blau mehr der Eis-Ästhetik enspricht. Aber hilft alles nix, wenn man am falschen Ende spart …

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Dunkler Ritter als Märchenprinz

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DC Comics

Im Herbst kommt mal wieder ein grafisch ambitioniertes Batman-Comic auf den Markt: DC hat den Zweiteiler Batman: The Dark Prince Charming von Enrico Marini angekündigt. Marini hat bereits französische Historiencomics wie Der Skorpion, Die Adler Roms und Der Stern der Wüste (auf deutsch bei Carlsen erschienen) umgesetzt. Jetzt wird er erstmals eine Batman-Story schreiben und illustrieren. In The Dark Prince Charming entführt der Joker ein Mädchen und Batman muss unter Zeitdruck herausfinden, wo sie ist – für Batman eine persönlich Angelegenheit … (Auch Catwoman soll eine Rolle spielen.)

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DC Comics

Der erste Teil soll soll am 1. November 2017, Teil zwei im Frühling 2018 erscheinen. Die ersten Bilder sind schon mal sehr beeindruckend. Da kann man nur hoffen, dass sich nicht wiederholt, was bereits bei Batman: Europa passiert ist. Auch das war eine Joker-Story, die (unter europäischem Einfluss) toll aussah, aber ansonsten enttäuschte.

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DC Comics

Green Lantern landet 2018 auf Erde eins

DC Comics

Seit sieben Jahren gibt es schon Earth One, die lose Reihe von DC Comics, in der die bekanntesten Superhelden einen neuen Anstrich außerhalb des regulären Universums bekommen. Aber bislang sind in diesen sieben Jahren bloß sieben Ausgaben erschienen: drei über Superman, zwei über Batman (Teil 1, Teil 2), eins über Wonder Woman und sogar zwei über die Teen Titans, noch bevor andere Helden aus der erste Reihe zu ihrem Recht kamen. Aquaman und Flash wurden vor zwei Jahren angekündigt, aber seitdem war davon nichts mehr zu hören.

Jetzt aber wird es konkreter: Green Lantern: Earth One Vol. 1 soll am 20. März 2018 kommen, hat DC versprochen und zum Beweis gleich das Cover mitgeliefert. Geschrieben und gezeichnet werden soll es von dem Paar Corinna Bechko and Gabriel Hardman. Beide haben die Image-Serie Invisible Republic geschaffen und an Star War Legacy zusammengearbeitet. Hardman war auch als Concept Artist für den Film Interstellar verantwortlich.

Und diesen Ansatz von realistischer Science-Fiction soll auch der Green Lantern: Earth One verfolgen. Hal Jordan soll kein Pilot, sondern ein Astronaut sein. Zugleich will man sich auf die Wurzeln des Charaktes im Silver Age zurückbesinnen. Bechko wird so zitiert:

„Hal Jordan is a smart, capable person with a space and science background who has a lot of untapped potential even before he finds the ring. That means he’s going to approach everything the ring does from the perspective of a scientist, but he’s going to employ it for action and adventure. The result for us as writers is the opportunity to fully embrace the science fiction aspects of the story in a way that would be impossible with a lot of other characters.“

Ein dritter Batman-Teil soll auch irgendwann mal kommen, aber dafür gibt es nicht einmal ein Datum. Allerdings: Sollte wie bisher alle drei Jahre ein Band herauskommen, könnte es 2018 auch für Batman wieder so weit sein. Es wäre zu wünschen, denn die beiden bisherigen Ausgaben gehörten zu den besten Batman-Comics des 21. Jahrhunderts.

Gotham by Gaslight wird animiert

DC Comics

Gotham by Gaslight, die Geschichte über Batman und Jack the Ripper, wird als Animationsfilm adaptiert. Das geht aus der Blu-ray-Hülle des Zeichentrickfilms Batman and Harley Quinn hervor, der im August bzw. September veröffentlicht wird. Dort ist unter den Extras ein „Sneak Peek“ aufgeführt, also eine Vorschau auf den nächsten DC Animationsfilm. Gotham by Gaslight von Mike Mignola (1989) gilt als erste Elseworlds-Story, auch wenn das Label dafür zunächst noch nicht verwendet worden ist, sondern erst zwei Jahre später für Holy Terror. Ebenfalls 1991 kam die Fortsetzung, Master of the Future, heraus, die allerdings mit dem ersten Teil nicht mithalten kann. Auf nerdist.com wird spekuliert, ob für den Film beide Comics als Vorlage dienen werden, um auf die nötige Länge zu kommen.

Batman: Gotham by Gaslight wird damit die erste Elseworlds-Verfilmung sein, wenn man davon absieht, dass The Dark Knight Returns auch nicht im regulären DC-Universum spielt. Ein Veröffentlichungstermin steht noch nicht fest, aber wahrscheinlich sind Ende 2017 oder Anfang 2018.

Aus Mister Zero wird Mister Freeze

DC Comics

Titel: Mr. Freeze’s Chilling Deathtrap!

Autor/Zeichner: Gardner Fox/Chic Stone

Erschienen: 1968 (Detective Comics #373), Paperback 2017 (Batman Arkham: Mister Freeze)


„Mr. Freeze! That sounds like a campy name dreamed up for a villain in a television program!“ (Robin)

Bruce Waynes Tante, aunt Harriet, wird ins Krankenhaus eingeliefert. Nur eine Notoperation kann sie retten, bei der Kryochirurgie angewandt wird, also eine Technik bei der starke Kälte angewandt wird. Doch mitten in der OP fällt das Gerät aus. Wie der Zufall es will, hat just an diesem Tag Mister Zero sein Comeback. Er nennt sich jetzt Mister Freeze und erweist sich als wahrer Kunstliebhaber, denn er raubt ein Gemälde, das ein Winter Wonderland zeigt – und zwar nur, weil es ihm gefällt. Wie er die Aktion finanziert und warum er wieder seinen Kälteanzug trägt, obwohl er zuletzt dank einer Dampfkur von seinem Leiden geheilt war, das bleibt ein Rätsel.

Jedenfalls lassen Bruce und Dick die geliebte Tante schweren Herzens im Krankenhaus zurück, um sich um Freeze zu kümmern und ihm für die OP seine Eiskanone zu klauen. Und obwohl das alles sehr sporadisch passiert, sind sie bestens vorbereitet: Gegen Eisglätte streuen sie sich schnell Sand vor die Füße, gegen die Kälte tragen sie beheizte Anzüge. Und kaum haben sie dem Schurken die Eiskanone abgenommen, ist Robin auch schon verschwunden. „Run for aunt Harriet’s life!“, ruft Batman selbstvergessen Robin zu, ungeachtet der Preisgabe seiner Geheimidentität.

Doch zum Glück hören die Schurken nicht hin, als sie sich auf ihn stürzen. Batman wird (schon wieder) in einem Eisklotz gefangen genommen. Um ihn diesmal wirklich zu beseitigen, schleppen Freeze’s Handlanger den Klotz auf das Dach eines Wolkenkratzers und der Schurke stößt ihn in die Tiefe. (Umständlicher geht es wirklich nicht.) Innerhalb von Sekunden kann sich der Entfesselungskünstler mittels einer hanebüchenen Methode befreien und eiskalt mit Freeze abrechnen …

Verzeiht diesen miesen Kalauer. Das muss dem Einfluss der Lektüre geschuldet sein, denn die Sprechblasen sind voll davon: „What a chill!“, „real cool action“, „N-ice work, Robin!“,  „I hate cold feet“, „you give me the chills“, „be prepared for chills and fever“ usw. Bei dieser Vorlage muss man sich über die platten Gags im Film Batman & Robin (1997) nicht wundern – sie stehen in einer langen Batman-Tradition.

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