Monat: März 2015

Gegen das Geschwür Gotham

DC Comics

DC Comics

Titel: City of Crime (dt. Stadt der Sünde)

Autor/Zeichner: David Lapham/Ramon Bachs

Erschienen: 2005-2006 (Detective Comics #800-808, 811-814, Paperback 2006), dt. Panini 2014.


 „Diese und unzählige andere schreckliche Dinge geschehen heute. Und niemand ist da, um sie zu verhindern.“

„Es gibt keinen Platz mehr für Batman.“

Ich habe noch keine Erklärung dafür, vielleicht ist es meine Neigung zur kleinen Form, aber aus irgendeinem Grund funktioniert Batman besonders gut in Geschichten auf wenigen Seiten. Wie etwa „In der Nacht“, der Prolog des Zwölfteilers City of Crime. Darin wird auf acht Seiten eine einfache Geschichte erzählt, wie Batman einen gefangenen Jungen aus einem Keller befreit, aber die Erzählstimme, die immer wieder Sätze mit „In der Nacht“ beginnt, schafft eine eindringliche Stimmung. Dann kommen so bittersüße Sätze zustande wie: „In der Nacht spritzt Blut und erzeugt Kunstwerke auf dem Asphalt. Die Stadt wimmelt von Pollocks und de Koonings. Die Stadt ist ein Museum.“ Oder: „Man sagt, in der Nacht gäbe es nichts, was da nicht auch am Tag wäre. Ist nicht wahr. In der Nacht gibt es Angst. In der Nacht gibt es Monster.“ Wir sehen eine aus der Finsternis fliegende Fledermaus. Und am Ende, im vorletzten Panel, kurz bevor Batman zur Rettung des Jungen naht, heißt es: „In der Nacht stirbt eine Frau.“ Es wird klar, dass die Nacht in Gotham eine besonders grausame ist. Und dass Batman nicht überall sein kann …

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Vorschau: Neue Batman-Comics von April bis Juli 2015

DC Comics

DC Comics

Harley Quinn und der Riddler, eine Würdigung des Zeichners Norm Breyfogle sowie neues von Erde Eins und dem Dreamteam Snyder-Capullo: Die für die nächsten vier Monate angekündigten Batman-Comics machen viel Vorfreude. Eine Übersicht.

Im April widmet DC dem Riddler einen eigenen Band, in dem seine besten Auftritte gesammelt sein sollen. Auf fast 300 Seiten wird folgendes geboten: Detective Comics #140, #142, #377, #822, #837, Batman #171, #179, #292, #317, #362, Batman: The Riddler #23.2 (Villain’s Month), Brave and Bold #183, Joker’s Asylum II: The Riddler #1 and Legends of the Dark Knight 100 Page Super Spectacular #2.

Im Mai kommt endlich der sechste Band von Scott Snyders und Greg Capullos Batman-Serie. Nein, noch nicht das lang erwartete Endgame (es soll so großartig sein, dass das Warten bis zum Herbst schmerzt), sondern Graveyard Shift. Dabei handelt es sich um eine Resterampe von bisher nicht in Buchform veröffentlichten Heften: Batman #0, #18-20, #28, #34 and Batman Annual #2. Also Lückenbüßer und ein paar Anekdoten aus der Vergangenheit (Stichwort: Zero Year). Wir freuen uns trotzdem drauf, etwas Neues von dem Dream-Team zu lesen.

Eine Woche später soll der zweite Band von Earth One erscheinen. Der alternative Origin von Geoff Johns und Gary Frank erfreute sich großer Beliebtheit und auch ich fand ihn zumindest gut erzählt (wenn auch die Story nicht sonderlich innovativ war). Bin gespannt, wie es jetzt weitergehen soll.

Ebenfalls im Mai kommt Detective Comics Vol. 6 raus. Die Story Icarus stammt von einem neuen Team – Francis Manapul und Brian Buccellato – und soll einen neuen Weg einschlagen. Es wird höchste Zeit. Bislang war der Neustart von Detective Comics eher enttäuschend und wirkte planlos.

Für den 2. Juni ist die Kurzgeschichten-Anthologie Legends of the Dark Knight Vol. 4 angekündigt. Zwei Tage später erscheint bei Panini eine Neuauflage einer alten Legends-Story: Mask (#39-40) soll laut Verlag „eine der psychologisch intensivsten Bat-Geschichten aller Zeiten“ sein. Bruce Wayne wird im Krankenhaus erklärt, dass er sich Batman nur einbildet. Das 48-Seiten-Heft wird auf 999 Exemplare limitiert sein und neun Euro kosten.

Am 7. Juli erscheint ein Sammelband, der sich dem Künstler Norm Breyfogle widmet. Auf über 500 Seiten werden Werke aus den 80ern und 90ern versammelt sein. Breyfogle hat kürzlich einen Schlaganfall erlitten und wegen einer unzureichenden Gesundheitsversicherung wurden Spenden für seine Genesung gesammelt. Wir haben bereits drei seiner Geschichten besprochen.

Außerdem erwartet uns im Juli eine Compilation zu Harley Quinn, der nervigen, aber beliebten Partnerin des Jokers, die ihren ersten Auftritt in der Animated-Serie hatte, aber längst in die Comic-Continuity aufgenommen wurde und sogar eine eigene Serie hat. Im Sammelband werden enthalten sein: Batman: Harley Quinn #1, Joker’s Asylum II: Harley Quinn #1, Batman: Gotham Knights #14, #30, Batman: Black and White #1, #3, Detective Comics #831, #837, Detective Comics: Harley Quinn #23.2 (Villain’s Month), Legends of the Dark Knight 100 Page Super Spectacular #1. Passend dazu erscheint schon am 31. März die Deluxe-Edition des Klassikers Mad Love.

Weitere Highlights:

  • Batman Beyond: Batgirl Beyond (8. April)
  • Batman Noir: Dark Knight Returns (5. Mai)
  • Batman Eternal Vol. 2 (14. Juli)
  • Batman: The Jiro Kuwata Batmanga Vol. 2 (14. Juli)
  • Second Chances (21. Juli, Batman #402-403, 408-416, Batman Annual #11)
  • Gothic Deluxe Edition (28. Juli)

Gipfeltreffen dreier Batmen

Justice League Unlimited: Drei Batmen

Justice League Unlimited: Drei Batmen

Titel: The Once and Future Thing (Parts 1 & 2)

Drehbuch: Dwayne McDuffie

Erschienen: 2005 (Justice League Unlimited, S01E12-13)


„Wow! Batman’s playin‘ good cop.“ – „Everything’s relative.“ (Static/Green Lantern)

Batman, Wonder Woman und Green Lantern jagen einen Zeitreisenden. Zuerst landen sie im Wilden Westen, wo sie auf Jonah Hex treffen (dem wurde bereits die Folge „Showdown“ in Batman: The Animated Series gewidmet, S02E13), anschließend geht es in das Gotham der Zukunft von Batman Beyond. Es kommt, wie es kommen muss: Der klassische Batman trifft nicht nur auf Terry McGinnis, sondern auch auf den alten Bruce Wayne. Das Gipfeltreffen hat einige witzige Momente, etwa wenn Batman seinem alten Ich gegenübersteht und bekennt, dass er nicht damit gerechnet hätte, es so weit zu bringen. Der absolute Hit aber ist dieser kurze Dialog zwischen Batman und Bruce Wayne, als es darum geht, ob der Held aus der Vergangenheit in der Zukunft bestehen kann. Batman: „Are criminals still supersticious and cowardly?“ – Wayne: „Yup.“  – Batman: „Good enough for me.“ Und ab.

Das Cabinet des Dr. Crane

DC Comics

DC Comics

Titel: Terror

Autor/Zeichner: Doug Moench/Paul Gulacy

Erschienen: 2001 (Legends of the Dark Knight #137-141, Paperback 2003, Neuauflage 2012 als Prey, zusammen mit der gleichnamigen Story)


 „No one gets away with killing Dr. Hugo Strange.“ (Hugo Strange)

„… I’ve got to shift from prey to predator …“ (Batman)

„… some criminals can be stopped only by the bat. The weird ones, the mad ones … the demons.“ (Batman)

Zehn Jahre nach dem Erscheinen von Prey haben Doug Moench und Paul Gulacy eine Fortsetzung gemacht: Terror. Hugo Strange, der einst im Gotham River verschwand, kehrt wieder zurück: als Mörder im Batman-Kostüm. Er will sich an seinem Peiniger rächen. Dafür befreit er Scarecrow aus Arkham, weil er dessen Angstgas für seinen Plan braucht. Doch Scarecrow, bestärkt in seinem Selbstvertrauen, macht sich selbständig, tötet Strange und macht sich auf, offene Rechnungen an den Menschen zu begleichen, die ihn mit Mobbing zu dem gemacht haben, was er ist. Und der böse schwarze Mann mit den spitzen Ohren steht ganz oben auf der Liste.

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Psychiater auf Fledermausjagd

DC Comics

DC Comics

Titel: Prey (dt. Beute)

Autor/Zeichner: Doug Moench/Paul Gulacy

Erschienen: 1992 (Legends of the Dark Knight #11-15, Paperback 1992, Neuauflage 2012, zusammen mit Terror) dt. Panini 2014.


 „Batman is actually good for morale. It doesn’t hurt, for some of the men, at least, to know we’re not out there on the street alone.“ (James Gordon)

„Must I act alone? Is my ego that huge? My obsession that great? What would it take for me to trust someone? And who could I trust?“ (Bruce Wayne)

„Oh, he’s a killer, this Batman … A killer who doesn’t kill.“ (Hugo Strange)

„The one crime the Bat-Man can never stop is the one that started him.“ (Hugo Strange)

Zu Beginn seiner Karriere hat Batman nicht viele Freunde. In Prey hat der Held nur Captain James Gordon auf seiner Seite, der nicht vergessen hat, dass Batman in Year One sein Kind gerettet hat. Ansonsten bringt der Vigilant immer noch die Polizei gegen sich auf, der Bürgermeister verurteilt die Selbstjustiz und initiiert ein Sonderkommando, das Batman endlich ausschalten soll. Gordon führt die Einheit an, beruft einen gewissen Sergeant Cort dazu, der gerne rabiat gegen Batman vorgeht. Zu der Task Force gehört auch der Psychiater Dr. Hugo Strange. Der ist ganz versessen darauf, Batman zu analysieren und dessen wahre Identität herauszufinden (die Idee stammt aus Strange Apparitions), er entwickelt einen regelrechten Batman-Fetisch, verkleidet sich sogar wie der Held. Um die Stimmung gegen Batman weiter anzuheizen, entführt Strange die Tochter des Bürgermeisters und manipuliert Cort so, dass dieser selbst zum Vigilanten Night-Scourge wird. Batman ist umgeben von Jägern, die es auf ihn abgesehen haben.

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Terry versus Batsuit

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Titel: Lost Soul

Regie/Drehbuch: Butch Lukic/Stan Berkowitz

Erschienen: 1999 (Batman Beyond, S02E04)


Ein alter Industrieller, der nur noch als Computerprogramm fortbesteht, übernimmt die Kontrolle über den Bat-Anzug, um seinen Geist in den Körper seines Urenkels zu transferieren. Terry McGinnis muss sich die Frage stellen, was Batman ausmacht: der Anzug oder der Mann, der ihn trägt. Die Antwort kann man sich denken: Terry muss in zivil gegen seine mächtigste Waffe bestehen – dazu setzt er sich die Maske von Nightwing auf und legt den Bat-Gürtel an. Eine actionreiche Folge mit einer interessanten Idee, in der mal wieder der Superheld sich behaupten muss, indem er gegen sich selbst kämpft. Und ist das nicht eigentlich der Grundkonflikt eines jeden Helden?

Junkie

DC Comics

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Titel: Venom

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Trevor von Eeden

Erschienen: 1991 (Legends of the Dark Knight #16-20), Paperback 1993/2012, dt. Panini 2015


 „I was right. But I wasn’t strong enough. I’ve failed.“ (Batman)

„I hate junkies.“ (Batman)

Es beginnt mit einem Versagen. Ein Mädchen wurde entführt. Batman findet es – aber er schafft es nicht, es vor dem Ertrinken zu retten. Übernächtigt und geschwächt greift er zu einer Wunderpille, die der Vater des Mädchens ihm verabreicht. Das Mittel verleiht ihm nicht nur übermenschliche Stärke, sondern auch ein sonniges Gemüt. Vom grübelnden Detektiv wird er zum tumben Haudrauf. Statt Bücher zu wälzen, zieht er mit Hut und Mantel los, um böse Buben zu verkloppen – und das mit Lust und einem Lächeln auf den Lippen. Es stellt sich heraus, dass Batman einem Komplott zum Opfer gefallen ist. Der Wissenschaftler hat einen Deal mit einem pensionierten General laufen: sie wollen eine Superarmee aufbauen und dabei Amerika von allen Menschen befreien, die sie für unwert erachten.

Batman entwickelt sich zum Junkie. Er braucht immer mehr und immer öfter Nachschub. Als er einmal dafür  James Gordon töten soll, warnt er seinen Freund und begibt sich in die Höhle auf kalten Entzug. Für 30 Tage schließt er sich dort ein, steht Höllenqualen durch, verwahrlost. Als er wieder clean ist, macht er sich auf nach Santa Prisca, der Insel, auf der die Bad Guys ihre blutrünstige und skrupellose Armee von Superzombies aufbauen. (Von soll später einmal Bane kommen, der berüchtigste Venom-Konsument …)

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Einstürzende Altbauten

DC Comics

DC Comics

Titel: Death by Design (dt. Bauwerke des Todes)

Autor/Zeichner: Chip Kidd/Dave Taylor

Erschienen: 2012 (One-shot), dt. Panini 2013


„This would be the solution. This would be how you solve the problem. The anonymity, the abandonment of self, the escape. It’s kind of brilliant, actually. The form is quite effective …“

Was macht eine gute Batman-Story aus? Eine gute Mischung aus Action, Drama und Nachdenklichkeit, eine gehörige Portion Abgründigkeit, Düsternis und vielleicht auch ein wenig Drastik, am besten noch gut gewürzt mit Humor. Das meiste davon hat Death by Design nicht zu bieten. Zugegeben: Es ist eine dieser ambitionierteren Batman-Storys, man merkt es schon am Zeichenstil. Gefertigt sind die Bilder mit Bunt- und Bleistiften, das sorgt zwar für einen auffälligen, organischen Look – und gerade bei der Darstellung der Bauten ist dieser überwältigend -, aber leider wirken die Figuren oft allzu brav, steif und ausdrucksarm.

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Es geht auch ohne Superman

Justice League: Another Nail

Titel: Justice League: Another Nail (dt. Noch ein Nagel)

Autor/Zeichner: Alan Davis

Erschienen: 2004 (Mini-Serie #1-3, dt. Panini 2004, DC Premium 34)


„I know that’s what you want … to die! To stop the pain.“ (Joker zu Batman)

Was wäre wenn … Superman bei Amish aufgewachsen wäre? Dann wäre er ein noch größerer Langweiler geworden: Introvertiert, wortkarg, wehmütig. Wie gut, dass es da noch den Rest der Justice League gibt. Und noch gefühlte 1000 weitere Superhelden, Superschurken, New Gods und Green Lanterns gibt. Die Fortsetzung von The Nail wird zwar dafür genutzt, einige offene Fragen des ersten Teils zu beantworten und Episoden wie den Krieg zwischen Apokolips New Genesis sowie die Beteiligung des Green Lantern Corps nachzutragen, dafür erstickt die eigentliche Story in einer Fülle von Figuren, Schauplätzen, Irrungen und Wirrungen. Kurzum: Das übliche Gewusel eines Mega-Crossovers.

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Fast eine Welt ohne Superman

JLA: The Nail

Titel: JLA: The Nail (dt. Der Nagel)

Autor/Zeichner: Alan Davis

Erschienen: 1998 (Mini-Serie #1-3, Paperback 1999), dt. Dino 1999 (JLA Sonderband)


„So it was a kingdom was lost – – all for the want of a nail.“

Was wäre wenn … ein einziger Nagel verhindert hätte, dass Kal-El von den Kents gefunden wird?

Dann gäbe es eine Welt ohne Superman. Das wäre an sich noch kein Verlust, weil alle anderen Superhelden trotzdem entstanden wären. Aber sie hätten keine Galionsfigur, keinen Botschafter für ihre Sache, keinen Vermittler zwischen Metawesen und Menschen. Und so ist die Elseworld von The Nail eine fremdenfeindliche: Lex Luthor ist nicht nur Bürgermeister von Metropolis, er ist auch Anführer einer Hexenjagd gegen Superhelden, Aliens und andere Metawesen. Nach und nach werden sie gefangen genommen oder anderweitig ausgeschaltet. Die Justice League sieht dem Treiben ziemlich machtlos zu bis sie den Urheber des Komplotts entdecken …

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