Monat: April 2017

Batman beim Psychiater

Seien wir ehrlich: Bruce Wayne wäre wohl nie Batman geworden, wenn er eine ordentliche Therapie gemacht hätte. Darin besteht wohl die eigentliche Tragödie. Pech für ihn, gut für seine Fans. Was läuft bei Batman verkehrt? Eine ironische, aber fundierte Ferndiagnose haben sich die Macher des YouTube-Kanals Wisecrack erlaubt. Wichtige Erkenntnis: Batman wurde nicht durch eine (taube) Fledermaus inspiriert, sondern durch sein Vorbild Zorro, das er aus dem Kino kannte. Alles weitere steht

P.S.: Einen Ansatz von Psychoanalyse gibt es in Gotham by Gaslight – da studiert Bruce Wayne sogar bei Sigmund Freud persönlich, will aber nicht selbst behandelt werden. Und in The Batman of Arkham wird Wayne als Freudianer sogar selbst Psychiater, bevor er zum Patienten der Anstalt wird.

Advertisements

Hals- und Kreuzbruch

DC Comics

Titel: I Am Suicide (dt. Selbstmord-Trip)

Autor/Zeichner: Tom King/Mikel Janin, Mitch Gerads

Erschienen: 2017 (Batman #9-15), Paperback 2017 (Batman Vol. 2); dt. Panini 2018 (Paperback)


„Now, we break his damn back.“ (Batman)

Um Gotham Girl von ihrem Angst-Trauma zu heilen, will Batman den Psycho Pirate herbeischaffen. Doch der Schurke steht gerade Bane auf Santa Prisca zu Diensten. Statt seine Kumpels anzurufen, trommelt Batman eine Bande von Arkham-Insassen zusammen, eine eigene Suicide Squad, bestehend aus Catwoman, dem Bauchredner und drei anderen Nasen, von denen man noch nie gehört hat.

Bane hat es dank Psycho Pirate geschafft, von der Droge Venom runterzukommen. Er fühlt sich so frei, dass er auch ohne Wrestlermaske und Kleidung auskommt, also Batman nackt begrüßt. Batman führt einen komplizierten Plan mit einem Doppelbluff aus, bei dem er hals- und kreuzbrecherisch von einer Situation in die nächste stolpert und sich dabei gegen hunderte von Schergen prügelt, während er gebetsmühlenartig seine Drohung wiederholt, Banes Rücken zu brechen. Doch zunächst darf ihm Bane einmal mit dem Knie ins Kreuz fallen, weil das nun mal sein muss, wenn Batman gegen Bane antritt, aber das ist nur halb so wild und lässt sich nebenbei schnell wieder einrenken.

Viele Doppelseiten ließen das Ganze nach Seitenschinderei aussehen, wenn sie nicht von Mikel Janin stammten. Der Zeichner, der bereits das Batman Rebirth Special gezeichnet hat, behauptet sich hier wieder mal als wahrer Künstler. Seine Figuren sind voller Leben und Ausdruckskraft, seine aufwendig komponierten Seiten strotzen vor Dynamik.

Worum es in I Am Suicide aber eigentlich geht, ist die Beziehung zwischen Catwoman und Batman. Zwei Kapitel lang erstreckt sich ein Briefwechsel zwischen den beiden, bei dem auch erklärt wird, warum Selina Kyle zu Unrecht des Massenmords beschuldigt wird, am Ende bekommen sie ein bisschen Zeit für Liebesspiele auf dem Dach, bevor Catwoman wieder in den Knast zurück muss. Das ist schön erzählt und eröffnet einen weiteren Handlungsbogen.

Wie schon I Am Gotham macht die Fortsetzung kurzweilig Spaß, bietet mächtig Action und sogar Humor, aber ein abschließendes Urteil hängt davon ab, wie es in Teil 3, I Am Bane, zu Ende geht.

Neue Batman US-Comics 2017 (Teil 2)

Juli

  • The Darkness: Darkness/Batman & Darkness/Superman 20th Anniversary Collection (Softcover)
  • The Caped Crusader Vol. 1 (enthält die Reaper-Storylines Year Two und Full Circle)
  • Batman/Teenage Mutant Ninja Turtles Adventures (Softcover)
  • Batman Noir: Dark Victory (Hardcover)
  • Batman Beyond Vol. 1: The Return (Softcover)

August

  • The Golden Age Vol. 3 (Softcover)

September

  • Batman Vol. 3: I Am Bane (Softcover)
  • Detective Comics Vol. 3: League of Shadows (Softcover)
  • All-Star Batman Vol. 2: Ends of the Earth (Hardcover)
  • All-Star Batman Vol. 1: My Own Worst Enemy (Softcover)
  • Dark Knight III: The Master Race (Hardcover)
  • Year One Deluxe Edition (Hardcover)
  • Batman: The Rebirth Deluxe Edition Book 1 (Hardcover)

Oktober

  • Knightfall Omnibus Vol. 2: Knightquest (Hardcover)
  • Batman ’66 Meets Wonder Woman ’77 (Hardcover)
  • Batman ’66 Meets Steed & Mrs. Peel (Softcover)

November

  • Year Two: 30th Anniversary Edition (Hardcover)
  • The Golden Age Omnibus Vol. 4 (Hardcover)
  • Hush: 15th Anniversary Deluxe Edition (Hardcover)
  • Batman & Robin by Peter Tomasi & Patrick Gleason Omnibus (Hardcover)
  • Batman: Detective Comics: The Rebirth Deluxe Edition Book 1 (Hardcover)

Dezember

  • Batman Vol. 4: The War of Jokes and Riddles (Softcover)
  • Detective Comics Vol. 4  (Softcover)
  • Superman/Batman Vol. 6 (Softcover)
  • Batman Arkham: Joker’s Daughter (Softcover)
  • Batman Unwrapped: Death of the Family (Hardcover)
  • Batman Noir: The Court of Owls (Hardcover)
  • Justice League vs. Suicide Squad (Hardcover)
  • Batman and Robin Adventures Vol. 2 (Softcover)
  • Batman Arkham: Joker’s Daughter (Softcover)

Mr. Bat im Club der Tiere

DC Comics

Titel: The Order of Beasts

Autor/Zeichner: Eddie Campbell, Daren White/Eddie Campbell

Erschienen: 2004 (One-shot)


„Each man must become a beast in order to truly know himself.“

London 1939. Ein Serienmörder tötet Männer aus der High Society. Zufällig ist Bruce Wayne aus den USA in der Stadt, da kommt auch Batman zum Einsatz. Er findet heraus, dass der Fall etwas mit Nazi-Spionen und dem Order of Beasts zu tun hat, einem Geheimbund von Traditionalisten, die sich Tiermasken aufsetzen und heidnische Feste feiern. Was zunächst bescheuert klingt, wirkt dann ganz anders, wenn sich ein Mann im Fledermauskostüm dazugesellt.

Eddie Campbell hat sich in den 90ern mit Alan Moores From Hell einen Namen gemacht. Hier ist er als Autor und Maler tätig, ohne auch nur annähernd ein Werk von Wert zu schaffen. Die Story ist plump und an der Grenze zum Lächerlichen, die Figuren wirken steif und unbeholfen. Weder der Fall noch die Auflösung können besonderes Interesse wecken, dafür wird alles viel zu schnell abgehandelt. Immerhin nett zu sehen, dass hier tatsächlich ein Batman aus dem Jahr 1939 bemüht wird, der noch am Anfang seiner Karriere steht. Aber einen zwingenden Grund für das London-Setting kurz vor dem Zweiten Weltkrieg gibt es nicht.

Mal wieder so eine halbherzige Elseworlds-Story.

Drachenritter im Mittelalter

Titel: Dark Knight of the Round Table

Autor/Zeichner: Bob Layton/Dick Giordano

Erschienen: 1999 (Mini-Serie #1-2)


Bislang war „Dunkler Ritter“ bloß eine Metapher. Hier aber wird sie beim Wort genommen: Batman wird ins Mittelalter übertragen. Oder besser gesagt: in eine Fantasy-Version davon. Die Geschichte spielt in England. King Arthur hat Ärger mit seiner Halbschwester Morgana, mit der er ein Kind gezeugt hat. Weil der Bastard Unheil verspricht, verbannt der König Familien aus dem Land, darunter die Waynemoors. Morgana, die auch noch eine Hexe ist, schickt fledermausartige Dämonen, um die Waynemoors dahinzuraffen. Der kleine Bruce überlebt und schwört Rache.

Den Rest kann man sich denken: hartes Training. Geschult wird er von Merlin, der in Form einer weißen Riesenfledermaus erscheint. Und am Ende zieht Bruce Rüstung und Schwert mit Drachensymbol an. Keine Ahnung, was dieser Umweg soll, wenn das Symbol ohnehin aussieht wie eine Fledermaus. Aber egal. Der Drachenritter Batman zieht in den Kampf gegen das austauschbare Böse. Da kommen Ra’s al Ghul und seine Tochter Talia ins Spiel …

Batmans Erzschurke ist auch schon der einzige nennenswerte Gegenspieler. Bis auf Alfred und einen Kurzauftritt von Robin gibt es kaum Wiedererkennungswert in diesem Elseworlds-Quark. Nicht einmal ein Joker als Hofnarr – aber das wäre wohl zu offensichtlich. Stattdessen gibt es nur das offensichtlichste und oberflächlichste Rittergedöns mit pathetischem, humorfreiem Gelaber und Gemetzel. Moral von der Geschicht: Es muss mehr als Rache geben. Für diese Erkenntnis muss man sich aber nicht durch fast 100 Seiten quälen.

Joker und Riddler sind sich nicht grün

„The Riddler is tired of Jokes. The Joker is tired of riddles“, schreibt Tom King bei Twitter. Der Autor der Batman-Serie kündigt damit seine neue Story an: The War of Jokes and Riddles, einen Achtteiler, der am 21. Juni 2017 in Batman #25 beginnt. Die Zeichnungen werden von Mikel Janin stammen.

Die Geschichte spielt ein Jahr nachdem Batman seine Karriere begonnen hat (Zero Year). „A year after he began, Batman thinks he understands the pain and power of Gotham. And the war comes, and he learns he knows nothing.“ Dabei soll Gotham gespalten und zerstört werden. Wie auf einem der Cover zu sehen ist, werden dabei auch viele andere klassische Schurken wie Scarecrow, Mad Hatter, Pinguin und Two-Face eine Rolle spielen.

Dark Nights: Metal – Snyders und Capullos Finale

DC Comics

Angeblich haben sie schon seit The Court of Owls daran gearbeitet, immer wieder Hinweise gestreut, in ihrer Joker-Story und in Batman #50: Scott Snyder und Greg Capullo, das Batman-Dreamteam seit 2011, machen jetzt ihre Pläne wahr. Das Event Dark Nights: Metal soll das Finale ihrer großen Batman-Saga werden. Im August geht es los. Der Inhalt wurde bisher nur vage angedeutet. So viel steht fest: es soll groß werden. Snyder sagt:

„Now we’re back to tell a story that breaks everything apart. This will be the definitive project of our careers. METAL takes us in an entirely new direction. Greg and I will dig beneath the surface of all the stories we’ve told to find a place of terror and twisted nightmares.“

Bereits vor einigen Tagen wurden die beiden Vorläufer angekündigt, die One-shots Dark Days: The Forge und The Casting, die im Juni und Juli erscheinen sollen. Daran soll Co-Autor James Tynion IV mitwirken, Zeichner sollen Andy Kubert, Jim Lee und John Romita Jr. sein. Jim Lee hat zur Fan Expo Dallas schon mal eine Zeichnung zu The Forge veröffentlicht, es zeigt Batman mit Green Lantern und dem Joker.

DC Comics

Luthors Putschversuch mit Robotern

DC Comics

Titel: Rules of Engagement (dt. Kriegskonventionen)

Autor/Zeichner: Andy Diggle/Whilce Portacio

Erschienen: 2007 (Batman Confidential #1-6), dt. Panini 2007 (Sonderband)


„How can I expect to make a difference in this city when all I do is mop up the bloodstains…?“ (Bruce Wayne)

Wir springen zurück in Batmans Frühzeit, kurz nach dem Jahr eins: Als Batman einen Frauenmörder davor bewahrt, auch noch über ein Kind herzufallen, wird dieser aus der Ferne eingeäschert. Bruce Wayne forscht in seinem eigenen Unternehmen nach, wo gerade Roboter für die Armee entwickelt werden – in Konkurrenz zu Lexcorp. Durch Einschüchterung, Bestechung und Sabotage gewinnt Lex Luthor den Wettbewerb, doch er hat andere Pläne, als bloß Geld zu machen: er versucht sich mit seiner Roboter-Armee an einem Putsch der USA. Natürlich nur für den guten Zweck, Sicherheit und Frieden für alle herzustellen.

Der Rest ist schnell erzählt: Batman pflügt sich durch seine Gegner und hinterlässt eine Menge Schrott. Wir sehen das erste Mal das Batplane und das Bat-Motorrad in Aktion, zelebriert in doppelseitigen Panels. Es ist schade: Rules of Engagement beginnt mit einem spannenden, eindringlich erzählten Auftakt, aber läuft dann auf ein ziemlich plumpes Action-Finale hinaus. Dass am Ende Bruce Wayne den Rückzug aus der Waffenproduktion verkündet und sich fortan der Wohltätigkeit widmet, ist nur ein schwacher Trost. Whilce Portacio zeichnet einen ausdrucksstarken Batman, aber schwächelt bei der Mimik der Figuren. Insgesamt also eine kurzweilige, wenn auch durchschnittliche Lektüre.

Batman trifft the Shadow (wieder)

Am 26. April 2017 startet in den USA eine sechsteilige Mini-Serie: Batman/The Shadow, geschrieben von Scott Snyder und Steve Orlando, gezeichnet von Riley Rossmo. Der Dunkle Ritter trifft damit auf eine klassische Figur, die ein Vorbild für seine Entstehung gewesen ist. The Shadow war zunächst, im Jahr 1930, nur der Name eines Erzählers einer Detektivserie im Radio, danach entwickelte er sich zur Groschenroman- und Comic-Figur. The Shadow hatte bereits typische Superhelden-Elemente: eine Geheimidentität, eine Maske (rot) und ein Cape (schwarz und rot), er kämpfte gegen Superschurken. Im Radio sprach später Orson Welles den Charakter. 1994 verkörperte Alec Baldwin den Charakter in einem Kinofilm.

Batman und the Shadow hatten bereits gemeinsame Comic-Auftritte, in Batman #253 (1973) und Batman #259 (1974). Als Batman in The Animated Series auf eine Figur namens Gray Ghost traf, war dies eine Hommage an das Vorbild.