Monat: April 2016

Coverwahn #15

Dark Knight III – The Master Race ist jüngst mit Müh und Not bei Teil 4, also der Hälfte angekommen. Jetzt wird es für uns mal wieder Zeit für eine Bilderschau. Die Motive der nächsten Variant Cover sind alles andere als kreativ, aber dennoch beeindruckend. Rafael Albuquerque hat ein sehr dynamisches Duo hinbekommen, Jim Lee ein starkes Porträt vom Joker mit Lippenstift hinter Maschendrahtzaun. Richtig episch sind die Gemälde von Gabriele Dell’Otto, die den Kampf zwischen Batman und Superman aus The Dark Knight Returns reinszenieren. Auch wenn wir das schon gefühlte 100-mal gesehen haben, so definitiv noch nicht. Diese Bilder könnten in der Sixitinischen Kapelle hängen. Ein Cover von Book 3 sei hier nachgetragen: Wonder Woman in einer der legendären TDKR-Posen von Batman – und in sehr feinen Farben.

Über Paul Popes Supergirl möchte ich eigentlich kein Wort verlieren. Mit seinem Stil kann ich nichts anfangen.

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Previews auf Detective Comics – vor und nach Rebirth

Die Traditionsserie Detective Comics neigt sich nun zum zweiten Mal dem Ende zu. Die Zählung von The New 52 wird mit der Nummer 52 aufgegeben. Nach dem DC Rebirth-Event kehrt der Verlag zu seiner alten Zählung zurück. Das wird zwar einige unbedarfte Leser verwirren, aber DC knüpft damit an seine Tradition an und kehrt so auch symbolisch zurück zu seinen Ursprüngen.

Nachdem DC die ersten Seiten von Batman #51 (der letzten Ausgabe von Snyder & Capullo) präsentiert hat, bringt nun Newsarama eine Vorschau auf einige Seiten des ersten Hefts nach Rebirth: Detective Comics #934. Zu sehen sind einige eindrucksvolle Zeichnungen von Eddy Barrows, der Batmans Begegnungen mit Azrael und Batwoman inszeniert. In der Story von Autor James Tynion IV (Batman Eternal, Batman & Robin Eternal) werden auch weitere Mitglieder der Batman-Familie wie Spoiler, Red Robin and Cassandra Cain gegen Clayface antreten. Comicvine zeigt eine Preview von Detective Comics #52. In diesem Heft von Peter J. Tomasi und Fernando Pasarin ist James Gordon noch der amtierende Batman (vgl. Superheavy/Superschwer).

Dark Knight III: Zur Halbzeit ist die Luft raus

DC Comics

DC Comics

Titel: Dark Knight III – The Master Race: Book 4

Autor/Zeichner: Frank Miller, Brian Azzarello/Andy Kubert, Frank Miller

Erschienen: 2016


„It’s you and me against the world, Boss.“ (Carrie Kelley)

Kaum hat Batman Superman aus dem Eis befreit, schon erweist sich der angebliche Mann aus Stahl als völlig unbrauchbare Memme. Widerstandslos lässt er sich von seiner Tochter Supergirl vermöbeln. Dabei gehen in Washington D.C. einige Wahrzeichen zu Bruch. Seine Tochter prügelt ihn bis zum Nordpol, wo er von den bösen Kandorianern in schwarze Materie gehüllt, geröstet und begraben wird. (Ähnlich geschunden wurde übrigens schon Carrie Kelley in Heft 1.)

Also muss Batman wieder ran. Der alte, sehr alte Bruce Wayne, der mehr Narben am Körper hat, als man zählen kann, der nur mit Schmerzmitteln überhaupt in der Lage ist zu stehen. Am Ende von Heft 3 gab er sich mit seinem „Go to hell“ kämpferisch und siegessicher, als hätten er und Superman einen Plan, um die Bösen zu erledigen. Jetzt ist er wieder nur passiver Zuschauer. Die Kandorianer fordern die Stadt Gotham auf, ihn auszuliefern. Batman lässt sich Zeit – warum auch immer. Erst am Ende der Episode zieht er das Kostüm wieder an und verbündet sich mit der trinkfreudigen Commissioner Yindel.

Allmählich ist der anfängliche Zauber dieser Mini-Serie dahin. Nicht nur, dass die Autoren die Geduld ihrer Leser damit strapazieren, dass sie ihre Veröffentlichungstermine nicht einhalten, sie bieten auch viel zu wenig Story, um über die Durststrecken hinweg zu helfen. Man hat den Eindruck, dass die Seiten bloß mit sinnfreier Action gestreckt werden, um über die dünne Handlung hinweg zu täuschen. Zwischendrin füllen die Gastauftritte anderer Superhelden die Panels und zögern alles noch mehr hinaus: Eine Seite für Wonder Woman, zwei für Atom, dreieinhalb für Flash, fünf für Aquaman. Doch keine dieser Figuren bereichert die Story, es wirkt so planlos wie das unselige The Dark Knight Strikes Again. Wonder Woman hat keine Lust mehr, Atom haben wir schon fast vergessen, Flash werden die Beine gebrochen so wie einst Green Lantern der Arm abgehackt wurde (warum stellen sich die Helden so jämmerlich an?), Aquaman spielt Deus ex machina für das neue Batgirl in Nöten, wobei er ein undefinierbares Ding reitet (keine Ahnung, was das für ein Tier darstellen soll).

DC Comics

DC Comics

Womit wir beim Batgirl-Mini-Comic wären. Und Frank Millers Zeichnungen. Ihre Qualität hat nicht nur stark nachgelassen, im Mini-Comic sind sie eine Unverschämtheit. Abgesehen davon, dass hier auch nichts passiert außer einer Klopperei, sind alle Figuren so unbeholfen, so dilettantisch oder auch einfach lieblos gezeichnet, dass man sich als Leser betrogen fühlt. Betrogen um die Erwartung, dass hier erstklassige Künstler ihr Bestes geben, und die Hoffnung, dass Miller mit DK III alte Fehler wieder gutmacht.

Die Hälfte der achtteiligen Mini-Serie ist hiermit geschafft. Man muss sich fragen, warum es nötig war, diese Geschichte zu erzählen. Warum man diesen alten Bruce Wayne nicht einfach ruhen oder sterben lassen konnte, denn es gibt bisher nichts, was diese zweite Fortsetzung rechtfertigt.

(Wohl aus einem schlechten Gewissen heraus hat DC ein paar Seiten mit Bleistiftzeichnungen von Andy Kubert drangehängt. Immerhin die sind hübsch anzusehen.)

Bye, Batman! Snyder und Capullo verabschieden sich

Batman #51 (DC Comics)

Batman #51 (DC Comics)

In den USA ist gerade Batman #51 erschienen – die vorerst letzte Ausgabe von dem gefeierten Kreativteam Scott Snyder und Greg Capullo. Im Interview mit DC Comics erzählen die beiden, inwiefern ihre letzte gemeinsame Story ein Abschied von Gotham und ein „Brief an die Fans“ ist, wie sie ihre Arbeit an Batman empfunden haben und wie es danach weitergehen soll. (Außerdem gibt es eine Vorschau auf ein paar tolle Seiten samt prächtiger Bathöhle und einem schnittigen Batmobil.) Eine sehr sentimentale Angelegenheit – wenn auch kein Grund zur Trauer. Denn wenn DC im Sommer mit seinem Event DC Rebirth auch seine Batman-Serien neu startet, wird Snyder mit einer eigenen Serie, All-Star Batman, der Fledermaus treu bleiben. Capullo zeichnet ein Geheimprojekt für Mark Millar. Beide schließen aber nicht aus, wieder zusammen zu arbeiten. Vielleicht sogar an Batman.

Bisherige Storylines von Snyder und Capullo waren: der neue Batman-Origin Zero Year (dt. Jahr Null), Court of Owls/City of Owls (dt. Rat der Eulen/Stadt der Eulen) und das Joker-Epos Death of the Family/Endgame (dt. Tod der Familie/Todesspiel). Alle diese Geschichten haben Maßstäbe für nachfolgende Künstler und Autoren gesetzt. In Deutschland läuft gerade ihre letzte Storyline – Superheavy/Superschwer – zu Ende. In den USA ist der erste Teil als Paperback erschienen. Teil 2 soll im September kommen.

Titanen beim Hahnenkampf

Batman versus Superman, Teil 30: Battle of the Super-Heroes (1958)

DC Comics

DC Comics

Titel: Battle of the Super-Heroes

Autor/Zeichner: Dave Wood/Dick Sprang

Erschienen: World’s Finest #95 (1958), Hardcover: World’s Finest Comics Archives Vol. 2 (2001), Batman & Superman in World’s Finest: The Silver Age Omnibus Vol. 1 (2016)


„And if anybody puts you out, it’ll be me!“ (Superman zu Batman)

Antipoden waren Batman und Superman schon immer. Am Anfang ihrer Bekanntschaft waren sie Konkurrenten, als Helden und in der Gunst von Lois Lane (Superman #76/World’s Finest #71). Doch danach arbeiteten sie gerne zusammen. Als Kumpels durch dick und dünn. Zusammen mit Robin bildeten sie das Dynamische Trio. Die World’s Finest gegen die größten Schurken wie Lex Luthor und Joker. Doch vier Jahre später, 1958, war plötzlich Schluss damit. Batman und Superman konnten einander nicht mehr ausstehen. Die Rivalen wurden zu Kontrahenten – es kam zum ersten Kampf der Titanen.

Es beginnt alles damit, dass Batman aus heiterem Himmel (buchstäblich!) Superkräfte bekommt und damit offenbar auch ein größeres Ego. Denn statt zu hinterfragen, was mit ihm passiert ist, wird er sogleich übermütig. Als Superman bei einem Hausbrand helfen will, kommt ihm Batman in die Quere: Er schafft erst mal eine Menge Stahl heran, formt daraus ein riesiges Sägeblatt und trennt damit das brennende Gebäude von der benachbarten Bank. Seltsame Priorität: Statt den Brand zu löschen oder die Bewohner zu retten, bringt er zunächst das Geld in Sicherheit. Superman stellt sich aber auch nicht rücksichtsvoller an. Er löscht zwar den Brand, aber statt Superpuste zu verwenden, fliegt er mit dem Haus in die Stratosphäre, damit dem Feuer die Luft wegbleibt. Dass auch Menschen atmen müssen, daran denkt er nicht. Vielmehr scheint ihn zu wurmen, dass Batman so mächtig ist wie er. So lässt er sich auf den Hahnenkampf ein.

Die Stimmung ist gereizt. Die beiden dissen sich gegenseitig und drohen an, den anderen gerne vermöbeln zu wollen. Nach zwei weiteren Rettungsaktionen bei denen sich die beiden ihr Revier streitig machen, kommt es schließlich zum Kampf: Superman prügelt Batman durch eine Wand, Batman revanchiert sich mit einem Laternenmast, Superman wirft mit Felsbrocken, Batman schlägt sie mit einem Baumstammm zurück. Das Ganze gipfelt darin, dass sich beide wie Rammböcke eine Kopfnuss verpassen.

World's Finest #95 (1958)

Batman v Superman: Battle of the Superheroes

Robin ist hier die Stimme der Vernunft. Er geht dazwischen und ermahnt die beiden, sich um zwei havarierte Schiffe zu kümmern. (Aus irgendeinem Grund ist ständig irgendwer in Not.) Dann wird Robin plötzlich von zwei Aliens entführt, die ihm erklären, was los ist. Sie haben bloß herausfinden wollen, wer der größere Held ist. Sie wollten sehen, ob Batman Superman besiegen würde, wenn er Superkräfte hätte. Also entführte man die Helden und manipulierte sie so, dass sie einander bekämpfen. Wie gut, dass es für alles einen Strahl gibt: Einen für Superkräfte, einen für Hass und einen für Gedächtnisverlust. Und wie gut auch, dass es für alles einen Hebel gibt, um alles wieder rückgängig zu machen. Um’s kurz zu machen (wir haben nur noch eine Comic-Seite Erzählzeit): Robin betätigt den Schalter und alles ist wieder wie früher. Freundschaft mit Entschuldigung und Handshake. Superman drückt dabei aber etwas fester zu, Batman schreit auf. Superman bittet um Verzeihung, aber so ganz kann man ihm nicht abkaufen, dass er bloß seinen Vorteil ausnutzen will, um Batman eins auszuwischen.

Und wie endet nun der Wettkampf? Unentschieden natürlich. Bei den World’s Finest gibt es keine Reihenfolge. „And so a friendship is renewed — and a feud finished forever!“, heißt es am Ende, als Batman und Superman mit Robin in der Mitte sich ihrer Idylle erfreuen. Aber später wird es in der Serie alle paar Ausgaben zu einer Keilerei zwischen ihnen kommen, fast regelmäßig (z. B. in World’s Finest #109, #132, #143, #153, #163, #176, #185). Feindschaft ist einfach reizvoller als Freundschaft.

>>> Weitere Abenteuer und Duelle von Batman und Superman

Ein Trailer zu Batman: The Killing Joke

Die Film-Adaption von The Killing Joke feiert am 28. Juli in den USA Premiere und soll am 4. August in Deutschland auf Blu-ray erscheinen. Bei Amazon bekommt man eine Joker-Figur dazu. Hier schon mal ein Vorgeschmack mit dem ersten offiziellen Trailer. Eine Art Making-of gibt es hier.

Lebendige Kugeln gegen Superman

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman/Superman Vol. 4 – Siege (dt. Supermans Joker)

Autor/Zeichner: Greg Pak/Ardian Syaf u.a.

Erschienen: 2015 (Batman/Superman #16-20, Annual #2, Paperback 2015), dt. Panini 2016 (Bd. 5)


„Du hast jetzt einen Joker.“ (Batman zu Superman)

Den Lesern wird aufgefallen sein, dass ich zwar ein Fan der World’s Finest bin, aber keiner der Serie Batman/Superman. Im Vergleich zum Potenzial, die in diesem Konzept steckt, bleiben die neuesten Storys stark dahinter zurück. Bei der Vorgängerserie Superman/Batman von 2003-2011 war zwar auch nicht alles Gold, aber immerhin fanden sich darunter einige Perlen. Bei Batman/Superman war erst in Band 3 ein wenig Glanz zu erkennen.

Band 4 (Band 5 in der deutschen Fassung) erzählt endlich eine einigermaßen interessante Geschichte: Ein Unbekannter verübt Attentate auf Menschen, die etwas mit Superman zu tun haben – unter anderem auf Lex Luthor und Batman. Die Kugeln sind intelligent, tödlich und kaum zurückzuverfolgen. Hector Hammond gerät unter Verdacht, dann auch Lobo. Schließlich führt die Fährte zur Flaschenstadt Kandor. Als Urheber stellt sich der Phantom King heraus, ein verrückter Wissenschaftler von Krypton, der sich an der Familie von Jor-El rächen will. Batman nennt ihn Supermans Joker – ein Irrer, der mit seinem Erzfeind grausame Spielchen treibt.

Auch wenn die Affäre am Ende allzu konventionell gelöst wird, ist der erste Teil, der eigentliche Krimi, doch ziemlich packend erzählt. Und zwar so, dass selbst der Mord an einer Randfigur – ein Mann, der sich als Superman verkleidet und Kinder im Krankenhaus aufheitert – bewegt.

Batman/Superman Bd. 5 (Panini)

Batman/Superman Bd. 5 (Panini)

Das letzte Kapitel (Siege, dt. Belagerung) bildet eine Art Epilog: der Phantom King hetzt einige Batman-Schurken wie Bane, Killer Croc und Man-Bat auf Clark Kent. Unglücklicherweise verliert er durch den Einsatz seiner neuen Superkraft, dem Sonnenstoß, vorübergehend seine Kräfte. Aber zusammen mit Batman können sie die fremdgesteuerten Mordlustigen aufhalten. Clark Kent ist eben auch ohne Kräfte super … Noch besser ist aber Batman: Er darf sogar einmal auf Killer Croc reiten.

Ein Muss ist dieser Band zwar nicht, aber eine durchaus unterhaltsame, leichte Lektüre für zwischendurch. Wenn mal gerade nichts anderes zur Hand ist.

Frauentausch nach Gedächtnisverlust

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman/Superman Vol. 3: Second Chance (dt. Verlorene Helden)

Autor/Zeichner: Greg Pak, Jeff Lemire/Jae Lee u.a.

Erschienen: 2014 (Batman/Superman #10, 12-15, Paperback 2015) dt. Panini 2015 (Batman/Superman Bd. 4)


„Genau darum bleib ich in Gotham.“ (Batman)

Machen wir’s kurz: Batman und Superman verlieren ihr Gedächtnis. Batman bandelt mit Lois Lane an, Superman mit Catwoman. Bruce Wayne entdeckt die Vorzüge des Reichtums, der High Society und entwickelt Spaß am Imponiergehabe. Zusammen geht man gegen den Schurken Mangubat vor, zwischendrin sorgt auch Scarecrow für Ärger. Die Story lebt mehr von dem Frauentausch und dem Out-of-Character-Aspekt als vom Kampf. Ein Highlight: Lois Lane wird kurz zu Batgirl. Das ergibt zwar keinen Sinn und erfüllt keine Funktion, aber als Fan Service wird der schiere Anblick schon einige Leser erfreuen. Das Gleiche gilt für die wie immer beeindruckend gezeichneten Seiten von Jae Lee.

Batman/Superman Bd. 4 (Panini)

Batman/Superman Bd. 4 (Panini)

Leider stammen nicht alle Seiten dieses Bandes von ihm, auch wenn die übrigen Zeichner . Und leider gibt es da noch mehr an Geschichten: Superman und Atom reisen in Batmans Gehirn, Superman und Batman unternehmen eine folgenlose Reise nach Erde 2, was an ihre erste Begegnung anknüpft (Batman/Superman Vol. 1), aber kaum Mehrwert hat.

Eine weitere entbehrliche Fortsetzung der Serie der Belanglosigkeit.

Was Robin zum Kotzen bringt

DC Comics

DC Comics

Titel: Streets of Gotham Vol. 2: Leviathan (dt. Die Straßen von Gotham 2)

Autor/Zeichner: Paul Dini, Mike Benson, Chris Yost/Dustin Nguyen

Erschienen: 2009-2010 (Batman: Streets of Gotham #5-11), dt. Panini 2010 (Batman Sonderband 28, enthält #7-11)


„Having faith isn’t enough. In Gotham, you have to fight to keep it.“

Der zweite Band von Streets of Gotham knüpft an den ersten an, auch wenn hier Hush keine Rolle mehr spielt. Stattdessen werden drei miteinander verbundene Storys erzählt: Huntress kämpft gegen einen wildgewordenen Man-Bat an, gekoppelt mit der Geschichte eines Pfarrers, der sich den Glauben in Gotham gegen alle Widerstände erkämpft. Batman und Commissioner Gordon leisten gute alte Detektivarbeit, um einen Serienkiller zu fassen. Dick Grayson stellt dabei undercover Nachforschungen in einem exklusiven Club für abseitige Vorlieben an. Robin sucht einen Kindesmörder und trifft dabei auf Zsasz, der die Kinder in einem Gladiatorenkampf gegeneinander auf Leben und Tod kämpfen lässt – ein blutrünstiges Publikum schaut dabei zu und wettet darauf. Beim Anblick der Leichen dreht es selbst einem kaltblütigen Killer wie Damian den Magen um. Er verbündet sich schließlich mit dem neuen Vigilanten Abuse, einem Nebeneffekt aus Batmans Vergangenheit. Ach ja: Zwischendrin erscheint Humpty Dumpty (Arkham Asylum: Living Hell) als Weihnachtsmann.

Leviathan ist nichts, was man unbedingt lesen muss, mal mehr und mal weniger fesselnd, aber gut erzählte, solide Unterhaltung für zwischendrin – oder für Hartgesottene.

Eine Kreuzfahrt, die ist lustig

Batman versus Superman, Teil 29: Enemies Among Us (2006-2007)

DC Comics

DC Comics

Titel: Superman/Batman Vol. 3 (Enemies Among Us/Stop Me If You’ve Heard This One/Metal Men/Nevermore)

Autor/Zeichner: Mark Verheiden, Joe Kelly/Ethan Van Sciver, Ed McGuiness u.a.

Erschienen: 2006-2007 (Superman/Batman #27-36, Superman/Batman Annual #1, Paperback 2007, Gesamtausgabe 2016), dt.


„… today’s stories need angst!“

Der dritte große Sammelband der Serie Superman/Batman enthält vier Storys. Eine erzählt das erste Mal neu, in einer anderen schlüpfen die Helden in Frauenkörper, die dritte handelt von den Metal Men, die vierte enthält einen Kampf der Titelhelden. Beginnen wir mit letzterer.

Enemies Among Us

Der Martian Manhunter greift grundlos Batman an. Dann stellt sich heraus, dass es nur ein unbekannter Formwandler war, der in verschiedenen Erscheinungen auftritt und Chaos stiftet. Schließlich wird klar, dass unbekannte Aliens die Aliens auf Erden dazu aufrufen, die Menschheit zu vernichten. Als auch Superman dem Wahn anheim fällt, will er Batman töten, Kryptonit hält ihn davon ab, aber dann ergreift die dunkle Macht auf Besitz von Batman und er greift Superman an. Es kommt zu einer handfesten Auseinandersetzung, bei der zuerst Superman einstecken muss, bevor er Batman in blutige Fetzen schlagen darf. (Batman überlebt das dank der Alien-Kraft.) Als der Dunkle Ritter wieder zur Besinnung kommt, versöhnt man sich wieder und geht gegen die wahren Schurken, Lex Luthor und Despero vor.

DC Comics

DC Comics

Das Interessanteste an der Story ist, dass sie von Alfred Pennyworth erzählt wird, während er Tee trinkt. Das hebt etwas das Niveau dieser etwas verworrenen, aber doch banalen Geschichte. Das Problem an dieser Story ist das große Figurenaufgebot: Manhunter, Plastic Man, Green Lantern, Supergirl usw. Man hat eher das Gefühl, ein Justice League-Abenteuer zu verfolgen, als ein klassiches Team-up der World’s Finest. Dadurch kommen die Hauptfiguren etwas zu kurz, der uninspirierte Kampf entschädigt nur wenig dafür.

Stop Me If You’ve Heard This One … (Superman/Batman Annual #1)

In dieser Nacherzählung der ersten Begegnung von Superman und Batman (Superman #76, 1952) arbeiten Superman und Batman bereits als Team zusammen, aber kennen noch nicht ihre Geheimidentitäten. In zivil begegnen sie sich auf einem Kreuzfahrtschiff: Clark Kent und Bruce Wayne machen zufällig dort zeitgleich Urlaub. Wegen eines Buchungsfehlers müssen sie sich nicht nur (wie im Original) ein Zimmer, sondern sogar ein Bett teilen. Highlight: Bruce klaut Clark die Decke.

Superman und Batman: Deckenkampf im Bett (DC Comics)

Superman und Batman: Deckenkampf im Bett (DC Comics)

Das war’s auch schon an Höhepunkten. Denn um die etwas altbackene Story ansprechender zu machen, wurde sie aufgepimpt – und das mehr als nötig. Nicht nur, dass Deathstroke ein Attentat auf Wayne zu verüben versucht, es kommen auch noch die bösen Doppelgänger vom Crime Syndicate aus einem Paralleluniversum dazu (Dimensionsriss!). Außerdem noch ein anderer Deathstroke, der sehr an Deadpool erinnern soll (Anspielung auf das Plagiat!). Während des Vorfalls finden Clark und Bruce heraus, mit wem sie sich das Zimmer teilen. Aber so witzig, wie das sein soll ist es leider nicht. Eher eine peinliche Reihe von Kalauern und Klamauk. Dass am Ende noch Mr. Mxyzptlk für alles verantwortlich ist, macht die Sache nicht besser.

Nevermind

Superman und Batman finden sich durch Schurkeneinfluss in den Körpern von Power Girl und Huntress wieder. Bevor ihre Persönlichkeiten von denen ihrer Wirtinnen verdrängt werden, müssen sie zurück in ihre alten Körper finden. Da bleibt keine Zeit für eine umoralische Selbstbegutachtung … Der Titel sagt alles. Ein typisches Füllmaterial wie in Power Girls Brüsten, so leer wie Huntress‘ Ausschnitt. (#Aufschrei etc.)

Metal Men

Eine Story mit den Metal Men kann nur eines sein: Schrott. Die Metal Men sind ein Haufen Loser, die über ihre Minderwertigkeitskomplexe jammern und sich selbst bemitleiden – und zwar zurecht, denn abgesehen von ihren plumpen, eindimensionalen Charakteren und ihren Unzulänglichkeiten (warum stottert der eine und warum ist der andere dumm, wenn die anderen offenbar besser konstruiert sind?), haben sie eine ziemlich miese Firewall, denn sie drehen gleich bei jeder Gelegenheit durch, wenn sie mal von einem Computervirus befallen werden. In dieser Story versucht ihr Schöpfer, Dr. Magnus, sie als Sicherheitsleute bei Wayne Enterprises unterzubringen. Es dauert keine fünf Minuten, bis sie nicht mehr tun, was sie tun sollen. Brainiac sei Dank. Superman und Batman biegen natürlich alles wieder hin. Aber die Metal Men hat man danach so was von satt …

Bilanz: Verzichtbar.